23.02.2026 | 05:10
Almonty Industries – Hauptprofiteur des Wolfram-Schocks
Der Wolframpreis hat sich binnen eines Jahres vervierfacht. China dominiert über 80 % der Förderung, kürzt Subventionen, verschärft Exportregeln und kämpft mit sinkenden Erzgehalten. Gleichzeitig treibt die Nachfrage aus Rüstung, Halbleitern und Rechenzentren den Markt weiter an. Der Westen sucht Alternativen, eine der größten Minen außerhalb Chinas steht vor dem Produktionshochlauf. Entsteht hier ein strategischer Rohstoff-Player, der bis zu 40 % der nicht-chinesischen Nachfrage bedienen könnte?
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Stefan Feulner
ISIN:
ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Stefan Feulner
Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.
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Geopolitischer Engpass statt Rohstoff-Hype
Der Wolframpreis hat sich binnen eines Jahres vervierfacht. Anders als bei klassischen Rohstoffzyklen steckt diesmal keine spekulative Übertreibung dahinter, sondern eine strukturelle Marktverschiebung.
China kontrolliert rund 85 % der globalen Förderung und dominiert große Teile der Weiterverarbeitung. Exportbeschränkungen, verschärfte Dual-Use-Regeln für militärisch nutzbare Rohstoffe und die Streichung staatlicher Subventionen haben das Angebot spürbar verknappt. Mehrere chinesische Minen mussten schließen, zugleich sinken die Erzgehalte. Demgegenüber steigen die Produktionskosten.
Dabei ist China nicht nur größter Produzent, sondern mit rund 65 % der weltweiten Nachfrage auch größter Verbraucher. Die Importe haben sich 2024 verdoppelt und dürften weiter kräftig gewachsen sein. Dies verschärft den globalen Wettbewerb um verfügbare Mengen.
Wolfram ist extrem hitze- und verschleißfest, unverzichtbar für Luft- und Raumfahrt, Halbleiter, Hochpräzisionswerkzeuge und Rüstungstechnologie. In geopolitischen Spannungsphasen wird das Metall nicht mehr einfach gehandelt, sondern strategisch gesichert.

Der Westen sucht Alternativen
Die USA wollen ab 2027 kein chinesisches Wolfram mehr für Verteidigungsbeschaffungen zulassen. Auch Europa plant strategische Rohstofflager. Damit entsteht eine reale Versorgungslücke außerhalb Chinas. Exakt hier positioniert sich Almonty Industries als westlich ausgerichteter Anbieter mit Projekten in Südkorea, Portugal und den USA. Während der Markt über Angebotsengpässe diskutiert, liefert das Unternehmen operativ Fakten.
Herzstück ist die Sangdong-Mine in Südkorea, eine der größten Lagerstätten außerhalb Chinas. Ende 2025 wurde der erste Erztransport zur Aufbereitungsanlage gemeldet. Die kommerzielle Produktion soll im ersten Quartal 2026 starten, eine zweite Ausbaustufe ist für 2027 geplant. Perspektivisch könnte Sangdong jährlich über 460.000 MTU liefern.
Geschäftsmodell mit strategischer Hebelwirkung
Der Investmentcase liegt nicht allein im steigenden Preis, sondern in der strategischen Positionierung entlang geopolitischer Bruchlinien. Almonty betreibt bereits eine produzierende Wolframmine in Portugal. Mit Sangdong folgt nun ein großvolumiger Kapazitätsschub in einer politisch stabilen Region mit vorhandener Infrastruktur, was einen entscheidenden Faktor zur Reduzierung operativer Risiken darstellt. Parallel wurde der US-Fußabdruck durch ein Projekt in Montana erweitert, das ebenfalls 2026 in Produktion gehen soll. Hinzu kommt ein hochgradiges Molybdänprojekt als zusätzliche Option.
Mit dem Hochlauf von Sangdong könnte das Unternehmen perspektivisch rund 40 % der nicht-chinesischen Wolframnachfrage bedienen. Damit verschiebt sich die Rolle vom Projektentwickler zum strategischen Lieferanten.
Finanziell ist die Expansion unterlegt, 2025 wurden in den USA über 219 Mio. USD brutto aufgenommen, ergänzt durch das Listing an der NASDAQ. Langfristige Abnahmeverträge mit der US-Verteidigungsindustrie sorgen für Visibilität und politische Einbindung.
Bemerkenswert ist zudem die personelle Aufstellung. Ehemalige hochrangige Militärs und Sicherheitsexperten besetzen Schlüsselpositionen. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer veränderten Rohstoffrealität. Kritische Metalle werden zunehmend als Sicherheitsgüter betrachtet.
Operativ soll die neue Mine durch Effizienzvorteile wettbewerbsfähig sein, vor allem gegenüber chinesischen Anbietern, deren Preise jahrzehntelang durch Subventionen verzerrt waren. Mit dem Wegfall dieser staatlichen Stützmechanismen kommt es nun zu einer Neubewertung der Kostenstruktur im globalen Markt.

Einer der großen Profiteure des Strukturwandels
Experten erwarten mittelfristig einen Preis nahe dem aktuellen Rekordniveau. Sollte sich diese neue Preisbasis etablieren und westliche Staaten ihre Lager aufbauen, entsteht ein dauerhaft verändertes Marktumfeld.
Wolfram ist kaum substituierbar. In Verteidigung, Halbleiterfertigung und Hochpräzisionstechnologie gibt es keine einfachen Alternativen. In einer Welt zunehmender Blockbildung zählt nicht nur der Preis, sondern die Herkunft des kritischen Rohstoffs.
Mit Produktionsstart in Südkorea, Ausbau in den USA und bestehender Förderung in Europa positioniert sich Almonty genau dort, wo Versorgungssicherheit politisch gewollt ist. In einem Markt, der vom freien Handel in strategische Steuerung übergeht, könnte das Unternehmen zu den zentralen Gewinnern des neuen Rohstoffzeitalters zählen.
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