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06.11.2023 | 04:45

Jetzt fliegen die GreenTech-Aktien! Siemens Energy, Altech Advanced Materials, Nordex und JinkoSolar auf dem Prüfstand

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Bildquelle: pixabay.com

Nach monatelangem Abverkauf sind sie wieder da – die GreenTech Aktien. Die beliebten Wasserstoff- und Solartitel büßten bis zum Spätherbst zwischen 50 und 85 % ihrer Kurswerte aus den Boomzeiten der Jahre 2020/21 ein. Nun sieht alles nach einem Rebound aus. Auch der Batterie-Innovator Altech Advanced Materials wartet mit guten Meldungen auf. Wenn alles nach Plan läuft, könnte in der Lithium-Ionen-Technologie bald eine dramatische Effizienzsteigerung anstehen. Wir werfen einen Blick auf den ausgebombten Sektor. Wo liegen die Chancen für Investoren?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A31C3Y4 , JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

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Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy – Kurseinbruch bietet gute Einstiegszone

    Höchste Spannung verspricht der Q4-Reporting-Termin der Siemens Energy in diesem Jahr. Die GreenTech-Highflyer-Aktie konnte bis Ende Mai beflügelt von den Investitionsvorhaben der Berliner Ampel bis auf 24,80 EUR vorrücken. Dann wurden die Probleme bei der spanischen Tochter Gamesa immer transparenter. Bereits im Juni gab es die ersten Bekanntmachungen zu einer anstehenden 4,5 Mrd. EUR schweren Wertberichtigung aufgrund von erheblichen Qualitätsmängeln.

    Trotz schneller Bekenntnisse des Managements und der Ankündigung einer drastischen Qualitätsoffensive kam der Aktienkurs bis Ende Oktober immer mehr unter Druck. Gerüchte über eine anstehende Finanzierungslücke machten die Runde und drückten den Kurs bei hohen Umsätzen bis auf 6,45 EUR nach unten. Einige Analysten sahen den Kurssturz als übertrieben an, nicht zuletzt angesichts der Bedeutung des Energietechnikkonzerns für die Energiewende. Auch stand schnell eine 8 Mrd. EUR Garantie aus Berlin auf dem Plan und schon ging es mit dem Kurs wieder aufwärts. Zuletzt um ganze 50 % in nur 4 Handelstagen.

    Analytisch gesehen wird Siemens Energy das am 30. September schließende Geschäftsjahr mit knapp 5 Mrd. EUR Verlust oder einem Minus von 5,14 EUR je Aktie beenden. Bereits in den nächsten zwei Jahren, so die Experten auf der Plattform Refinitiv Eikon, soll der Gewinn je Aktie wieder auf 0,37 bzw. 1,19 EUR steigen. Glaubt man diesen Analysen, dann wäre die Aktie auf Basis 2025e tatsächlich mit einem KGV von 7,5 bewertet. Bei knapp 35 Mrd. EUR Marktwert ist das Kurs-Umsatz-Verhältnis auch nur noch bei 0,2 angesiedelt. Sammeln Sie mit mittelfristigem Horizont ruhig ein paar Stücke ein, das Abwärtsrisiko ist nun überschaubar.

    Altech Advanced Materials – Gute Aussichten für CERENERGY®

    Mit guten Meldungen wartet die Frankfurter Holding Altech Advanced Materials auf. Auch dieser GreenTech-Wert hat seit Juli gut 30 % eingebüßt, jedoch ohne sichtbaren Grund. Die Forschungen gehen weiter und verschlingen einige Entwicklungsgelder, die das Unternehmen durch mehrere hintereinander geschaltete Kapitalerhöhungen und der Platzierung einer Wandelanleihe nun komplett eingeworben hat. Nach Volleinzahlung der Einlage sollen die neuen 4,237 Mio. Aktien aus der letzten Kapitalerhöhung mit der WKN A32C3Z nun unter Erstellung eines Wertpapierprospekts zum Handel zugelassen werden. Wenn die BaFin den Prospekt billigt - wovon auszugehen ist - wären dann zusammen mit den alten Anteilen rund 7 Mio. Papiere im Umlauf.

    In der vergangenen Woche gab es ein Update zum CERENERGY®-Projekt. Die laufende Machbarkeitsstudie taxiert nun eine jährliche Produktionskapazität für die neuen Speicher von bis zu 120 MWh. Infolge einer technischen Designoptimierung in Zusammenarbeit mit dem Joint-Venture-Partner Fraunhofer IKTS und den beteiligten Unterlieferanten und weiterer Tests konnte die Anlagenleistung um 20 % gesteigert werden, ohne dass zusätzliche Investitionen notwendig sein werden. Die Machbarkeitsstudie zur Realisierung der Produktionsanlage ist in Arbeit und soll in den kommenden Monaten veröffentlicht werden.

    Altech positioniert sich mit guten Ausgangsparametern im Bereich der Energiespeicher und der E-Mobilität. Die gezeigten Innovationen sind klarer Bestandteil der politisch gewollten Energiewende, denn die CERENERGY® Natriumchlorid-Festkörperbatterie eignet sich perfekt für den stationären Zwischenspeicher-Betrieb. Alle nötigen Materialien können aus Europa bezogen werden, wodurch Abhängigkeiten in der Lieferkette minimiert werden. Unter Vollkostenbetrachtung und der täglichen Ladezyklen verspricht die Festkörpertechnologie einen Kostenvorteil von ca. 50 % im Vergleich zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien. Derzeit produziert Altech zusammen mit Fraunhofer den industriellen Prototyp des neuen 60 kWh BatteryPacks.

    Die Altech-Aktie hat in den letzten 6 Monaten etwas konsolidiert. Demnächst kommen neue Aktien auf den Markt, die Liquidität an freien Stücken erhöht sich damit stark. Mit mehr Handel und Aufmerksamkeit wird die schwere Fungibilität der Aktie dann endlich Geschichte sein. Wegen der rechnerisch hohen Marktkapitalisierung könnten nun auch institutionelle Investoren auf dem Radar auftauchen.

    Nordex versus JinkoSolar – Wind oder Solarzelle?

    Zwei weitere GreenTech-Titel machen derzeit Furore. Bei Nordex lasten einige Margenwarnungen auf dem Kurs, der sich von gut 15 auf unter 10 EUR ermäßigt hat. Akteure blicken nun auf den 14. November, denn Analysten haben erstmals einen Nettogewinn von 0,01 EUR errechnet. Klar kann dieser kleine Ausschlag nach oben den schlechten Jahresstart nicht kompensieren, aber immerhin soll der operative Turnaround im laufenden Jahr geschafft sein. Und schon im nächsten Jahr könnten 0,18 EUR als Gewinn je Aktie in den Büchern landen. Richtig interessant wird es analytisch aber erst in 2025, denn dann sollen es knapp 0,70 EUR werden – immerhin ein niedriges zweistelliges KGV aus heutiger Sicht.

    Bei JinkoSolar ist der Q3-Report schon Geschichte. Der Solarpanel-Spezialist verdiente mit 24,21 CNY umgerechnet über 3 EUR im Quartal, im Gesamtjahr sollen es rund 81 CNY werden. 4 von 7 Analysten sprechen derzeit eine Kaufempfehlung aus. Wenn man eine Konstanz in der Gewinnerzielung unterstellt, ist JinkoSolar derzeit in etwa mit einem langfristigen KGV von 4 bewertet. Auf den Umsatz gerechnet, ergibt sich ein niedriger KUV-Faktor von 0,65. So günstig bekommt man den chinesischen Technologiewert selten und auch das Momentum weist nach oben. Einsammeln!

    Im Bereich der GreenTech-Werte dominierte der Absturz der Siemens Energy-Aktie die Geschehnisse. Auf Sicht von 6 Monaten kann sich Nordex noch gut behaupten, Altech Advanced Materials und JinkoSolar setzen aktuell zum Rebound an. Quelle: Refinitiv Eikon 04.11.2023

    In den GreenTech-Sektor ist Bewegung gekommen. E-Mobilität, alternative Energieerzeugung und Stromspeicherung bleiben die Dauer-Klimaschutzthemen. Damit befinden sich die Unternehmen Siemens Energy, Nordex, JinkoSolar und Altech Advanced Materials in einem langen Megatrend. Nach einer stärkeren Konsolidierung erscheinen alle Titel nun wieder aussichtsreich.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Das Anlagejahr 2025 verabschiedet sich mit knapp 20 % Gewinn im DAX 40- und NASDAQ 100 Index. Beide Gradmesser befinden sich stark im Fokus europäischer Anleger, da sie in ihrem jeweiligen Gebiet die Benchmark für Portfolios darstellen. Vermögensverwalter hatten es bis zur Jahresmitte nicht leicht, denn sie mussten trotz aller Unwägbarkeiten sehr schnell nach der Trumpschen Zoll-Korrektur im April wieder in den „Normalmodus“ schalten. Also die Bestände ihrer Kunden wieder an den „Risk-On“-Modus heranführen, der im derzeitigen Umfeld sehr viel Nerven kostet. Denn überbordende Staatsschulden, nicht endende geopolitische Konflikte und schleichende Inflation führen zu einem höheren Zinsniveau – sie gelten als Gift für die wachstumsorientierte Aktienanlage. Wo kann in 2026 Geld verdient werden? Mit der heutigen Auswahl tasten wir uns im Nebel etwas vorwärts…

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