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11.03.2024 | 05:10

Novo Nordisk, Defence Therapeutics, Bayer – Rally nach dem Ausbruch?

  • Biotechnologie
  • Märkte
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Bildquelle: pixabay.com

Die Biotechnologie wurde nach einem enttäuschenden Börsenjahr 2023 zu neuem Leben erweckt. Neben der Zinssenkungsphantasie, durch die besonders der kapitalintensive wie innovative Sektor profitieren dürfte, sollte die aktuelle Akquisitionswelle zu weiteren Kurssprüngen führen. Der breite Nasdaq Biotech-Index konnte seit Jahresanfang zwar lediglich eine Kurssteigerung von 3 % vorweisen, steht aber aktuell vor entscheidenden Widerstandsmarken. Sollten diese durchbrochen werden, könnte sich die Dynamik gen Norden beschleunigen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: NOVO NORDISK A/S | DK0062498333 , DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017

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Inhaltsverzeichnis:


    Novo Nordisk – Weiterer Impuls

    Nicht zu halten ist dagegen die Aktie des wertvollsten europäischen, börsennotierten Unternehmens. Seit Jahresanfang beträgt die Performance der Novo Nordisk-Aktie rund 30 %. Und mit der Meldung kurz vor Wochenschluss konnte ein weiterer Meilenstein vermeldet werden, der das Unternehmen in weit höhere Gefilde bugsieren könnte.

    Novo Nordisks Erfolgsmedikament Wegovy hat in den USA eine erweiterte Zulassung erhalten, die nun auch die Reduzierung des Risikos für Herzinfarkte und Schlaganfälle umfasst. Dieser Schritt könnte den Einsatz und die Versicherungsdeckung des populären Anti-Fettleibigkeitsmedikaments weiter erhöhen.
    Erstmals wurde ein Gewichtsreduktionsmittel auch für die Prävention von potenziell tödlichen kardiovaskulären Ereignissen genehmigt, wie die Food and Drug Administration FDA am Freitag mitteilte. Die erweiterte Zulassung unterstreicht nun die Auffassung, dass Wegovy einen signifikanten, messbaren Gesundheitsvorteil bietet, der über die reine Gewichtsreduktion hinausgehe.

    Die US-Bank J.P. Morgan hat für Novo Nordisk in ihrer aktuellen Studie ihr Kursziel von 127,38 EUR wiederholt. Das Anlageurteil wurde ebenso auf „Overweight“ belassen.

    Defence Therapeutics – Patent für AccuTOX®-Technologie

    Ein potenzieller Übernahmekandidat für Big Pharma ist der kanadische Biotechnologieinkubator im Bereich der Immunonkologie, Defence Therapeutics. Eine der herausragenden Gründe für eine mögliche Akquisition ist die vielseitig anwendbare und hochskalierbare Plattformtechnologie ACCUM®. Diese besitzt den USP, einen exakten Transport von Impfantigenen oder Antikörper-Wirkstoff-Konjugate in intakter Form zu den Zielzellen zu ermöglichen. Als Folge davon können eine verbesserte Effizienz und Wirksamkeit gegen schwere Erkrankungen wie Krebs und Infektionskrankheiten entwickelt werden.

    AccuTOX® stellt eine Optimierung des von Defence Therapeutics entwickelten Accum®-Moleküls und der zugehörigen Plattformtechnologie dar. Bereits Ende des vergangenen Jahres wurde der Zulassungsantrag der Phase-I-Studie eingereicht, bei der ein injizierbares Krebsmolekül zur Behandlung von soliden Krebstumoren verwendet wird und sich eine positive Reaktion auf den Krebstumor ergeben soll. Diese wurde bereits von der amerikanischen Gesundheitsbehörde genehmigt.

    Frisch über die Ticker lief nun, dass das US-amerikanische Patent- und Markenamt ein Patent für die AccuTOX®-Technologie erteilte. Dieses umfasst ein breites Spektrum an therapeutisch aktiven Molekülen, die die Grundlage der AccuTOX®-Plattform bilden. Defence Therapeutics wurden diese Exklusivrechte bis zum Ende des Jahres 2042 zugesprochen. Die bahnbrechende Entdeckung des Unternehmens zeigt auf, dass bestimmte Konjugate aus Gallensäure und Peptiden in ihrer ungebundenen Form in der Lage sind, den Zelltod bei Krebszellen auszulösen. Diese Effektivität bzw. die Einleitung des potenziellen Zelltodes wurde bei verschiedenen Krebszelltypen, einschließlich Zellen von Lungen-, Brust-, Darmkrebs sowie Melanom und Lymphomen, beobachtet.

    Bayer mit neuem Zwölfjahrestief

    Währen der deutsche Leitindex DAX erneut ein neues Allzeithoch markierte und geradeaus in Richtung der 18.000 Punktemarke marschiert, geht es für den Pharma- und Agrarriesen Bayer weiterhin in die umgekehrte Richtung. Mit 24,96 EUR markierten die Leverkusener in der abgelaufenen Woche mit 24,96 EUR gar ein neues Mehrjahrestief. Und die nächste markante Unterstützungszone liegt nicht mehr weit entfernt. Sollte die Bayer-Aktie den Bereich von 24,02 EUR, bzw. das Tief aus September 2011 nachhaltig durchbrechen, wäre ein anschließender Rutsch und ein Test der Marke von 20 EUR nicht auszuschließen.

    Für etwas Entlastung sorgte am Freitag die Nachricht, dass Bayer bei der Entwicklung einer Alternative zum Unkrautvernichter Glyphosat Fortschritte mache. "Wir testen diese neue Substanz schon an echten Pflanzen", sagte der Vorstandsvorsitzende Bill Anderson der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung FAZ. „Unser Ziel ist, das neue Produkt 2028, also bereits in vier Jahren, auf den Markt zu bringen." Es handele sich um die erste bahnbrechende Innovation auf diesem Gebiet seit 30 Jahren,“ gab der Vorstandsvorsitzende zu Protokoll.

    In Sachen Strategie erhielt der Firmenlenker zudem Zuspruch von Seiten eines Großaktionärs. Wie auf Reuters zu lesen war, erklärte David Herro vom Großaktionär Harris Associates, dass „Bill Anderson den absolut richtigen Weg geht, um die Wertschöpfung bei Bayer zu steigern.“ Es sei richtig, zunächst die drei Sparten des Leverkusener Pharma- und Agrarkonzerns verbessern zu wollen. "Sobald dies erreicht ist, besteht die Möglichkeit, die Unternehmensstruktur zu ändern. Es macht jedoch keinen Sinn, irgendetwas an der Struktur zu ändern, solange die Geschäfte nicht optimiert sind, da sonst andere, den Wertzuwachs ernten werden."


    Bayer ist auf dem Weg, eine Alternative zum umstrittenen Düngemittel Glyphosat zu entwickeln, jedoch bleiben die alten Probleme bestehen. Novo Nordisk konnte einen Meilenstein verkünden. Defence Therapeutics erhielt vom US-amerikanischen Patentamt ein Patent zum Schutz der AccuTOX®-Technologie.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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