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28.11.2022 | 05:55

Almonty Industries, ThyssenKrupp, Varta – Verdienen mit der wachsenden Wolfram Nachfrage

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Bildquelle: pixabay.com

Im Jahr 2021 wurden weltweit 79.000t Wolfram aus den bestehenden Minen abgebaut. 2015 lag die Produktion noch bei 89.400t. Man könnte meinen, dass die Nachfrage zurückgegangen ist und daher die Produktion zurückgefahren wurde, doch das Gegenteil ist der Fall. Laut dem Bericht des British Geological Survey wird die Nachfrage pro Jahr zwischen 3 und 7% steigen und schon bald das verfügbare Angebot übersteigen. Aber nun könnte die Nachfrage kurzfristig deutlich ansteigen, denn Forscher des US Energieministeriums DOE haben einen Weg gefunden, Elektroautos in 15 Minuten aufzuladen. Dazu wird als Kathodenmaterial eine Molybdän Wolfram Niobat Legierung anstelle Graphit verwendet. Wir sehen uns daher drei Unternehmen rund um das Thema Wolfram an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55

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Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries – Erschließung der Mine verläuft planmäßig

    Unabhängig vom neuen Kathodenmaterial werden schon heute rund 1,4kg Wolfram in einem Elektrofahrzeug verbaut – Tendenz steigend. Weitere Anwendungsgebiete sind die Stahlproduktion, Luft- und Raumfahrt und die Elektronikbranche. Hauptproduzent ist vor allem China und mit großem Abstand folgt Russland. Wenn man die Abhängigkeit von diesen Ländern in Bezug auf den kritischen Rohstoff Wolfram verringern will, benötigt man eine Alternative. Die heißt Almonty Industries. Das Unternehmen baut mit der Sangdong Mine in Südkorea die größte Wolframmine außerhalb von China. Schon 2024 soll die Mine 30% des Wolframs außerhalb Chinas produzieren und damit 7% des weltweiten Angebots stellen. Neben dem großen Wolfram Vorkommen gibt es auf der Liegenschaft ein Molybdän Vorkommen, das parallel abgebaut werden kann.

    Die Erschließung der Untertagbaumine liegt sechs Monate vor dem Zeitplan. Mitte November wurde die dritte Tranche des KfW-Darlehens abgerufen. Nachdem der Wolframpreis im letzten Jahr um gut 50% auf ca. 350 USD/MTU gestiegen ist, kann ab dem Produktionsstart in der zweiten Jahreshälfte 2023 mit hohen Einnahmen gerechnet werden. Zumal der Abnahmevertrag mit Plansee GTP einen Mindestpreis von 235 USD/MTU ohne Obergrenze garantiert. Neben dem Aufbau der Mine gibt es Fortschritte beim Bau einer vertikal integrierten Anlage zur Weiterverarbeitung von Nonowolframoxid. Am 21. September gab das Unternehmen bekannt, dass man einen geeigneten Standort für die Verarbeitungsanlage gefunden hat und mit der IAF Holding GmbH zusammenarbeitet, um die Anlage zu bauen. Die Finanzierung wird erneut die KfW IPEX-Bank übernehmen, laut einem Letter of Intent.

    Neben der Sangdong Mine besitzt Almonty die produzierende Zinn-/Wolfram-Mine Panasqueira, die nach 4,8 Mio. CAD im 3. Quartal im laufenden Quartal Einnahmen von über 6 Mio. CAD generieren wird. Interessierte Anleger sollten sich den 7. Dezember 16 Uhr vormerken, denn da wird der CEO Lewis Black auf dem 5. International Investment Forum das Unternehmen vorstellen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit Fragen zu stellen. Die Anmeldung ist kostenfrei.

    Am 24. November wurde die Almonty-Aktie von First Berlin Equity Research analysiert. Die Analysten stufen die Aktie als Kauf ein und vergaben ein Kursziel von 1,70 CAD. Aktuell notiert die Aktie bei 0,70 CAD und hätte dementsprechend mehr als 140% Potential.

    ThyssenKrupp – ordentliche Jahreszahlen

    Wolfram veredelt Stahl und ist somit für die Stahlindustrie unverzichtbar. Durch den höchsten Schmelzpunkt aller Metalle hilft Wolfram den Stahl fester und haltbarer zu machen. Das Schwermetall ist also auch für ThyssenKrupp als einem der größten Stahlproduzenten weltweit unverzichtbar. Der Konzern ist in sechs Geschäftsbereiche aufgeteilt: Materials Services, Industrial Components, Automotive Technology, Steel Europe, Marine Systems und Multi Tracks. Hervorstechen können Steel Europe und Materials Services. Die Umstrukturierungen laufen noch immer bei den Essenern.

    Am 17. November legte das Unternehmen die Zahlen für das Geschäftsjahr 2021/2022 vor, das am 30. September endete. Trotz Herausforderungen, wie dem Ukraine Konflikt und Inflation konnte sich der Konzern gut behaupten. Die Auftragseingänge stiegen um 12% im Vorjahresvergleich, der Umsatz sogar um 21% auf 41,1 Mrd. EUR. Das bereinigte EBIT wurde fast verdreifacht auf 2,1 Mrd. EUR. Nachdem im letzten Geschäftsjahr noch Verluste von 0,18 EUR pro Aktie vermeldet werden mussten liegt das Ergebnis in diesem Jahr bei 1,82 EUR, was vor allem auf die Bereiche Steel Europe und Materials Services zurückzuführen ist.

    Trotz der ordentlichen Zahlen sind sich die Analysten uneins wie es in Zukunft für den Konzern weitergeht. Nach Veröffentlichung der Zahlen vergab lediglich die Baader Bank eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 16 EUR. Die Deutsche und DZ Bank empfahlen Halten bei einem Kursziel von 7,50 EUR. JPMorgan und Barclays Capital setzen den Wert auf Verkaufen mit einem Kursziel von 5,10. EUR. Die Aktie ging am vergangenen Freitag mit 5,248 EUR aus dem Xetrahandel. Solange die Aktie den Kurs von 4,43 EUR auf Schlusskursbasis nicht unterschreitet bleibt der Aufwärtstrend intakt.

    Varta – neue Prognosen veröffentlicht

    Neues Kathodenmaterial mit Wolfram und Molybdän sollten eigentlich für Aufbruchsstimmung bei Batterieherstellern sorgen, doch Varta befindet sich aktuell im Tal der Tränen. Nachdem man Varta mit großen Vorschusslorbeeren bedacht hatte, muss man aktuell attestieren, dass der große Wurf ausgeblieben ist. Mit der V4Drive Zelle wollte man den Automobilmarkt aufmischen. Obwohl man angeblich mit allen großen deutschen Autobauern im Gespräch war, blieb am Ende nur Porsche als Partner übrig, der die V4Drive Zelle allerdings nicht als Akku verwendet sondern als Booster für den Antrieb.

    Gleich zweimal musste das Management seine Prognosen zurückziehen und konnte sich dann zu gar keinem Ziel mehr durchringen. Seit dem 15. November steht die neue Prognose für dieses Jahr fest. Der Umsatz soll zwischen 805 und 820 Mio. EUR liegen nach rund 903 Mio. EUR in 2021. Schlimmer sieht es beim bereinigten EBITDA aus. Dort sind für dieses Jahr 55-60 Mio. EUR geplant. Im vergangenen Jahr waren es noch fast 283 Mio. EUR. Gründe sind die gestiegenen Kosten, Lieferkettenprobleme und sinkende Nachfrage. Vor diesem Hintergrund sind die Prognosen für 2023 mit Vorsicht zu genießen.

    Im kommenden Jahr plant das Management mit einem Umsatz zwischen 850-880 Mio. EUR und einem bereinigten EBITDA von 90-110 Mio. EUR. Auch Varta wird auf dem 5. International Investment Forum vertreten sein. Hier wird es interessierten Anlegern möglich sein, Fragen zu stellen. Zuletzt gab es erneute Insiderverkäufe aus der Ecke des einstigen Varta-Retters Dr. Tojner. Allerdings waren es zwischen dem 17. und 24. November lediglich 2.000 Aktien. Die Aktie notiert aktuell bei 29,47 EUR. Die Kursziele der Analysten liegen zwischen 17,50 EUR und 35,00 EUR, doch zum Kauf rät aktuell niemand.


    Wolfram wird in den kommenden Jahren immer wichtiger werden, denn das Angebot wird mit der Nachfrage nicht Schritt halten können. Will man die Abhängigkeit von China reduzieren, benötigt man große Produzenten wie Almonty Industries. Mit Eröffnung der Sangdong Mine muss die Aktie neu bewertet werden. ThyssenKrupp benötigt Wolfram, um seinem Stahl bessere Eigenschaften zu verleihen. Varta könnte in Zukunft ebenfalls mehr Wolfram benötigen, denn es gibt neue Erkenntnisse, wie man Akkus schneller laden kann.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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