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06.03.2025 | 05:55

Almonty Industries, Hensoldt und Renk Group: Schachzüge für Europas Stärke

  • Ukraine
  • Rüstungsindustrie
  • Verteidigung
  • Handelskriege
Bildquelle: pixabay.com

Globale Spannungen und eine dynamische US-Politik treiben Europas Sicherheitsbestrebungen voran. Unternehmen wie der Wolfram Produzent Almonty Industries und Rüstungskonzerne wie Hensoldt und die Renk Group rücken ins Zentrum dieses Schachspiels. Almonty hat die einzigartige Chance, mit seiner südkoreanischen Sangdong-Mine in Südkorea Chinas Wolfram-Monopol aufzubrechen. Ein Hoffnungsschimmer für Konzerne wie Rheinmetall, die hunderte Tonnen Wolfram jährlich benötigen, um den Bedarf an Rüstung weiter zu decken. Das deutsche Radartechnik-Unternehmen Hensoldt überzeugt schon jetzt mit einem Kursplus von 20 %, seitdem Pläne für milliardenschwere Verteidigungsfonds bekannt wurden. Die Renk Group liefert die Antriebe für Europas Aufrüstung: Mit einem „Ba2“-Rating von Moody’s profitiert der Getriebehersteller vom NATO-Boom und US-Expansion. Zwischen geopolitischem Druck, Rohstoffrisiken und politischen Hürden steht das friedliche Miteinander auf dem Spiel. Wer hat einen strategischen Vorteil beim nächsten Zug auf dem globalen Spielfeld?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Juliane Zielonka
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005 , RENK AG O.N. | DE000RENK730

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Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries: Der große Hoffnungsträger im Wolfram-Markt gegen Chinas Dominanz

    Das Unternehmen Almonty Industries rückt zunehmend in den Fokus als bedeutender Akteur im Wolfram-Markt – einem Rohstoff, den China mit etwa 90 % der globalen Versorgung beherrscht. Diese Monopolstellung könnte laut CEO Lewis Black „die Industrie lahmlegen“. „Wir scheinen die Einzigen zu sein, die gegenüber der chinesischen Marktdominanz durchhalten“, betont er. Seit Februar 2025 schränkt China den Export von Wolfram ein – eine trotzige Antwort Pekings auf neue US-Zölle unter Präsident Trump.

    „Das ist eine ernste Lage“, warnt Black, denn Wolfram ist unverzichtbar: Von Halbleitern bis zu Panzerpatronen wird das Metall weltweit benötigt. Die Almonty-Aktie hat sich in den letzten 24 Monaten vervielfacht. Black sieht sein Unternehmen als „letzten Mann, der steht“ – eine Einschätzung, die er am 25. Februar beim 14. International Investment Forum untermauerte. Nun steht Almonty vor einem Meilenstein: Die Sangdong-Mine in Südkorea, einst eine der größten Wolfram-Minen der Welt, nimmt in zwei bis drei Monaten ihre erste Produktionsphase auf.

    Bis 2026 will das Unternehmen mit 17 Mio. USD aus eigenen Mitteln die Fördermenge verdoppeln und bis zu 10 % des weltweiten Bedarfs decken. „Die strategische Bedeutung der Sangdong-Mine zeigt sich in einer 15-jährigen Abnahmevereinbarung mit der Plansee Group“, erklärt Black. „Sie sichert uns Einnahmen von 580 Mio. USD und einen Mindestpreis von 235 USD pro MTU ohne Obergrenze.“ Im Wolfram-Markt steht MTU für „Metric Ton Unit“ und entspricht 10 kg Wolframtrioxid (WO₃) – bei 235 USD/MTU erhält Almonty also den genannten Mindestpreis für diese Menge.

    Mit einer Lebensdauer von über 90 Jahren und einem Wolframgehalt, der dreimal höher als der globale Durchschnitt ist, wird Sangdong zur unverzichtbaren Ressource für den Westen. Für Rüstungskonzerne wie Rheinmetall, die hunderte Tonnen Wolfram für Munition brauchen, ist das entscheidend. Doch Black setzt klare Prioritäten: „Die USA und Südkorea kommen an erster Stelle.“

    Hensoldt auf Rekordkurs: Rüstungsboom dank milliardenschwerem Sondervermögen

    Radarspezialist Hensoldt erlebt einen Höhenflug: Seitdem Reuters über das milliardenschwere Sondervermögen für Verteidigung und Infrastruktur in Deutschland berichtet hat, kennt die Aktie nur den Weg nach oben. Die Koalition aus Union und SPD prüft Fonds von bis zu 900 Mrd. EUR, um die Bundeswehr und damit die Verteidigung aufzurüsten – eine Reaktion auf Trumps Druck auf die Ukraine und Europas Sorge um eine wankende US-Politik.

    Schon jetzt profitiert Hensoldt von den Entwicklungen. Analysten heben nach einem starken Jahresergebnis (2,2 Mrd. EUR Umsatz) den Kurszielwert auf 47,59 EUR – ein Plus von 17 %. Die Prognose für 2025 sieht 2,61 Mrd. EUR Umsatz vor, ein Wachstum von 16 %.

    Für Anleger ein klares Signal: Der Rüstungsboom beflügelt Hensoldt. Doch die Umsetzung birgt Risiken – eine Zweidrittelmehrheit im deutschen Parlament ist nötig, und die Linke bleibt skeptisch, was die Aufrüstung angeht. Dennoch: Der Markt setzt auf die Sicherheitswende.

    Renk Group: Antriebe für die Sicherheitswende

    Die Renk Group AG festigt ebenfalls ihre Position im Rüstungssektor. Die Kreditrating-Agentur Moody’s hat dem Unternehmen das Rating „Ba2“ mit einem stabilen Ausblick zugeteilt, was auf eine solide Einschätzung der Kreditwürdigkeit hinweist. Der deutsche Getriebespezialist meldete für 2024 ein Umsatzwachstum von 23 %. Besonders im vierten Quartal wuchs die Auftragslage um 60 %, der feste Orderbestand liegt bei 1,8 Mrd. EUR.

    Renk profitiert von seiner Marktführerschaft: Rund 70 % des Umsatzes stammen aus Verteidigungsaufträgen, etwa für Panzer- und Schiffsgetriebe. Bis 2027 peilt Renk 300 Mio. EUR EBIT und ein jährliches Wachstum von 15 % an. Unterstützt wird dies durch die Übernahme der Cincinnati Gearing Systems, die den US-Marinestandort stärken. Die Liquidität bleibt robust, mit über 100 Mio. EUR Cash und einer ungenutzten Kreditlinie von 75 Mio. EUR.

    Für Anleger könnte Renk ein Gewinner der Sicherheitswende darstellen: Die starke Position bei NATO-Staaten und ein Auftragsboom sichern Sichtbarkeit. Doch Rohstoffpreisschwankungen und Akquisitionsrisiken könnten bremsen. Moody’s sieht jedoch Aufwärtspotenzial, wenn die Verschuldung weiter sinkt und die Finanzpolitik konservativ bleibt – ein starker Antrieb für die geopolitische Schachpartie.


    Almonty positioniert sich als Schlüsselakteur gegen Chinas Rohstoffdominanz im Wolfram-Sektor. Die südkoreanische Mine Sangdong erweist sich angesichts der Machtverschiebungen als strategischer Trumpf. Hensoldt profitiert vom deutschen Rüstungsboom und überzeugt mit starkem Umsatzwachstum sowie einem Kursplus von 17 %. Die Aussicht auf milliardenschwere Verteidigungsfonds treibt die Aktie, doch die Umsetzung hängt von politischer Einigkeit ab. Die Renk Group festigt ihre Rolle im Rüstungssektor mit einem soliden „Ba2“-Rating von Moody’s und einem Auftragsboom, gestützt auf NATO-Partnerschaften. Das Umsatzwachstum von 23 % und die US-Expansion durch Cincinnati Gearing Systems versprechen Stabilität.


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    Der Autor

    Juliane Zielonka

    Die gebürtige Bielefelderin studierte Germanistik, Anglistik und Psychologie. Das aufkommende Internet in den frühen 90ern führte sie von der Uni zu Ausbildungen in Grafik-Design und Marketingkommunikation. Nach Jahren der Agenturarbeit im Corporate Branding wechselte sie ins Publishing und lernte ihr redaktionelles Handwerk bei der Hubert Burda Media.

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