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23.06.2022 | 05:10

ThysssenKrupp, Desert Gold, Bayer – Warten auf die Wende

  • Gold
  • Märkte
Bildquelle: pixabay.com

Nach einem starken Wochenauftakt im DAX und einem Höchststand von 13.444 Punkten ging dem deutschen Leitindex die Luft aus. Aufgrund zunehmender Rezessionsängste auf der einen Seite sowie Sorgen vor weiter enorm hohen Inflationsraten, fiel das Börsenbarometer erneut unter die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten. Die Rede des Chefs der US-Notenbank Jerome Powell dürfte deswegen enorm wichtig für den weiteren Verlauf werden und für volatile Märkte sorgen. Auch am Goldmarkt dürfte durch die Strategie der Währungshüter bald eine Entscheidung fallen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001

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Inhaltsverzeichnis:


    Wie weit spannt die FED den Bogen?

    Aktuell leiden die Edelmetalle aufgrund der Strategieänderung der US-Notenbank und der nun ausgerufenen restriktiveren Geldpolitik. Ziel ist die Eindämmung der ausgeuferten Inflation. So rutschte der Goldpreis, nachdem dieser aufgrund der Invasion Russlands auf 2.070 USD je Unze gestiegen war und nur ganze 4 USD von einem neuen Alltime-High entfernt war, über 10% ab und notiert aktuell auf einem Niveau von 1.837 USD je Unze. Technisch wäre noch einmal ein Test des Bereichs zwischen 1.600 USD je Unze und 1.680 USD je Unze möglich. Sollte dies passieren, dürfte dies eine hervorragende langfristige Einstiegschance darstellen.

    Bereits auf dem aktuellen Niveau bieten ausgesuchte Werte von Goldproduzenten und Explorationsunternehmen attraktive Einstiegsgelegenheiten. So weist die Aktie von Desert Gold Ventures nach einer Korrektur von 75% ein hervorragendes Chance-Risiko-Verhältnis auf. Mit dem SMSZ-Projekt in Mali besitzen die Kanadier mit 440 qkm eine der größten nicht-produzierenden Landflächen in Westafrika. In unmittelbarer geographischer Nähe befinden sich mehrere produzierende Tier-1-Goldminen, unter anderem von Barrick Gold, Allied Gold, Endeavour Mining sowie B2 Gold.

    Einer der interessantesten Gold-Explorer

    So wurden kürzlich die Ergebnisse der ersten drei Kernbohrungen in der Gourbassi West North Zone bekannt gegeben. Alle drei Bohrungen durchteuften Zonen mit Goldmineralisierungen. Der Spitzenabschnitt mit einer Länge von 124m wies 1,08 g/t Gold nach, einschließlich 1,85 g/t Gold über 41,1m und 0,7 g/t Gold über 30,6m. Zudem zeigen die Daten, dass sich die Goldmineralisierung bis in eine Tiefe von mindestens 175m erstreckt. Zuvor konnte lediglich eine Tiefenausdehnung von 35m dokumentiert werden.

    Jared Scharf, President und CEO, äußerte sich wie folgt: „Dies ist ein fantastischer Start für unser Bohrprogramm 2022. Wir durchteufen mächtige Zonen mit Goldmineralisierungen, die an oder nahe der Oberfläche beginnen, was auf ein echtes Potenzial für die Abgrenzung einer bedeutenden Goldlagerstätte mit guter Wirtschaftlichkeit hindeutet. Bohrung DD009 lieferte etwa 160m mit einer fast durchgehenden Goldmineralisierung. Diese ersten Ergebnisse sind besonders erfreulich, da es sich bei der Zone Gourbassi West North um eine neue Entdeckung in einem bisher unerforschten Teil des Konzessionsgebietes handelt. Gourbassi West North hat das Potenzial, die bestehende Ressource bei SMSZ beträchtlich zu erweitern, während wir dieses Ziel weiter konkretisieren."

    Der Börsenwert von Desert Gold beträgt aktuell 10,71 Mio. EUR. Bei einem haussierenden Goldmarkt besitzen derartige Explorationsfirmen gegenüber der Peer-Group einen deutlichen Hebel und dürften den Markt outperformen.

    Weiterer Rückschlag für Bayer

    Der Glyphosat-Rechtsstreit und kein Ende. Diesmal scheitern die Leverkusener mit einem geplanten Glyphosat-Berufungsverfahren vor dem Obersten US-Gericht. So verkündete der Supreme Court, den Antrag auf Revision nicht anzunehmen. Somit muss der Pharma- und Agrarriese 25 Mio. USD begleichen.
    Der Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat galt als wegweisend. Im Detail ging es bei dem Antrag beim Supreme Court um die Überprüfung eines Urteils zugunsten des Klägers Edwin Hardeman, der glyphosathaltige Monsanto-Produkte für seine Krebserkrankung verantwortlich gemacht hatte. Ihm waren im Jahr 2019 nach einem Gerichtsprozess letztendlich gut 25 Mio. USD Schadenersatz zugesprochen worden. Damit sinkt die Möglichkeit eines schnellen Endes im Streit um die Altlasten.

    Trotz der negativen Nachrichten zeigten sich diverse Analysten optimistisch für die Bayer-Aktie. So stuft die Schweizer Großbank UBS die Leverkusener weiterhin auf „buy“ und wiederholte das Kursziel von 96 EUR. „Übergewichten“ würde dagegen Barclays die Bayer AG und sieht auch nach dem gescheiterten Berufungsantrag beim obersten US-Gericht ein Kursziel von 90 EUR.

    Schwere Zeiten für Stahl

    Die US-Investmentbank JP Morgan erwartet schwierige Zeiten für Europas Stahlbranche, wenngleich die Volkswirte der US-Bank nicht von einer bevorstehenden Rezession in den Industrienationen ausgehen. So stufen die Analysten die Salzgitter AG von „neutral" auf „underweight" ab und reduzieren das Kursziel von 44,00 auf 31,60 EUR. Auch in der Aktie der österreichischen Voestalpine bewerten die Experten mit „underweight" und senkten das Kursziel von 42,50 auf 27,50 EUR. ArcelorMittal wurde von „overweight" auf „neutral" abgestuft und das Kursziel von 48,00 auf 32,50 EUR reduziert.

    Die Aktie der ThyssenKrupp AG wird derweil nicht von JP Morgan analysiert. Jedoch ist die britische Großbank Barclays aufgrund einer bevorstehenden Verschiebung des Börsengangs der Wasserstoff-Sparte Nucera negativ gestimmt. Das Urteil wurde bei „underweight“ mit einem Kursziel von 9 EUR belassen.


    Der Markt ist aufgrund der Rezessionsängste und der explodierenden Inflation nervös und kämpft mit der Marke von 13.000 Punkten. Bayer und ThyssenKrupp sind angeschlagen, die Aktie von Desert Gold Ventures ist auf reduziertem Niveau langfristig attraktiv.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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