30.10.2026 | 05:43
Countdown für Antimon: BASF braucht Nachschub, Perpetua Resources und NSJ Antimony bauen Quellen in Nordamerika auf
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NSJ Antimony.
Am 27. November 2026 endet Chinas Aussetzung des Exportverbots für Antimon in die USA. Ohne eine Verlängerung durch Peking droht US-Käufern der Zugang zu diesem Halbmetall zu fehlen, das für Flammschutzmittel und Rüstungsgüter essenziell ist. Das berichtet das Branchenportal Mining Weekly. Der Preis für Antimon notierte am Umschlagplatz Rotterdam Mitte Oktober laut dem Marktdienstleister Fastmarkets bei 18.300 bis 19.000 USD je Tonne. Das Niveau liegt damit deutlich unter dem historischen Rekord von rund 59.750 USD aus dem Sommer 2025. An der Abhängigkeit des Westens von chinesischen Raffinerien ändert das jedoch nichts.
Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: NSJ Antimony Corp. | CA6293911039 , BASF SE NA | DE000BASF111 , PERPETUA RESOURCES CORP | CA7142661031
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Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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BASF braucht verlässlichen Nachschub
Chemiekonzerne wie BASF, die flammgeschützte Kunststoffe herstellen, brauchen verlässlichen Nachschub an Antimon. In Kunststoffen wie Polyvinylchlorid oder Polyamiden wirkt Antimontrioxid als Synergist in Kombination mit halogenierten Flammschutzmitteln. Im Brandfall katalysiert das Metall die Freisetzung von Halogenradikalen, welche die Flammen chemisch löschen. Ein Ausfall chinesischer Exporte würde die westliche Industrie hart treffen, da anorganische Ersatzstoffe wie Aluminiumhydroxid in sehr hohen Anteilen beigemischt werden müssen und die Kunststoffe dadurch spröde machen. Um die Abhängigkeit von primären Rohstoffen zu verringern, baut BASF geschlossene Kreisläufe auf, wie die Mitte 2025 in Schwarzheide in den kommerziellen Betrieb gegangene Anlage zur Produktion von Schwarzer Masse für das Batterierecycling mit einer Jahreskapazität von 15.000 t zeigt. Der geopolitische Druck dürfte die Industrie zwingen, solche Recycling-Infrastrukturen in den kommenden Jahren auf weitere Materialklassen auszuweiten.
Perpetua Resources baut US-Produktion auf
Um die Netto-Importabhängigkeit von 91 % in den Vereinigten Staaten zu senken, entwickelt Perpetua Resources das Stibnite-Projekt in Idaho. Die historische Lagerstätte lieferte im Zweiten Weltkrieg rund 90 % des amerikanischen Antimons und beherbergt mit geschätzten 148 Millionen Pfund nach Unternehmensangaben die einzige bedeutende heimische Reserve. Nach Erhalt aller finalen Bundesgenehmigungen im Mai 2025 haben die Bauarbeiten für die neue Logistiktrasse und die Arbeiterunterkünfte begonnen. Das Unternehmen strebt den Produktionsstart für das Jahr 2028 an. Die US Army unterstützt Perpetua seit Ende Oktober mit bis zu 40 Mio. USD, um zu prüfen, ob sich unter der geplanten Grube Hangar Flats zusätzlich hochgradiges Wolfram gewinnen lässt. Dort förderten jüngste Bohrungen Abschnitte wie 9,8 m mit 4,6 % Wolfram und 8,3 % Antimon zu Tage.
NSJ Antimony bohrt in New Brunswick
Während Perpetua die Mineninfrastruktur errichtet, konzentriert sich die NSJ Antimony auf die Exploration in der kanadischen Provinz New Brunswick. Das Kernprojekt Antimony 2.0 liegt lediglich 15 km von der früheren Mine Lake George entfernt. Diese historische Stätte deckte laut Unternehmensangaben zwischen 1970 und 1992 zeitweise bis zu 4 % des weltweiten Bedarfs ab und galt als einziger reiner Antimonproduzent Nordamerikas. NSJ Antimony hat das Projektgebiet Ende September durch die Hinzunahme neuer Claims um 22 km² auf 57 km² vergrößert. Die neuen Flächen weisen dieselben Wechsellagerungen auf, die auch die benachbarte Lagerstätte Lake George prägen. Eine erste Untersuchung von 395 Bodenproben durch den Optionsgeber Edge Exploration hatte bereits drei besonders robuste Antimon-Bodenanomalien ergeben. Im August schloss NSJ zudem eine hochauflösende luftgestützte Magnetfeldmessung über 258 Linienkilometer ab. Gestützt auf diese Daten und auf Induzierte-Polarisations-Messungen, die den elektrischen Widerstand und die Aufladbarkeit des Gesteins erfassen, hat NSJ im September ein 3.000-Meter-Bohrprogramm gestartet.

Kapitalbeschaffung und Midstream-Ausbau
Für die Finanzierung der Explorationsarbeiten sammelt NSJ Antimony frisches Kapital am kanadischen Markt ein. Im Oktober kündigte das Explorationsunternehmen eine Finanzierungsrunde über bis zu 1,4 Mio. Flow-Through-Aktien an, die bei einem Preis von 0,66 CAD je Aktie Bruttoerlöse von bis zu 924.000 CAD bringen soll. Bereits im September war eine Flow-Through-Runde zu 0,30 CAD überzeichnet. Durch dieses Instrument fließen private Gelder in die frühe Exploration, während Investoren die berechtigten Explorationsausgaben steuerlich geltend machen können. Gleichzeitig baut die United States Antimony Corporation im Midstream-Sektor die heimischen Raffineriekapazitäten aus. Das Unternehmen erweitert die Kapazität seiner Schmelze in Thompson Falls, Montana, auf über 300 t pro Monat. Die Defense Logistics Agency befeuerte diese Expansion zuvor mit einem exklusiven Auftrag im Wert von bis zu 245 Mio. USD zur Wiederauffüllung der strategischen US-Antimon-Reserven.
Fazit: Die Uhr tickt – wird NSJ profitieren?
Ende November könnte ein harter Einschnitt für den globalen Markt für kritische Rohstoffe kommen. Lässt Peking das Datum verstreichen, droht dem zivilen US-Markt ein Angebotsschock, der die Preise wieder antreiben und den Druck auf Abnehmer wie BASF erhöhen dürfte. Ein dauerhaftes Embargo dürfte die Entkopplung der Märkte beschleunigen und das Interesse an westlichen Rohstoffprojekten wie Antimony 2.0 von NSJ erhöhen. Anleger müssen bei Explorern dieser Phase jedoch Verwässerungs- und Bohrrisiken einkalkulieren, bevor ein Projekt die kommerzielle Produktionsreife erreicht. Die Aktie bleibt also ein spekulatives, aber im Umkehrschluss auch chancenreiches Papier.
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