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10.05.2022 | 04:44

Greentech-Aktien auf dem Vormarsch! Jetzt zugreifen: BASF, Meta Materials, Nordex, Siemens Energy

  • Greentech
  • Chemie
  • Erneuerbare Energien
Bildquelle: pixabay.com

Die Verwerfungen an den Kapitalmärkten sind derzeit kaum zu toppen. Da wird der Nickelpreis um 300% angerissen, um ihn dann wieder 70% fallen zu lassen. Und alles das nur in 48 Stunden. Im aktuellen Börsenumfeld gibt es zig Beispiele, die historisch ihres Gleichen suchen. So fiel der Bund-Future in nur zwei Monaten von 178 auf 151, das ist ein Verlust von 16% in der 10-jährigen Bundesanleihe. Parallel stieg der Kapitalmarktzins von -0,45% auf satte 1,15% nach oben. Der Zins ist also zurück, Inflation macht sich breit und die Angebotsdefizite schüren das darunterliegende Stagflations-Szenario weiter an! Ein wichtiger Trend sollte nach Ende der vielen Korrekturen wieder anspringen: Greentech! Hier eine Auswahl an interessanten Titeln.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: Meta Materials Inc. | US59134N1046 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0

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Inhaltsverzeichnis:


    BASF – Nach der Dividende ist vor der Gasabschaltung

    Der Ludwigshafener Chemieriese BASF ist einer der größten Gasverbraucher in Deutschland. BASF-Chef Martin Brudermüller prophezeit eine Zerstörung unseres Wohlstands, wenn Deutschland die russischen Erdgasimporte stoppt, um Wladimir Putins Krieg in der Ukraine nicht weiter zu finanzieren. Leider bleibt den Entscheidern nicht mehr viel Zeit, um einen neuen Energie-Plan aufzustellen. Die notwendigen Investitionen sind gewaltig und ein neuer Großlieferant für Gas muss erst gefunden werden.

    Ende April hielt BASF seine Hauptversammlung ab. Die Stimmung war etwas gedrückt, denn trotz einer historisch hohen Ausschüttung von 3,40 EUR oder umgerechnet knapp 7% Rendite kamen Zweifel hoch, dass BASF die richtigen Maßnahmen zur Energiesicherung bereits eingeleitet hat. Zu lange hatte der Chemieriese wohl gehofft, dass sich der Ukraine-Konflikt irgendwann in Luft auflöst und damit gleichzeitig die angespannten Rohstoffmärkte wieder durchatmen können. Leider trat dieses Szenario bis heute nicht ein, mittlerweile reden bekannte Ökonomen von mindestens 3,8% Wachstumseinbußen. Ob Deutschland damit in 2022 überhaupt ein positives Jahr für das BIP hinbekommt, ist heute mehr als fraglich.

    Im Konzern hat sich BASF mit seiner 67% Öl- und Gasbeteiligung Wintershall DEA am Standort Wilhelmshaven entschieden, künftig Wasserstoff aus norwegischem Erdgas produzieren. Im Rahmen des Großprojekts 2028 sollen dann unter dem Label „BlueHyNow“ über 200.000 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde hergestellt werden. Das liefert ein Jahresvolumen von 5,6 Terawattstunden (TWh) und entspricht in etwa dem dreifachen Energieverbrauch des Wolfsburger Volkswagenwerks. BASF sitzt bei Wintershall DEA dem Miteigentümer LetterOne gegenüber (33%), dessen Haupteigentümer der russische Oligarch Michail Fridman ist. Ob das Greentech-Projekt reibungslos läuft, ist daher noch nicht in Stein gemeißelt.

    Die BASF-Aktie ist indes auf unter 48 EUR abgetaucht, im Langzeitchart bieten sich durch mehrere Unterstützungen nun Kaufgelegenheiten zwischen 39 und 45 EUR. Geduld für die ersten Kursgewinne sollte man aber mitbringen, das Umfeld für BASF ist alles andere als gut. Die Dividende in 2023 könnte allerdings gekürzt werden.

    Meta Materials – Mit modernster Technologie nach vorne

    Wenn sich das Bild der Energieversorgung komplett dreht, werden sich auch die Ansprüche an die Industrie noch einmal stark verändern. War es noch vor einigen Jahren schick, alles viel leichter und beständiger zu bauen, so zählt heute die Energie-Effizienz und die Unabhängigkeit von der Petrochemie. Das lenkt den Blick auf disruptive Technologien, die in der Lage sind, neue Denkansätze zu liefern und Branchen nachhaltig zu verändern, wie z.B. intelligente Nanobeschichtungen.

    Die Entwicklungen von META®-Materials lassen sich in die drei Bereiche Holografie, Lithografie und drahtlose Sensorik mit starker IT-Vernetzung und Implementierung von künstlicher Intelligenz einteilen. Die Produktrange geht von Highend-Funktionsmaterialien bis zu Nanokompositen. Meta stellt dabei spezielle Beschichtungen her, welche neue Funktionalitäten mit der Oberflächenstruktur von bekannten Produkten kombiniert. Unter Anwendung dieser Technologien lassen sich Schall, Licht, Wärme oder Funkwellen mittels moderner Nanotechnologie umleiten.

    Die umfassende META®-Technologieplattform ermöglicht es führenden globalen Marken, ihren Kunden bahnbrechende Produkte in den Bereichen Unterhaltungselektronik, 5G-Kommunikation, Gesundheit und Wellness, Luft- und Raumfahrt, Automobil sowie saubere Energie zu liefern. Die neuartige nanooptische Technologie bietet Sicherheitsmerkmale zum Schutz vor Fälschungen für Regierungsdokumente und Währungen sowie zur Authentifizierung für Marken. Honoriert wurde dies in 2021 von Lux Research, die META®-Materials zum „Innovator of the Year“ ernannt hatten. CEO George Palikaras wird im Rahmen des nächsten International Investment Forum am 19. Mai um 18:00 Uhr zu den neusten Fortschritten berichten.

    Im aktuellen Ausverkauf an der NASDAQ wurde auch META®-Materials in Sippenhaft genommen. Das Unternehmen meldet permanent gute Fortschritte, kam aber trotzdem ordentlich unter die Räder. Aktuell kostet MMAT-Aktie in New York 1,16 USD. Wenn der Trend an den Technologiemärkten wieder dreht, ist META®-Materials wohl schnell wieder vorne dabei. Sammeln sie daher wie ein Eichhörnchen ein paar Stücke für den kommenden Winter.

    Nordex oder Siemens Energy – Wer ist schneller im grünen Bereich?

    Das gleicht einem Ausverkauf! Nordex und Siemens Energy sind nun binnen sechs Wochen so stark wie selten gefallen. Mit hohen Umsätzen ging es auch zu Beginn der neuen Mai-Woche kräftig nach unten, Nordex hat nun in 12 Monaten 37% Verlust aufgebaut, bei Siemens Energy sind es aktuell mit -34% nur ein paar Trostpunkte weniger.

    Beide Unternehmen hatten vor einigen Wochen ihre Jahreszahlen vorgelegt. Dieses waren bei Nordex im Rahmen der Erwartungen, allerdings plagt ein Hackerangriff nun das Rechnungswesen und die solange erwarteten Quartalszahlen mussten nun auf Juni verschoben werden. Bei Siemens Energy drückt aktuell das sehr schwache Ergebnis von Siemens Gamesa. Siemens Energy ließ sich bereits am 09.02.2022 in die Bücher schauen, für das zum 31.12.2021 beendete Jahresviertel wies das Unternehmen ein EPS von -0,18 EUR je Aktie aus. Ein Jahr zuvor hatte bei Siemens Energy noch ein Plus von 0,21 EUR in den Büchern gestanden. Der Umsatz sank um knapp 9% auf 5,956 Mrd. EUR.

    Ausgerechnet die spanische Windenenergie-Tochter Siemens Gamesa, an der die Deutschen gut zwei Drittel halten, hat seit Langem Probleme. Gewinnwarnungen, Managementwechsel, Prognosen nicht erfüllt - die Probleme der Windkrafttochter aus Spanien schlagen immer wieder auch auf den Gesamtkonzern durch. Spannend wird es nun bei beiden Unternehmen, wie das vergangene Quartal gelaufen ist. Denn trotz hoher Auftragsbestände liegen die Lieferzeiten über den ausgewiesenen Zusagen in den Verträgen, das kostet Geld. Die Vorlage der Q2-Finanzergebnisse wird bei Siemens am 11.05.2022 erwartet. Im aktuellen Umfeld ist guter Rat teuer, denn der Ausverkauf kann noch weiterlaufen. Verlockend sind die Kurse von 11,6 oder 16,7 EUR allerdings schon.


    Die Greentech-Industrie steckt im Dilemma. Zum einen werden diese Technologien regierungsseitig stark gefördert, zum anderen kann man in der aktuellen Rohstoff-Misere nicht mehr liefern, als eben möglich ist. Damit dauert die Energiewende einfach zu lange und die Investoren verlieren die Geduld. Für die Aktien heißt dies schmerzliche Verluste einstecken, bis der Wind wieder dreht. Bleiben sie bei den vorgestellten Titeln aber auf der Lauer, nur eine kleine technische Gegenreaktion wird bereits 20 bis 30% Anstieg liefern.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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