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22.12.2021 | 05:08

Kinross Gold, Almonty Industries, K+S – Ist die steigende Inflation der Trigger für Rohstoffaktien?

  • Rohstoffe
  • Wolfram
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Bildquelle: pixabay.com

Zwei Themen beschäftigen die Märkte aktuell: Die Auswirkungen der neuen Corona Omikron-Variante auf globale Lieferketten und der weitere Verlauf der Inflation. Bei beiden Themen sind sich die Experten uneinig. Zwar gehen alle davon aus, dass die Omikron-Variante zu einer weiteren globalen Welle führen wird, jedoch sehen die meisten Experten die Lieferketten inzwischen als so stabil an, dass eine fundamentale Störung wie zu Beginn der Pandemie heute nahezu ausgeschlossen ist. Bezüglich der Inflation mehren sich die Stimmen, dass diese nicht nur als vorübergehend zu betrachten sei. Dies sollte Rohstoffaktien antreiben.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , KINROSS GOLD CORP. | CA4969024047 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888

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Inhaltsverzeichnis:


    Kinross Gold – Akquisition Great Bear Resources: Fluch oder Segen?

    1,8 Mrd. CAD hat Kinross Gold für die Übernahme von Great Bear Resources geboten. Dabei geht es Kinross in der Hauptsache um das Dixie-Projekt von Great Bear, das sich in der bekannten Bergbauregion Red Lake in der kanadischen Provinz Ontario befindet. Die bisherigen Bohrergebnisse sind so gut ausgefallen, dass Kinross davon ausgeht, hier eine Top-Tier Mine zu erwerben und lässt sich dies 29 CAD pro Anteilsschein von Great Bear kosten. Es wurde eine weitere Zahlung in Höhe von 58,2 Mio. CAD vereinbart, sollte die gemessene und angezeigte Ressource bei Bekanntgabe der kommerziellen Produktion mindestens 8,5 Mio. Unzen erreichen.

    Die Aktionäre zeigen sich verunsichert, ob das Investment nicht zu teuer ausfällt und schickten die Aktie nach Bekanntgabe der Meldung mit einem Minus von rund 20% erst einmal auf Talfahrt. Auch die Rating-Agentur Moody’s sieht die Transaktion eher als negatives Ereignis für die Kreditwürdigkeit von Kinross, da noch keine endgültige Ressourcenschätzung für das Projekt vorliegt und der finanzielle Spielraum von Kinross durch die Transaktion eingeschränkt wird. Inzwischen hat sich der Kurs zwar wieder leicht erholt, liegt aber immer noch unter dem Niveau vor der Ankündigung.

    Almonty Industries – Auf leisen Sohlen zum wichtigen Wolfram-Produzenten

    Die Energie- und Mobilitätswende stellt die Menschheit vor eine Herkulesaufgabe. In kürzester Zeit müssen neue Konzepte und Verfahren entwickelt werden, die zudem allerlei Materialien benötigen, die aufgrund der bisher eher geringen Nachfrage nun nicht so schnell verfügbar sind. Dieses Problem gibt es sowohl bei den Seltenen Erden, die fast ausschließlich in China gefördert wurden, als auch bei wichtigen Metallen, die sich zwar nicht als Anlageobjekte wie Gold oder Silber anbieten, aber trotzdem für die Mobilitätswende eine wichtige Funktion übernehmen. Eines dieser Metalle ist Wolfram.

    Obwohl es in vielen Ländern vorkommt, wird Wolfram aktuell hauptsächlich in China produziert. Das Metall mit dem chemischen Symbol W, das zu den Übergangsmetallen zählt, wurde aufgrund seines hohen Schmelz- und Siedepunkts gerne als Material für Glühwendeln in Lampen eigesetzt. Zudem kommt es in seiner Form als Wolframcarbid zur Herstellung von Hartmetallwerkzeugen zum Einsatz. Nun hat sich aber eine weitere Anwendungsmöglichkeit für das seltene Metall ergeben: der Einsatz in Batterien bzw. Akkumulatoren. Hier könnte Wolfram als Ersatz für das umstrittene Material Kobalt zum Einsatz kommen.

    Hier kommt Almonty ins Spiel. Die Kanadier bauen im südkoreanischen Sangdong aktuell die größte Wolframmine der Welt. Das unter anderem mit einem Kredit der deutschen KfW-Bank unterstützte Projekt soll ab Ende 2022 rund 30% des Wolframangebots außerhalb Chinas produzieren. Drittgrößter Aktionär von Almonty ist die Deutsche Rohstoff AG, die über rund 12,2% der Anteile verfügt. Die beiden größten Aktionäre sind die österreichische Plansee-Gruppe sowie der CEO von Almonty, Lewis Black. Weitere Liegenschaften von Almonty befinden sich in Spanien (Los Santos, Wolframkonzentrat) und Portugal (Panasqueira, Wolfram-Zinn). Das momentan mit 179 Mio. CAD bewertete Unternehmen sollte in den nächsten Jahren zu den Gewinnern zählen. Details sind in einem Beitrag bei researchanalyst.com verfügbar.

    K+S – Top Performer!

    2021 war ein exzellentes Jahr für Aktionäre des Kasseler Düngerkonzerns. Die Anteilsscheine belegen in den Reihen der MDAX-Titel den ersten Platz vor Hugo Boss und Nemetschek. Der K+S-Kurs hat sich glatt verdoppelt und den Index, der moderate 12% zugelegte, somit grandios outperformed. Die Kasseler profitieren vom Boom an den Agrarrohstoffmärkten und haben einige wichtige Hausaufgaben gemacht. Besonders bedeutend war der im Frühjahr erfolgte Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts und eine damit einhergehende Entschuldung sowie Stärkung der Bilanzrelationen.

    Auch im nächsten Jahr sollte der Titel zu den Gewinnern auf dem deutschen Börsenparkett zählen. Analysten prognostizieren eine Umsatzsteigerung auf 3,7 Mrd. EUR. Das 2022er KGV liegt bei lediglich 5, die Dividendenrendite bei 2,4%. Auch wenn die Experten den Titel im Durchschnitt momentan für nahezu ausgereizt halten, sprechen die positiven Rahmenbedingungen der Branche und die sehr niedrige Bewertung für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung im nächsten Jahr.


    Rohstoffe bleiben ein Anker gegen die hohe Inflation. Langfristig betrachtet stehen Investoren mit Rohstoffaktien auf der richtigen Seite. Hier bieten sich etablierte Unternehmen wie Kinross Gold oder K+S an. Spannender dürfte das Investment in Almonty ausfallen. Der Bau der größten Wolframmine der Welt dürfte den Kurs schon bald deutlich beflügeln.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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