28.09.2026 | 05:10
Lockheed Martin, Volatus Aerospace, DroneShield – Milliardenrennen um die Drohnenhoheit
Kriege verändern sich rasant. Drohnen übernehmen Aufklärung und Angriffe, autonome Systeme treffen immer mehr Entscheidungen selbst und klassische Waffensysteme werden mit künstlicher Intelligenz und neuen Sensoren vernetzt. Gleichzeitig explodiert der Bedarf an Technologien, die feindliche Flugkörper frühzeitig erkennen und ausschalten können. Für die Rüstungsindustrie entsteht damit ein neuer Milliardenmarkt, von Präzisionswaffen über autonome Drohnen bis zur elektronischen Abwehr.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Stefan Feulner
ISIN:
VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , LOCKHEED MARTIN DL 1 | US5398301094 , DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Stefan Feulner
Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.
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Lockheed Martin: Neue Aufträge und technologische Meilensteine
Lockheed Martin füllt sein ohnehin gewaltiges Auftragsbuch weiter. Zuletzt konnte sich der Rüstungskonzern ein neues Großprojekt zur Belieferung der US-Streitkräfte sichern. Das US-Heer hat dem Unternehmen einen Rahmenvertrag zur Fertigung der Rakete "Precision Strike Missile" in der zweiten Entwicklungsstufe erteilt. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf bis zu 1,2 Mrd. USD. Die Systeme sind speziell für die präzise Bekämpfung mobiler Ziele auf dem Land und auf dem Wasser ausgelegt. Neben der reinen Produktion deckt die Vereinbarung auch die weitere Systementwicklung ab. Um die geplanten Lieferungen sicherzustellen, beabsichtigt der Konzern, seine Fertigungskapazitäten in diesem Segment deutlich auszubauen und den Ausstoß zu vervierfachen.
Neben den operativen Fortschritten im Heimatmarkt meldet Lockheed Martin auch internationale Geschäftserfolge. Die mexikanische Luftwaffe hat den Kauf eines weiteren Transportflugzeugs vom Typ C-130J-30 Super Hercules bestätigt. Damit baut das Land seine logistischen Kapazitäten weiter aus, nachdem es erst Anfang 2026 als erste lateinamerikanische Nation ein derartiges Modell geordert hatte. Die längere Variante des Flugzeugs bietet ein vergrößertes Frachtvolumen und wird vorrangig für Transportaufgaben sowie humanitäre Einsätze verwendet. Zuletzt kam die erste Maschine dieser Baureihe bei Hilfslieferungen nach den jüngsten Erdbeben in Venezuela zum Einsatz.
Darüber hinaus treibt das Unternehmen die technische Forschung im Bereich unbemannter Systeme voran. Im Rahmen einer Technologieübung der US-Armee demonstrierte Lockheed Martin vor etwa zwei Wochen ein neues Abwehrsystem namens CARI. Diese fahrzeuggestützte Technologie nutzt einen autonomen Drohnenschwarm, um feindliche Drohnen abzufangen. Die Abwehrdrohnen positionieren sich selbstständig und bilden in Echtzeit eine dreidimensionale Barriere in der Luft. Ein zentrales Merkmal der eingesetzten Steuerungssoftware ist ihre Flexibilität. Sie funktioniert plattformübergreifend mit verschiedenen Drohnenmodellen und bleibt auch dann einsatzfähig, wenn die Kommunikationsverbindung zu einzelnen Einheiten unterbrochen wird.
Volatus Aerospace – der nächste Technologiesprung
Volatus Aerospace hat einen technologischen Meilenstein erreicht. Bei ersten Flugtests navigierte das unternehmenseigene V-Cortex-System ohne GPS und ohne externe Sensoren. Stattdessen hielt die KI-basierte Autonomieplattform das Fluggerät allein mithilfe der vorhandenen Bordsensorik in der Luft. Für militärische Einsätze, bei denen GPS gezielt gestört wird, aber auch für den kanadischen Arktisraum oder dicht bebaute Gebiete, ist diese Fähigkeit entscheidend. Aus einer Entwicklungsplattform wird damit erstmals nachweislich funktionierende Technologie.
Das Potenzial geht jedoch weit über einen einzelnen Flugcontroller hinaus. V-Cortex ist plattformunabhängig und modular aufgebaut. Volatus könnte die Software damit auf unterschiedliche unbemannte Systeme übertragen, ohne für jedes Fluggerät eine komplett neue Autonomielösung entwickeln zu müssen. Das eröffnet durch die gemeinsame technologische Basis für Drohnen, Aufklärung, kritische Infrastruktur und Defence deutliche Skaleneffekte.
Wie groß das Potenzial ist, zeigt die jüngste Entwicklung im Verteidigungsgeschäft. Erst im September qualifizierte sich Volatus für alle fünf Bereiche der kanadischen Defence Drone Initiative. Kurz darauf folgte ein Fünfjahresvertrag mit der kanadischen Regierung. Zunächst werden 100 taktische ISR-Drohnensysteme beschafft. Der Rahmen ermöglicht Kanada jedoch Optionen auf weitere 4.900 Systeme, insgesamt also bis zu 5.000 Einheiten. Der anfängliche Beschaffungsrahmen besitzt einen Wert von bis zu 25 Mio. CAD.
Damit greift die Strategie zunehmend ineinander. In Mirabel verfügt Volatus seit Juni über eine 4.924 qm große Produktions- und Integrationsanlage. Gleichzeitig stieg der Q2-Umsatz gegenüber dem Vorquartal um 49,5 % auf 8,42 Mio. CAD. Mit 59,2 Mio. CAD Cash besitzt das Unternehmen zudem die höchste Liquidität seiner Geschichte.
Volatus ist damit längst mehr als ein Drohnendienstleister. Eigene Fertigung, Autonomie-Software, operative Erfahrung und der Zugang zu staatlichen Defence-Programmen bilden zunehmend eine integrierte Plattform. Noch muss das Unternehmen beweisen, dass sich diese Investitionen profitabel skalieren lassen. Gelingt jedoch der Übergang von einzelnen Aufträgen zu größeren Serienprogrammen, könnte sich die Umsatzdimension von Volatus erheblich verändern.
DroneShield: Operativer Höhenflug, charttechnischer Absturz
Auch der australische Rüstungsspezialist DroneShield hat ein wichtiges Beschaffungsprojekt für die US-Regierung erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen der Regierungsinitiative JIATF-401 stattete das Unternehmen leichte Infanteriefahrzeuge des US-Militärs mit dem Abwehrsystem DroneSentry-X Mk2 aus. Die technische Integration, die Erprobung im realen Betrieb sowie die Schulung des Bedienpersonals wurden innerhalb von knapp 80 Tagen abgewickelt. Das System verbindet die Erkennung von Funkfrequenzen mit elektronischen Gegenmaßnahmen. Dadurch können die Einsatzkräfte feindliche unbemannte Flugobjekte sowohl bei Zwischenstopps als auch während der Fahrt lokalisieren und neutralisieren. Eine geplante Vertragserweiterung sieht bereits die Ausrüstung zusätzlicher Fahrzeuge vor.
Zudem erweitert DroneShield seine technologischen Kapazitäten durch eine neue Partnerschaft mit dem australischen Entwickler AIM Defence. Im Mittelpunkt der Vereinbarung steht die Einbindung der Laserwaffe Fractl in die bestehende Software- und Abwehrplattform von DroneShield. Während das Unternehmen bislang primär auf die Unterbrechung von Steuerungssignalen setzte, erhalten Kunden durch die Kooperation nun auch die Möglichkeit einer physischen Zerstörung feindlicher Drohnen. Die offene Architektur ermöglicht es den Militäranwendern, verschiedene Sensoren und Abwehrmethoden über eine gemeinsame Benutzeroberfläche zu steuern.
Trotz dieser operativen Fortschritte bleibt die Situation an der Börse für Anleger angespannt. Der Aktienkurs von DroneShield verzeichnete zuletzt deutliche Verluste und fiel unter die Marke von 1 EUR. Seit Beginn des Jahres hat das Wertpapier etwa die Hälfte seines Wertes verloren. Zwar weist das Unternehmen für 2026 zugesicherte Erlöse in Höhe von 251 Mio. AUD sowie neue Aufträge aus Europa vor, jedoch belasten andere Faktoren die Stimmung. Insbesondere die hohe Quote an Leerverkäufen, behördliche Untersuchungen und ein Wechsel im Finanzvorstand sorgen für Unsicherheit am Markt.
Lockheed Martin zeigt mit dem Milliardenauftrag, wie massiv klassische Rüstungssysteme technologisch aufgerüstet werden. Volatus Aerospace bringt mit V-Cortex autonome Drohnen einen Schritt näher an den Einsatz ohne GPS. DroneShield wiederum liefert Technologien, um genau solche neuen Bedrohungen aufzuspüren und abzuwehren. Angriff, Autonomie und Verteidigung wachsen damit zu einem neuen Milliardenmarkt zusammen.
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