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18.05.2026 | 04:00

Wer jetzt nicht handelt – verliert! Scharfe Korrektur bei Siemens Energy, RE Royalties und Nel ASA im Steigflug

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Bildquelle: Pixabay

Die globale Energiewende steht zunehmend vor einem strukturellen Finanzierungsproblem. Während Regierungen weltweit ehrgeizige Dekarbonisierungsziele verkünden, steigen die Kapitalkosten dramatisch an. Höhere Zinsen, explodierende Staatsverschuldungen und eine schwächere Konjunktur verändern die Risikobewertung langfristiger Infrastrukturprojekte aber fundamental. Laut Analysen der International Energy Agency (IEA) müssten sich die weltweiten Investitionen in saubere Energien bis 2030 massiv beschleunigen, um die vereinbarten Klimaziele überhaupt annähernd erreichbar zu halten. Doch genau hier beginnt das Dilemma: Viele Staaten stoßen fiskalisch längst an ihre Belastungsgrenzen. In Europa, Nordamerika und Teilen Asiens wächst deshalb die Skepsis der Kapitalmärkte gegenüber hochsubventionierten Transformationsmodellen. Wir blicken über den Tellerrand der „Grünen Revolution“ – wo lassen sich noch ordentliche Renditen erwarten?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0

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Inhaltsverzeichnis:


    RE Royalties – Die nächste Phase der Energiewende beginnt am Kapitalmarkt

    Anleger hinterfragen zunehmend, ob öffentliche Förderprogramme in ihrer bisherigen Form dauerhaft finanzierbar bleiben. Besonders betroffen sind kapitalintensive Projekte mit langen Amortisationszeiten wie Offshore-Windparks, Wasserstoff-Infrastruktur oder gigantische Netzausbauten. Die Folge ist ein Paradigmenwechsel innerhalb der Green-Finance-Welt: Weg von rein politisch getriebenen Visionen, hin zu cashflow-orientierten, risikoärmeren Finanzierungsmodellen mit kalkulierbaren Rückflüssen. Noch vor wenigen Jahren floss Kapital nahezu bedingungslos in ESG- und Cleantech-Projekte. Eine Studie von McKinsey & Company zeigt, dass die Finanzierungskosten inzwischen zu den größten Bremsfaktoren vieler Energieprojekte zählen. Gerade junge Unternehmen leiden unter der Kombination aus höheren Refinanzierungskosten und zurückhaltenderen Kapitalmärkten. Niedrige Zinsen machten langfristige Infrastrukturinvestitionen extrem attraktiv, selbst wenn die Profitabilität oft weit in der Zukunft lag. Dieses Umfeld hat sich grundlegend verändert. Heute verlangen Investoren deutlich höhere Renditen, schnellere Cashflows und robustere Geschäftsmodelle.

    In diesem Umfeld gewinnen Modelle an Bedeutung, welche weniger auf spekulative Zukunftsszenarien setzen und stattdessen stabile Zahlungsströme liefern. Ebenso suchen Anleger zunehmend nach Konstruktionen, die von der Energiewende profitieren, ohne gleichzeitig die vollen technologischen oder operativen Risiken tragen zu müssen. Genau hier entstehen derzeit neue Nischen innerhalb des Green-Finance-Sektors. Besonders interessant positioniert sich dabei RE Royalties. Das kanadische Unternehmen verfolgt ein Modell, das in Europa bislang kaum bekannt ist, aber strategisch hervorragend in die aktuelle Marktphase passt. Statt selbst Solar-, Wind- oder Speicherprojekte zu entwickeln, finanziert das Unternehmen ausgewählte Energieanlagen und erhält im Gegenzug langfristige Umsatzbeteiligungen. Damit ähnelt das Modell eher Royalty- oder Streaming-Strukturen aus dem Rohstoffsektor als klassischen Projektentwicklern.

    COO Peter Leighton erklärt auf dem 19. International Investment Forum wie man mit diesem Ansatz gute Renditen erwirtschaften kann. Hier geht´s zur kostenfreien Anmeldung.

    Der entscheidende Vorteil liegt in der Risikostruktur. RE Royalties beteiligt sich an den Erlösen der Anlagen, ohne selbst die operative Verantwortung für Bau, Wartung oder Betrieb tragen zu müssen. Dadurch entsteht ein vergleichsweise schlankes Geschäftsmodell mit wiederkehrenden Einnahmen und hoher Skalierbarkeit. Gleichzeitig profitieren die Kanadier indirekt vom globalen Ausbau erneuerbarer Energien und steigender Stromnachfrage. Vor allem der Boom rund um künstliche Intelligenz und Rechenzentren verändert die Perspektive vieler Energieinvestitionen erheblich. Denn KI-Infrastruktur entwickelt sich gerade zu einem der größten Stromverbraucher der kommenden Dekade. Das Portfolio des Unternehmens umfasst mittlerweile mehr als 100 Beteiligungen aus Solarenergie, Windkraft, Batteriespeicherung, Wasserkraft und Energieeffizienzprojekten.

    Während viele Cleantech-Unternehmen unter hohen Finanzierungskosten leiden, generieren Royalty-Strukturen vergleichsweise stabile und planbare Cashflows. Gleichzeitig benötigen Projektentwickler weiterhin Kapital, jedoch ohne ihre eigenen Aktionäre durch Kapitalerhöhungen zusätzlich zu verwässern. Genau hier setzt RE Royalties mit nicht-verwässernden Finanzierungslösungen an. Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Faktor: Inflationsschutz. Da sich die Vergütungsmodelle teilweise an produzierten Strommengen orientieren, bleiben die Erlösstrukturen vergleichsweise robust gegenüber volatilen Energiepreisen. In einer Welt strukturell höherer Inflation und steigender Kapitalkosten gewinnt diese Eigenschaft erheblich an Bedeutung. Das Unternehmen selbst beschreibt seine Einnahmestruktur inzwischen fast wie nachhaltige Infrastruktur-Kuponzahlungen mit zusätzlichem Wachstumspotenzial. Spannend bleibt die niedrige Bewertung von lediglich 17 Mio. CAD, geboten wird dafür aber ein steigender Aktientrend! Einsammeln!

    Wie an der Schnur gezogen geht es seit Anfang Mai mit dem Kurs der RE Royalties-Aktie nach oben. Mittlerweile ist die Dynamik so hoch, dass auch das obige Bollinger-Band überwunden werden könnte. Quelle: LSEG Refinitiv vom 17.05.2026

    Nel ASA – Wasserstoff bleibt ein Bullenthema

    Na endlich! In den letzten 4 Wochen konnte der norwegische Wasserstoff-Pionier endlich Muskeln zeigen. Bis auf knapp 0,33 EUR führte die Rally – schon fast ein Verdoppler mit Hinblick auf die Jahrestiefstkurse von 0,17 EUR im Februar. Seit der Nahost-Krise und explodierender Energiepreise ist die Herstellung von grünem Wasserstoff wieder en vogue. Das treibt die Kurse der alten Sektor-Bekannten wie Nel ASA und auch Plug Power. Letztere konnte sogar vom Tief über 400 % zulegen. Überzeugen konnten diese ersten Erholungsversuche bei Nel ASA aber erst einen Analysten, nämlich Kulwinder Rajpal von Alpha Value. Er erwartet ein Kursziel von 4,12 Kronen – also rund 30 % Aufschlag zum aktuellen Kurs. Auf der Plattform LSEG Refinitiv gibt es neben 7 „Neutral“-Votierungen auch noch 6 harte Verkaufsempfehlungen, der 12-Monats-Konsens liegt daher bei niedrigen 2,35 NOK. Dennoch: Mit 3,22 NOK steht der Kurs jetzt an einer wichtigen Ausbruchsmarke nach oben. Dass dieser Move gelingt, ist den leidgeplagten Norwegern durchaus zu wünschen.

    Siemens Energy – Auf Rekordniveau werden Analysten nervös

    Was soll CEO Christian Bruch eigentlich noch tun? Seit Anfang 2024 hat sich die Aktie von Siemens Energy um 1.500 % nach oben entwickelt und immer noch herrscht Skepsis. Denn die Q2-Zahlen konnten wiederum begeistern. Der Umsatz stieg um fast 9 % auf 10,3 Mrd. EUR, der bereinigte Gewinn kletterte parallel um 29 % auf 1,16 Mrd. EUR. Besonders stark liefen Gas Services und Grid Technologies, während Gamesa den Turnaround zwar fortsetzt, beim Auftragseingang aber noch schwach bleibt. Das Management sieht sich voll auf Kurs und hebt die Prognosen zum siebten Mal in Folge an: Beim Umsatz für 2026 werden nun 14 bis 16 % Aufschlag erwartet, der Nachsteuergewinn soll auf rund 4 Mrd. EUR klettern. Während Berenberg, Goldman Sachs und J.P. Morgan mit „Kauf“-Voten nun Kurse zwischen 200 und 225 EUR erwarten, bestätigt mwb research zwar auch weiterhin ein Buy-Rating, das Kursziel wird aber nur mit 100 EUR festgesetzt. Etwas inkonsequent würden wir sagen, denn der Schlusskurs vom Freitag zeigt schwächere 169 EUR. Wer so hohe Skepsis an den Tag legt, sollte auch den Mut für ein „Sell“ aufbringen. Alles andere ist für Investoren etwas schwer verständlich! Investoren sollten den Stopp-Kurs nun recht nah bei 159 EUR platzieren, denn hier wird´s eng!


    Die goldene Ära nahezu kostenloser Green-Finance-Gelder ist vorbei. Staaten müssen sparen, Förderprogramme werden selektiver und Investoren achten stärker auf Risiken und suchen reale Kapitalrenditen. Dadurch verschiebt sich die Machtbalance innerhalb der Energiewirtschaft. Nicht mehr nur Technologieanbieter stehen im Fokus, sondern zunehmend auch jene Unternehmen, die die Finanzierung effizient organisieren können. RE Royalties besetzt genau diese Schnittstelle zwischen Kapitalmarkt und Energiewende. Nel ASA kann den Chart endlich drehen, bei Siemens Energy scheint die Einbahnstraße nach oben wohl klammheimlich die Richtung zu wechseln.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Die Energiekrise bewegt etwas. Während Experten der Internationalen Energieagentur (IEA) und McKinsey klarstellen, dass das 1,5-Grad-Ziel kaum noch zu halten ist, hat sich auch vor dem Hintergrund der hohen Energiepreise ein Transformationsprozess in Industrie und Logistik in Gang gesetzt. Die anhaltenden Spannungen an den Energiemärkten, verstärkt durch geopolitische Instabilitäten in Schlüsselregionen wie der Straße von Hormus, haben Wasserstoff von einem Zukunftsthema zu einem ökonomischen Imperativ reifen lassen. In Sektoren, die als schwer zu transformieren gelten – darunter die Schwerindustrie, der maritime Sektor und der schwere Bergbau – existieren kaum tragfähige Alternativen zu Energieträgern wie Wasserstoff. Bis 2030 wird erwartet, dass grüner Wasserstoff in vielen Bereichen die Kostenparität zu fossilen Brennstoffen erreicht, sofern die Infrastruktur endlich skaliert wird. Doch genau hier liegt das Problem: Während die Welt auf die großen Infrastrukturlösungen von morgen wartet, braucht die Industrie bereits heute effiziente Brückentechnologien, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Unternehmen ist bereits am Markt und erntet gerade mehr Zuspruch denn je.

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