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06.10.2023 | 05:10

Nordex, dynaCERT, SMA Solar – Zukunftsbranchen im Schlussverkauf

  • Erneuerbare Energien
  • Wasserstoff
  • Photovoltaik
  • Windkraft
Bildquelle: pixabay.com

Die Unternehmen aus dem Sektor der erneuerbaren Energien befinden sich seit Monaten in einer scharfen Korrektur. Ob Wind, Wasserstoff oder Sonne, Kursverluste von über 50 % bei Marktführern wie Plug Power oder Nel ASA sind seit Jahresanfang kein Einzelfall. Dennoch sieht die Zukunft in diesen Bereichen rosig aus, so dass scharfe Kursrückschläge auch oft einmalige langfristige Kaufgelegenheiten darstellen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: SMA SOLAR TECHNOL.AG | DE000A0DJ6J9 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

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Inhaltsverzeichnis:


    Nordex – Auftrag verpufft

    Die Auftragslage beim Hamburger Windkraftanlagenbauer verbessert sich weiter, dennoch zeigt die Kurve beim Aktienchart aufgrund der negativen Marktbedingungen weiter Richtung Süden. Nach einem Zwischenhoch Anfang der Woche wurde die Nordex-Aktie mit hohen Umsätzen bis zu einem Niveau bei 9,90 EUR abverkauft, was ein neues Jahrestief bedeutete. Damit fiel die Aktie unter die wichtige 10 EUR-Unterstützung. Die nächste Unterstützung liegt derzeit auf einem Niveau um 9,35 EUR.

    Aus Spanien erhielt Nordex einen weiteren Auftrag. Enerfin, die Tochtergesellschaft für erneuerbare Energien der Elecnor-Gruppe, einem der führenden Maschinenbau- und Baukonzerne Spaniens, hat der Nordex Group Ende September einen Auftrag über 45 MW in Spanien erteilt. Zur Order kommt ein Service-Vertrag über die Turbinen mit einer Laufzeit von 20 Jahren dazu. Die Elecnor-Gruppe zählt zu den führenden Unternehmen im Maschinenbau- und Bausektor Spaniens. Das Projekt "Cernégula" stellt den zweiten Auftrag von Enerfin für die Nordex Group dar, nachfolgend auf das 256-MW-Clusterprojekt Sao Fernando in Brasilien in den Jahren 2020 und 2021.

    dynaCERT – Positive Signale

    Ebenfalls in Sippenhaft genommen wurde die Aktie des kanadischen Wasserstoffspezialisten dynaCERT. Seit Jahresanfang beläuft sich Minus auf rund 36 %. Der aktuelle Kurs von 0,125 CAD bedeutete zudem ein neues Jahrestief. Dabei befindet sich das von Jim Payne geleitete Unternehmen in aussichtsreichen Gesprächen mit Großkunden. So würden mehrere Gespräche mit Großkunden positiv verlaufen, was in naher Zukunft neue Aufträge nach sich ziehen könnte.

    Die Serie HG2R, ein Motor mit einem Volumen zwischen 1 und 8 Litern, der insbesondere in kleinen und schweren Nutzfahrzeugen verwendet wird, weist gegenwärtig das größte Potenzial in Bezug auf die Absatzzahlen auf. Die aktuellen Endverbraucherpreise in Europa ohne Mehrwertsteuer für ein HG1R liegen bei 6.500,00 EUR und für ein HG2 mit 12 Volt bei 4.650,00 EUR und mit 24 Volt bei 4.800,00 EUR. Das weltweite Absatzpotenzial wird vom Unternehmen auf etwa 135 Mio. Einheiten geschätzt.

    Interesse von großen Bergbauherstellern zieht indes die HG-4C Serie auf sich.
    Diese ist speziell für Dieselmotoren mit einem Hubraum von 40 bis 60 Litern entwickelt worden und findet hauptsächlich bei schweren Nutzfahrzeugen in der Bergbauindustrie Verwendung. Während weitere Auftragsankündigungen erwartet werden, warten Investoren auch der finalen Zustimmung für das Verified Carbon Standard-Programm von Verra, dem weltweit am meisten genutzten Programm zur Bilanzierung von Treibhausgasen.

    SMA Solar – Deutlicher Kurssprung

    Gegen den negativen Trend mit einem Kursplus von rund 11,50 % auf 62,10 EUR performte die Aktie von SMA Solar und konnte sich mit dem starken Anstieg seit Jahresanfang wieder ins positive Terrain bugsieren. Nachdem das Unternehmen seine Jahresprognose angehoben hatte, sieht Deutsche Bank Research weiterhin Kurspotenzial bis 85 EUR. Analyst Mengxian Sun mahnt jedoch vor zu viel Euphorie von Seiten der Anleger, obwohl einer der weltweit umsatzstärksten Hersteller von Wechselrichtern für Photovoltaikanlagen mit Netzeinspeisung und netzunabhängiger Einspeisung aus dem nordhessischen Niesetal zum dritten Mal in diesem Jahr seine Prognosen angehoben habe.

    Da Aufträge im dritten Quartal vermutlich schneller abgearbeitet worden seien, könnte es sich lediglich um eine Vorverlagerung von Umsatz und Gewinn aus den Folgequartalen in das dritte Jahresviertel handeln. Im laufenden Jahr könnte sich das zwar positiv auf den Gewinn auswirken, jedoch die Aussichten für 2024 schwächeln.

    SMA Solar hat vorläufige Zahlen für die ersten neun Monate des Jahres 2023 veröffentlicht, die einen deutlichen Anstieg im Konzernumsatz aufzeigen. Im Vergleich zum Vorjahr, bei dem das Unternehmen 724 Mio. EUR erlöste, steht eine deutliche Steigerung bei Umsätzen zwischen 1,335 Mrd. EUR und 1,345 Mrd. EUR zu Buche. Ebenso verzeichnet das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen mit 230 bis 235 Mio. EUR eine mehr als vierfache Steigerung gegenüber den 50 Mio. EUR im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

    Angesichts der positiven Entwicklung hat der Vorstand von SMA Solar die Prognosebandbreite für das Gesamtjahr 2023 angehoben. Nun wird ein Konzernumsatz zwischen 1,80 und 1,90 Mrd. EUR sowie ein EBITDA zwischen 285 und 325 Mio. EUR erwartet.


    Seit Monaten befinden sich die Aktien aus den Bereichen Wind, Sonne und Wasserstoff in einer scharfen Korrektur und markierten in großem Umfang neue Jahrestiefs. Im Hinblick auf die positiven Zukunftsaussichten und aufgrund der Unterstützung durch die Politik könnte sich hier eine langfristig aussichtsreiche Einstiegsgelegenheit ergeben.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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