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30.12.2025 | 04:30

Silber-Boom rast bis 100 USD oder doch nicht? Kritische Metalle im Fokus mit Antimony Resources, Airbus, Rheinmetall und Plug Power

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Bildquelle: pixabay.com

Doch kein Frieden in der Ukraine? Die Rüstungsaktien werden hin- und her befördert wie heiße Kartoffeln, keiner möchte scheinbar investiert sein, wenn die Friedensflagge gehisst wird. Gestern ging es mit dem Defense-Sektor zeitweise um 4 % nach unten, Rheinmetall sank sogar unter die 1.500 EUR-Marke. Als dann enttäuschende Interviews mit Donald Trump aus Florida eintrafen, drehten die Titel wieder nach oben. Fakt bleibt, für den Rüstungs-Sektor braucht es kritische Metalle. Industrie-Riese Airbus kann sich eine Reihe neuer Aufträge sichern und bei Plug Power verschieben sich die Ziele immer weiter nach hinten. Steht wieder eine Kapitalerhöhung im Raum? Aussichtsreich bleibt Antimony Resources, denn die Kanadier besitzen das, was Donald Trump gerne hätte. Beurteilen Sie selbst!

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ANTIMONY RESOURCES CORP | CA0369271014 , AIRBUS | NL0000235190 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

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Inhaltsverzeichnis:


    Airbus – Neben Rüstung brummt auch der zivile Sektor

    Nach einem langen Aufwärtstrend erreichte die Airbus-Aktie im Herbst eine Höchstmarke von ca. 216 EUR. Das bewertete den Luftfahrt-Experten in der Spitze mit mehr als 200 Mrd. EUR. Ausgehend vom aktuellen Level bei 196 EUR glauben 15 von 20 Analysten an eine Ziellinie bei etwa 226 EUR. Das ist nicht viel Luft für ein Jahr 2026, für das aktuell noch Aufstiegsprotagonisten gesucht werden. Airbus stärkt derzeit seine Marktposition vor allem in China, wo zwei Airlines insgesamt 55 Maschinen aus der A320-Familie bestellt haben und damit ein Listenpreis-Volumen von rund 8 Mrd. USD auslösen. Dieser Auftrag zeigt, dass Airbus im wichtigsten Wachstumsmarkt der Branche weiterhin Vertrauen genießt und Boeing dort zunehmend ins Hintertreffen gerät.

    Besonders bedeutend ist dabei die Endmontagelinie in Tianjin, die für chinesische Airlines ein politisches und industrielles Signal darstellt. Obwohl bei Großbestellungen traditionell hohe Rabatte gewährt werden, bleibt die Signalwirkung des Geschäfts ungebrochen. Airbus profitiert zusätzlich von einem ohnehin sehr hohen Auftragsbestand, der die Produktion für Jahre auslastet. Der China-Deal erhöht jetzt vor allem die Planungssicherheit und unterstreicht die strategische Dominanz des Herstellers im asiatischen Raum. Parallel arbeitet Airbus daran, Lieferkettenprobleme und Qualitätsprüfungen in den Griff zu bekommen, um die Auslieferungsziele zu sichern. Trotz dieser operativen Herausforderungen bleibt die Nachfrage nach Mittelstreckenjets sehr hoch und auch der Rüstungsbereich brummt. Anleger sollten Rückschläge zum Einstieg nutzen, denn die Auftragspipeline bringt den Umsatz bis 2028 über die 100 Mrd. EUR-Marke. Da erscheint die aktuelle Bewertung 2025e mit einem KUV von 2,3 im Sektorvergleich recht niedrig.

    Antimony Resources – US-Sicherheitsagenda treibt Nachfrage

    Hier sollten Anleger aufhorchen! Antimon, ein sprödes Halbmetall mit dem Elementsymbol Sb, gehört heute zu den strategisch wichtigsten Rohstoffen weltweit, denn die globale Minenproduktion bewegt sich seit Jahren nur bei rund 150.000 bis 160.000 Tonnen jährlich. China dominiert dabei klar sowohl die Förderung, während westliche Industriestaaten stark von Importen abhängig sind. Diese Konzentration birgt erhebliche Risiken, da Exportkontrollen und geopolitische Spannungen zunehmend als politisches Druckmittel eingesetzt werden.
    Des seltene Metall Antimon wird in Batterien, Elektronik, Flammschutzmitteln, Legierungen, Halbleitern sowie in militärischer Spezialtechnik wie Nachtsichtgeräten und panzerbrechender Munition eingesetzt und gilt bislang als kaum substituierbar. Dadurch entsteht strukturell ein Angebotsdefizit, das sich durch gealterte Minen und fehlende neue Projekte weiter verschärft. Für Investoren rücken daher sichere, politisch stabile Förderstandorte in Nordamerika besonders in den Fokus.

    Genau hier setzt Antimony Resources an, ein kanadisches Explorationsunternehmen mit dem Bald-Hill-Projekt in New Brunswick. Bereits die ersten Bohrergebnisse lieferten hochgradige Stibnit-Mineralisierungen mit Spitzenwerten von nahezu 15 % Antimon. Ein NI-43-101-konformer Bericht bestätigt ein tonnagemäßig substanzielles Potenzial und weist in rund 2,7 Mio. Tonnen Gestein Gehalte von etwa drei bis vier Prozent aus. Dies entspricht rechnerisch 81.000 bis 108.000 Tonnen reinem Antimon und könnte die US-Importabhängigkeit messbar reduzieren. Historisch war Bald Hill bereits das größte Antimon-Vorkommen Nordamerikas, was die geologische Validität zusätzlich stützt. Nun müssen hier die Bagger wieder anrücken. Wann es soweit sein wird, hängt noch von einigen Zwischenschritten ab.

    Grundlage einer Knappheitsanalyse sind die Bestrebungen der USA, ihre Rohstoffpolitik massiv auf den Kopf zu stellen, denn ein erheblicher Teil der Zolleinnahmen aus der Trump-Administration fließt in den Verteidigungshaushalt von nahezu einer Billion USD. Ein dreistelliger Millionenbetrag ist dabei explizit für die Beschaffung und Entwicklung von Antimonprojekten vorgesehen. Auch der Aufbau neuer Raffinerie- und Schmelzkapazitäten, etwa über das Joint Venture zwischen Korea Zinc und der US-Regierung in Tennessee, zeigt den politischen Willen zur Lieferkettensouveränität. Allerdings wird diese Infrastruktur frühestens ab 2029 schrittweise in den Vollbetrieb gehen, sodass der Markt kurzfristig angespannt bleibt. Für Antimony Resources ergibt sich dadurch ein attraktives Zeitfenster, die nächsten Explorationsfortschritte in Angriff zu nehmen. Ausgegeben wurden bis jetzt 71,8 Mio. Stücke, das führt zu einem Börsenwert von 36 Mio. CAD. Gar nicht auszudenken, wenn die USA hier die Taschen öffnet und strategisch einsteigt. Jetzt einsammeln!

    Plug Power – Zum Jahresende im Super Sale

    Beim US-amerikanischen Marktführer für PEM-Elektrolyseure macht sich Frust breit. Bestand in den Jahren 2021/22 noch berechtigte Hoffnung, dass grün-rote Politiker das Wasserstoff-Schwungrad in Gang bringen, so zeigt die Trump-Administration mit ihrem Leitspruch „Drill Baby Drill“ eher die andere Seite der Karte. Trotz 90 %-Kurskorrektur und drei aufeinanderfolgender Kapitalerhöhungen kommt der PLUG-Kurs nicht recht auf die Beine. Aktuell wird die 2,00 USD-Marke hart umkämpft, temporäre Auftragsmeldungen verhelfen nur kurz zu euphorischen Tageshüpfern. Immerhin votieren 6 von 25 Analysten auf der Plattform LSEG noch mit einem Daumen nach oben, im Durchschnitt ergibt das ein Kursziel von 2,71 USD – also rund 35 % über dem gestrigen Kurs. Da die Aktie in letzter Zeit nicht weiter fällt, werden Spekulanten den Titel zum Jahresstart sicherlich neu anfassen. Aktuell überwiegen wohl eher noch die steuerlich-induzierten Verlust-Realisierungen.

    Seit Jahresbeginn kann die Antimony-Aktie ihre Stärken ausspielen. So wurde sowohl die Rendite von Rheinmetall als auch Airbus klar überflügelt. Schlusslicht bleibt die verlustreiche Plug Power-Aktie, die bis jetzt alle Turnaround-Hoffnungen zerstreut hat. Quelle: LSEG vom 29.12.2025

    Die Börse macht derzeit keine Gefangenen. Plastisch erzählt der Silber-Sektor derzeit eine Leerverkaufs-Verwerfung, welche in einen großen Squeeze enden könnte. Auch für den Rohstoff Antimon bestehen bedenkliche Knappheiten. Geopolitische Spannungen haben den gesicherten Zugang zu kritischen Rohstoffen zum Kern moderner Anlagestrategien gemacht. Während klassische Rüstungstitel bei jeder Entspannungsperspektive unter plötzlichem Bewertungsdruck stehen, bietet der strategische Rohstoffsektor zusätzliche Ertragschancen. Antimony Resources ist hier bestens positioniert und nur mit 36 Mio. CAD bewertet. Dynamische Investoren sollten breit über den gesamten Sicherheits- und Rohstoffkomplex diversifizieren und zugleich diszipliniert auf vorher definierte Stop-Loss-Marken achten.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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