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27.10.2020 | 05:50

Tesla, Steinhoff, B-A-L Germany – Wer kommuniziert am besten?

  • Investor Relations
Bildquelle: pixabay.com

Unter den börsennotierten Unternehmen gibt es unterschiedliche Verhaltensweisen im Umgang mit der Öffentlichkeit. Manche scheuen sich, viel über ihr Geschäftsmodell preiszugeben, weil sie die Konkurrenz fürchten und Nachahmer heraufbeschwören. Andere haben eigentlich gar nicht viel zu erzählen, weil sie nur ein Produkt produzieren, keine eigene IR-Abteilung beschäftigen und sonst eher die Stille lieben. Dann gibt es aber auch Firmen die offensichtlich jeden Tag eine Meldung parat haben und die Anleger förmlich an ihren Lippen kleben lassen, welche bahnbrechende News nun schon wieder über den Äther geht. Sie sind meist hochbewertet und segeln mit ihrer Notiz auf der Euphoriewelle der Spekulanten. Der Kapitalmarkt kennt diese Rituale, sie sind Teil des Geschäfts, fremdes Geld für eigene Zwecke einzuwerben, zu investieren und im besten Fall später eine Gewinnbeteiligung auszuschütten. Oder auch nich, z.B. im Falle von Wirecard wurden die Anleger mit Aussagen über die Geschäftsentwicklung sogar systematisch betrogen. Hier sollten die Richter ein Zeichen setzen, sofern man an die Drahtzieher überhaupt rankommt.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. | Autor: Mario Hose
ISIN: DE000A2NBN90 , US88160R1014 , NL0011375019

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Der Autor

Mario Hose

In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.

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TESLA – Aktie auf Höchstniveau, wo bleibt die Realität?

Tesla ist ein faszinierender Börsen-Shooting-Star, geführt von einem schillernden Visionär, der auch in schwierigen Lagen immer wieder ein Kaninchen aus dem Zylinder holt. Wenn man den Experten für E-Mobilität nur als modernen Automobilhersteller sieht, wird man der Sache nicht gerecht. Tesla verarbeitet mit seiner Firma und den immanenten Visionen von Gründer Elon Musk eine nahe-stehende Zukunft für Mobilität, Energiespeicherung, Datennutzung und anderen klimaschonenden Ideen für diesen Planeten.

Tesla ist somit ein chancenreiches Hochtechnologie-Unternehmen mit vielen Entwicklungsmöglichkeiten. Hier hängt der Hammer an anderer Stelle schief. Durch den fulminanten Anstieg der Tesla-Aktie wurden Short-Spekulanten auf den Plan gerufen, die mit ihrer Strategie aber üblen Schiffbruch erlitten haben. Das Resultat war, dass eine eh schon überteuerte Aktie im Sommer 2020 durch zusätzliche Short-Eindeckungen auf astronomische Höhen getrieben wurde.

Tesla kann die dadurch geschaffene Erwartungshaltung der Investoren heute gar nicht mehr erfüllen, weil Erfindungen eben ihre Zeit brauchen und der Kurs logischerweise keine 10 Jahre auf diesem hohen Niveau ausharren kann, bis die operativen Zahlen das Bewertungs-GAP irgendwann schließen. Die Marktkapitalisierung beträgt derzeit 400 Mrd. USD, der bereinigte Gewinn aber gerade mal 4 Mrd. USD – ein KGV von rund 100. Anhänger werden sagen: „Zur Dot.com-Blase hatten die Unternehmen nur Umsatz, keinen messbaren Gewinn und kosteten auch Milliarden…!“ – Stimmt, damals entsprach der addierte Kapitalwert aller jungen Technologieunternehmen weltweit aber gerade mal der heutigen Bewertung von Microsoft. Wenn da mal nicht schon mal Trillionen Kubikmeter heiße Luft unterwegs sind?

Steinhoff – Undurchsichtige Bilanzen und Spekulation im Übermaß

Steinhoff International Holdings ist ein Einzelhandelskonzern, der vor allem Möbel und Haushaltswaren produziert und vertreibt. Das Kerngeschäft des Unternehmens bildet dabei die Produktion und den Verkauf von einer großen Bandbreite an Möbeln, Einrichtungsgegenständen und Haushaltsartikel. Verkauft werden die Produkte in verschiedenen Einzelhandelsketten der Gruppe, dazu gehören beispielsweise Conforama, Lipo oder Harveys. Der Konzern operiert in Europa, Asien und Afrika.

Steinhoff räumte in 2017 Unregelmäßigkeiten in der Bilanz ein, die Kapitalisierung fiel von ehemals über 20 Mrd. EUR auf heute 195 Mio. EUR zurück, ein Verlust von 99%. Steinhoff hatte jahrelang von steigenden Umsätzen und Gewinnen berichtet, sie waren aber nur das Ergebnis einer einfallsreichen Bilanzierung. Der Möbelhändler Steinhoff will nun endlich einen Schlussstrich unter den seit inzwischen 2017 andauernden Bilanzskandal ziehen. Dazu hat das in Südafrika beheimatete Unternehmen seinen klagenden Aktionären, Gläubigern und restlichen Vertragspartnern einen Vergleich in Höhe von 1 Mrd. USD angeboten.

Bezahlen will Steinhoff die Summe zum Teil in bar, zu einem großen Teil aber auch mit Aktien des Modehändlers Pepkor, dort ist Steinhoff mit 70 Prozent Großaktionär. Mit diesem Deal sollen die aus Klagen anhängigen rund 8 Mrd. Euro aus der Welt geschaffen werden sollen. Die Anleger haben dem Sanierungskonzept bislang nicht zugestimmt und fordern Kompensation für die jahrelangen Lügen. Die Pandemie macht sich jedoch stark in den Zahlen bemerkbar, der Umsatz sinkt. Welche Auswirkungen sie letztlich auf das gesamte Geschäftsjahr haben wird, ist noch unklar. Steinhoff ist ein Zockerpapier ersten Grades geworden – für seine gepflegten Umgang mit der Finanzgemeinde verteilen wir in Anlehnung an die Filmwelt die Investor Relations Himbeere 2020.

B-A-L Germany – Offen, transparent und unterbewertet

Die B-A-L Germany AG aus Meissen hat eine ganz andere Auffassung von Öffentlichkeitsarbeit. Vorstand Falko Zschunke beantwortet die Nachfragen seiner Aktionäre persönlich. Im Rahmen der Veröffentlichungspflichten erfüllt er die Voraussetzungen der Börse über, indem der Geschäftsbericht in 3 Sprachen angeboten wird. Die laufende Berichterstattung geschieht neben regelmäßigen AdHoc-Mitteilungen auch via Newsletter an interessierte Aktionäre. In diesem Jahr wurde sogar eine Präsenz-Hauptversammlung veranstaltet, die Nähe zu den Investoren und deren Wertschätzung könnte größer nicht sein.

Medienwirksame Ereignisse haben aber eher Seltenheitscharakter, somit erfährt die Börsennotiz auch wenig öffentliche Aufmerksamkeit. Der Immobilienspezialist aus Sachsen betreibt ein eigenes Bewertungsportal „RESCORE“ für seine Liegenschaften. Hier werden interessante Objekte mit ihren gesamten Daten eingepflegt und im Sinne eines Scorings klassifiziert. Die Stammaktionäre der Gesellschaft erhalten das Recht, Kaufentscheidungen mit zu votieren und eigene Empfehlungen einzureichen. Die Einkäufe des Unternehmens folgen so einem strikten Anforderungskatalog und führen insgesamt zu einem sehr niedrigen Durchschnittpreis im Portfolio. Die durchgerechnete Mietrendite ist so gut zweistellig, kaum ein anderes Unternehmen kann auf dem privaten Wohnungsmarkt derart gut performen.

Die stabile und vorhersehbare Umsatzentwicklung generiert das Unternehmen aus einem kontinuierlich wachsenden Bestand. Durch die Anwendung von HGB errechnen sich große stille Reserven und das anhaltend niedrige Zinsniveau sowie ein umfangreiches Objektangebot sichert langfristig ausgezeichnete Geschäftsbedingungen. Die Vorzugsaktien der B-A-L Germany AG sind in Stuttgart notiert, im Durchschnitt wechseln täglich ein paar 1.000 Stück die Besitzer. Wer also offene Worte liebt, wir eher hier fündig – die Aktie notiert bei einem Kurs um 1,20 EUR ganze 50% unter der fairen Buch- und Ertragswertrelation.


Der Autor

Mario Hose

In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.

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Lexikon:

  1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
  2. Hauptversammlung – Die Hauptversammlung ist ein Organ einer Aktiengesellschaft und das Mitwirkungsgremium der Aktionäre.
  3. Vorstand – Das eigenverantwortliche und geschäftsführende Organ einer Aktiengesellschaft ist der Vorstand.

Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die Apaton Finance GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


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Kommentar von Mario Hose vom 12.07.2019 | 06:29

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