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03.01.2022 | 05:20

Bayer, Memiontec, Deutsche Telekom – Mit Standardwerten durch die Inflation

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Bildquelle: pixabay.com

Als die Inflationsraten in den USA und Deutschland anfingen zu steigen, hieß es zuerst von allen Seiten, dieses Phänomen sei vorübergehender Natur. Mittlerweile zeichnet sich ab, dass die Experten danebengelegen haben. Die Inflation ist gekommen um zu bleiben und bringt Inflationsraten wie wir sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben. Im November lag sie in Deutschland bei 5,2%. Normalerweise wäre es die Aufgabe der EZB die Inflation zu steuern, doch der sind aufgrund der Zinsproblematik die Hände gebunden. Somit bleibt für Anleger die Frage, wie sie ihr Geld am besten schützen. Eine Möglichkeit sind Standardwerte, von denen wir heute drei genauer beleuchten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , Memiontec Holdings Limited | SGXE56008290 , DT.TELEKOM AG NA | DE0005557508

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Inhaltsverzeichnis:


    Bayer – alles Negative eingepreist

    Momentan wird Bayer hauptsächlich mit den Glyphosat-Klagen in Verbindung gebracht und hat daher ein schweres Jahr hinter sich. Nicht nur in den USA laufen die Klagen, auch beim Oberlandesgericht Köln könnte ein Verfahren anstehen. Dort wird geprüft, ob das Unternehmen die Investoren ausreichend über die Risiken bei der Monsanto Übernahme informiert hat. Im schlimmsten Fall würden hier Schadensersatzansprüche in Höhe von rund 1 Mrd. EUR geltend gemacht werden können. Trotz all der schlechten Nachrichten über das Jahr 2021, hat sich die Aktie gut geschlagen.

    Das liegt vor allem an den zwei Geschäftsbereichen, die nicht in Verbindung mit der Monsanto Übernahme stehen. Der Pharma Bereich entwickelt sich immer besser und auch die Sparte Verbrauchergesundheit läuft gut und beide sorgen immer wieder für positive Nachrichten. Allein im vergangenen Dezember wurde Finerenon für die EU-Zulassung empfohlen und auch Xarelto wurde in den USA von der FDA zugelassen. Schon die Zahlen zum 3. Quartal 2021 zeigten ein deutliches Umsatz- und Ergebnisplus.

    Irgendwann werden die Prozesse rund um Monsanto zu Ende gehen und dann ist das Unternehmen gut aufgestellt. Für 2022 erwarten die Analysten ein Umsatzplus beim Konzern von 1,8 Mrd. EUR auf 44,9 Mrd. EUR und auch beim EBITDA soll zugelegt werden. Werden die Erwartungen der Experten erreicht, würde sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis weiter verbessern und bei gleichbleibendem Aktienkurs von 47 EUR unter 7 liegen. Die aktuelle Dividendenrendite beträgt über 4%. Die Downside scheint begrenzt bei gleichzeitig viel Aufwärtspotential.

    Memiontec – Wasser ist in der Zukunft ein knappes Gut

    Durch den Klimawandel und die stetig steigende Weltbevölkerung wird Wasser immer knapper. Vor allem in Asien haben auch heute noch viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Der weltweite Wasserbedarf wird sich bis 2060 verdoppeln. Somit ist Wasseraufbereitung ein zukunftssicherer Markt in dem sich Memiontec hervorragend positioniert hat. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Singapur arbeitet seit über zwei Jahrzehnten im Bereich Abwasser- und Wassermanagement und bildet mittlerweile die komplette Wertschöpfungskette ab.

    Bestand das Hauptgeschäft anfangs noch aus dem Projektgeschäft, so ist das Unternehmen heute wesentlich breiter aufgestellt. Zum einen ist man vor allem in Singapur, China und Indonesien aktiv. Zum anderen basiert das Geschäft mittlerweile auf vier Säulen. Die erste Säule ist die Entwicklung von Wasser- und Abwasseraufbereitungslösungen, gefolgt von der Wartung und dem technischen Support für die entworfenen Lösungen und Anlagen. Außerdem werden modulare Wassersysteme und Komponenten für die Wasseraufbereitung verkauft. Der neueste und zugleich interessanteste Bereich ist der Verkauf von Wasser. Das Unternehmen ist Miteigentümer von BOOT- und TOOT-Projekten, die wiederkehrende Einnahmen für etwa 25 Jahre versprechen.

    Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit wird es für Unternehmen immer wichtiger, auf sein Abwasser zu achten und kein Wasser zu verschwenden. Memiontec hat eine ganze Reihe von großen Namen auf seiner Kundenliste. Darunter sind beispielsweise Nike, Pepsico und Micron. Die Aktie hat Anfang August eine Rallye von 0,24 Singapur-Dollar (SGD) bis auf 0,90 SGD hingelegt. Seit Mitte Oktober scheint die Konsolidierung abgeschlossen und die Aktie läuft zwischen 0,585 SGD und 0,80 SGD seitwärts. Aktuell steht der Kurs bei 0,725 SGD. Das Papier wird auch in Frankfurt gehandelt und spricht auch Dividendenjäger an. Das Unternehmen zahlt 25% seiner Einnahmen nach Steuern als Dividende aus.

    Deutsche Telekom – Verkauf der Funktürme

    Telefoniert wird immer und das Internet ist auch nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Die Infrastruktur dafür stellt die Deutsche Telekom. Die Corona Pandemie zwingt die Politik ihre Digitalisierungspläne endlich voranzutreiben. Davon sollte der Konzern profitieren können. Um nicht allein für die hohen Kosten für den Infrastrukturausbau aufkommen zu müssen, geht das Unternehmen neue Wege und sucht sich Partner für den Glasfaserausbau in Österreich und Polen. Das liegt auch am hohen Schuldenstand, der das Management zum Umdenken zwingt.

    Dieses Umdenken wird der alte Telekom-Chef Höttges vorantreiben, denn er hat Mitte Dezember seinen Vertrag vorzeitig verlängert. Der Chef der Deutschen Post Appel wird neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats bei der Telekom. Zu den Überlegungen der Chefetage gehört auch der Verkauf seiner 33.000 Funktürme. Wie viele Anteile der Konzern behält ist dabei aktuell offen. Als Bewertung sind 20 Mrd. EUR angesetzt. Ende des ersten Quartals soll der Verkauf beginnen. Dem Vernehmen nach präferiert das Unternehmen den Verkauf an einen Wettbewerber und nicht an einen reinen Investor.

    Auch wenn zuletzt das Analysehaus Bernstein Research sein Kursziel auf 24,60 EUR senkte, so sind die Analysten anderer Häuser davon überzeugt, dass das Kursziel der Aktie bei mindestens 21 EUR liegt. Damit bietet die Aktie, die aktuell bei 16,30 EUR notiert, noch deutlich Potential nach oben. Hinzu kommt die Dividende von knapp unter 4% Rendite, die das Investment zusätzlich absichert. Gelingt es die Mehrheit an der T-Mobile US zu erwerben sollte das der Aktie weiter Auftrieb geben.


    Mit allen drei Unternehmen kann man nicht viel falsch machen. Sie sind alle gut für die Zukunft gerüstet. Die Aktie von Bayer wird spätestens nach Abschluss der Glyphosat-Verfahren zu neuem Leben erwachen. Memiontec besetzt den Zukunftsmarkt Wasser schon heute. Die langfristigen Wasserverkäufe bieten Planungssicherheit. Die Deutsche Telekom hat mit dem Chef Höttges bereits gezeigt, dass sie einen Mehrwert für die Aktionäre schaffen kann. Dieser bleibt nun länger an Bord und kann die Erfolgsgeschichte hoffentlich fortschreiben.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Dividende – Die Ausschüttung an Aktionäre einer Aktiengesellschaft wird Dividende genannt.
    3. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

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    Das hat gesessen! Roche und Morphosys scheitern mit Alzheimer-Studie, Bayer und Defence Therapeutics steigen immer weiter

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    Für Biotech-Aktien ist es üblich, dass mehrmals im Jahr neben Zahlen auch Studienergebnisse veröffentlicht werden. Da es bei diesen Werten fundamental meistens nur Aufwendungen und wenig Umsatz zu berichten gibt, konzentrieren sich die Analysten auf die klinischen Erfolge im Wege einer Studie zur Zulassung neuer Wirkstoffe. Das kann manchmal zu erratischen Kursbewegungen führen. So erging es Anfang der Woche Roche und Morphosys, die Kurse rauschten mit schlechten Nachrichten erstmal in den Keller. Wir blicken auf einen heißen Sektor.

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