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28.07.2022 | 05:50

BYD, Almonty Industries, BASF – Positive Analystenstimmen

  • Elektromobilität
  • Wolfram
  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Das erste Halbjahr des aktuellen Börsenjahres brachte aufgrund der Unwägbarkeiten in Politik und Wirtschaft herbe Verluste mit sich. Für den amerikanischen Leitindex S&P 500 führte dies zur größten Kurskorrektur seit den siebziger Jahren. In Deutschland verlor der DAX40 rund 20% seines Wertes. Gespannt schauen Anleger nun auf die Zahlensaison für das zweite Quartal. Dabei konnte neben der Deutschen Bank auch der Autobauer Mercedes-Benz mit überraschend guten Ergebnissen aufwarten. Auch der Chemiekonzern BASF traut sich trotz der existierenden Gas-Krise mehr zu.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , BYD ELECTRONIC | HK0285041858 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111

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Inhaltsverzeichnis:


    BYD – Der Sieger der ersten sechs Monate

    Zurückblickend auf das erste Halbjahr gab es in China in der Elektroautomobilbranche einen Gewinner: Das 1995 in Shenzen gegründete Unternehmen BYD verdrängte nicht nur den bisherigen Marktführer Tesla vom ersten Platz, sondern steigerte seine Auslieferungszahlen gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 mit 641.350 Einheiten um 314,90%. Tesla wiederum litt unter der Null-Covid-Politik und den damit einhergehenden Schließungen von Produktionsstätten in der Wirtschaftsmetropole Shanghai.

    Selbst nach der Erholung im Juni durch weitreichende Öffnungen konnte das „Build your Dream“-Unternehmen seine Marktstellung behaupten. Dabei erreichten die Verkäufe in China einen neuen Rekordstand mit 571.000 verkauften E-Autos. BYD konnte seinen Spitzenplatz mit 134.036 Einheiten weiter ausbauen, gefolgt von Tesla mit 78.906 und SAIC-GM-Wuling mit 49.450 Karossen.

    Um diese Position weiter zu stärken, liegt der Fokus des von Warren Buffett finanzierten Unternehmens seit März dieses Jahres nur noch auf der Produktion von reinen Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen, die Herstellung von Verbrennern wurde dagegen eingestellt. Zudem arbeitet BYD an der Sicherung seiner Wertschöpfungskette, um mögliche Verzögerungen zu verhindern. So liegt ein Schwerpunkt auf der Entwicklung der Blade-Batterietechnologie. Das Batteriegeschäft, womit Firmengründer Chuan-Fu Wang vor knapp 30 Jahren begann, soll weiter ausgebaut werden und die Blade-Technologie auch für andere Konkurrenten wie Tesla zugänglich sein.

    Aus diesem Grund sollen die Produktionskapazitäten deutlich erweitert werden, um die steigende Nachfrage bedienen zu können. Vor kurzem wurde daher über eine Tochter eine Vereinbarung mit der chinesischen Jinan High-Tech Industry Development Zone Administration unterzeichnet, mit dem Ziel, ein Investitionsprojekt in Höhe von 10 Mrd. YUAN oder umgerechnet 1,48 Mrd. USD durchzuführen, das auf die Errichtung von insgesamt 16 Batterieproduktionslinien mit einer Gesamtkapazität von 30 GWh p.a. abzielt.

    Äußerst positiv sehen dies die Analysten der Citigroup. Analyst Jeff Chung vergab dabei ein Kursziel von 640,00 HKD oder umgerechnet rund 80,00 EUR und sieht in BYD einen klaren Kaufkandidaten.

    Almonty Industries – Meilenstein erreicht

    Mit Siebenmeilenstiefeln voran geht es beim kanadischen Unternehmen Almonty Industries, mit dem Ziel, der einzige transparente, vertikale Wolframoxid-produzent des Westens zu werden. Der Fokus des kanadischen Explorationsunternehmens mit Sitz in Toronto ist der Abbau, die Verarbeitung und der Versand von Wolframkonzentrat aus seiner Mine Los Santos in Westspanien und seiner Mine Panasqueira in Portugal sowie die Erschließung seiner Wolframmine Sangdong in Südkorea. Gerade mit dem Sangdong-Projekt in der Lagerstätte Almonty Korea Tungsten will sich Almonty Industries zukünftig für 30% der weltweiten Wolfram-Versorgung außerhalb Chinas verantwortlich zeigen.

    Durch eine erfolgte Privatplatzierung von 3,3 Mio. USD im Mai konnte die letzte aufschiebende Bedingung für die Bereitstellung der KFW-Finanzierung in Höhe von 75,1 Mio. USD erfüllt werde, so dass die KFW-IPEX Bank die erste Tranche von 12,82 Mio. USD freigab, was für die weitere Entwicklung einen Meilenstein bedeutet.

    Die äußerst wichtige Meldung fand dagegen an der Börse noch kaum Aufmerksamkeit. Mit 0,86 CAD läuft der Kurs seit Wochen seitwärts, die letzten Fortschritte spiegeln sich aktuell darin nicht wider. Das Analystenhaus von First Berlin verwies in seiner letzten Studie auf die Fortschritte der Sangdong-Lagerstätte und erhöhte das Kursziel von 1,55 auf nunmehr 1,70 CAD. Das Anlageurteil wurde mit „buy“ bestätigt. Der Abschluss der Finanzierung des Wolframprojekts würde es Almonty ermöglichen, weitere Möglichkeiten bei Sangdong zu verfolgen. Am 18. Juli veröffentlichte Almonty eine erste JORC-konforme Ressourcenschätzung für die Molybdänlagerstätte bei Sangdong. Diese weist abgeleitete 21,48 Mio. Tonnen mit einem Gehalt von 0,26% MoS2 auf der Grundlage eines Cutoff-Gehalts von 0,19% aus. Bei einem aktuellen Molybdänpreis von über 50.000 USD/Tonne beträgt der In-situ-Wert der Ressource über 1,7 Mrd. USD, so Analyst Simon Scholes.

    BASF – Anhebung der Jahresziele

    Deutlich nachgeben musste in den vergangenen Monaten aufgrund der Gaskriese die Aktie des weltgrößten Chemiekonzerns BASF, die Geschäfte kaufen bei den Ludwigshafener jedoch rund. Die Ziele für 2022 des DAX-Konzerns wurden nun für das Gesamtjahr angehoben. Für 2022 rechnet der Konzern nun mit einem Anstieg beim Umsatz auf 86 bis 89 Mrd. EUR, wie BASF mitteilte. Zuvor war der Konzern von einem Rückgang auf 74 bis 77 Mrd. EUR ausgegangen, nach 78,6 Mrd. EUR im vergangenen Jahr.

    Beim operativen Ergebnis hob BASF das untere Ende der Prognosespanne an und sieht nun für 2022 mindestens 6,8 Mrd. EUR gegenüber 6,6 Mrd. EUR zuvor. Das obere Ende des Gewinnziels bestätigte das Unternehmen mit 7,2 Mrd. EUR. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte BASF einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 7,8 Mrd. EUR erreicht. Für das zweite Halbjahr sieht der DAX-Konzern eine allmähliche Abkühlung der wirtschaftlichen Entwicklung auf globaler Ebene. Diese werde jedoch deutlich stärker für Europa ausgeprägt sein, hieß es.

    Bei seiner Prognose unterstellt das Unternehmen, dass es weder zu starken Einschränkungen durch erneute Lockdowns in China noch zu Produktionsabstellungen aufgrund einer Gasmangellage in Europa komme. Im Anschluss an das veröffentlichte Zahlenwerk zum zweiten Quartal äußerten sich die Analysten von Jefferies positiv und wiederholten das Anlageurteil „buy“ mit einem Kursziel von 60,00 EUR.


    Die Zahlensaison für das zweite Quartal läuft und mehrere Unternehmen konnten dabei mit positiven Zahlen aufwarten. Dabei erhöhte BASF die Prognose für das Gesamtjahr, was Analysten mit einem Kaufurteil quittieren. Ebenfalls positiv sehen Experten den Elektroautobauer BYD sowie Almonty Industries.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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