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14.09.2022 | 05:45

TUI, Almonty Industries, Bayer – Rebound nach dem Sell-Off?

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Bildquelle: pixabay.com

Seit dem 8. September hat der DAX über 700 Punkte zulegen können und das trotz Inflation, Stopp der russischen Gaslieferungen und Rezessionsängsten. Die Inflation lag im August bei 7,9%. Die Zinserhöhung der EZB scheint viele Anleger beruhigt zu haben. Es bleibt die Frage, ob sich die Indizes wieder zu neuen Hochs aufmachen. Der S&P hat seinen Abwärtstrendkanal auf Tagesbasis deutlich gebrochen. Noch ist kein Aufwärtstrend ausgebildet, aber solange die letzten Tiefs nicht mehr gebrochen werden, wird es gemäß Charttechnik weiter nach oben gehen. Wir sehen uns daher drei Unternehmen an, die zuletzt stark abverkauft wurden und schauen, ob es einen nachhaltigen Rebound geben könnte.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: TUI AG NA O.N. | DE000TUAG000 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017

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Inhaltsverzeichnis:


    TUI – alle schlechten Nachrichten eingepreist

    Mit Ausbruch der Corona Pandemie kam das Geschäftsmodell von TUI praktisch zum Erliegen. Laufend neue Virusvarianten und Lockdowns brachten den Konzern tief in die roten Zahlen und letztlich rettete der Bund den angeschlagenen Konzern. Mit Omikron schien die Endemie in greifbarer Nähe zu sein. Die Deutschen gelten als Reiseweltmeister, die nach zwei Jahren der Einschränkungen nach Urlaub in der Ferne dürsten müssten. Gute Voraussetzungen für den Konzern, doch dann kam der Ukraine Konflikt. Die Energiepreise gingen durch die Decke und somit zog auch die Inflation deutlich an. Wenn die Lebenshaltungskosten deutlich steigen, spart man unter anderem am Urlaub.

    Während die Branche Anfang des Jahres noch von Rekordbuchungen träumte, wurde sie zuletzt auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Laut dem Tats-Reisebüro-Spiegel wird man in diesem Jahr noch nicht zum Vor-Corona-Niveau zurückkehren. Trotzdem geben die letzten Quartalszahlen Anlass zur Hoffnung. Die Umsätze stiegen um über 582% auf rund 4,4 Mrd. EUR. Auch beim EBIT konnte man deutlich zulegen von -630,5 Mio. EUR 2021 ging es auf -42,5 Mio. EUR nach oben. Positiv kann man die Aussagen von Gesundheitsminister Lauterbach werten, der Lockdowns in diesem Herbst und Winter zuletzt ausgeschlossen hat.

    Nachdem in den vergangenen Jahren so ziemlich alles schiefgelaufen ist was schief laufen kann, dürfte ein Großteil bereits in dem Aktienkurs eingepreist sein. Viel wird davon abhängen, wie gut das Sommergeschäft der TUI gelaufen ist. Die Zahlen werden aber erst im Dezember erwartet. Wirklich negativ überraschen kann der Konzern eigentlich nicht mehr. Nach den letzten Zahlen hielt das Management an seinen Prognosen fest und geht davon aus, dass das bereinigte EBIT des Geschäftsjahres signifikant positiv sein wird. Die Aktie hat zuletzt einen doppelten Boden bei rund 1,42 EUR ausgebildet, was als bullishes Zeichen zu werten ist. Aktuell steht der Kurs bei 1,66 EUR.

    Almonty Industries – Erschließung der Mine schreitet voran

    Almonty Industries ist dabei, die größte Wolframmine außerhalb von China zu errichten. Das Metall gehört zu den kritischen Rohstoffen auf das China fast eine Monopolstellung hat. Nachdem es zuletzt zu erneuten Spannungen zwischen den USA und China gekommen ist, wäre ein großer unabhängiger Produzent wichtig, um sich unabhängiger von den zwei großen Wolframproduzenten China und Russland zu machen. Die Sandong Mine in Süd-Korea kann zwischen 7-10% des weltweiten Wolframangebots stellen und das über Jahrzehnte. Die Lebensdauer wird mit mindestens 90 Jahren angegeben. Die Finanzierung ist durch die KfW gesichert und die ersten zwei Tranchen wurden auch schon ausgezahlt.

    Neben dem Wolfram bietet die Liegenschaft auch Molybdän-Vorkommen. Am 18. Juli veröffentlichte das Unternehmen die erste abgeleitete Mineralressourcenschätzung in Höhe von 21,48t bei einem Molybdän-Grad von 0,26%. Hier bieten sich größere Synergieeffekte, da das Projekt gleichzeitig mit der Wolframmine betrieben werden kann. Dadurch werden die Erschließungskosten deutlich reduziert und bieten dem Sangdong-Projekt weiteres Upside-Potential. Neben der Liegenschaft in Süd-Korea hat das Unternehmen eine bereits produzierende Wolframmine namens Panasqueira in Portugal. Die Erfahrungen aus dieser Mine kommen dem Unternehmen bei der Erschließung der Sangdong Mine zugute.

    Trotz der insgesamt positiven Entwicklungen kam die Aktie zuletzt deutlich unter Druck. Von 0,95 CAD Mitte August ging es bis 0,65 CAD am 12. September nach unten. Die Gründe sind aktuell nicht erkennbar. Der Wolfram Preis ist im letzten Jahr um 100 USD auf über 350 je metrische Tonne geklettert. Schon heute hat das Unternehmen einen 15-jährigen Abnahmevertrag mit Plansee in der Tasche, der für Planungssicherheit sorgt. Gleichzeitig hat man starke Ankeraktionäre mit dem CEO Lewis Black, Plansee und der Deutschen Rohstoff. Hier kann vielleicht das International Investment Forum am 27. September für Aufklärung sorgen, denn da präsentiert CEO Lewis Black das Unternehmen und stellt sich den Fragen der Aktionäre.

    Bayer – Prostatakrebs-Medikament verspricht viel Umsatz

    Nachdem die Aktie von Bayer Anfang März eine richtige Rallye hingelegt hat hieß es zuletzt: Zurück auf Los. Grund dafür sind vor allem die Energiepreise, die insbesondere die Chemiesparte treffen. Zuletzt wurden in dieser Branche Produktionsrückgänge um bis zu 10% vermeldet. Neben dem aktuellen Energiethema sorgen noch immer die Glyphosatklagen für Unsicherheit bei den Anlegern. Nachdem es bei den Klagen Mitte Juli einen Rückschlag gab, konnten zuletzt einige Siege errungen werden. Hier sieht es also nach Besserung aus. Während die Chemiesparte mit Schwierigkeiten kämpft, geht es dem Pharmabereich gut.

    Zuletzt präsentierte der Konzern auf dem ESMO-Krebskongress positive Studiendaten zu dem neuen Prostatakrebs-Medikament Nubeqa. Einerseits wird die Lebenserwartung durch den Wirkstoff verlängert, andererseits das Auftreten der Symptome herausgezögert. Eine erste Zulassung in den USA ist erteilt, in Kürze sollen die EU, China und Japan folgen. Die Anträge sind bereits gestellt. Der Konzern rechnet mit bis 3 Mrd. EUR Umsatz für das Medikament. Damit hätte Bayer den nächsten Blockbuster geschaffen. Am 13. September vermeldete die dpa, dass der Aufsichtsratschef von Bayer einen Ersatz für den aktuellen CEO Werner Baumann sucht.

    Der Vertrag sollte ohnehin nicht verlängert werden, vielleicht ändert sich aber schon früher etwas an der Konzernspitze. Seit August gab es gleich neun Kaufempfehlungen für die Aktie mit Kurszielen zwischen 70,00 und 98,00 EUR. Die Analysten von Jeffries waren dabei am vorsichtigsten, während Bernstein Research das meiste Potential gesehen hat. Aktuell zahlt man für einen Anteilsschein 55,09 EUR. Man sollte sich den 8. November vormerken, denn da legt der Konzern die Ergebnisse vom 3. Quartal vor.


    In Deutschland herrscht aufgrund der Inflation und Rezessionsangst eine gewisse Konsumzurückhaltung. Das könnte für die TUI zum Problem werden. Hier sollte man noch abwarten. Almonty Industries ist dagegen auf dem Weg zum größten Wolframproduzenten außerhalb Chinas. Der Bau der Mine ist finanziert und eine Produktion ist absehbar. Bayers Pharmasparte läuft gut, während die Chemiesparte unter der Energieproblematik leidet. Hier werden die nächsten Quartalszahlen interessant.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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