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01.02.2024 | 04:45

Verbrenner versus Batterie! BYD, Altech Advanced Materials, Mercedes und VW im Fokus

  • Alternative Energien
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  • E-Mobilität
  • Automotive
Bildquelle: pixabay.com

Das Jahr 2024 läuft für den Hightech-Sektor bis jetzt wie geschmiert. Alles was nach „Künstlicher Intelligenz“ riecht, wird relativ unreflektiert deutlich höher an der Börse bewertet. Im DAX 40-Index hat das vor allem Siemens und SAP bewegt, hinzu kam das Thema Rüstung, das wiederum Airbus und Rheinmetall in neue Sphären katapultierte. An der Nasdaq geht es noch schneller, hier sind es vor allem Microsoft und Nvidia, die Furore machen. Die besonders von der Berliner Ampel favorisierte E-Mobilität gerät hingegen wegen der Abschaffung der Umweltprämie im Dezember 2023 ins Straucheln, denn Kunden entscheiden sich neben chinesischen E-Importen auch wieder für hiesige Verbrenner. Wir analysieren die aktuellen Chancen für Investoren.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A31C3Y4 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039

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Inhaltsverzeichnis:


    BYD – Wann dreht die Aktie?

    Trotz bester Aussichten für den Fahrzeugverkauf in Europa ist die Aktie des chinesischen Technologieriesen „Build Your Dreams“ (kurz BYD) unter die Räder gekommen. Auf 12-Monatsbasis hat der beliebte Publikumswert nun schon knapp 30 % eingebüßt, zum Allzeithoch bei rund 42 EUR fehlen von unten gerechnet bereits 100 %.

    Die Planungen für ein eigenes Fahrzeugwerk in Europa nehmen indes Gestalt an. BYD hat hierzu gestern einen vorläufigen Grundstücks-Kaufvertrag in Ungarn unterzeichnet. Ziel von BYD ist es, die Entwicklung von Produkten mit lokalisierten europäischen Attributen durch eine lokale Fertigung zu beschleunigen. Nach dem starken Auftritt im letzten September auf der IAA in München ist dies nun ein konsequenter Schritt.

    Mit einem 2024e KGV von 18,5 ist der Wert gemessen am geschätzten Wachstum vom ca. 15 per annum nun nicht mehr teuer. 34 Analysten auf der Plattform Refinitiv Eikon raten zum „Kauf“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 308 CNY umgerechnet 39,40 EUR. Zwar sind das knapp 100 % Potenzial, dennoch könnte der Wert charttechnisch noch in die starke Auffangzone von 15 bis 17 EUR abrutschen. Immerhin geht die Nachfrage nach E-Autos in Deutschland weiter zurück.

    Altech Advanced Materials – Das wird ein spannendes Jahr

    Der Kurs der Frankfurter Holding Altech Advanced Materials konsolidiert derzeit auf hohem Niveau. Kein Wunder, denn der Wert war im Jahr 2023 einer der Senkrechtstarter unter den „Batteriewerten“. Während Varta noch immer mit seinem Konzernumbau kämpft, haben die Altech-Manager nun sowohl die Machbarkeitsstudie als auch neues Eigenkapital an Bord.

    CEO Uwe Ahrens legt die Latte für die kommenden Jahre hoch, denn am sächsischen Standort Schwarze Pumpe soll neben der bestehenden Pilotanlage für die neue Natrium-basierte Batterie CERENERGY® in Zukunft auch das Beschichtungsverfahren Silumina Anodes ins Leben gerufen werden. Die Machbarkeitsstudie von Ende 2023 hält mit einem Investitionsvolumen von 112 Mio. EUR eine jährliche Produktion von 8.000 t des mit Aluminiumoxid veredelten metallurgischem Silizium für möglich. Neben den ausstehenden Genehmigungen geht das Unternehmen davon aus, die nötigen Kredite, Landes- und Bundesbürgschaften sowie sonstige Fördermittel zeitgerecht einwerben zu können. Der Aufbau der Produktion und das notwendige RampUp soll in 36 Monaten bewältigt sein. Wenn alles gut läuft wird dieses Projekt im Jahr 2027 erste Cashflows in die Altech-Kasse spülen.

    Der Batteriemarkt ist in Bewegung und hält für die nächsten Jahre einige Innovationen bereit. Zum Glück ist deutsche Ingenieurskunst weiterhin gefragt. Wer jetzt bei Altech einsteigt, tut dies bei einer Marktkapitalisierung von rund 50 Mio. EUR. Die Aktie ist zwar schon deutlich liquider geworden, das Setzen eines Limits raten wir dennoch an.

    Mercedes-Benz Group und VW – Deutsche Umwelthilfe scheitert vor Gericht

    Trotz aller Gebote und Weichenstellungen aus Brüssel hat der Mercedes-Benz Konzern bereits früh kommuniziert, bis 2030 ausschließlich E-Autos zu verkaufen, wenn es die Marktbedingungen erlauben. Die Stuttgarter halten sich für den kürzeren Horizont damit noch alle Optionen offen. Konzern-Chef Ola Källenius hatte Ende 2023 zusätzlich erklärt, weitere Pläne für den Verbrennerbau zu haben und den Abschied vom klassischen Antrieb von den Kunden abhängig machen zu wollen.

    Vorstände der Deutschen Umwelthilfe hatten deswegen vor Gericht geklagt und wollten erwirken, dass der Stuttgarter Autobauer bereits ab Ende Oktober 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr verkaufen darf. Das Oberlandesgericht Stuttgart hatte die Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegen Mercedes-Benz aus nachvollziehbaren Gründen abgewiesen. Die deutschen Hersteller dürfen also noch bis 2035 sowohl Verbrenner produzieren als auch verkaufen.

    Die EU-Kommission hat den Verkauf von Neuwagen mit klassischem Verbrennungsmotor ab 2035 zwar de facto verboten, jedoch eine Sonderregelung für E-Fuels erteilt. Die Deutsche Umwelthilfe will jedoch erreichen, dass die Verbrenner-Produktion deutlich früher untersagt wird und will vor den Bundesgerichtshof ziehen. Setzen sie in diesem Fall lieber darauf, dass die Anwälte von Mercedes-Benz, BMW und VW die besseren Argumente vorlegen werden und sich das Gericht eher an den europäischen Vorgaben orientieren wird. Sowohl Mercedes-Benz als auch VW handeln derzeit mit einem KGV 2024e von 4 bis 5 und schütten ca. 8 % Dividende aus. Günstiger hat es deutsche Technologie selten an der Börse gegeben.

    In den letzten 6 Monaten zeigten sich die deutschen Fahrzeugwerte robust und holten ihre großen Kursverluste teils wieder auf. BYD bleibt im Abwärtstrend und Altech verdaut derzeit seine jüngsten Kapitalerhöhungen. Quelle: Refinitiv Eikon 31.01.2024

    Der aufgeklärte Bürger wünscht sich sowohl Verbrenner als auch E-Technologien auf dem Ladentisch. Denn der Konsument möchte ideologiefrei entscheiden können, welcher Antriebsform man den persönlichen Vorzug gibt. In Sachen Technologie-Offenheit wird sich hoffentlich ab Herbst 2025 auch wieder in Berlin die ökonomische Vernunft durchsetzen. Anleger sollten deshalb neben den Batterie-Favoriten auch wieder die guten alten Automobilwerte im Blickfeld haben.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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