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02.12.2021 | 05:10

Steinhoff, Triumph Gold, JinkoSolar – Auf Messers Schneide

  • Märkte
  • Gold
Bildquelle: pixabay.com

Der DAX war kurz davor, unter die mehrfach erfolgreich getestete Marke von 15.000 Punkten zu fallen. Nerven der Händler und Vermögensverwalter wurden in Hinblick auf einen drohenden Abverkauf beim Leitindex auf die Probe gestellt. Dann drehte der Markt, das Chartbild hellte sich deutlich auf. Die Chancen auf einen versöhnlichen Jahresausklang sind weiter vorhanden, auch weil von Seiten der Wissenschaft zumindest ein wenig Zuversicht zur Omikron-Variante versprüht wurde.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: TRIUMPH GOLD CORP. | CA8968121043 , BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , STEINHOFF INT.HLDG.EO-_50 | NL0011375019

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Inhaltsverzeichnis:


    Gold weiter im Korridor

    Schwierige Zeiten erleben im Moment die Anhänger von Edelmetallen. Gold als Krisenwährung oder Inflationsschutz? Historisch war dies zumindest so, doch aktuell scheint diese Legende im Zeitalter von historischen Staatsverschuldungen, stark wachsenden Inflationsraten oder Ausbrüchen von neuen Virus-Varianten nicht mehr zu gelten. Auffällig war die Bewegung am vergangenen Freitag, als Dow, DAX und Co. nach der panikartigen Verkündung der Omikron-Variante, die sich von Südafrika aus in die ganze Welt verbreitet, in den Keller rutschten. Jeder Anleger, der sich länger mit Gold befasst, hätte eigentlich an diesem Tag mit einer Explosion des Basispreises gerechnet. Das Ergebnis war ein mickriges Plus und ein kurzfristiger Satz über den Widerstand bei 1.800 USD je Unze, der jedoch im Handelsverlauf wieder abverkauft wurde.

    Temporäres wird dauerhaftes Problem

    Nein, der Chart des gelben Edelmetalls ist noch nicht saube. Kurzfristig droht, sollte Gold noch einmal unter die Marke von 1.750 USD je Unze fallen, der Test des Jahrestiefs bei 1.680 USD. Die Anlageklasse führt aktuell noch ein Schattendasein. Mit Aktien oder Kryptowährungen ist nach Meinung der Anleger eine größere Rendite zu erzielen. Doch Vorsicht, das Bild dürfte sich langfristig ändern. Spätestens dann, wenn die Notenbanken ihre Wortwahl von „temporäre“ oder vorübergehende auf „dauerhafte“ Inflation verändern. Der Spielraum der Währungshüter ist begrenzt. Zinserhöhungen in größerem Stil, die die Preissteigerungen wirklich drosseln könnten, sind kaum möglich, dieses Szenario würde bei verschuldeten Staaten oder Instituten einem Kollaps gleichkommen.

    Aus diesen Gründen sollten Anleger den Markt genau beobachten und bei weiter fallendem Goldpreis antizyklisch Positionen in physischem Gold oder Goldminenaktien aufbauen. Langfristig sehen Analysten und Experten der Branche das gelbe Edelmetall auf neue Höhen steigen. Die größten Produzenten Newmont und Barrick Gold gehören hier zum Basisinvestment. Bei dem Explorationsunternehmen Triumph Gold bietet sich nach der massiven Korrektur der letzten drei Jahre eine interessante Rebound-Chance, vor allem in Hinblick darauf, dass die zuletzt veröffentlichten Ergebnisse mehr als optimistisch für die Zukunft stimmen. Der Börsenwert der Kanadier liegt gerade einmal noch bei 11,82 Mio. EUR.

    Solide Entwicklung

    Der Schwerpunkt der Arbeiten findet im bergbaufreundlichen Yukon statt. Von einem erfahrenen Management geführt, befasst sich Triumph Gold mit der aktiven Entwicklung des Projekts Freegold Mountain mit Hilfe multi-disziplinärer Explorations- und Bewertungstechnologien. Das 100% in Besitz befindliche Projekt ist mit einer erstklassigen Infrastruktur ausgestattet und beherbergt drei Mineralvorkommen gemäß National Instrument 43-101, Nucleus, Revenue und Tinta Hill. Überdies besitzt das Explorations-Unternehmen 100% der Kupfer-Gold-Grundstücke Big Creek und Tad/Toro, in der Nähe des Freegold Mountain-Projekts.

    Bereits im September schloss Triumph Gold ein zehn Löcher umfassendes Bohrprogramm mit insgesamt 6.615m Bohrtiefe ab. Dabei stimmen die ersten veröffentlichten Teilergebnisse optimistisch für die Zukunft. Die vier ausgewerteten Bohrlöcher haben eine Bohrtiefe von 2.154m und das beste Ergebnis fand sich im Bohrkern des Bohrloches RVD21-03. Die chemische Auswertung kam vom Labor ALS Global und ermittelte auf einer Bohrstrecke von sehr langen 80,5m Goldäquivalente von 1,98 g/t. Diese Goldäquivalente setzen sich zusammen aus 1,52 g/t Gold, 3,74 g/t Silber, 0,18 g/t Kupfer sowie Spuren von Molybdän und Wolfram.

    Für das Gesamtjahr sind insgesamt 8.000 Bohrmeter vorgesehen. Außerdem dürften die restlichen Ergebnisse der fehlenden 6 Bohrlöcher verkündet werden. Triumph Gold wird aktuell von den Anlegern kaum beachtet. Bei einem nachhaltig steigenden Goldpreis könnte genau bei solchen Werten die Chance auf eine Outperformance gegenüber dem allgemeinen Goldmarkt liegen.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt

    Auch beim Handelskonzern Steinhoff läuft es, betrachtet man die letzten Quartalsergebnisse der Tochterunternehmen wie Pepkor, operativ solide. Jedoch bedrohen die Altlasten immer noch die Existenz des Deutsch-Südafrikanischen Unternehmens. Die Unsicherheit spiegelt sich auch am hochvolatilen Aktienkurs wider. Nach Höchstkursen bei 0,23 EUR fiel der Wert erneut auf sein Ausbruchsniveau zurück. Der Grund war der Antrag der ehemaligen Tekkie Town-Besitzer auf Liquidation des Steinhoff-Konzerns.

    Aufgrund des Antrages auf Liquidation, ruht parallel die Entscheidung über den Vergleich beim Western Cape High Court bis vorerst Ende Januar. Die gestern vermeldete Strategie des Aufsichtsrates in Hinblick auf die Vergütung des Managements lässt jedoch die bestehenden Aktionäre hoffen, dass es aufwärts geht mit dem gebeutelten Handelskonzern. Das Supervisory Board will auf der nächsten Generalversammlung ein Optionsprogramm mit Steinhoff-Aktien für das Management vorschlagen. Dies würde nur einen Sinn für das neue Management ergeben, wenn diese Aktien irgendwann einen Wert besitzen. Im Falle eines Scheiterns würde die neue Führungsebene somit leer ausgehen.

    Aktienoptionsprogramm hin oder her. Die Entscheidung fällt, wie sich das Gericht in Südafrika entscheidet. Liquidation ja oder nein. Aufgrund dessen gleicht ein Investment in Steinhoff immer noch einem Glücksspiel.


    Der DAX drehte nach dem Ausverkauf pünktlich vor der 15.000 EUR-Marke, das Chartbild hellt sich in Bezug auf einen versöhnlichen Jahresausklang wieder auf. Gold konnte trotz guten Voraussetzungen nicht profitieren, dürfte sich jedoch auf lange Sicht durchsetzen. Barrick Gold als Produzent und Triumph Gold bieten hier gute Chancen auf eine Outperformance. Steinhoff bleibt ein Glücksspiel.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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    Lexikon:

    1. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

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