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13.07.2021 | 05:10

Bayer, Almonty Industries, Daimler – Knappheit ohne Ende

  • Elektromobilität
Bildquelle: pixabay.com

Der Mangel an Halbleitern belastet die Autoindustrie und soll laut einer Studie des Duisburger Center Automotive Research für den Produktionsausfall von rund fünf Millionen Fahrzeugen allein in diesem Jahr verantwortlich sein. Ein Ende des Chipmangels ist noch nicht in Sicht. Derweil steht aufgrund der Rohstoffknappheit bereits die nächste Krise vor der Tür. Durch die hohe Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien aufgrund des rasanten Wachstums bei der Elektromobilität, sind die nächsten Ausfälle vorprogrammiert.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , DAIMLER AG NA O.N. | DE0007100000

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Inhaltsverzeichnis:


    Jerre Foo, Corporate Development Executive, Silkroad Nickel
    "[...] China hat sich zur Produktionshauptstadt der Welt entwickelt, und aufgrund seiner Infrastruktur, Expertise und Fähigkeiten hat sich Silkroad Nickel strategisch positioniert, um mit chinesischen Unternehmen aus der Edelstahl- und Elektrofahrzeugindustrie zusammenzuarbeiten [...]" Jerre Foo, Corporate Development Executive, Silkroad Nickel

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    Daimler und die Engpässe

    In den Werken in Bremen, Rastatt und Kecskemét in Ungarn laufen die Bänder weiter. Aufgrund der globalen Lieferknappheit bei Chips muss Daimler im Werk in Sindelfingen allerdings die Produktion erneut stoppen. "Eine Prognose, wann sich der Engpass im Laufe des Jahres auflösen wird, ist derzeit nicht möglich", erklärte eine Sprecherin des Daimler-Konzerns.

    Derweil drückt Daimler-Boss Ola Källenius bei der Umstellung von Verbrenner- auf Elektroautomobile mächtig aufs Gaspedal. Sein Plan ist demnach, bis Ende dieser Dekade weitgehend auf Verbrenner zu verzichten. Jede Baureihe soll dann eine vollelektrische Version haben. Der Vertrieb und die Strukturen werden auf ein Geschäft ohne Diesel und Benziner transformiert.

    Umstieg führt zu Nachfrageüberhang

    Glaubt man den Prognosen des Duisburger Center Automotive Research von Ferdinand Dudenhöffer, steht nach der Knappheit an Halbleitern bereits der nächste Engpass vor der Tür. Aktuell investieren die großen Autobauer in eigene Fabriken für Batterien, laut Dudenhöffers Studie komme dies jedoch zu spät. Für 2026 könnte die Folge sein, dass knapp fünf Millionen Autos weniger produziert werden, als es ohne Knappheit an Batterien möglich wäre.

    Der Wechsel zu einer kohlenstoffarmen Gesellschaft führt grundlegend zu einem Nachfrageüberhang an Rohstoffen wie Nickel, Lithium oder Kobalt. Zudem kommt für die westliche Industriewelt noch erschwerend dazu, dass die Förderung dieser Metalle zu knapp 80% in China stattfindet. Das Reich der Mitte, das aktuell mit den USA in einem Handelskonflikt steckt, will nach dem Motto „China First“ die steigende Inlandsnachfrage befriedigen und die strategische Ressource inmitten eines sich verschärfenden globalen Wettbewerbs schützen.

    Ein ähnliches Problem ist auch beim strategischen Metall Wolfram zu erkennen. China zeichnet sich durch die Produktion von 85% des Weltmarktes aus, Lagerstätten ex-China sind rar. Wolfram ist mit einer Dichte von 19,25 g/cm³ das schwerste technische Material und weist mit 3.410 °C den höchsten Schmelzpunkt aller Metalle sowie einen Siedepunkt von 5.700 °C auf. Aufgrund der einzigartigen Eigenschaften von Wolfram, Wolframlegierungen und einigen oben aufgeführten Wolframverbindungen ist das Metall in vielen wichtigen Anwendungen in unterschiedlichen Bereichen der modernen Technologie unersetzlich.

    Lösung aus Südkorea

    Almonty Industries, das eine langjährige Erfahrung im Abbau und der Verarbeitung von Wolfram mit Minen in Spanien und Portugal besitzt, steht nun kurz vor dem großen Wurf. Mit dem erwarteten Financial Closing zur Errichtung der größten Wolframmine der Welt, der Sangdong Mine in Südkorea, wir das Tochterunternehmen Almonty Korea Tungsten bei Vollauslastung zukünftig für 50% der weltweiten Wolfram-Versorgung außerhalb Chinas verantwortlich zeichnen. Der Spatenstich erfolgte bereits vor rund vier Wochen, ein Abnehmer der produzierten Wolframkonzentrate wurde für die nächsten 15 Jahre mit der österreichischen Plansee-Gruppe ebenfalls gefunden.

    Die letzte aufschiebende Bedingung zum Abschluss der Finanzierung, die die KfW-IPEX Bank GmbH mit 75,1 Mio. USD trägt, ist eine Eigenkapitalerhöhung mit einem erforderlichen Nettoerlös von rund 10,1 Mio. USD. Bis zum Ende der vergangenen Woche lief nun eine entsprechende Platzierung im Volumen von 11 bis 18 Mio. USD, begleitend mit dem Start der Handelsnotiz in Australien. Somit dürfte zeitnah mit einer Veröffentlichung des Ergebnisses gerechnet werden.

    Das Analysehaus First Berlin Equity Research bestätigte kürzlich in einem Studienupdate die Kaufempfehlung für Almonty Industries und beließ das Kursziel bei 1,55 CAD. An der Börse ist ein Anteilsschein aktuell 0,98 CAD wert.

    Grünes Licht

    Ein positives Ergebnis erhielt der Pharmariese Bayer von der US-Gesundheitsbehörde FDA für das Nierenmedikament Finerenon, das unter der Marke Kerendia geführt wird. Das Mittel sei zugelassen zur Senkung des Risikos für einen anhaltenden Rückgang der geschätzten glomerulären Filtrationsrate, Nierenversagen, kardiovaskulären Tod, nicht-tödlichen Myokardinfarkt, und Krankenhausaufenthalt wegen Herzinsuffizienz bei erwachsenen Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes, gaben die Leverkusener bekannt. Laut Bayer leben weltweit mehr als 160 Mio. Menschen mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes.
    Trotz der positiven Meldungen ist der Titel charttechnisch angeschlagen. Ein Fall unter die 50 EUR-Marke dürfte einen Abverkauf Richtung 45 EUR zur Folge haben.


    Die Knappheit bei Roh- und Werkstoffen dürfte in den nächsten Jahren weiter ein Problem für die Industrie bleiben. Aufgrund der Energiewende wird es in Sektoren wie Elektromobilität und erneuerbarer Energie zwangsläufig zu Nachfrageüberhängen kommen. Nutznießer der knappen Güter sind die Rohstoffproduzenten wie Almonty Industries. Dagegen stehen Autobauer wie Daimler vor einer Herkulesaufgabe.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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