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12.08.2025 | 04:45

Crash bei Rüstung? Geo-Konflikte treiben die Metallpreise! Rheinmetall, Sranan Gold, Hensoldt und Renk

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Bildquelle: pixabay.com

Strategische Metalle sind ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Stärke und militärische Schlagkraft ganzer Nationen. Internationale Spannungsherde wie im Nahen Osten, in der Ukraine und zuletzt auch wieder in Afrika verstärken die Verknappung, da langjährige Handelsrouten abrupt zusammenbrechen können. Die starke Konzentration der Förderung auf wenige Länder erhöht die Anfälligkeit der Lieferketten für politische Eingriffe. Exportstopps, Sanktionen oder gezielte Angebotsdrosselungen seitens China oder Russland können schnell zu kritischen Versorgungslücken führen. In diesem Umfeld gewinnen Edelmetalle wie Gold, das aktuell auf historischem Preisniveau notiert, für Anleger zusätzlich an Bedeutung, nicht zuletzt vor dem Hintergrund weltweit rekordhoher Staatsverschuldung. Wer flexibel agiert, kann von dieser Rohstoffdynamik profitieren. Die Dauerbrenner der letzten Monate im Bereich Rüstung scheinen nun eher zu konsolidieren! Wohin mit dem Geld?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: SRANAN GOLD CORP | CA85238C1086 , RENK AG O.N. | DE000RENK730 , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

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Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall – Mäßige Zahlen starten den Abwärtsmodus

    Die Rheinmetall-Aktie hat seit dem Höchststand um 1.940 EUR deutlich verloren und notierte zuletzt rund 400 EUR darunter, was auch CEO Armin Pappberger zu auffälligen Aktienkäufen motiviert hat, sei es aus Überzeugung oder um ein Signal in den Markt zu geben. Die Ergebnisse des zweiten Quartals jedenfalls sind passabel, sie zeigen ein Umsatzwachstum von 9 % auf 2,4 Mrd. EUR, getragen vom Verteidigungsbereich. Während das EBIT mit +2 % auf 276 Mio. EUR stieg, leiden die Margen und der Cashflow aktuell unter Anlaufkosten für neue Programme und gestiegene Investitionen.
    Natürlich bestätigen Konzern und Management sämtliche Wachstumsziele und verweisen auf den breiten, langfristig gesicherten Auftragsbestand, der mit 63 Mrd. EUR etwa dem Sechsfachen des Umsatzes entspricht. Analysten auf der Plattform LSEG bewerten die Aktie weiterhin mehrheitlich positiv mit durchschnittlichen Kurszielen um 2.065 EUR, Morgan Stanley sieht langfristig sogar Potenzial bis 3.000 EUR, falls die europäischen Rüstungsquoten weiter ansteigen sollten. Auch die mittelfristige Perspektive bleibt durch solide politische Unterstützung, flexible Finanzierungsstrukturen und einen mehrjährigen Hochlauf gut abgesichert.

    Voraussichtlich werden die Umsatzziele von 40 bis 50 Mrd. EUR für 2030 noch durch neue NATO-Aufträge gesichert. Strategisch stößt Rheinmetall mit M&A-Aktivitäten, dem Verkauf ziviler Sparten und Partnerschaften mit Lockheed, Boeing und Anduril in zukunftsträchtige Bereiche vor. Kurzfristige Risiken durch verzögerte Auftragsvergaben oder politische Unsicherheiten bestehen, doch strukturell ist Rheinmetall als führender Anbieter mit breiter Vertikalintegration und hoher Visibilität im europäischen Verteidigungsmarkt klar positioniert. Wenngleich sich viele Investoren in ihren Erwartungen bestätigt sehen, kurzfristig sieht das Momentum doch eher gedämpft aus. Kaufen sie sich daher tiefer ein - was tief genug ist, können wir schlecht vorhersagen. Es liegt auch daran, wie stark der spezifische Verkaufsdruck im Kessel noch zunimmt.

    Sranan Gold – In Surinam ist die Welt noch in Ordnung

    Eine Investitions-Opportunität in Gold tut sich aktuell im südamerikanischen Surinam auf. Denn der kanadische Explorer Sranan Gold arbeitet intensiv in dem rohstoffreichen Land, dessen Wirtschaft stark vom Goldabbau abhängt. Rund 75 % der Exporterlöse kommen aus diesem Sektor. Neben den großen Minen Rosebel und Merian fördern tausende Kleinschürfer Gold, oft unter unregulierten Bedingungen. Der neue Player Sranan Gold besitzt mit dem 29.000 Hektar großen Tapanahony-Projekt eines der aussichtsreichsten Explorationsgebiete im Land. Und das in einem Umfeld, in dem Vorgängerunternehmen bereits das Potenzial für über 15 Mio. Unzen Gold ermittelt haben. CEO Oscar Louzada, seit über zwölf Jahren im Land aktiv, will mit Tapanhony an Erfolge wie das Antino-Projekt im Guiana-Schild anknüpfen.

    Jüngste Explorationsergebnisse sorgen für Aufmerksamkeit. Im Bereich Randy’s Pit wurden von lokalen Minern neu geöffnete Schächte beprobt, wobei Handproben Spitzenwerte von 76,6 g/t und 23,7 g/t Gold lieferten. Die aus bis zu 30 m Tiefe gewonnenen Proben stammen aus quarzreichen, serizit- und limonitreichen Strukturen, klassische Wirtsgesteine für Gold im Guiana Shield. Dr. Dennis LaPoint, EVP Exploration, erklärt: „Diese Schächte und Proben sind äußerst vielversprechend für das Potenzial des Randy-Trends und helfen uns, die Orientierung der mineralisierten Strukturen zu verstehen und das erste Bohrprogramm präzise zu planen.“

    Parallel dazu startete Sranan ein Grabenprogramm, um die Kontinuität der Vererzung zu testen. Der erste Graben, 150 m südlich von Randy’s Pit, brachte einen herausragenden Treffer: 3 Kanalschnitte mit insgesamt 5 m und durchschnittlich 36,7 g/t Gold. Dieses Intervall erweitert den mineralisierten Trend deutlich nach Süden, eine Zone, welche offensichtlich von historischen Bohrungen verfehlt wurden. Die Geologie, eine Kontaktzone zwischen gescherten Sedimenten und Granit, gilt als exzellenter Gold-Indikator, ähnlich wie beim benachbarten Antino-Projekt. LaPoint betont: „Dieser erste Graben bestätigt das Potenzial, den Randy-Trend zu verlängern – wir prüfen hier ein komplexes, mehrphasiges Vererzungssystem mit strukturellen Spannungszonen, die hohe Gehalte begünstigen.“

    Insgesamt markieren diese Resultate einen dynamischen Start in die Explorationsphase bei Tapanahony und legen die Grundlage für die bevorstehenden Bohrungen. Die Aktie jubiliert, mit dem gestrigen Anstieg über 0,62 CAD scheint auch die kurze Konsolidierung beendet zu sein. Spekulative Anleger kaufen weiter zu!

    Die Sranan-Gold-Aktie konnte in den letzten 4 Monaten um über 50 % zulegen. Das liegt zum einen am steigenden Goldpreis, zum anderen an den herausragenden Bohrergebnissen in Surinam. Quelle: LSEG vom 11.08.2025

    Hensoldt und Renk – Der Sektor gerät in den Ausverkauf

    Wie von uns prognostiziert, haben in den letzten Tagen insbesondere Renk und Hensoldt eine Konsolidierung vollzogen. Nach den eindrucksvollen Kursgewinnen der vergangenen Monate kommen die abgehobenen Bewertungen wieder stärker zurück, im gesunden Rahmen angekommen sind sie deshalb noch nicht. Hensoldt verlor von der erreichten Kurspitze 108,80 EUR im Juni nun bis auf Kurse unter 79 EUR, bei Renk geht die Bandbreite von rund 86 EUR bis gestern 56,50 EUR. Geopolitische Signale tragen zuletzt zur Marktschwankung bei, denn eine mögliche Deeskalation im Nahen Osten oder ein möglicher ukrainischer Waffenstillstand lassen Verteidigungswerte kurzfristig unter Druck geraten. Das kann noch spannend werden!

    Dennoch stehen griffige fundamentalen Aussichten im Raum. Hensoldt verzeichnete in H1-2025 einen Umsatzanstieg um 11 % auf 944 Mio. EUR und bestätigt für das gesamte Jahr seine Umsatzprognose von 2,5 bis 2,6 Mrd. EUR. Bei Renk soll der Rüstungsteil sukzessive ansteigen, Margen von über 21 % stehen im Raum. J.P. Morgan zeigt mit seinen Aufstufungen großes Vertrauen in beide Unternehmen: Für Renk wurde das Kursziel auf 87,50 EUR erhöht, für Hensoldt auf starke 110 EUR. Der aktuelle Kursrückgang bei Renk und Hensoldt zeigt aber auch, dass Anleger irgendwann Gewinne mitnehmen und auf politische Risikosignale reagieren. Zudem sind Kurs-Umsatz-Relationen von 4 im Langfristvergleich für Deutschland zu hoch! Es besteht also weiterhin Korrekturbedarf.


    Die Kapitalmärkte haben viele verschiedene Einflüsse zu bewerten. Eine Kombination aus Rüstungswerten und Gold im Portfolio bietet eine gute Chance in unsicheren Zeiten. Denn beide Anlageklassen reagieren unterschiedlich auf wirtschaftliche und politische Ereignisse, was das Gesamtrisiko reduziert. Aktuell sind Goldtitel wie Sranan Gold favorisiert, wobei Rüstungstitel eher konsolidieren.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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