17.02.2026 | 05:15
Mit Hochleistungsbatterien von Sicherheits- und Energiewende profitieren: BYD, NEO Battery Materials und DroneShield
Die westlichen Staaten stehen vor einer großen Herausforderung. Die NATO fordert Rekordausgaben für Verteidigung, während die Elektromobilität ungebremst voranschreitet. Allein Deutschland stemmt 2026 einen Wehretat von über 108 Mrd. EUR, parallel dazu explodiert der globale Bedarf an Hochleistungsbatterien, der sich bis 2030 mehr als verdoppeln soll. Diese Zangenbewegung aus Sicherheitszwang und Energiewende überfordert klassische Industrien, öffnet jedoch ein Zeitfenster für spezialisierte Technologieführer, die beide Welten beherrschen. In diesem Spannungsfeld rücken drei Unternehmen ins Visier von Investoren: BYD, NEO Battery Materials und DroneShield.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , NEO BATTERY MATERIALS LTD | CA62908A1003 , DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2
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Inhaltsverzeichnis:
"[...] Nickel profitiert also gleich doppelt: Erstens von der wachsenden Bedeutung innerhalb von Batterien und zweitens von der allgemein wachsenden Nachfrage nach derartigen Speichern. [...]" Terry Lynch, CEO, Power Nickel
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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BYD - Batterie-Strategie: Mehr als nur ein Autohersteller
Wer BYD nur als Fahrzeugproduzenten sieht, unterschätzt das Unternehmen fundamental. Das eigentliche Pfund, mit dem der chinesische Konzern wuchert, steckt unter der Haube. Die Hochleistungsbatterien sind das Rückgrat der Geschäftsstrategie. Sie ermöglichen die vertikale Integration, die BYD günstiger produzieren lässt als die meisten Wettbewerber, ohne bei den Margen Abstriche zu machen. Die hauseigene Blade-Batterie ist dabei mehr als ein technisches Feature. Ihr Cell-to-Pack-Design macht sie nicht nur sicherer, sondern auch effizienter im Bauraum. Damit geht man direkt auf die zwei Hauptsorgen der Kunden ein, die Reichweite und Sicherheit. Diese Unabhängigkeit von Zulieferern verschafft BYD eine Kontrolle über die Wertschöpfung. Die Investitionen in Feststoffbatterien zeigen zudem, dass das Unternehmen technologisch vorne mitspielen will.
Die aktuellen Verkaufszahlen aus China sind ein Schock, aber kein Grund zur Panik. Dass die Verkäufe im Januar um fast ein Drittel eingebrochen sind, ist in erster Linie die Quittung für eine politische Zäsur. Ausgelaufene Kaufprämien und die Wiedereinführung der Mehrwertsteuer haben die Nachfrage im Dezember künstlich überhöht. Hinzu kommt, dass der Markt für New Energy Vehicles (NEV) langsam in eine Sättigungsphase übergeht. Ein normales Phänomen nach Jahren des Turbo-Wachstums. Trotzdem wäre es fahrlässig, die wachsende Konkurrenz zu ignorieren. Geely hat die Schwäche von BYD im unteren Preissegment gnadenlos ausgenutzt. Der Preiskampf in China bleibt brutal, und die Differenzierung über reine Kosten wird schwieriger. Die kommenden Quartalszahlen werden zeigen, ob BYD mit neuen Modellen dagegenhalten kann.
Während der Heimatmarkt schwächelt, läuft das Auslandsgeschäft wie geschmiert. Mit über 100.000 exportierten Fahrzeugen im Januar hat BYD hier nicht nur einen neuen Rekord aufgestellt, sondern den Rückgang in China nahezu kompensiert. Europa steht dabei im Fokus. In Deutschland und Großbritannien legten die Neuzulassungen dreistellig zu. Das neue Werk in Ungarn ist ein klarer Schritt, um handelspolitische Risiken zu umgehen. Für Anleger ist dieser zweigleisige Ansatz entscheidend. BYD wandelt sich vom subventionsgetriebenen Heimatmarkt-Champion zum globalen Player. Das birgt Risiken, aber vor allem Chancen. Denn im Ausland lassen sich aufgrund des anderen Preisgefüges oft höhere Margen erzielen als im hart umkämpften China. Derzeit ist die Aktie für 10,49 EUR zu haben.
NEO Battery Materials - der Sprung in die Kommerzialisierung
Die ersten Wochen des Jahres 2026 markieren für NEO Battery Materials den Übergang in eine neue Phase. Das kanadische Unternehmen, spezialisiert auf Silizium-Anoden für Hochleistungsbatterien, hat gleich mehrere operative Meilensteine gesetzt. Entscheidend war die Aufnahme in die Lieferantenliste eines asiatischen Fortune-500-Automobilherstellers. Dieser offizielle Status bestätigt, dass die Technologie den strengen Anforderungen der Serienproduktion standhält. Um die sich bietenden Chancen zu nutzen, stärkte NEO Mitte Januar die Finanzbasis mit einer Platzierung über 7 Mio. CAD. Das Geld fließt gezielt in den Ausbau der südkoreanischen Fertigung und ein Programm für Verteidigungsbatterien.
Ende Januar lieferte das Unternehmen den technologischen Beleg für seine Strategie. Neu entwickelte Drohnenzellen übertrafen handelsübliche chinesische Modelle bei gleicher Größe um über 50 % in der Kapazität und 40 % in der Energiedichte. Für Drohnenhersteller bedeutet das längere Flugzeiten ohne Konstruktionsänderungen. Anfang Februar folgte eine Partnerschaft mit dem Hüttenbetrieb Korea Zinc und dem Anlagenspezialisten Taesung. Gemeinsam will man leichtere Composite-Kupferfolien vorantreiben, die ideal mit NEOs Silizium-Anoden harmonieren. Ziel ist es, noch in diesem Jahr marktreife Prototypen für Drohnen und Mikromobilität zu präsentieren.
NEOs Geschäftsmodell folgt dem Foundry-Prinzip der Halbleiterindustrie. Kunden aus Automobil-, Drohnen- oder Verteidigungsbereich geben ihre spezifischen Anforderungen vor, NEO übernimmt Entwicklung und Fertigung, ohne dass der Abnehmer selbst in teure Anlagen investieren muss. Diese Positionierung in einer wertschöpfenden Nische zahlt sich aus. Das Unternehmen verzeichnet derzeit einen Auftragsbestand im Volumen von rund 10 Mio. CAD für die kommenden Jahre. Die Anfragen kommen verstärkt aus den USA, der Ukraine und Israel, überall dort, wo man gezielt nach leistungsstarken Alternativen zu chinesischen Zellen sucht. Aktuell notiert die Aktie bei 0,61 CAD, also über dem Preis des Private Placements, was als gutes Zeichen zu werten ist.
DroneShield - Abwehrindustrie vor einem Boom
Hochleistungsdrohnen sind längst keine Randerscheinung mehr, sie werden mehr und mehr zum festen Bestandteil des Luftraums. Und das hat Folgen. Dank moderner Batterien legen die unbemannten Flieger inzwischen Strecken zurück, die vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen wären. Das macht sie zu einem echten Sicherheitsrisiko. Flughäfen, militärische Anlagen oder kritische Infrastrukturen, sie alle müssen sich auf eine wachsende Bedrohung aus der Luft einstellen. Die Nachfrage nach Abwehrsystemen steigt entsprechend rasant. Analysten beziffern diesen Markt mittlerweile auf über 60 Mrd. USD. Besonders gefragt sind dabei sogenannte Soft-Kill-Lösungen, die Drohnen elektronisch neutralisieren, ohne in belebten Gebieten Schäden anzurichten.
DroneShield aus Sydney hat sich in diesem Umfeld als ernstzunehmender Player etabliert. Die jüngsten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Der Umsatz schnellte 2025 um 277 % auf 216,5 Mio. AUD nach oben. Besonders erfreulich aus Anlegersicht sind die wiederkehrenden Einnahmen aus Software-Abos, die sich nahezu auf 12 Mio. AUD vervierfachten. Europa entwickelt sich dabei zum neuen Wachstumsmotor, während der zivile US-Markt noch hinter den Erwartungen zurückbleibt. Das Unternehmen reagiert mit dem Aufbau eigener Fertigungskapazitäten in Europa und den USA, um von der dort steigenden Nachfrage zu profitieren.
Die Auftragspipeline des Konzerns ist mit über 2 Mrd. AUD prall gefüllt, auch wenn das Management die Erwartungen fürs US-Zivilgeschäft zuletzt etwas zurückschraubte. Fest gebucht sind für 2026 bereits knapp 100 Mio. AUD, ein Vielfaches des Vorjahresniveaus. Allerdings trüben Management-Entscheidungen das Bild. Als Vorstände nach Erreichen von Umsatzzielen Aktien im Wert von 70 Mio. AUD verkauften, rauschte der Kurs zwischenzeitlich um 75 % in die Tiefe. Hinzu kommt technologischer Druck. Glasfaser-gesteuerte Drohnen sind immun gegen klassische Funkstörungen und fordern die Ingenieure heraus. Ob das Unternehmen seine starke Marktstellung langfristig in nachhaltige Profitabilität übersetzen kann, bleibt die entscheidende Frage. Momentan kostet eine Aktie 3,16 AUD.
Die Zeitenwende aus Sicherheitszwang und Energiewende öffnet ein strategisches Zeitfenster für spezialisierte Technologieführer. BYD meistert den Spagat zwischen heimischem Preiskampf und globaler Expansion, wobei die vertikal integrierten Blade-Batterien das Fundament bleiben. NEO Battery Materials avanciert mit seinen überlegenen Silizium-Anoden zum gefragten Zulieferer für westliche Verteidigungsanwendungen und die Elektromobilität. DroneShield profitiert vom Boom der Drohnenabwehr, muss aber nach Kursverwerfungen technologisch gegen neue Bedrohungen nachlegen.
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