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17.05.2023 | 06:00

Plug Power, Almonty Industries, Rock Tech Lithium – Mangelsituationen ausnutzen

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Bildquelle: pixabay.com

Der Ukraine Konflikt hat gezeigt, wie abhängig Europa von russischen Energie Exporten ist. In Zukunft soll grüner Wasserstoff diese Lücke schließen. Die Abhängigkeit der westlichen Staaten beschränkt sich jedoch nicht nur auf den Energiemarkt. Es gibt etliche kritische Rohstoffe, bei denen der Großteil des Angebots aus China stammt. Hier sind vor allem Seltene Erden und Wolfram zu nennen. Die Spannungen zwischen den USA und China nehmen aufgrund des Taiwan Streits und den Aktivitäten der BRICS-Staaten zu. Auch bei der Elektromobilität gibt es Engpässe bei veredeltem Lithium, sprich Lithiumkarbonat und Lithiumhydroxid. Will man als Anleger von diesen Mangelerscheinungen profitieren sollte man auf Unternehmen setzen, die nicht zwischen den Fronten stehen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , ROCK TECH LITHIUM | CA77273P2017

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Inhaltsverzeichnis:


    Plug Power – Quartalszahlen erneut enttäuschend

    Plug Power, ein führender Anbieter von Wasserstoff-Brennstoffzellensystemen, hat letzte Woche enttäuschende Quartalsergebnisse vorgelegt. Während die Einnahmen in Höhe von 210,3 Mio. USD die Erwartungen übertrafen, blieb die Margenentwicklung glanzlos. Der Umsatz mit Brennstoffzellensystemen ging deutlich zurück, während der Umsatz mit Elektrolyseuren anstieg. Die schwachen Bruttomargen von Plug Power im Produktbereich sind in erster Linie auf Anlaufkosten und Gewährleistungskosten zurückzuführen. Die Servicemargen sind nach wie vor weit von der Gewinnschwelle entfernt und die Bruttomarge des Segments verschlechterte sich.

    Die Analysten hatten mit einem Verlust von 0,26 USD je Aktie gerechnet, doch der fiel 0,09 USD höher aus. Zusätzlich ist das Unternehmen mit einer Klage wegen angeblicher Veruntreuung von Geschäftsgeheimnissen konfrontiert. Auch einige Projekte weisen Verzögerungen auf. Die Liquidität hat sich weiter verschlechtert. Plug Power prüft verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten, aber es ist unwahrscheinlich, dass es eine kurzfristige Finanzierung erhält. Um die Prognose für das laufende Jahr zu erreichen, muss das Unternehmen in allen Bereichen zulegen.

    Und man sollte nicht vergessen, dass schon im vergangenen Jahr die angepeilten Ziele trotz Prognosesenkungen nicht erreicht werden konnten. So ergibt sich ein gefährlicher Mix aus Vertrauensverlust, schwachen Margen und ständig sinkenden Cash-Beständen, die das Unternehmen Ende des Jahres in Bedrängnis bringen könnten. Dabei sind die Aussichten für Wasserstoffunternehmen in den kommenden Jahren hervorragend. Doch der Ausblick hilft der Aktie momentan nicht weiter. Es wurde ein mehrjähriges Tief mit 7,39 USD erreicht. Aktuell handelt die Aktie bei 7,85 USD. Man sollte eine Finanzierung abwarten, bevor man ein Investment eingeht.

    Almonty Industries – Mine in Spanien geht in Produktion

    Almonty Industries ist auf Wolfram spezialisiert. Neben den bekannten Anwendungsgebieten in der Rüstungsindustrie oder dem Chipmarkt rückte zuletzt Wolframoxid in den Fokus, da es eine neue Entwicklungsstufe bei Batterieanwendungen einläuten könnte. Derzeit hat das Unternehmen eine produzierende Wolframmine namens Panasqueira in Portugal. Insgesamt umfasst das Portfolio 4 Projekte. Am 15. Mai gab das Unternehmen bekannt, dass es die Mine Los Santos in Spanien unter Verwendung seiner für die Wolframmine Sangdong entwickelten Flotationstechnologie wieder in Betrieb nehmen will. Der Produktionsstart soll im 3. Quartal erfolgen, sofern die Flotationsanlagen rechtzeitig geliefert werden. Pro Jahr erwartet man 800.000 metrische Tonnen Wolframoxid. Das sollte sich deutlich auf die Einnahmen und Erträge auswirken.

    Los Santos Mine Quelle: Almonty Industries

    Das Flaggschiff des Unternehmens bleibt die Sangdong Mine in Südkorea, die voraussichtlich 30 % des globalen Wolframangebots liefern wird. Auf dem International Investment Forum Anfang Mai informierte CEO Lewis Black über die laufenden Bauarbeiten. Diese verlaufen planmäßig und die Inbetriebnahme ist für das zweite Quartal 2024 geplant. Mittlerweile sind alle nötigen Teile entweder vor Ort oder bereits auf dem Weg. Parallel arbeitet man an Phase 2 des Projekts, die eine Erweiterung der Produktion auf 1,2 Mio. t und den Bau einer Wolframoxid-Anlage vorsieht. Das ist auf die steigende Nachfrage, insbesondere im Verteidigungssektor und durch Halbleiter in Korea, zurückzuführen. Die Wolframoxid Anlage soll 2026 in Betrieb gehen.

    Almonty will in naher Zukunft zusätzliches Kapital einsammeln, um die Arbeit an Wolframoxid zu beschleunigen. Denn sollte sich das Material in Kathode und Anode von Batterien durchsetzen, wird der Bedarf riesig sein. Der Wolframpreis steigt seit 2020 und liegt deutlich über den bereits verhandelten Abnahmeverträgen, die einen Mindestpreis von 235 USD vorsehen - ohne obere Preisbegrenzung. Die Aktie hat bei 0,60 CAD einen Supportbereich bis 0,54 CAD ausgearbeitet, der auf Wochenbasis bereits 8-mal getestet wurde. Derzeit steht der Aktienpreis bei 0,62 CAD und die Aktie muss, sobald die Sangdong Mine ihren Betrieb aufnimmt, neu bewertet werden.

    Rock Tech Lithium – Wirtschaftlichkeit des Konverters höher als angenommen

    Seitdem die Automobilindustrie das Aus des Verbrenners beschlossen hat und auf Elektroautos setzt, hat ein Run auf Lithium eingesetzt. Doch Lithium wird erst durch die Veredelung batteriefähig. Das hat Rock Tech Lithium schon früh erkannt und ist dabei in Guben, Deutschland, den ersten Lithiumhydroxid-Konverter in Europa zu bauen. Ende März erfolgte der erste Spatenstich, bei dem allerhand Prominenz anwesend war, allen voran Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Am 15. Mai konnte das Unternehmen die letzte technische Studie für den Bau fertigstellen.

    Aus dieser Front-End-Loading-Studie Stufe 3 geht hervor, dass die Wirtschaftlichkeit des Konverters im Vergleich zur letzten Bankable Project Study um satte 43 % gestiegen ist. Der Kapitalwert nach Steuern bei einem Abzinsungsfaktor von 8 % liegt bei 1.194 Mio. EUR. Man geht von einem jährlichen EBITDA von 293 Mio. EUR und einem Cashflow nach Steuern von 188 Mio. EUR bei einem Durchschnittspreis von 31.771 USD pro t Lithiumhydroxid aus. Die Produktion soll im 1. Quartal 2026 starten. Die Deutsche Bank ist nun beauftragt, die Finanzierung zu finalisieren. Das ist derzeit das letzte fehlende Puzzlestück.

    Parallel will man das Ressourcenpotential des firmeneigenen Georgia Lake Projekts erweitern. Dazu hat man im März bereits ein Diamantbohrgerät mobilisiert, dass insgesamt 3.500 m bohren soll. Ergebnisse liegen dazu bisher nicht vor. Seit Mitte Oktober befindet sich die Aktie in einer Range von 1,99 CAD und 3,73 CAD. Aktuell zahlt man für einen Anteilsschein 2,33 CAD. Das Tief bei 1,99 CAD ist auf die Tax-Loss Season zurückzuführen. Seitdem wartet der Markt auf den erlösenden Impuls, dass die Finanzierung gesichert ist.


    Energie ist knapp, bei etlichen Rohstoffen besteht eine Abhängigkeit von China und der Nachschub von veredeltem Lithium ist noch lange nicht sichergestellt. Die westliche Welt benötigt Alternativen, sollten die Brics-Staaten sich mehr abgrenzen. Plug Power gehört zu den größten Playern im Wasserstoffbereich, aber die PS kommen nicht auf die Straße und so geht langsam das Geld aus. Almonty Industries ist mitten im Bau der größten Wolframmine außerhalb Chinas. Mit Wolframoxid steht schon eine Erweiterung des Projekts in den Startlöchern und die Finanzierung von Phase 1 ist bereits sichergestellt. An der Finanzierung hapert es noch bei Rock Tech Lithium. Sobald hier Sicherheit besteht, wird die Aktie zünden.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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