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13.07.2022 | 05:45

Barrick Gold, Desert Gold, First Majestic Silver – lohnt sich jetzt der Kauf von Edelmetall-Aktien?

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Bildquelle: pixabay.com

Zuletzt kamen die Kurse der Edelmetalle unter die Räder. Dabei werden Erinnerungen an den Finanzcrash 2008 wach. Auch damals waren die Aktienmärkte in einem Bärenmarkt und die Edelmetalle galten als sicherer Hafen. Doch sowohl Gold als auch Silber wurden damals abverkauft. Im Anschluss legten beide Edelmetalle allerdings eine Rallye von fast 200% im Gold und 500% im Silber hin. Die Frage ist, ob wir aktuell schon den Boden gefunden haben? Durch die Stärke des Dollars steigen die Preise für die Rohstoffe an, denn die Unze wird in USD gehandelt. Hinzu kommt eine schwache Nachfrage aus China aufgrund der Zero-Covid Politik und steigende Zinsen. Wir sehen uns heute drei Unternehmen an die Edelmetalle besitzen.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , FIRST MAJESTIC SILVER | CA32076V1031

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Inhaltsverzeichnis:


    Barrick Gold – stark engagiert in Afrika

    Barrick Gold ist als zweitgrößter Goldproduzent der Welt natürlich auch vom Goldpreis abhängig. In der Zeit von Mitte Dezember bis Anfang März legte die Aktie des Unternehmens um stolze 50% zu. Legt man den Goldpreis zugrunde, der bis 18. April sein Jahreshoch erreichte, erkennt man, dass die Aktie von Barrick Gold da schon kein neues Hoch mehr markieren konnte. Mittlerweile liegt die Aktie unter dem Kurs von dem aus die Rallye startete. Gold verlor knapp 14% an Wert vom Höchststand, während Barrick 35% einbüßte. Einer der Gründe sind die schwächeren Quartalszahlen, bei denen die Umsätze um 3,5% zurückgegangen sind und die Produktion um 10% gefallen ist.

    Um diesem Trend entgegenzuwirken ist der Konzern aktuell vor allem in Afrika sehr aktiv. Zuletzt wurden positive Nachrichten aus Tansania, Mali und der Demokratischen Republik Kongo (DRK) vermeldet. Das Unternehmen investiert dort viel in die Infrastruktur und sorgt für Arbeitsplätze. Durch den Einsatz von erneuerbaren Energien sind viele der Projekte nicht so stark von den Preissteigerungen im Energiebereich betroffen. In Tansania werden in den kommenden 10 Jahren jährlich mindestens 500.000 Unzen Gold produziert. Die Minen in Mali sollen zwischen 510.000 und 560.000 Unzen Gold abwerfen. In der DRK wuchsen die Goldreserven obwohl mehr als 5,7 Mio. Unzen Gold abgebaut wurden.

    Die Aktie versucht aktuell die Unterstützung bei 17,27 USD zu halten. Schlusskurse unterhalb von 16,78 USD würden einen Test des nächsten Supports bei 12,65 USD wahrscheinlich machen. Momentan notiert die Aktie bei 16,98 USD. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei etwa 2,35%. Durch die Leistungsdividendenpolitik könnte der Wert deutlich anspringen, wenn der Goldpreis wieder steigt. Viel hängt von den Quartalszahlen ab, die am Donnerstag den 14. Juli veröffentlicht werden. Dann wird man sehen in welche Richtung es mit der Aktie geht.

    Desert Gold – erneute gute Bohrergebnisse

    Der kanadische Goldexplorer Desert Gold ist in Afrika aktiv, genauer gesagt in Mali. Dort besitzt das Unternehmen mit 440 qkm eins der größten Projekte in Westafrika. Der Kontinent ist reich an Bodenschätzen, doch lange Zeit galten Investitionen in Afrika als unsicher. Mittlerweile bessern sich die Bedingungen und so wird ein Investment immer attraktiver. In Mali bestehen etwa 70% der Exporte aus Gold und gleichzeitig werden ca. 30% der Steuern durch den Goldbergbau generiert. Die Regierung ist dementsprechend bestrebt den Bergbaubereich weiter zu fördern. Das Desert Gold Projekt nennt sich SMSZ und verfügt über nachgewiesene 310.300 Unzen Gold, sowie 769.200 abgeleitete Unzen Gold.

    Am 30. Juni vermeldete das Unternehmen weitere positive Ergebnisse aus dem im April gestarteten Phase-2 Bohrprogramms. 13 RC- und 78 AC-Bohrlöcher wurden ausgewertet. In der Spitze wurden Werte von 1,91 g/t Gold auf 32m gefunden. Mit den Bohrungen in der Zone Gourbassi West North wurden bis zu 5 Linsen mit Goldmineralisierungen modelliert, die eine Länge von 1,6 km aufweisen, etwa 130 m breit sind und bis auf 175 m Tiefe definiert wurden. CEO Jared Scharf zeigte sich zufrieden: „Dieses kürzlich definierte Goldsystem, das nicht Teil unserer aktuellen Ressource ist, verdeutlicht das enorme Goldvorkommen der Region sowie das Potenzial für eine Ressourcenerweiterung und zusätzliche Entdeckungen beim Projekt SMSZ.“ Mit den kommenden Bohrungen soll die Ressourcenschätzung erhöht werden.

    Die jüngsten Bohrergebnisse bestätigen die guten Bohrergebnisse von Anfang Juni, als die 3 Kernbohrungen alle erhöhte Goldmineralisierungen mit bis zu 1,85 g/t Gold zeigten. Große Produzenten wie Barrick Gold haben produzierende Minen in der Nähe. Damit besteht die Möglichkeit, dass man Desert Gold Teile ihres Projektes abkauft. Momentan weist das Unternehmen lediglich eine Marktkapitalisierung von etwa 13,8 Mio. CAD auf. Die Aktie ist aufgrund des schwächelnden Goldpreises unter Druck und notiert aktuell bei 0,085 CAD. Sobald der Goldpreis wieder anspringt sollte sich auch der Kurs von Desert Gold wieder nach oben bewegen.

    First Majestic Silver – Kosten steigen stark

    Während Gold 14% an Wert verloren hat in den letzten Wochen sind es bei Silber fast 32%. Das trifft den Silber- und Goldproduzenten First Majestic Silver hart. Momentan steht der Silber Future bei 18,70 USD. Schaut man sich die letzten Quartalszahlen an so sieht man schnell, dass die Kosten pro Unze in die Höhe geschnellt sind. Pro Unze muss das Unternehmen 2,62 USD mehr aufwenden als im Vorquartal. Die All-in-Sustaining Cashkosten (AISC) liegen inzwischen bei 20,87 USD je Unze Silberäquivalent. Der steigende Umsatz bei den Quartalszahlen erklärt sich aus der Übernahme der Jerritt Canyon Goldmine im vergangenen Jahr. Trotzdem steht unter dem Strich ein Nettoverlust von 0,02 USD je Aktie.

    Zuletzt gab es positivere Nachrichten. Auf der Jahreshauptversammlung wurden alle vorgelegten Beschlüsse von den Aktionären bestätigt. Außerdem konnte das Unternehmen positive Ergebnisse aus dem Bohrprogramm bei der Jerritt Canyon Goldmine verkünden. Seit der Übernahme wurden mehr als 70.000m gebohrt. Insgesamt sollen noch 65.000m folgen in diesem Jahr. In der Spitze wurden mehr als 8,39 g/t Gold entdeckt. CEO Keith Neumeyer sagte: „Wir haben eine hochgradige unterirdische Mineralisierung in der Nähe der aktuellen Bergbauaktivitäten identifiziert ... Darüber hinaus haben wir zahlreiche oberflächennahe Goldmineralisierungen entdeckt, die das Potenzial haben, sich zu großen, neuen Goldlagerstätten für den Tagebau zu entwickeln.“

    Diese Funde haben einen positiven Einfluss auf die Zukunft. Aktuell ist die Lage aber schwierig. Einerseits steigen die Kosten bei der Produktion und gleichzeitig fällt der Silberpreis, auf der anderen Seite werden mehr Menschen ihr Geld in physischem Silber anlegen, um es vor der Inflation zu schützen. Die nächste Unterstützung beim Silberpreis liegt bei 17,01 USD. Die Aktie von First Majestic Silver steht aktuell bei 6,91 USD und versucht sich vom Support bei 6,76 abzustoßen. Gelingt das ist ein Test der 9,28 USD wahrscheinlich.


    Aktuell ist Druck auf den Edelmetallpreisen. Das bietet aber eine gute Möglichkeit eine erste Position aufzubauen. Kommt es zum gleichen Szenario wie 2008, dann werden die Preise für Gold und Silber nach der Konsolidierung wieder in die Höhe schiessen. Barrick Gold wurde stark abgestraft, kann aber durch Produktionserhöhung in Afrika den Trend umkehren. Bei Desert Gold kommen zuletzt laufend gute Bohrergebnisse herein. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die Mineralressourcenschätzung angehoben wird. Dann sollte auch die Aktie anspringen. First Majestic Silver verlor im letzten Quartal Geld. Das könnte sich weiter verschärft haben im 2. Quartal. Man sollte hier auf die Zahlen warten.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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