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06.12.2021 | 05:10

Nio, Nevada Copper, Volkswagen – Das Geschäft brummt

  • Elektromobilität
  • Kupfer
Bildquelle: pixabay.com

Die Klimawende ist ohne Elektromobilität kaum vorstellbar. Der Wandel von mit Verbrennungsmotor zu mit Batterie betriebenen Fahrzeugen verspricht glänzende Wachstumsperspektiven für die Automobil-Lobby. Trotz der rosigen Aussichten tritt ein Problem auf den Plan, welches bereits seit Jahren bekannt ist und in Zukunft noch größer werden dürfte. Der Mangel an Rohstoffen. Vor allem die stark steigenden Preise bei den essenziell benötigten Metallen, dürften der Automobilindustrie die Margen zerpflücken.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: NEVADA COPPER CORP. | CA64128F7039 , NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039

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Inhaltsverzeichnis:


    Deutschland gibt Gas

    Durch die aktuelle Ampelkoalition werden die Klimaziele noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Doch schon im Laufe des Jahres hat sich in Deutschland, verstärkt durch Subventionen, eine neue Dynamik am Elektromobilitätsmarkt entwickelt. Aktuell sind bereits mehr als 1 Mio. elektrisch angetriebene PKW auf den Straßen unterwegs. Deutschland ist damit auf dem besten Wege, sich als Leitmarkt der E-Mobilität zu etablieren und die gesetzte Zielmarke von sieben bis zehn Millionen zugelassenen Elektrofahrzeugen bis 2030 zu erreichen.

    Alle deutschen Automobilhersteller verfolgen mittlerweile ambitionierte Elektrifizierungsstrategien. Der Volkswagen-Konzern strebt mit seiner Kernmarke an, bis 2030 in Europa 70% des PKW-Absatzes mit reinen Elektrofahrzeugen und 30% mit Plug-in-Hybriden zu bedienen. BMW will bis 2030 50% aller Modelle elektrifizieren. Auch Daimler will zukünftig mit der Strategie "Electric First" nur noch Pkw-Neuwagen mit Elektroaggregaten anbieten.

    Kupferbedarf riesig

    Für die Erneuerbaren Energien und besonders für die Elektromobilität ist der Bedarf an Kupfer enorm. Das rote Metall gilt aufgrund seiner Beschaffenheit und Leitfähigkeit als Basismetall. Durch die grüne Revolution gehen Experten davon aus, dass in den nächsten 25 Jahren mehr Kupfer abgebaut wird, als in der ganzen bisherigen Menschheitsgeschichte. Der hohen Nachfrage steht jedoch ein extrem knappes Angebot gegenüber. Durch den schwachen Basispreis wurden Investments in die Erschließung neuer Projekte in den letzten Jahren stark vernachlässigt. Die Analysten von Goldman Sachs riefen bereits einen neuen Kuper-Superzyklus aus.

    Eine der einzigen produktionsbereiten neuen Quellen der Kupferversorgung in Nordamerika liegt in den Vereinigten Staaten, genauer im Bundesstaat Nevada. Das 60qkm umfassende Pumpkin Hollow-Projekt, das bereits seit 2007 von Nevada Copper betrieben wird, weist beträchtliche Reserven und Ressourcen an Kupfer, Gold und Silber auf. Durch mehrere Verzögerungen hin zum Stillstand und Managementwechsel wurde das ursprünglich geplante Produktionsziel von 5.000t Erz pro Tag immer weiter nach hinten geschoben. Aktuell läuft jedoch die hochgradige Produktion in der Untertagemine und das Tagebauprojekt ist auf dem Weg hin zur Machbarkeitsstudie.

    Turnaround läuft

    In der Vergangenheit wurde Nevada Copper zudem eine zu schwache Finanzausstattung vorgeworfen, die das neu eingesetzte Management um den CEO Randy Buffington innerhalb kürzester Zeit lösen konnte. Neben der Optimierung des operativen Managements konnte mit der KFW ein vorrangiger Kreditgeber für Pumpkin Hollow und mit dem Großaktionär Pala Investments, der rund 38% an Nevada Copper hält, eine zusätzliche Finanzierung und eine erhebliche Stundung und Erweiterung der Kreditfazilitäten erzielt werden. Zudem sicherten sich die Kanadier rund 78,50 Mio. EUR über eine Kapitalerhöhung.

    Auch operativ tritt die neue Führung aufs Gaspedal. So gab Buffington zu Protokoll, dass das Unternehmen in den letzten 30 Tagen etwa 760 seitliche Äquivalent-Fuß vorangebracht hat, was einer 20%igen Steigerung der durchschnittlichen Tageslänge gegenüber den vorherigen 30 Tagen entspricht. Die hochgradige Zone Sugar Cube soll im Dezember gebohrt werden, und der Abbau soll Anfang des ersten Quartals 2022 beginnen. Mit der zusätzlichen Finanzierung, die das Unternehmen durch seine jüngste Aktienemission erhalten hat, beabsichtigt das Unternehmen eine Infill-Bohrkampagne durchzuführen und seine Tagebaustudien zu aktualisieren, um die Möglichkeiten für eine Vergrößerung, größere Ressourcen und andere Optimierungsmaßnahmen zu berücksichtigen. Weitere Updates zum Erschließungsplan des Unternehmens für 2022 sollen in Kürze veröffentlicht werden.

    Nach dem Kursverfall von 2,37 EUR auf aktuell 0,38 EUR bietet sich bei Nevada Copper eine spekulative Einstiegschance auf niedrigem Niveau, vor allem auf langfristig steigende Kupferpreise. Der Börsenwert liegt aktuell bei 75,18 Mio. EUR.

    Starker November für Nio

    Der November verlief nach einer kleineren Delle im Oktober wieder stark für den Elektroautobauer Nio. Dieser lieferte im November 2021 10.878 Fahrzeuge aus, was einem Wachstum von 105,6% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Die Fahrzeugauslieferungen konnten im November deutlich gegenüber dem Vormonat aufholen. Der Oktober stand im Zeichen der Verringerung des Produktionsvolumens infolge der Umstrukturierung und Aufrüstung von Fertigungslinien und der Vorbereitung der Einführung neuer Produkte.

    Die Auslieferungen umfassten 2.683 ES8, das siebensitzige Elektro-SUV-Flaggschiff der Marke, 4.713 ES6, das mittelgroße SUV, sowie 3.482 EC6, wie NIO sein SUV-Coupé nennt. Insgesamt hat NIO im Jahr 2021 bisher 80.940 Fahrzeuge ausgeliefert, was einem Anstieg von 120,4 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Bis zum 30. November 2021 erreichten die kumulierten Auslieferungen des ES8, ES6 und EC6 156.581 Fahrzeuge.


    Die Klimawende steht auf der Prioritätenliste der Politik neben dem Kampf gegen die Corona-Pandemie an erster Stelle. Im Verkehrssektor beschleunigt sich aktuell der Wechsel vom Verbrennungsmotor zum mit Batterie betriebenen Fahrzeug. Diese Transformation benötigt jedoch enorm viel Kupfer. Nevada Copper erscheint durch eine Umschuldung und einen Managementwechsel auf niedrigem Niveau attraktiv. Nio konnte bei seinem Wachstum wieder Fahrt aufnehmen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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