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08.04.2021 | 04:48

NEL, dynaCERT, Fuelcell Energy – Wasserstoff die zweite Welle!

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Der Wasserstoff-Hype geht in die zweite Welle. Grund ist sicherlich die aktuelle Beschlussvorlage des Joe Biden-Pakets zugunsten der weltweiten Klimaziele. Diese beinhaltet eine Investitionssumme von mehreren hundert Milliarden US-Dollar zur Senkung der klimaschädlichen Emissionen. Ob hierbei stärker die Batterie- oder die Wasserstofftechnologie zum Zuge kommt, wird der Markt entscheiden, wichtig ist nur die schnelle Freigabe der Mittel für den Start der Forschungsprojekte. Die Zeit drängt, denn die Pandemie hat viele Branchen ins Abseits bugsiert, gerade die Transportbranche lebt vom Warenumsatz und der soll in Zukunft ohne negative Umwelteinflüsse von statten gehen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: CA26780A1084 , NO0010081235 , US35952H6018

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Inhaltsverzeichnis:


    NEL ASA – Eintritt in den kanadischen Markt

    Kanada ist eines von insgesamt 31 Ländern weltweit, die die wichtige Rolle des Wasserstoffs bei der Energiewende hin zu nachhaltiger Wirtschaft erkannt und in Förderprogrammen zementiert haben. Kanadas Regierung hinterlegt mit ihrer Wasserstoffstrategie bereits klare Klimaziele, die im „Climate Action Plan“ veröffentlicht sind. Es geht hierbei um die Dekarbonisierung von ganzen Wirtschaftszweigen, die ohne Wasserstoff nicht klimaneutral werden könnten. Hierzu gehören der Schwerlastverkehr, Logistikfahrzeuge, Züge, Frachter, Busse und Transportfahrzeuge.

    NEL Asa präsentierte letzte Woche zusammen mit ihrer Beteiligung Everfuel ihre Pläne für den Ausbau der norwegischen H2-Tankstelleninfrastruktur. Doch das soll es noch nicht gewesen sein, denn die Mutter NEL wird sich auch an einer H2-Tankstellenkette in Quebec beteiligen. Der Auftraggeber ist ein alter Bekannter: HTEC. Die neuen Tankstellen sollen im zweiten Quartal 2022 ans Netz gehen.

    Dieses Projekt baut die bestehende Zusammenarbeit zwischen HTEC und Nel Asa deutlich aus, indem es das HTEC-Netzwerk von Wasserstofftankstellen in Kanada und Quebec erweitert. Die hochmodernen Wasserstofftankstellen von NEL ermöglichen es, Wasserstofffahrzeuge in weniger als 5 Minuten auf sichere und schnelle Weise zu betanken. Nel verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Bereich der H2-Betankungstechnologien und definierte klare Expansionsziele für ganz Nordamerika.

    Die NEL-Aktie konnte jüngst unter 2,15 EUR wieder nach oben drehen und erreichte Anfang der Woche 2,65 EUR. Immerhin 20% Anstieg in ein paar Tagen – das Comeback scheint eingeläutet.

    dynaCERT – Die Transportlogistik kann sauberer werden

    Ob die Milliarden von Joe Biden auch die kanadische dynaCERT erreichen, liegt an der Relevanz der Lösungen für den US-Markt. Da kann dynaCERT tatsächlich liefern, denn deren Systeme zur CO2-Reduzierung sind direkt für die großen Logistiker der Landstraße entwickelt. Um den Markt in seiner Größe zu verstehen, bemühen wir die Statistik. Die Anzahl der Berufskraftfahrer im Straßengüterverkehr hat sich in den USA zwischen 2010 und 2020 um stattliche 10% auf 1,80 Mio. erhöht. Da diese Kraftfahrer nicht nur ein Fahrzeug bedienen, dürfte die korrespondierende Anzahl der LKWs und Busse mindestens 70% höher liegen.

    Wenn es wie bei NEL um schnelle und pragmatische Lösungen geht, kann auch dynaCERT sofort liefern. Die Kanadier verfügen über eine Vort-Ort-Technologie für die Verbrennungsoptimierung mit Wasserstoff speziell für schwerlastige Diesel-Fahrzeuge. Das zuschaltbare System HydraGEN kam bereits in mehreren kanadischen Kleinstädten wie z.B. Woodstock City zum Einsatz. Durch direkte Wasserstoffzufuhr wird die Verbrennung um bis zu 19% optimiert und das für einen überschaubaren Großhandelspreis von rund 6.000 CAD je Anlage zzgl. Einbau etc. Angesichts von Anschaffungskosten über 200-250 Tausend CAD für eine neue Zugmaschine, eine durchaus vertretbare Investition.

    dynaCERT hat mit HydraLytica auch bereits die passende Telematik-Software an Bord, um die CO2-Einsparungen offiziell zu messen und für die zuständige Umweltbehörde zu dokumentieren. Damit erhält der Fuhrparkbetreiber Gutschriften in Form von CO2-Zertifikaten, eine schöne Belohnung für grünes Wirtschaften. Die DYA-Aktie liegt seit einiger Zeit bei rund 0,54 CAD im Markt, die allgemeine Korrektur bei den Wasserstofftiteln kostete auch hier ein paar Prozent. Auf dem ermässigten Niveau sollte man jedoch jetzt zugreifen, denn es dürfte für 2021 noch überraschende Entwicklungen geben.

    Fuelcell Energy – Die erste Korrekturwelle ist durchgerollt

    FuelCell hat eine lange Geschichte von negativen Cashflows und verwässernden Kapitalerhöhungen. Seit Jahren wird versucht, eine profitable Strategie im Brennstoffzellen-Markt auszurollen. Nun ist man dabei sich auf die Kommerzialisierung neuer Technologien wie Wasserstofferzeugung und Kohlenstoffabscheidung zu konzentrieren. Aufgrund der vorliegenden Zahlen ist das Unternehmen dennoch klar überbewertet.

    Sind es also Glaube und Hoffnung auf den anstehenden Durchbruch? FuelCell Energy ist per se eine überhypte Brennstoffzellen-Aktie, die seit 1992 Geld verbrennt. Das Unternehmen ist dauerhaft Cashflow-negativ und hat sogar negative Bruttomargen. Seit kurzem gibt es einen neuen CEO, der im Jahr 2020 eine neue Strategie implementiert hat. Einige interessante Projekte wurden benannt, was fehlt, ist die durchgängige Investitionsbereitschaft der Industrie. Auch hier schielt man wieder auf die Joe Biden-Milliarden für einen grünen Planeten, doch die Schlange der Wartenden ist so groß, dass auch für Fuelcell nur ein kleiner Happen abfallen wird.

    Dennoch, auf Sicht von mehreren Jahren bleibt die Produktstrategie einfach zu intransparent. FuelCell hat die Wasserstofferzeugung seit mehr als einem Jahrzehnt auf seiner Agenda und bislang keine richtigen Massenlösungen offerieren können. Insgesamt ist unklar, ob FuelCell überhaupt einen strategischen Vorteil gegenüber anderen Wasserstoffunternehmen hat.

    Derweil geht die Konkurrenz mit teilweise großen Schritten nach vorne. Nel ASA und Bloom Energy haben beispielsweise kürzlich ein ehrgeiziges Kostenziel für den zu produzierenden Wasserstoff genannt, das macht deren Stories planbarer. Der einzige Grund, warum FuelCell heute wohl noch existiert, sind die kontinuierlich durchgeführten Kapitalerhöhungen. Zuletzt hat das Unternehmen im Dezember 128,8 Mio. USD an zusätzlichen Barmitteln aufgenommen. Wir haben die Aktie seit einiger Zeit auf dem Radar – 50% Einbruch in 2 Monaten ist eine analytische Bestätigung


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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