Menü schließen




07.10.2020 | 06:10

BP, Royal Dutch Shell, Saturn Oil & Gas: Der Rebound mit Ansage!

  • Erdöl
Bildquelle: pixabay.com

Wenn jemand vom größten Rohstoffmarkt der Welt spricht, dann meint er den Ölmarkt. Täglich werden weltweit knapp 100 Mio. Barrel des Schwarzen Goldes produziert und ausgeliefert, auch wenn Elon Musk immer noch felsenfest behauptet „Öl ist out!“ - Ihm speziell wäre anzuraten, sich einmal zu informieren, wieviel Ölprodukte in einem Tesla verbaut sind. Er wird bei über 300 Bauteilen landen, welche aus Ölderivaten gefertigt sind. Aber egal – die weltweite Nachfrage nach Öl hat laut British Petroleum, unzweifelhaft einer der großen Branchenvertreter, im Jahr 2019 seinen Gipfel erlebt. Der Energiekonzern prognostiziert in seinem jährlichen Energie-Ausblick eine global rückläufige Öl- aber eine robuste Gasnachfrage bis 2050. Gleichzeitig seien erneuerbare Energien in den nächsten 30 Jahren die am schnellsten wachsenden Energieträger. Hier dürfte sogar Elon Musk mit seinen Erwartungen wieder richtig liegen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: CA80412L1076 , GB0007980591 , GB00B03MLX29

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    British Petroleum plc (BP) – Wer liegt richtig mit der Prognose?

    Es ist mitunter nicht entscheidend, ob sich BP hier um 10 oder 20 Jahre verrechnet hat. Im Kern steckt die Auffassung, dass speziell große Ölproduzenten nun wohl nach Alternativen zu ihrem veralteten Geschäftsmodell suchen müssen. Seit Jahren schon investiert man freie Cashflows in die alternative Energieerzeugung, vornehmlich regenerativ. Speziell BP hatte nach dem Deepwater Horizon Unglück einen grüneren Anstrich nötig, die jüngste Firmenpolitik weist auf eine Verstärkung dieses Gedankengutes hin.

    Mit einer Bilanzsumme von knapp 300 Mrd. Euro zählt BP zu den 10 größten Öl- und Energieunternehmen der Welt, der Jahresüberschuss betrug in 2019 noch 16,7 Mrd. EUR und fällt im laufenden Jahr auf etwa 4,5 Mrd. EUR zurück, das ist eine glatte Viertelung. Der Aktienkurs hat sich nach dem März-Ausverkauf zwar stabilisieren können, fiel aber jüngst wieder auf unter 2,50 EUR zurück. Das Hoch in den letzten 3 Jahren war bei 6,75 EUR zu finden – somit mussten von oben gerechnet 65% Verlust hingenommen werden. Die Dividendenrendite beträgt allerdings auch nach der zweimaligen Senkung immer noch knapp 8%. Goldman Sachs sieht in der BP-Aktie eine 70% Chance für die nächsten 2 Jahre.

    Royal Dutch Shell plc – Unter die Räder gekommen!

    Nicht viel besser erging es dem Branchenkollegen Royal Dutch Shell. Der britisch-niederländische Ölkonzern ist noch eine Nummer größer als BP, Shell hat eine Bilanzsumme von über 360 Mrd. EUR und ein Ergebnis von 25,5 Mrd. EUR in 2019 erzielen können. Auch hier wird eine Gewinndrittelung erwartet auf etwa 8 Mrd. EUR, die Dividendenrendite sinkt auf etwa 5 %. Ebenso stark wie bei BP ist der Kurs indes unter die Räder gekommen, hier beträgt der Abschlag analog ganze 65% zum 3-Jahreshoch von 29,70 EUR.

    Im Rahmen einer umfassenden Überarbeitung zur Verlagerung des Schwerpunkts auf kohlenstoffarme Energien bis 2022 plant Shell, insgesamt bis zu 9.000 Mitarbeiter zu entlassen. Damit sind gute 11% der 83.000 Mitarbeiter starken Gesamtbelegschaft betroffen. Shell erwartet, dass die Neuaufstellung bis 2022 jährliche Kosteneinsparungen von bis zu 2,5 Mrd. USD bringen wird. Die Aktionäre wird es freuen, die Mitarbeiter hingegen müssen wohl vorerst noch Zittern, ob diese Schritte dann auch das Ende der Fahnenstange bedeuten. Auch hier gibt es jüngst eine Menge Kaufempfehlungen, aber das liegt wohl im starken Unterschreiten der langfristigen Durchschnittskurse aller Ölriesen. Wichtig wird der Ölpreis sein, er sollte die Tiefststände vom Mai 2020 so schnell nicht wiedersehen.

    Saturn Oil & Gas – Klein aber fein.

    Eine echte Alternative zu den Ölriesen stellt die kleine Saturn Oil & Gas Inc. aus Kanada dar. Das Unternehmen förderte vor Corona in der Spitze 1.400 Barrel am Tag und ist auf der Suche nach expansiven Möglichkeiten. Der Förderpreis liegt operativ bei etwa 12 USD, was auf dem aktuellen Niveau immer noch eine schöne Marge gewährt. Natürlich betreibt man auch Forward-Geschäfte und versucht dabei sein Einkommen über die Terminkurve zu stabilisieren. Das erhöht die Planungssicherheit für die zukünftigen Cashflows aus dem Ölverkauf und dient der Bedienung aller finanziellen Verbindlichkeiten.

    Die größten Liegenschaften des Unternehmens liegen in West-Zentral Saskatchewan. Die Ölfelder bieten guten Zugang zu den unterirdischen Lagerstätten mit Viking Light Oil. Auch das regulatorische Umfeld beurteilen wir als „öl freundlich“ – somit wird man hier einige Jahre produzieren können, bis man Neuerschließungen durchführt, um das Portfolio an Lagerstätten zu erneuern oder zu erweitern. Der sinkende US-Ölpreis der Sorte WTI hat viele lokale Unternehmen vor finanzielle Schwierigkeiten gestellt, was das Management von Saturn Oil & Gas in eine akquisitorische Rolle bringt. Denn bleibt die Nachfrage aufgrund der COVID-Pandemie weltweit auf niedrigem Level, wird es guten Kaufgelegenheiten unter den Konkurrenten geben.

    Fazit: Mit 234,6 Mio. ausstehenden Aktien und einem Preis von 0,10 CAD ist die Gesellschaft derzeit nur mit knapp 15 Mio. EUR bewertet, im Hoch war der Kurs auch schon bei 0,30 CAD. Jim Payne, der CEO des uns bekannten CleanTech dynaCERT hat jüngst wieder Aktien zugekauft. Man darf erwarten, dass bei einer generellen Marktwende im Ölbereich sehr schnelle Kursbewegungen nach oben stattfinden, denn die Aktie ist markteng und auf dem aktuellen Niveau sind kaum Stücke verfügbar. Mit etwas Nerven und Timing-Fortune ist die Zeit reif für einen spekulativen Einstieg. Goldman Sachs jedenfalls bläst bei den Öl-Multis zum Angriff. Wir beobachten das natürlich aktiv weiter.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.

    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Fabian Lorenz vom 28.12.2022 | 05:05

    Outperformer-Aktien 2023? BioNTech, Steinhoff, Saturn Oil + Gas, K+S

    • Energie
    • Erdöl
    • Biotechnologie
    • Handel

    Werden Energie-Aktien auch in 2023 zu den Outperformern gehören? In 2022 hat der MSCI World Energy jedenfalls den MSCI World deutlich geschlagen. Bei Einzeltiteln hat beispielsweise Shell im laufenden Jahr über 45% zugelegt. Jefferies empfiehlt die Aktie weiter zum Kauf mit einem Kursziel von 3100 GPX (Pence). Auch Warren Buffett hat 2022 Milliarden in die Öl-Branche investiert. Chevron und Occidental Petroleum gehören zu den sieben größten Beteiligungen von Berkshire Hathaway. Denn Energie dürfte auch 2023 gefragt sein. Wer auf einen Nachzügler setzen will, sollte sich Saturn Oil & Gas anschauen. Der kanadische Ölproduzent steht 2023 vor einem Meilenstein und Analysten sehen über 200% Kurspotenzial. Mit einem starken Newsflow geht BioNTech in das neue Jahr. Und was macht Steinhoff nach der Horror-Meldung?

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 21.09.2022 | 06:00

    BP, Saturn Oil + Gas, Shell – Öl-Aktien profitieren von der kälteren Jahreszeit

    • BP
    • Saturn Oil + Gas
    • Shell
    • Öl
    • Erdöl
    • Erdgas
    • Erneuerbare Energien
    • Transformation
    • Ethan
    • Polyethylen

    Im September gab es viele für den Ölpreis relevante Nachrichten. Anfang des Monats verkündete Gazprom, aufgrund eines Öl-Lecks kein Gas mehr durch Nord Stream 1 zu schicken. Kurz darauf beschlossen die G7-Staaten eine Preisobergrenze für russisches Öl, die ab Dezember greifen soll. Die OPEC gab am 5. September die Drosselung der Produktion bekannt. Als Grund wurde die Angst vor einer wirtschaftlichen Abschwächung genannt. Die EU beschloss ebenfalls verschiedene Maßnahmen, um der Energieknappheit Herr zu werden, unter anderem ein Solidaritätsbeitrag der Unternehmen für fossile Brennstoffe zur Unterstützung sozial schwacher Haushalte. Auch wenn der Ölpreis zuletzt aus Rezessionsangst etwas nachgegeben hat, so zeigt ein Blick auf die Saisonalitäten, dass der Preis im Dezember wieder anziehen dürfte. Der Winter sorgt für zusätzlichen Bedarf an Öl.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 20.07.2022 | 05:40

    BP, Saturn Oil + Gas, Shell – der richtige Einstiegszeitpunkt bei Öl-Aktien?

    • BP
    • Shell
    • Öl
    • Erdöl
    • Erdgas
    • grüner Wasserstoff
    • Windkraft
    • Saturn Oil + Gas

    Seit Mitte Juni hat sich der Ölpreis auf Talfahrt begeben. Da sind zum einen die Sorge vor einer Rezession, zum anderen hat die OPEC zumindest bis Ende August die Fördermenge um über 600.000 Barrel pro Tag erhöht um den Produktionswegfall von Russland aufzufangen. Damit steigt die weltweit produzierte Menge an Öl an, denn auch Russland verkauft sein Öl noch immer an Länder, die sich den Sanktionen nicht angeschlossen haben. Wieso sind dann Analysten wie Goldman Sachs noch immer bullish auf Öl? Zum einen scheint der Ukraine Konflikt noch länger anzudauern. Außerdem ist China durch seine Zero-Covid Strategie aktuell weit von seiner normalen Nachfrage entfernt. Ändert die chinesische Regierung ihr Vorgehen wird der Ölpreis langfristig weiter ansteigen, auch aufgrund ausbleibender Investitionen der Ölmultis.

    Zum Kommentar