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26.08.2024 | 06:00

Plug Power, First Hydrogen, thyssenkrupp nucera – Vervielfachungen wie nach der Dotcom Zeit möglich?

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Bildquelle: pixabay.com

Die aktuelle Wasserstoffbranche erinnert stark an die Dotcom Zeit: Damals galten viele Internetaktien als vorübergehende Luftnummern, doch einige überlebten und prosperierten, wie das Beispiel Amazon zeigt. Als die Dotcom-Blase platzte, ging Amazon gestärkt hervor und entwickelte sich zu einem globalen Wirtschaftsgiganten. Ähnlich wie bei den frühen Internetunternehmen gibt es auch heute zahlreiche Skeptiker, die den langfristigen Erfolg der Wasserstofftechnologie infrage stellen. Doch die Geschichte lehrt uns, dass inmitten vieler Fehlschläge einige Perlen auftreten können, die die Branche revolutionieren und langfristigen Wert schaffen. Wir haben uns drei mögliche Kandidaten angesehen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , THYSSENKRUPP NUCERA AG & CO KGAA | DE000NCA0001

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Inhaltsverzeichnis:


    Plug Power - finanzielle Performance und Marktperspektiven

    Die USA investieren kräftig in den Wasserstoffsektor, was Firmen wie Plug Power beflügelt. Trotzdem sind die Finanzzahlen von einem der führenden Anbieter von Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie im 2. Quartal enttäuschend. Das Unternehmen erzielte einen Umsatz von 143,4 Mio. USD, verfehlte damit jedoch die Erwartungen der Analysten, die bei 186 Mio. USD lagen. Zudem meldete Plug Power einen Nettoverlust von 0,36 USD pro Aktie und überschritt damit die erwarteten Verluste von 0,30 USD pro Aktie erheblich. Um seine Liquidität zu verbessern, hat Plug Power kürzlich Kapital aufgenommen.

    Trotz der verfehlten Umsatz- und Gewinnprognosen zeigt Plug Power Verbesserungen in anderen wichtigen Bereichen. Besonders erwähnenswert ist die Verringerung der Bruttomargenverluste im Kraftstoffverkauf, die von 220 % im ersten Quartal auf 95 % im zweiten Quartal gesenkt wurden. Dies zeigt, dass das Unternehmen in diesem Segment Effizienzsteigerungen erzielt hat. Zugleich konnte Plug Power im Elektolyseurgeschäft signifikante Fortschritte verzeichnen. Die Einnahmen in diesem Bereich stiegen im zweiten Quartal auf 15 Mio. USD, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den 7 Mio. USD im Vorjahreszeitraum. Daher zeigt sich Plug Power auch in Bezug auf die zukünftigen Marktchancen optimistisch.

    Das Unternehmen prognostiziert, dass es in den nächsten ein bis zwei Jahren 320 Mio. USD Umsatz im Elektrolyseursegment erzielen wird. Diese positiven Aussichten werden durch ambitionierte Projekte unterstützt, einschließlich der Eröffnung einer neuen grünen Wasserstoffanlage in Louisiana bis Ende des Jahres sowie weiterer Anlagen in Texas und New York. Analysten erwarten zudem, dass Plug Power im nächsten Jahr einen Umsatz von 1,25 Mrd. USD erreichen wird, was auf ein starkes Wachstumspotenzial hinweist, trotz der aktuellen finanziellen Herausforderungen. Plug Power bleibt ein zentraler Akteur im wachsenden Markt für grüne Wasserstofftechnologie auch wenn der Aktienkurs von 2,20 USD eine Enttäuschung ist.

    First Hydrogen – Wasserstoffantrieb für leichte Nutzfahrzeuge

    First Hydrogen, ein innovatives Unternehmen mit Sitz in Kanada und Großbritannien, hat sich auf die Entwicklung und Produktion von wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen-Nutzfahrzeugen (FCEV) nach dem Best-of-Ansatz spezialisiert. Neben der Fahrzeugproduktion plant das Unternehmen den Ausbau der Tankstelleninfrastruktur für grünen Wasserstoff. Nach erfolgreichen Alltagstests in Großbritannien, unter anderem bei Wales and West Utilities und Amazon, steht First Hydrogen nun vor der Herausforderung, erste Großbestellungen zu sichern. Durch den Einbau seiner Antriebsstränge in bewährte deutsche Kleintransporter soll eine schnelle Markteinführung gewährleistet werden. Die Preise in diesem Segment haben zuletzt auch deutlich angezogen und beginnen bei etwa 35.000 EUR. Allein in Europa wurden 2023 rund 1,9 Mio. Transporter gekauft.

    Um Europa und den internationalen Markt zu erobern, wird das erfolgreiche FCEV-Modell von First Hydrogen derzeit auf Linkslenkung umgestellt. Diese Anpassung eröffnet potenziellen Kunden in wichtigen Märkten wie Europa, den USA und Mexiko die Möglichkeit, die Fahrzeuge zu testen. Besonders Kalifornien, das kürzlich ein neues Wasserstoffzentrum mit staatlicher Förderung von 1,2 Mrd. USD eröffnet hat, steht dabei im Fokus. Die Umsetzung der Linkslenkung ist ein strategischer Schritt, um die globale Reichweite des Unternehmens zu erhöhen und sich auf den wachsenden Bedarf an grüner Wasserstofftechnologie einzustellen.

    Die zukünftigen Perspektiven für First Hydrogen sind angesichts der globalen Bemühungen zur Reduzierung von CO2-Emissionen vielversprechend. Die jüngste Ankündigung des britischen Premierministers zur Förderung erneuerbarer Energien und einem grünen Wasserstoffsektor stärkt das Unternehmen zusätzlich. Darüber hinaus prognostizieren Studien einen erhöhten Bedarf an grünem Wasserstoff, insbesondere in Deutschland. Die derzeitig Marktkapitalisierung liegt bei lediglich 29,5 Mio. CAD. Durch die geringe Bewertung und die positiven Testergebnisse könnte das Unternehmen in den Fokus von großen Autobauern geraten. Die Aktie notiert aktuell bei 0,41 CAD.

    thyssenkrupp nucera – bleibt profitabel

    thyssenkrupp nucera hat von der Bundesregierung und weiteren staatlichen Stellen substanzielle Förderungen erhalten. Das US-Energieministerium stellt 50 Mio. USD bereit, um die Produktion von sauberem Wasserstoff und Elektrolyseuren voranzutreiben. Diese Initiative zielt darauf ab, die Präsenz des Unternehmens im nordamerikanischen Wasserstoffmarkt zu stärken und eine automatisierte Pilotmontagelinie zu entwickeln. Zudem erhält thyssenkrupp Steel, ein Schwesterunternehmen, rund 2 Mrd. EUR für das Dekarbonisierungsprojekt "tkH2Steel". Eine europäische Förderung in Höhe von bis zu 6,9 Mrd. EUR für Wasserstoffprojekte könnte ebenfalls erhebliche Mittel für das Unternehmen beinhalten.

    Im 3. Quartal 2023/2024 verzeichnete thyssenkrupp nucera trotz eines schwierigen Marktumfelds ein starkes Wachstum. Der Auftragseingang stieg um 12 % auf 271,3 Mio. EUR, wobei die Wasserelektrolyse-Technologie einen erheblichen Beitrag leistete. Der Umsatz erhöhte sich um 26 % auf 235,7 Mio. EUR, was vor allem auf die erfolgreiche Umsetzung von Chlor-Alkali- und Wasserelektrolyse-Projekten zurückzuführen ist. Allerdings ging das EBITDA um 78 % zurück. Trotzdem blieb man profitabel. Einer der Gründe für den Rückgang sind die Investitionen in Forschung und Entwicklung, um seine Wettbewerbsposition zu stärken. Trotz hoher Vorlaufkosten bleibt die finanzielle Stabilität gesichert, und die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr wurde bestätigt.

    Anfang August wurde der Konzern von TA’ZIZ mit dem Bau einer groß angelegten Chlor-Alkali-Anlage in Al Ruwais Industrial City, Abu Dhabi, beauftragt. Das Projekt, das eine der größten Anlagen seiner Art weltweit umfasst, soll die steigende Nachfrage nach Chlor, Natronlauge und PVC decken. Die Anlage soll jährlich 500.000 t PVC und 796.000 t Natronlauge produzieren. Diese Partnerschaft unterstreicht die Marktführerschaft von thyssenkrupp nucera im Bereich der Elektrolyse-Technologie und könnte die VAE zu einem wichtigen Spieler auf dem globalen PVC-Markt machen. Die Aktie konnte von den neuesten Meldungen nur leicht profitieren und ging am Freitag mit 9,175 EUR aus dem Xetrahandel.


    In der faszinierenden Welt der Wasserstofftechnologie zeigen Plug Power, First Hydrogen und thyssenkrupp nucera vielversprechende Ansätze, trotz aktueller Herausforderungen. Plug Power konnte signifikante Fortschritte im Elektrolyseurgeschäft verzeichnen und plant eine starke Expansion, obwohl die finanziellen Kennzahlen derzeit enttäuschen. First Hydrogen setzt erfolgreich auf innovative Nutzfahrzeuge mit Wasserstoffantrieb und erweitert seine Marktreichweite durch strategische Anpassungen. thyssenkrupp nucera bleibt profitabel und profitiert von wichtigen staatlichen Förderungen, wobei große Projekte wie in Abu Dhabi die internationale Präsenz stärken. Insgesamt besteht erhebliches Potenzial für nachhaltiges Wachstum in der Wasserstoffwirtschaft.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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