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15.04.2026 | 05:30

BP, Globex Mining, Rio Tinto: Die Gewinner des Rohstoff-Booms 2026

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Die globale Rohstofflandschaft wandelt sich grundlegend. Öl bleibt wichtig, doch der strategische Fokus verlagert sich auf jene Metalle und Mineralien, die den technologischen Umbau erst ermöglichen. Künstliche Intelligenz, Robotik und Elektrifizierung treiben den Bedarf an Kupfer, Seltenen Erden und Spezialmaterialien – paradoxerweise umso mehr, je effizienter die Produktion wird. Die Märkte reagieren bereits mit steigender Volatilität. Wer heute investieren will, muss diese Treiber verstehen. Ein Blick auf BP, Globex Mining und Rio Tinto zeigt, wie unterschiedlich die Antworten ausfallen können.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BP PLC DL-_25 | GB0007980591 , GLOBEX MINING ENTERPRISES INC | CA3799005093 | TSX: GMX. OTCQX: GLBXF , RIO TINTO PLC LS-_10 | GB0007188757

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Inhaltsverzeichnis:


    BP - vor der Zerreißprobe

    BP dreht den grünen Spieß um. Unter dem Druck von Hedgefonds wie Elliott und einem schwächelnden Aktienkurs im Vergleich zu Konkurrenten, pumpt der Konzern jetzt 10 Mrd. USD jährlich in Öl- und Gasprojekte, 20 % mehr als bisher. Die Ausgaben für die Energiewende werden dagegen von 7 auf nur noch 2 Mrd. USD gekappt. Das alte Fördermengenziel für 2030 ist Geschichte. Bereits im Januar wurden Milliardenabschreibungen auf das Low-Carbon-Portfolio fällig. Dazu kommen Verkäufe wie die Raffinerie Gelsenkirchen oder die Castrol-Beteiligung, die zusammen schon über 11 Mrd. USD einbrachten. Und in Namibia hat sich BP gleich bei 3 Explorationslizenzen die Operatorrolle gesichert.

    Am 23. April wird’s ernst. Zwei einflussreiche Stimmrechtsberater (ISS und Glass Lewis) empfehlen, gegen den Verwaltungsrat zu stimmen. Konkret geht es gegen die Abschaffung alter Klimaberichtspflichten. Auch Legal & General will eine kritische Resolution der Aktivisten unterstützen. Der Vorstand kontert, die alten Regeln seien überflüssig. Doch der Widerstand wächst. Eine Abwahl des Vorsitzenden Manifold ist nicht ausgeschlossen. Für die neue CEO Meg O’Neill wird die Premiere zur Feuerprobe. Zusätzlich fordert die Gruppe Follow This eine Offenlegung, wie BPs Strategie bei sinkender Ölnachfrage aussieht. Diesen Antrag blockiert das Management bisher.

    Der Nahostkonflikt treibt den Brent-Preis über 100 USD, ein Segen für BPs Förderung, aber ein Fluch für die Raffineriemargen. Die Unsicherheit bleibt hoch. Die Sperrung der Straße von Hormus blockiert rund 18 Mio. Barrel täglich. Zudem lauert fiskalischer Gegenwind. Deutschland und vier weitere EU-Staaten fordern eine neue Übergewinnsteuer auf Energiefirmen. BP selbst kontert mit einem strikten Schuldenabbau mit einem Ziel von 14-18 Mrd. USD bis 2027 und hält an der Dividende fest. Die Aktienrückkäufe sind aber vorerst gestoppt. Und die operative Basis wackelt. In der Raffinerie Whiting droht ein Lockout mit 800 Gewerkschaftern, und im Irak wurden wegen Sicherheitsbedenken bereits ausländische Mitarbeiter abgezogen. Derzeit ist die Aktie für 6,633 EUR zu haben.

    Globex Mining - die geduldige Rohstoff-Bank

    Stellen Sie sich ein Rohstoffunternehmen vor, das fast alle Rohstoffe abdeckt und keine Finanzierungen braucht. Während andere Explorer von Finanzierungsrunde zu Finanzierungsrunde taumeln, sitzt Globex Mining auf über 40 Mio. CAD in bar, bei null Schulden und nur rund 56 Mio. ausstehenden Aktien. Kein Reverse Split seit Gründung 1987, keine Verwässerung. Das ist im Explorationssektor schlicht ungewöhnlich. Das Geschäftsmodell ist eine Mischung aus Projektgenerator und Royalty-Bank. Insgesamt besitzt das Unternehmen 270 Liegenschaften, dazu 106 Royalties. Partner wie Antimony Resources oder TomaGold übernehmen die teure Explorationsarbeit, allein 2026 werden über 300.000 Bohrmeter auf Globex‘ Claims niedergebracht. Das Unternehmen kassiert still und leise mit.

    Die Nachrichtenlage im April 2026 liefert handfeste Fortschritte. Bei Antimony Resources auf dem Bald-Hill-Projekt in New Brunswick läuft ein 10.000 m Programm, 6.500 m sind bereits abgeschlossen. Die neu entdeckte Marcus-Zone zeigt massives Stibnit. Gleichzeitig hat TomaGold die Bohrungen auf der Berrigan-Liegenschaft wieder aufgenommen, wo zuletzt über 98 m mit 5,08 % Zinkäquivalent geschnitten wurden. Und dann ist da noch Mont Sorcier. Cerrado Gold will die Machbarkeitsstudie für dieses Eisenprojekt im 2. Quartal 2026 vorlegen. Globex hält eine 1 % Bruttometallroyalty bei einem Projekt, dessen vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie einen Nettobarwert von 1,6 Mrd. CAD auswies. Das wäre ein Gamechanger.

    Das Management denkt in Jahrzehnten, nicht in Quartalen. In Schwächephasen wird zugekauft, wie bei den Antimon-Projekten in New Brunswick, die heute mit zwei Partnern hochgefahren werden. Oder bei den Seltenen Erden auf Virgin Mountain in Arizona, wo Lodestar Minerals gerade Xenotim nachgewiesen hat, ein Mineral mit hohem Anteil an schweren, für E-Motoren und Verteidigungssysteme kritischen Elementen. Die geografische Expansion läuft. Quebec bleibt der Kern, aber Nevada, Arizona und die maritimen Provinzen Kanadas wachsen dazu. Für Investoren, die sich breit über Rohstoffe positionieren wollen, ohne das Einzelprojektrisiko einzugehen, ist dieser Ansatz einen genaueren Blick wert. Aktuell notiert die Aktie bei 2,42 CAD.

    Rio Tinto - zwischen Portfolio-Bereinigung und Großprojekten

    Die Borsäure-Sparte des Bergbaukonzerns zieht reichlich Interesse auf sich. Mehr als ein Dutzend Bieter buhlen um die US-Boron-Assets in Kalifornien, darunter WE Soda und Magris Resources. Der Deal könnte rund 2 Mrd. USD einbringen. Es ist ein Teil von CEO Simon Trotts Plan, bis zu 10 Mrd. USD durch Verkäufe zu generieren. Boron, erst 2025 in die US-Liste kritischer Mineralien aufgenommen, findet sich in Windkraftanlagen, Düngemitteln und der Nukleartechnik wieder. Verbindliche Angebote werden bis Juni erwartet.

    An einer Front entledigt sich Rio zwar Projekten, die nicht zum Kernportfolio gehören, doch andernorts sichert sich der Konzern langfristige Perspektiven. In Gladstone, Australien, hat er mit dem Bundesstaat Queensland einen 2 Mrd. AUD Deal eingefädelt. Damit soll die Boyne-Aluminiumhütte bis 2040 wettbewerbsfähig bleiben. Seit 1982 ist die Anlage in Betrieb und will künftig verstärkt auf Solar- und Windkraft setzen. Parallel dazu geht es beim Kupferriesen Resolution Copper in Arizona voran. Nach einem Gerichtssieg ist der lange blockierte Landtausch durch, eine 500 Mio. USD Bohrkampagne läuft an.

    Beim Lithium drosselt Rio hingegen das Tempo. Die Nemaska-Verarbeitungsanlage in Québec ist zwar zu über 70 % fertig, doch steigende Kosten zwingen zum Teil-Stopp. Ein Neustart ist für 2027 geplant, 2026 fließen trotzdem über 300 Mio. USD in das Kanada-Geschäft. Und dann wäre da noch die gescheiterte Fusion mit Glencore. Deren Chef hofft dank gestiegener Kohlepreise auf neue Gespräche, frühestens in sechs Monaten. Anleger sollten vorerst abwarten. Momentan kostet eine Aktie 84,19 EUR.


    BP kehrt mit Öl und Gas zu seinen Wurzeln zurück, riskiert dabei einen offenen Konflikt mit aktivistischen Aktionären. Globex Mining agiert als geduldige Royalty-Bank mit einem stetig wachsenden Portfolio sowie vollen Kassen und profitiert von der Explorationsarbeit Dritter. Rio Tinto trimmt sein Portfolio auf Kernsegmente, verkauft Borax, pusht Kupfer in Arizona und bremst bei Lithium. Alle drei wetten auf steigende Rohstoffpreise, doch nur Globex bleibt dabei konsequent schuldenfrei und verwässerungsfrei. Die Volatilität bleibt hoch.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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