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18.09.2025 | 05:00

Stoffwechsel verstehen, Rendite generieren: Vidac Pharma, Roche, AstraZeneca

  • Biotech
  • Pharma
  • Krebs
Bildquelle: KI

In der Forschung nach neuen Wirkstoffen gegen Krankheiten ist man sich einig: Den einen heiligen Gral wird man voraussichtlich nicht finden. Es sind die schrittweisen Verbesserungen und die Kombinationstherapien, die bei komplexen Krankheitsbildern, wie etwa Krebs, Fortschritte versprechen. Der Zellstoffwechsel gilt als ein vielversprechender Ansatz, etwa bei Krebs – kommt der Stoffwechsel zum Erliegen, stirbt die Krebszelle. Wir stellen aktuelle Ansätze vor und behandeln dabei auch ein Biotechnologieunternehmen, das sich ganz dem Zellstoffwechsel verschrieben hat.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619 , ROCHE HLDG AG INH. SF 1 | CH0012032113 , ASTRAZENECA PLC DL-_25 | GB0009895292

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Inhaltsverzeichnis:


    Roche geht dahin, wo es sich lohnt

    Sich an den großen, langfristigen Trends auszurichten macht für Unternehmen Sinn. Gerade im Gesundheitssektor sind die Herausforderungen klar: Krebs, kardiovaskuläre Erkrankungen und die Neurologie gelten innerhalb der Branche als Wachstumsfelder. Das Schweizer Unternehmen Roche adressiert diese drei Bereiche, die bis 2035 rund 50 % der gesamten Krankheitslast ausmachen werden, gezielt. Zuletzt stiegen die Quartalsumsätze um 6 % auf 15,4 Mrd. CHF. Treiber waren vor allem die Blockbuster Phesgo (Brustkrebs), Vabysmo (Augen) und Hemlibra (Hämophilie). Auch die Diagnostik-Sparte von Roche zeigte sich trotz des allgemeinen Preisdrucks stabil.

    Ansätze, die auf den menschlichen Stoffwechsel abzielen, verfolgt das stark von Forschung und Entwicklung getriebene Schweizer Unternehmen vor allem in den Bereichen kardiovaskuläre Erkrankungen und Adipositas. Dazu hat sich Roche Partner gesucht. Gemeinsam mit Zealand Pharma treibt Roche etwa eine Amylin-Analog-Therapie voran, die auf eine Kombination mit dem Roche-Wirkstoff CT-388 setzt und die Gewichtsabnahme fördern soll. Auch die Wirkung bei Diabetes und Fettleber wird im Zusammenhang mit dem Projekt näher untersucht.

    AstraZeneca: Onkologie als Schwerpunkt

    Auch AstraZeneca denkt beim Stoffwechsel in erster Linie an Präparate gegen Adipositas – den größten Umsatz macht aktuell der SGLT2-Inhibitor Farxiga. In der Pipeline sind aber auch orale GLP-1-Agonisten (AZD5004, Phase II), duale Peptid-Agonisten (GLP-1/Amylin: AZD9550+AZD6234 Phase II) und Therapien für chronisches Gewichtsmanagement. Wichtigstes Wachstumsfeld bleibt für AstraZeneca jedoch die Onkologie, deren Umsatz mit 18 % im vergangenen Quartal deutlicher zulegen konnte, als auf Konzernebene (+12 %).

    Ein Unternehmen, das den Stoffwechsel innerhalb der Zelle ins Visier nimmt, ist das Biotech Vidac Pharma. Das Unternehmen entwickelt onko-dermatologische Wirkstoffe und setzt dabei auf die Umkehrung des Warburg-Effekts. Krebszellen haben einen veränderten Energiestoffwechsel: Statt effizient Energie zu gewinnen, setzen sie bevorzugt auf die schnelle Vergärung von Glukose (sogenannter Warburg-Effekt). Dadurch verbrauchen sie große Mengen Zucker und treiben ihr eigenes Wachstum voran. Vidac Pharma entwickelt neuartige Wirkstoffe, die gezielt das Enzym Hexokinase-2 (HK2) von den Mitochondrien lösen. Auf diese Weise soll der krankhafte Stoffwechsel der Krebszellen wieder in geordnete Bahnen gelenkt werden. Das Ziel: die unkontrollierte Zellteilung stoppen und den natürlichen Zelltod der Krebszellen wieder ermöglichen.

    Vidac Pharma manipuliert den Zellstoffwechsel von Krebszellen

    Inzwischen ist man sich in der Forschung zwar einig, dass diese Umkehrung des Warburg-Effekts nicht so funktioniert, wie beispielsweise ein Lichtschalter, den man einfach ausknipst, Studien aber belegen durchaus beeindruckende Erfolge auf verschiedenen Ebenen. Vidac Pharma verfügt derzeit über zwei vielversprechende Wirkstoffkandidaten: eine topische Salbe gegen Hautkrebs, die sich bereits in Phase 2 der klinischen Entwicklung befindet, sowie einen Wirkstoff gegen solide Tumore. Besonders die Salbe hat früh starke Ergebnisse gezeigt. In einer offenen Studie mit Patienten im frühen Stadium eines kutanen T-Zell-Lymphoms (CTCL, Stadium I) sprachen 56 % der Teilnehmer auf die Behandlung an. Davon erreichten 22 % innerhalb von acht Wochen eine vollständige Remission, während bei 34 % nach acht bis zwölf Wochen eine teilweise Rückbildung der Tumore zu beobachten war. Bemerkenswert: Bei allen Studienteilnehmern blieb die Krankheit über mindestens vier Monate stabil – der Krebs zeigte in dieser Zeit kein weiteres Wachstum.

    Auch beim Wirkstoff, den Vidac Pharma gegen solide Tumore (Leber- und Darmkrebs) entwickelt, gab es positive Entwicklungen: Ein Fachartikel unterstreicht, dass der von Vidac entwickelte Wirkstoff sowohl als eigenständige Therapie als auch als Kombinationspräparat eingesetzt werden kann. Die Untersuchung zeigte, dass der Wirkstoff den Warburg-Effekt umkehrt, den programmierten Zelltod wiederherstellen kann und zusätzlich innerhalb kranker Zellen eine Mikroumgebung schaffen kann, die die Wirksamkeit von Chemotherapeutika erhöht sowie eine pro-immune Reaktion fördert.

    Vidac Pharma: In viele Richtungen anschlussfähig

    Trotz dieser positiven Entwicklungen und optimistischer Analystenkommentare, die die Aktie zuletzt im August zum Kauf empfohlen haben, läuft die Aktie von Vidac Pharma seitwärts. Für Anleger bietet diese Marktphase die Chance, sich intensiver mit dem Warburg-Effekt und den aktuellen Therapieansätzen zu befassen. Auch wenn das Thema „Stoffwechsel“ bei Roche und AstraZeneca in erster Linie im Zusammenhang mit Diät-Präparaten genannt wird, haben beide Konzerne doch auch Onkologie-Produkte. Da der Ansatz von Vidac Pharma synergistisch wirken kann, bieten sich zahlreiche Anknüpfungspunkte.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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