Menü schließen




16.02.2022 | 06:05

Valneva, Cardiol Therapeutics, Pfizer – Große Chancen nach Rücksetzern

  • Valneva
  • Cardiol Therapeutics
  • Pfizer
  • Medizin
  • Corona
  • Impfstoff
  • Herzerkrankungen
  • Myokarditis
  • Borreliose
Bildquelle: pixabay.com

Zunächst wurden Aktien der Impfstoffhersteller durch ein absehbares Pandemieende und die Omikron-Variante nach unten gedrückt. Hinzu kommt ein schwieriges und nervöses Marktumfeld, das sich mit Zinserhöhungen und Inflation beschäftigen muss. Ende letzter Woche sorgte die Nachricht, dass der Einmarsch Russlands in der Ukraine bevorstehe, für weitere Sorgenfalten. All das belastet die Märkte, doch diese Rücksetzer bieten Anlegern auch Chancen. Wir analysieren heute drei Turnaround-Kandidaten genauer.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851 , CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , PFIZER INC. DL-_05 | US7170811035

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Valneva – Warten auf den Durchbruch

    Das französische Biotechunternehmen Valneva hat einen Totimpfstoff gegen Corona entwickelt. Aktuell wartet das Unternehmen auf die Zulassung in der EU, Großbritannien und Bahrain. Valneva ist der einzige Hersteller, der einen inaktivierten, adjuvantierten Ganzvirus-Impfstoff-Kandidat in klinischen Studien in Europa hat. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, das sich bei Zulassung des Wirkstoffs auszahlen könnte. Denn noch immer versucht die Politik die Impfverweigerer von einer Impfung zu überzeugen. Das könnte mit dem Wirkstoff VLA2001 von Valneva gelingen.

    Zumal vorläufige Laborstudien des Unternehmens zeigen, dass drei Dosen des Wirkstoffs eine Neutralisierung der Omicron-Variante bewirken können. Die Serumproben zeigten Antikörper gegen alle bekannten Virusvarianten, sowie in 87% der Fälle gegen Omikron. Operativ läuft es bereits gut, wie die vorgelegten Zahlen vom 3. Februar beweisen. 2021 konnte der Umsatz um 216% auf 348,1 Mio. EUR gesteigert werden. Am 31. Dezember betrug der Cashbestand 346,7 Mio. EUR. Für 2022 plant das Management Gesamteinnahmen zwischen 430 und 590 Mio. EUR.

    Auch aus der Entwicklungspipline gab es am 4. Februar gute Nachrichten. Es wurden positive Studienergebnisse zum Borreliose-Impfstoffkandidaten VLA15, der in Kooperation mit Pfizer entwickelt wird, bekannt gegeben. Noch in diesem Jahr soll die klinische Phase 3 Studie beginnen, vorausgesetzt die Genehmigungen werden erteilt. Die Aktie notiert aktuell bei 14,70 EUR und damit 50% tiefer als das 2021er Jahreshoch bei 29,70 EUR. Kommt die Nachricht zur Zulassung des Corona-Wirkstoffs, wird die Aktie schnell anspringen.

    Cardiol Therapeutics – Studienende rückt näher

    Durch Corona-Infektionen kann es zu Herzmuskelentzündungen kommen, aber auch nach Impfungen gibt es eine kleine Zahl an Myokarditis-Fällen. Cardiol Therapeutics (Cardiol) entwickelt entzündungshemmende Therapien für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf Basis von hochreinem Cannabidiol. Momentan befindet sich CardiolRX, das Hauptprodukt von Cardiol, in zwei unterschiedlichen klinischen Phase 2 Studien. Begonnen wurde mit der LANCER-Studie an hospitalisierten Covid-19 Patienten, die Vorerkrankungen am Herzen aufweisen. Seit dem 25. Oktober hat das Biotechunternehmen die Zulassung der FDA zur Durchführung einer klinischen Phase 2 Studie in Bezug auf akute Myokarditis.

    Ende 2021 wurde die LANCER-Studie auf Brasilien, Kanada und Mexiko ausgeweitet, was man als Fingerzeig deuten kann, dass die Studien in den USA gut laufen. Der Analyst Rahul Sarugaser von Raymond James erwartet das die Studie in den kommenden zwei Monaten abgeschlossen werden kann. Bei erfolgreicher Studie könnte eine Notfallzulassung durch die FDA für Covid19-Patienten winken. Das wäre ein Meilenstein für das Unternehmen und könnte sich auch positiv auf die zweite klinische Studie zu akuter Myokarditis, der häufigste Grund für plötzlichen Herztod bei Menschen unter 35 in den USA, auswirken. Am 19. Januar wurde bekannt gegeben, dass man drei Spezialisten und Vordenker der kardiovaskulären Medizin für den wissenschaftlichen Beirat gewinnen konnte.

    Finanziell ist das Unternehmen seit der Kapitalerhöhung (KE) im vergangenen November über 50,2 Mio. USD gut aufgestellt und kann die Studien problemlos finanzieren. Am 20. Oktober hatte die Aktie, die an der NASDAQ gehandelt wird, noch ihr Jahreshoch 2021 bei 4,96 USD markiert. Danach gab die Aktie nach und fiel bis 3,41 USD. Im Anschluss kam die KE-Meldung und die Aktie halbierte sich noch einmal und notiert aktuell bei 1,70 USD. Dort scheint aktuell ein Boden ausgebildet zu werden. Am 17. Februar um 15 Uhr präsentiert CEO David Elsley das Unternehmen auf dem International Investment Forum und wird dort auch Fragen von Investoren beantworten.

    Pfizer – Covid Pille in China zugelassen

    Pfizer hat sich als Partner von BioNTech einen Teil des Corona-Kuchens einverleiben können. Doch genau wie die Impfstoffhersteller litt das Unternehmen unter einer möglichen Endemie durch Omikron. Da wir aber voraussichtlich mit dem Virus weiterleben müssen, wird auch in Zukunft Geld bei Pfizer ankommen. Vor allem durch die Covid19-Pille, namens Paxlovid, die Pfizer entwickelt hat. China hat bislang auf alle ausländischen Wirkstoffe verzichtet, nun aber mit der Covid-Pille erstmals ein ausländisches Produkt gegen Corona zugelassen. Der mRNA-Impfstoff von BioNTech ist seit über einem Jahr nicht zugelassen.

    So positiv die Nachricht über die Zulassung von Paxlovid ist, so schlecht war zuletzt die Nachricht, dass die Entwicklung von Vupanorsen eingestellt wird. Mit diesem Mittel wollte das Unternehmen jährlich mindestens 3 Mrd. USD Umsatz erzielen und so sein Ziel von 15 Mrd. USD Umsatz erreichen. Die Wirkung des Medikaments war nicht hoch genug. Trotzdem hat der Konzern weitere vielversprechende Kandidaten in der Entwicklung und übernimmt ansonsten auch Firmen wie zuletzt Trillium Therapeutics im vergangenen Jahr.

    Am 15. Februar wird bei der FDA über die Notfallzulassung des Comirnaty-Impfstoffs für Kinder zwischen sechs Monaten und fünf Jahren beraten. Kommt die Zulassung, wird das die Gewinne im Corona-Markt weiter stärken. Seit dem 20. Dezember hat die Aktie in der Spitze über 20% verloren und notiert aktuell bei 49,80 USD. Tiefer sollte die Aktie auch nicht aus dem Handel gehen, da ansonsten der Aufwärtstrend endgültig gebrochen wäre. Das nächste Ziel würde dann bei rund 41 USD liegen.


    Auch wenn die Experten ein mögliches Corona-Ende sehen, so wird uns der Virus ähnlich der Grippe erhalten bleiben. Wie die nächsten Varianten aussehen, weiß niemand. Valneva kann bei erfolgreicher Zulassung möglicherweise den Markt der Impfskeptiker für sich erobern. Hier kann kurzfristig etwas passieren. Bei Cardiol Therapeutics erinnert vieles an die erste Kapitalerhöhung 2021, als der Kurs anschließend auch unterhalb des Preises der Kapitalerhöhung lag, um dann plötzlich zu explodieren. Positive Studienmeldungen können hier ein Trigger sein. Pfizer ist breit genug aufgestellt, um auch ohne Corona Gewinne einzufahren. Allerdings sind hier die geringsten Kurssprünge zu erwarten.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Kapitalerhöhung – Erhöhung des Eigenkapitals eines Unternehmens
    3. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 16.11.2022 | 06:00

    BioNTech, Meta Materials, Amazon – Branchenführer gehören ins Depot

    • BioNTech
    • Meta Materials
    • Amazon
    • Corona
    • Impfstoff
    • Krebs
    • Metamaterial
    • Nanokomposit
    • Akku
    • E-Commerce
    • Stellenabbau

    Im Jahr 2021 war die Börsenwelt noch in Ordnung. Seit Jahren ging es nur bergauf. Das war der Höhepunkt des Aktienhypes und viele Platzhirsche in ihren Branchen waren fundamental gesehen sehr teuer. Das hat sich in diesem Jahr deutlich geändert. Durch den Ukraine-Konflikt, steigende Zinsen und immer höhere Inflation mussten viele Branchenführer deutlich Federn lassen. Selbst ein Minus von 50% war keine Seltenheit. Dabei sind die Aussichten langfristig gut. Jetzt, wo die Börse langsam wieder in Schwung zu kommen scheint, lohnt sich ein Blick auf drei Unternehmen, die in ihrem Bereich führend sind.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Juliane Zielonka vom 22.09.2022 | 05:01

    Cardiol Therapeutics, Apple, Nel ASA - Aktien, krisensicher trotz Inflation

    • Pharma
    • Cardiol Therapeutics
    • Healthcare
    • Erneuerbare Energien
    • Wasserstoff

    Herzflattern und Pulsrasen bei Investoren: Aktienkurse hochvolatil durch die Maßnahmen der FED. Die Inflations- und rezessionsbedingten Zeiten haben es in sich für Investoren am Kapitalmarkt. Drei Kandidaten haben das Potenzial, sich zu langfristig-rentablen Anlagen zu entwickeln. Cardiol Therapeutics, Apple und Nel. Cardiol Therapeutics schließt die Lücke im Pharmazeutischen Markt bei der Behandlung der Herzerkrankung Myocarditis. Apple setzt zunehmend auf Monitoring der Herzgesundheit, da kardiovaskuläre Erkrankungen eine der häufigsten Todesursachen in den Industrienationen darstellen. Diese wiederum kämpfen mit extrem hohen Energiepreisen. Kein Wunder also, dass die Norwegische Regierung das Unternehmen Nel finanziell unterstützt, um so schnell wie möglich grünen Wasserstoff zu produzieren...

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 05.09.2022 | 06:00

    BioNTech, Cardiol Therapeutics, Formycon – Biotech-Aktien vor dem Comeback?

    • BioNTech
    • Cardiol Therapeutics
    • Formycon
    • Biotech
    • Corona
    • Impfstoff
    • Herzerkrankungen
    • Herzmuskelentzündung
    • Biosimilar

    Die Angst vor der Rezession drückte die Märkte zuletzt wieder nach unten. Wer auf krisensichere Investments setzen möchte, sollte sich Biotech-Aktien ansehen. Die Bevölkerung wächst, die Menschen werden immer älter und entsprechend des Alters kommen mehr Krankheiten hinzu. Dieser Trend wird sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Daher sind die Erfolgsaussichten für diesen Sektor außerordentlich gut. An der Gesundheit kann man nicht sparen. Seit September 2021 haben die Aktien von Biotech-Unternehmen zudem stark konsolidiert. Teilweise erscheinen Aktien stark unterbewertet. Wir sehen uns heute drei interessante Unternehmen aus dem Biotech-Bereich an.

    Zum Kommentar