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11.11.2025 | 05:10

Vistra, NetraMark, Snap – KI-Aktien mit Potenzial

  • Künstliche Intelligenz
  • Pharma
Bildquelle: pixabay.com

Nach der Hausse der vergangenen Monate folgte die Ernüchterung und KI-Aktien wurden im Laufe der Woche trotz starker Quartalszahlen abverkauft. Hat der Hedgefonds Manager Michael Burry, bekannt aus „The Big Short“, erneut Recht? Laut der jüngsten 13F-Meldung von Scion Asset Management hält Burry Put-Optionen auf Nvidia und Palantir im Gesamtwert von rund 1,1 Mrd. USD und wettet auf stark fallende Kurse. Als Grund für den Pessimismus gibt er die eklatant hohen Bewertungen der Unternehmen an. Doch nicht alles aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz ist teuer. Besonders in den hinteren Reihen schlummern Aktien mit genügend Aufwärtspotenzial.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: SNAP INC. CL.A DL-_00001 | US83304A1060 , NETRAMARK HOLDINGS INC | CA64119M1059 , VISTRA CORP. DL-_01 | US92840M1027

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Inhaltsverzeichnis:


    Snap – Mega-Deal sorgt für Aufbruchstimmung

    Während der Großteil der KI-Welt in der abgelaufenen Börsenwoche tiefrot notierte, konnte einer der Pioniere im Bereich der visuellen Kommunikation und Augmented Reality deutlich zulegen. Der Grund für ein Wochenplus von rund 12 % lag einerseits in den überraschend starken Quartalszahlen, zum anderen in der Verkündung eines strategischen KI-Deals.

    Snap Inc. hat im dritten Quartal ein deutliches Lebenszeichen gesendet. Der Umsatz stieg um 10 % auf 1,51 Mrd. USD und übertraf die Erwartungen ebenso wie das bereinigte Ergebnis je Aktie von 10 Cent, doppelt so hoch wie prognostiziert. Auch das EBITDA lag über den Schätzungen. Für das laufende Quartal rechnet Snap mit 1,68 bis 1,71 Mrd. USD Umsatz, ebenfalls über dem Konsens.

    Zudem erholte sich das Anzeigengeschäft. Direct-Response-Kampagnen legten um 8 % zu, und die täglich aktiven Nutzer stiegen um 8 % auf 477 Mio. Dennoch warnt Snap wegen strengerer Altersverifikationen und neuer Social-Media-Regeln unter anderem in Australien vor möglichen Rückgängen im vierten Quartal.

    Für Aufsehen sorgt vor allem ein 400-Mio.-USD-Deal mit dem KI-Start-up Perplexity. Dessen Suchmaschine wird künftig direkt in Snapchat integriert. Nutzer sollen verifizierbare Antworten direkt in der App erhalten, ohne Werbung. CEO Evan Spiegel betont, das Ziel sei eine „stärkere Nutzerbindung“.

    „Perplexity will unter jungen Nutzern sichtbarer werden. Und Snap braucht einen KI-Partner, der die User im eigenen Ökosystem hält“, erklärt Analyst Max Willens von Emarketer. Damit positioniert sich Snap neu gegen Meta und TikTok, die den Werbemarkt dominieren.

    NetraMark - neuer Deal stärkt Marktposition

    Das kanadische KI-Unternehmen NetraMark Holdings sorgt mit seiner innovativen Plattform NetraAI weiter für Aufsehen in der Pharmabranche. Die Technologie nutzt erklärbare künstliche Intelligenz, um komplexe klinische Datensätze zu analysieren und Teilpopulationen von Patienten zu identifizieren, die unterschiedlich auf Medikamente oder Placebos reagieren. Dadurch können Erfolgsquoten klinischer Studien deutlich verbessert und neue Wirkstoffe gezielter entwickelt werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen KI-Systemen arbeitet NetraAI auch mit kleinen, heterogenen Datensätzen effizient und liefert wissenschaftlich nachvollziehbare Ergebnisse, die für Forscher, Behörden und Kliniker verständlich sind.

    Mit diesem Ansatz treibt NetraMark den Wandel hin zu einer präzisionsbasierten Arzneimittelentwicklung voran. CEO George Achilleos betont: „Ziel von NetraAI ist es, klare, klinisch verwertbare Ergebnisse zu liefern, damit Sponsoren genau verstehen, wer von einer Behandlung profitiert, und warum.“

    Ein weiterer Meilenstein ist der neue Vertrag mit einem international führenden Biopharmaunternehmen. NetraMark wird seine Plattform in einer klinischen Phase-3-Studie für ein neuartiges Psychopharmakon einsetzen. Die KI soll dort helfen, Nebenwirkungen und Therapieansprechraten präziser zu bestimmen, was einen entscheidenden Vorteil für Zulassungsbehörden und Marktstrategien darstellt.

    Der Deal unterstreicht die wachsende Akzeptanz von NetraMarks Technologie in der Pharmaindustrie. Nach erfolgreichen Projekten in Neurowissenschaften, Onkologie und Schmerzforschung stärkt das Unternehmen mit dieser Kooperation seine Position als führender Anbieter erklärbarer KI-Lösungen und zeigt, wie Datenintelligenz die Entwicklung neuer Medikamente schneller, sicherer und erfolgreicher machen kann.
    Die Marktkapitalisierung des Innovators liegt aktuell bei knapp 110 Mio. CAD.

    Vistra - Enttäuschung trotz Boom

    Der texanische Energieversorger Vistra Corp. zählt zu den heimlichen Profiteuren des weltweiten KI-Booms. Während Rechenzentren immer mehr Strom verschlingen, steigt die Nachfrage nach zuverlässiger Energieversorgung, besonders aus erneuerbaren und nuklearen Quellen, auf die Vistra zunehmend setzt. Mit neuen Kapazitäten und langfristigen Lieferverträgen positioniert sich das Unternehmen als zentraler Energiepartner der digitalen Zukunft.

    Umso enttäuschender verlief die Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal. Vistra meldete ein GAAP-Nettoeinkommen von 652 Mio. USD sowie ein bereinigtes EBITDA der fortgeführten Geschäftsbereiche von 1,58 Mrd. USD. Der Umsatz belief sich auf 4,97 Mrd. USD, was einem Rückgang von 20,9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Analysten hatten im Schnitt mit rund 6,18 Mrd. USD gerechnet. Auch beim Non-GAAP-Gewinn je Aktie blieb Vistra mit 0,55 USD deutlich hinter den Schätzungen von 1,40 USD zurück.

    Das Management reagierte und passte die Prognose für 2025 an: Das bereinigte EBITDA soll nun zwischen 5,7 und 5,9 Mrd. USD liegen, deutlich weniger als bislang erwartet.

    Trotz der kurzfristigen Enttäuschung bleibt Vistra strategisch gut positioniert. Das Unternehmen treibt den Ausbau seiner kohlenstoffarmen Energiequellen konsequent voran, um weiter am globalen KI-Boom profitieren zu können.


    Stehen KI-Aktien vor der Korrektur? Geht es nach vielen Marktbeobachtern, ist eine Normalisierung der Bewertungen vor allem der großen Konzerne wie Nvidia oder Palantir unumgänglich. Snap konnte sich mit herausragenden Zahlen gegen den Negativtrend stemmen. NetraMark vermeldete einen Meilenstein. Vistra musste trotz des KI-Booms seine Prognosen nach unten revidieren.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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