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07.06.2021 | 05:08

Mineworx Technologies, BASF, Nestlé – Investmentidee Kreislaufwirtschaft

  • Kreislaufwirtschaft
  • Innovationen
  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Alles ist endlich, jedes Material und jeder Rohstoff. Hier setzt die Idee der Kreislaufwirtschaft an. Es gilt ein regeneratives System zu entwickeln, in welchem Ressourceneinsatz und Abfallproduktion, Emissionen und Energieverschwendung durch das Verlangsamen, Verringern aber auch das Schließen von Energie- und Materialkreisläufen minimiert werden. Die folgenden drei Unternehmen haben alle in unterschiedlicher Art und Weise mit der Kreislaufwirtschaft zu tun. Davon können auch Aktionäre profitieren.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: CA6034652041 , DE000BASF111 , CH0038863350

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Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG
"[...] Die Dominanz Chinas ist unter anderem ein Grund dafür, weswegen wir uns so stark auf dem Wolfram-Markt engagieren. Hier sind rund 85% der Produktion in chinesischer Hand. [...]" Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG

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Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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MINEWORX TECHNOLOGIES LTD – Goldgrube Recycling

Recycling ist ein wichtiger Bestandteil der Kreislaufwirtschaft. Wenn man sich näher mit dem Recycling des wichtigen Industriemetalls Kupfer beschäftigt, dann fällt Aurubis auf. Die Hamburger verarbeiten komplexe Metallkonzentrate und diverse Recyclingrohstoffe und sind im Kupferrecycling weltweit führend. Geht es um das Thema Wasser, dann ist der Name des französischen Konzerns Veolia vielleicht bekannt. Aus Paris heraus agiert das Unternehmen schwerpunktmäßig in den Bereichen Wasser und Abwasser, Abfallentsorgung und Energieversorgung.

Oft lauern Kurschancen jedoch insbesondere bei weniger bekannten Gesellschaften. So auch bei der kanadischen Mineworx Technologies, die sich aufmacht, in das lukrative Recycling von Diesel-Katalysatoren einzusteigen und so auf innovative und risikoarme Art und Weise teure Edelmetalle Palladium und Platin zu gewinnen. Die Kanadier haben sich auf die Kreislaufwirtschaft in den Sektoren Bergbau, elektronischer Schrott und Katalysatoren der Automobilindustrie spezialisiert. Interessanterweise ist die Gesellschaft als Explorationsgesellschaft gestartet und hält noch zwei Assets in Spanien. Wie beschrieben, spielt die Musik aber nun im Recycling für Dieselkatalysatoren. Hier hat Mineworx ein innovatives und patentiertes Verfahren etabliert und adressiert damit einen Markt mit mehr als 100 Mio. Katalysatoren weltweit. Rund 80% der weltweiten Produktion von Palladium werden für Katalysatoren verwendet. Die Preise für Palladium und Platin liegen mehrfach über jenen von Gold.

Die vollständig geplante und vollfinanzierte Pilotanlage des Unternehmens soll Anfang des dritten Quartals des laufenden Jahres in Betrieb gehen und bis Ende 2021 erste Erträge erwirtschaften. Das Verfahren von Mineworx geht nicht den herkömmlichen Weg der Einschmelzung, sondern gewinnt Platin und Palladium insbesondere aus gemahlenen Kernmaterialien der Katalysatoren und durch einen chemischen Prozess. Das daraus gewonnene Konzentrat wird anschließend an eine Raffinerie verkauft. Mineworx stellt nach dem Hochfahren der Anlage einen Umsatz von 100 Mio. USD bei einer Bruttomarge von etwa 20% in Aussicht. Kooperationspartner der Kanadier bei der Kommerzialisierung ist Davis Recycling. Das Unternehmen ist in 13 Bundesstaaten der USA aktiv und betreibt das Katalysator-Recycling seit 20 Jahren. Davis Recycling soll die Lieferung der notwendigen Kernmaterialien übernehmen. Bei erfolgreichem Anlauf der ersten Produktion, sollen Anlagen in ganz Nordamerika geplant werden.

Die Kommerzialisierung des Recyclinggeschäftes der Diesel-Katalysatoren in den USA könnte leicht zu einer Neubewertung von Mineworx Technologies führen. Aber noch muss der Proof of Conecpt erbracht werden. Wir sind aber optimistisch, dass dies gelingt. Dann sollte die Aktie im nächsten Jahr mit dem zwei- bis vierfachen des erzielten Umsatzes bewertet sein, d.h. mit 200 Mio. USD und mehr. Aktuell kann man noch zu einem Börsenwert von bescheidenen 23 Mio. CAD einsteigen.

BASF SE – veräußert Anteil am Spezialchemiekonzern Solenis

Die Ludwigshafener gehören zu den größten Chemiekonzernen der Welt. Eine beachtliche Reise hat das Unternehmen seit seiner Gründung 1865 in Mannheim als Badische Anilin- & Soda-Fabrik zurückgelegt. Im letzten Geschäftsjahr erwirtschafteten die Rheinland-Pfälzer mit 110.000 Mitarbeitern an über 390 Produktionsstandorten und in mehr als 80 Ländern einen Umsatz von 59 Mrd. EUR. Die Geschäftstätigkeit wird in den sechs Segmenten Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Surface Technologies, Nutrition & Care und Agricultural Solutions zusammengefasst. Angesichts der Größe des Konzerns und der großen Bandbreite, verwundert es nicht, dass der Konzern gefühlt alle drei Tage Neuigkeiten zu Partnerschaften, Innovationen und Kooperationen veröffentlicht.

Letzte Woche berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass sich BASF von seiner Beteiligung am Spezialchemiekonzern Solenis trennen wolle. BASF hält 49% am Unternehmen, das 2019 aus einer Fusion eines von CD&R gekauften Unternehmens mit einer BASF-Sparte hervorgegangen war. Solenis stellt vor allem Chemikalien zur Wasseraufbereitung her und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 3 Mrd. USD. Börsianer mögen das DAX-Mitglied mit einer Marktkapitalisierung von aktuell 63 Mrd. EUR. Die vorteilhafte strategische Aufstellung, die moderate Unternehmensbewertung mit einem 2022er KGV von 15 sowie die üppige Dividendenrendite von 5% gefallen den Analysten. Die Experten billigen den Anteilsscheinen durchschnittlich ein Aufwärtspotenzial von 13% zu.

NESTLE SA – Neuordnung des Wassergeschäfts läuft

Nestlé ist ein weltweit führender Nahrungsmittelkonzern, der 1866 in der Schweiz gegründet wurde. Der Wasserbereich „Nestlé Waters“ besitzt über 90 Produktionsstandardorte in 34 Ländern und umfasst Marken wie S. Pellegrino, Perrier, Nestlé Pure Life, Arrowhead, Deer Park und Vittel. Damit ist für die Schweizer auch das Thema Recycling von Flaschen und Dosen von Bedeutung. Der Konzern stand in den letzten Jahren wiederholt im Mittelpunkt mehrerer Wasserskandale. Ende März beendete Nestlé die Neuordnung des Wassergeschäfts in Nordamerika mit dem Verkaufsabschluss mehrerer Marken an One Rock Capital Partners für 4,3 Mrd. USD.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte der Konzern mit 273.000 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von 84,3 Mrd. CHF bei einen Gewinn je Aktie von 4,21 CHF, wovon 2,75 CHF als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet wurden. Derzeit weist die Aktie bei 112,90 CHF ein 2022er KGV von 25 und eine Marktkapitalisierung von 318 Mrd. CHF auf. Nestlé strebt an, das gesamte Wasserportfolio bis 2025 klimaneutral zu stellen.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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Lexikon:

  1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
  2. Dividende – Die Ausschüttung an Aktionäre einer Aktiengesellschaft wird Dividende genannt.
  3. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die Apaton Finance GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


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