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02.04.2026 | 04:15

Ölpreis-Schock als Chance: 100 % mit Nel ASA, A.H.T. Syngas und Plug Power

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Bildquelle: Pixabay

Tägliche neue Wasserstandsmeldungen zu den Fortschritten der Iran-Zähmung. Eigentlich hat Präsident Donald Trump bereits alle Kriegsziele erreicht wie er selbst behauptet, die Iraner sind aber für eine besiegte Nation noch erstaunlich selbstbewusst und trotzen der medialen Kommentierung ihrer Gesprächsbereitschaft. Derweil hat die Bundesregierung ein Benzinpreis-Gesetz auf den Weg gebracht. Seit dem 1. April ist das Maßnahmenpaket zur Preisdämpfung wirksam, um gegen die vielen täglichen Preiserhöhungen an den Tankstellen vorzugehen. Künftig ist eine Anpassung nur einmal täglich um 12:00 Uhr möglich, senken hingegen ist jederzeit erlaubt. Das Gesetz wurde nach einer gängigen Praxis in Österreich entworfen und soll mehr Transparenz und Stabilität liefern. Der Effekt gestaltete sich gestern jedoch anders: Obwohl der Brent-Spotpreis zu Mittag um 7 % tiefer lag und auch der EUR gegenüber dem USD zulegte, stiegen die Preise für Diesel in Deutschland auf ein neues Rekordhoch von über 2,30 EUR je Liter. Für Private wird es Zeit umzudenken, alternative Energien gibt es zuhauf. Wir schaffen einen Überblick.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: A.H.T. SYNGAS TECH. EO 1 | NL0010872388 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

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Inhaltsverzeichnis:


    Autarke Energie für die Industrie - AHT nutzt die Dynamik steigender Gaspreise

    Im aktuellen Umfeld macht ein GreenTech-Anbieter aus Deutschland von sich reden. Die Idee ist einfach: Mit einer innovativen Technologie zur Substitution von Erdgas schafft das Unternehmen dezentrale Energiesysteme. Der Markt dürfte in diesen Tagen aufhorchen, denn die Nahostkrise dürfte sehr bald auf die Rechnungen der lokalen Energieversorger durchschlagen. Im Fokus steht das sogenannte Synthesegas. In Branchenstudien wird diese Art der Gasgewinnung als ein sehr dynamisches Segment beschrieben, das bis zum Jahr 2035 überdurchschnittliche Wachstumsraten gegenüber der klassischen Gasnachfrage aufweisen dürfte. Kern der technologischen Plattform ist ein patentiertes Vergasungssystem, das unterschiedliche biogene Einsatzstoffe wie Holzreste oder landwirtschaftliche Nebenprodukte effizient in nutzbares Prozessgas umwandeln kann. Diese Anlagen sind modular aufgebaut und ermöglichen die gleichzeitige Bereitstellung von Strom, Wärme und Prozessenergie direkt am Industriestandort, wodurch Transportkosten und Energieverluste reduziert werden. Ein wesentlicher Effizienzhebel liegt in der Standardisierung der Anlagenmodelle, die zu kürzeren Projektlaufzeiten und geringeren Investitionskosten führt.

    Derzeit ist viel los in Overath. Denn strategisch befindet sich das Unternehmen in einer Transformation vom klassischen Anlagenbauer hin zu einem integrierten Energiedienstleister, der eigene Anlagen betreibt und Energie im Rahmen langfristiger Verträge verkauft. Dieses Contracting-Modell eröffnet die Möglichkeit stabiler, wiederkehrender Erlöse und wird intern mit Zielmargen von bis zu rund 19 % bewertet. Die Nachfrage nach solchen Lösungen steigt insbesondere seit den stark gestiegenen Energiepreisen, die viele mittelständische Unternehmen unter erheblichen Kostendruck setzen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Nutzung lokaler Reststoffe als günstige Energiequelle zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung.

    Besonders dynamisch entwickelt sich der polnische Markt, wo gemeinsam mit einem lokalen Partner derzeit etwa 17 Projekte in unterschiedlichen Entwicklungsphasen verfolgt werden. Für das laufende Geschäftsjahr wird erwartet, dass daraus Aufträge mit einem Volumen von bis zu 10 Mio. EUR generiert werden können, während bis zum Jahr 2029 ein kumuliertes Projektvolumen von mehr als 25 Mio. EUR angestrebt wird. Technologisch arbeitet das Unternehmen zusätzlich an Lösungen zur Produktion von Wasserstoff aus Biomasse, wobei eine containerisierte Prozesskette entwickelt wurde, die Restholz in hochreinen Wasserstoff umwandeln kann. Dieses Segment gilt als potenziell bedeutender Zukunftsmarkt, da Wasserstoff eine zentrale Rolle in der industriellen Dekarbonisierung einnimmt.

    Die finanzielle Basis wurde zuletzt im Januar durch eine vollständig platzierte Wandelanleihe in Höhe von rund 2 Mio. EUR gestärkt, wodurch ausreichend Liquidität für die Vorfinanzierung neuer Projekte geschaffen wurde. An der Börse wird das Unternehmen derzeit mit niedrigen 7 Mio. EUR bewertet. Viel zu niedrig angesichts der aktuellen Lage. Risikobewusste Investoren können daher noch günstig an Bord gehen, denn der alternative Energiemarkt dürfte sehr schnell höhere Taktzahlen produzieren.

    CEO Gero Ferges hat im Rahmen des 18. International Investment Forum seine Strategie genau erläutert. Hier geht´s zur Präsentation.

    https://youtu.be/-yOzaHHktoY

    Zwischen Hoffnung und Realität - Nel bleibt im Wasserstoffmarkt unter Druck

    Auch die norwegische Nel ASA spielt im Bereich alternative Energien eine bedeutende Rolle in der EU. Zwar ist die operative Lage wegen gekürzter EU-Budgets nicht himmelhochjauchzend, dennoch weiß man in Oslo, dass die Suche nach Ölsurrogaten auch in Helsinki Stopp macht. Aktuell hat Nel noch gut 1,7 Mrd. NOK in der Kasse, damit lässt sich das erwartete Umsatzvolumen von ca. 972 Mio. NOK noch gut vorfinanzieren. In der Direktionsetage ist man nach mehreren Kostenrunden schon entspannter, dennoch steigen die operativen Verluste noch leicht an. Leider konnten die erhofften Skaleneffekte bislang nicht wie geplant realisiert werden. Ein zentrales Problem ist die starke Abhängigkeit von Großprojekten, deren Umsetzung sich häufig verzögert. Analystenseitig überwiegt aktuell Skepsis, da bislang kein klares Gewinnwachstum erkennbar ist und die Branche insgesamt unter Investitionszurückhaltung leidet. So sprechen sich viele Experten lediglich für ein Halten oder sogar Verkaufen der Aktie aus, während klare Kaufempfehlungen fehlen. Auch das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel signalisiert mit 2,05 NOK sogar eine Minusrendite. Insgesamt ergibt sich das Bild eines technologisch gut positionierten Unternehmens, das jedoch mit strukturellen Marktproblemen und einer noch unzureichenden Monetarisierung seiner Lösungen kämpft.

    Plug Power – Die operative Durststrecke hält an

    Die Aktien des US-amerikanischen Wasserstoffkonzerns Plug Power gleichen einem JoJo. Nach drei erfolgreichen Kapitalmaßnahmen in 2025 konnte das Unternehmen im letzten Quartal erstmals ein positives Bruttoergebnis von 5,5 Mio. USD erzielen. Grundsätzlich reichen diese Fortschritte aber nicht aus, um die grundlegenden Probleme zu überwinden. Denn wie auch bei Nel liegt ein zentrales Risiko im drastisch gesunkenen Auftragsbestand, insbesondere im Bereich der Elektrolyseure, was die Wachstumsziele für 2026 zunehmend unrealistisch erscheinen lässt. Gleichzeitig ist die hohe Cashburnrate ein entscheidender Belastungsfaktor, da das Unternehmen weiterhin große Mengen an Kapital verbraucht und auch in 2026 wieder auf eine externe Finanzierung angewiesen sein wird. Diese Situation wird zusätzlich durch Verzögerungen bei staatlichen Fördermitteln verschärft. Denn trotz eines Umsatzwachstums von 13 % auf rund 710 Mio. USD im Jahr 2025 bleibt die Profitabilität in weiter Ferne, den Break-Even erwarten Analysten erst 2029. Immerhin liegt der Zielkurs-Konsens auf der Plattform LSEG Refinitiv noch 17 % höher als die letzte Notiz. Die Bewertungsspanne ist dabei ungewöhnlich breit und reicht von sehr pessimistischen bis hin zu moderat optimistischen Szenarien.

    Seit Dezember 2025 ist bei der Aktie von A.H.T. Syngas ein starker Aufschwung messbar. Die Aktie konnte sich mehr als verdoppeln und befindet sich gerade in einer Phase der Konsolidierung. Für Neueinsteiger und Nachkäufer ein gefundenes Fressen. Quelle: LSEG Refinitiv vom 01.04.2026

    Das Jahr 2026 liefert in der Breite noch keine dicken Plusrenditen. Vielmehr konsolidieren die gut gelaufenen Segmente aus 2025 weiter. Aktuell scheinen aber auch die Ölwerte etwas ausgepowert, was den Blick wieder auf die Alternativen lenkt. Anleger sollten daher Gewehr bei Fuß stehen und das zu erwartende Momentum mitreiten. Wenn es kommt, geht es wieder schnell!


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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