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17.05.2021 | 06:00

Jinkosolar, Almonty Industries, ThyssenKrupp – Rohstoff- und Energiepreise weiter auf dem Weg nach oben

  • Photovoltaik
  • Wolfram
  • Molybdän
  • Jinkosolar
  • Almonty Industries
  • ThyssenKrupp
  • Stahl
  • Solaranlagen
Bildquelle: pixabay.com

Vergangene Woche sorgte die Bekanntgabe einer 4,2%igen Teuerung für Verbraucherprodukte in den USA für eine Korrektur der Märkte. Baupreise stiegen teilweise bis zu 70%. Das Statistische Bundesamt geht aktuell von einer Inflation von lediglich 2% aus. Doch schon jetzt fehlen teilweise Chips für die Autoindustrie, Holz wird teuer und aus der Ukraine importiert. Auch in anderen Sparten fehlen Zulieferteile. Man kann davon ausgehen, dass die Inflation auch hier höher ausfallen wird. Ein weiteres Indiz: Energiepreise zogen im letzten Jahr ebenfalls um gut 27% an. Der lange und kalte Winter wird Preise wohl auch dort weiter steigen lassen. Um sich vor einer Inflation zu schützen, sollten Anleger auf Qualitätsaktien von Unternehmen setzen, die Produkte herstellen und von steigenden Preisen profitieren. Drei interessante Kandidaten stellen wir heute vor.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Armin Schulz

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Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG
"[...] Die Dominanz Chinas ist unter anderem ein Grund dafür, weswegen wir uns so stark auf dem Wolfram-Markt engagieren. Hier sind rund 85% der Produktion in chinesischer Hand. [...]" Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG

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Der Autor

Armin Schulz

Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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Jinkosolar – Unterstützungslinie aus 2020 hat gehalten

Der Solarsektor konnte 2020 wieder Rekordumsätze und -erträge erzielen. Aufgrund großer Korrekturen bei Aktien aus der Solarbranche, erscheinen Bewertungen wieder attraktiv. Bis 2030 erwarte die Branche eine Verzehnfachung des jährlichen Zubauvolumens. Aktuell sind wenige Institutionelle Investoren in Solar-Aktien investiert, aufgrund der allgemein schwierigen politischen Lage auch nicht in die Marktführer aus China.

In diesem Jahr ein deutliches, weltweites Wachstum des Solarsektors prognostiziert und als einer der Marktführer wird Jinkosolar sich einen großen Teil des Kuchens sichern können. Sollte es in Deutschland zu einer Regierung mit 'Grüner Beteiligung' kommen – alles andere wäre eine Überraschung – dann wird der Umbau der deutschen Energiewirtschaft voraussichtlich noch schneller vonstatten gehen. In den USA hat Präsdent Joe Biden schon die ersten Veränderungen vorgenommen – der CO2 Ausstoß soll nun deutlich verringert werden.

Nach Bekanntgabe des Jahresabschlusses 2020 am 29. April, ging es für Jinkosolar noch einmal eine Etage tiefer. Der Kurs markierte ein neues Jahrestief bei 28,39 USD am 11. Mai und testete dabei die Ausbruchskante aus Februar 2020. Seitdem läuft die Aktie seitwärts. Bricht die Aktie nach oben aus, könnte ein Pullback bis etwa 40 USD folgen. Anleger setzen die Aktie auf ihre Watchlist, um bei einer Trendwende dabei zu sein.

Almonty Industries – auf dem Weg zum Big-Player

Almonty Industries hat sich auf den Abbau, die Verarbeitung und den Vertrieb von Wolframkonzentrat spezialisiert und ist weltweit tätig. Trotz eines schwierigen Jahres mit coronabedingten Minenschließungen in Spanien und Portugal, kann letztlich ein Erfolg verbucht werden: Vergangenen Dezember erhielt das Unternehmen eine Kreditzusage, um die nach Unternehmensangaben 'weltweit größte Wolframmine' Sandong in Korea zu realisieren. Parallel wurde am ASX-Listing gearbeitet, da dies die größte Börse für den asia-pazifischen Raum ist.

Ein weiterer Treiber sind die angespannten handelspolitischen Beziehungen zwischen China und den USA. Wolfram wird aufgrund seiner militärischen Einsatzgebiete als 'strategisches Metall' angesehen. China besitzt ähnlich wie bei Seltenen Erden gut 80 % der weltweiten Ressourcen des Rohstoffs. Wolframpreise ziehen entsprechend weiter an und davon kann Almonty spätestens mit Fertigstellung der Mine in Korea stark profitieren. Die Sandong Mine allein, kann etwa 30% des nicht in China produzierten Wolframs liefern.

Und zusätzlich kommt Bewegung in das Zinn- und Wolframprojekt in Valtreixal im Nordwesten Spaniens: Dort kann das Genehmigungsverfahren abgeschlossen werden, nachdem es zu einer Neueinstufung der Landnutzung kam. Der Wert des Projekts wird damit deutlich erhöht. In Sangdong wird ein Bohrprogramm geplant, um das in der Mine enthaltene Molybdän genauer zu definieren. Bei erfolgreichen Bohrungsergebnissen, wäre das ein weiteres Standbein für Almonty.

Wer von einem steigenden Wolframpreis profitieren will, kann sich jetzt noch relativ günstig bei einem künftigen Big Player im Wolframmarkt einkaufen. Da Samstag erst die Zahlen für 2020 bekannt gegeben wurden, sollte man schauen, ob etwas Verkaufsdruck aufkommt und dann zugreifen. Langfristig entwickelt sich das Unternehmen zu einem guten Investment.

ThyssenKrupp – Sanierung in vollem Gang

ThyssenKrupp befindet sich noch immer in der Sanierung, hat aber positive Zahlen zu vermelden. Im zweiten Quartal konnten beim Metallhandel 2,9 Mrd. EUR, im Stahlbereich mehr als 2,2 Mrd. EUR und in der Autozuliefersparte 1,1 Mrd. EUR Umsatz erzielt werden, und das bei 220 Mio. EUR operativem Gewinn. Der Stahlpreis spielt hier eine entscheidende Rolle.

Konzernchefin Merz ist optimistisch, im laufenden Geschäftsjahr ein zweistelliges prozentuales Umsatzwachstum erreichen zu können und will einen operativen Gewinn von 400 bis 500 Mio. EUR ausweisen. Im Rahmen der Restrukturierung werden voraussichtlich mehr als die 3.000 geplanten Stellen gestrichen. Es steht ein Spin-Off der Thyssen Stahl AG im Raum, aber wohl erst im kommenden Jahr.

Die Nachrichten-Pipeline ist voll. Die Verkaufsverhandlungen diverser Sparten, wie zum Beispiel die Minensparte, sollen recht weit fortgeschritten sein. Uhde Chlorine Engineers soll aus dem Chemieanlagenbau abgespalten werden und mittelfristig die Produktion von Elektrolyseanlagen zur Herstellung von Wasserstoff verfünffachen. Wasserstoff könnte dem Konzern in Zukunft weiteres Wachstum bescheren.

Nach der Kurs-Rallye bis 12,03 EUR, kam es zuletzt zu einer 20%-Konsolidierung. Geht man von steigenden Stahlpreisen aus, kann man jetzt erste Positionen aufbauen. Unter 8,80 EUR trübt sich das Bild wieder ein.


Der Autor

Armin Schulz

Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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Lexikon:

  1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
  2. Wasserstoff – Technologie zur Nachrüstung von Diesel-Motoren für saubere Verbrennung und Senkung von Abgasemissionen

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