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25.10.2022 | 05:10

Varta, Barsele Minerals, NEL Asa – Knallharte Ansagen der Analysten

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Bildquelle: pixabay.com

Die Spannung steigt, die Zahlensaison für das 3. Quartal ist eröffnet. Besonders interessant dürfte zu sehen sein, wie sich Unternehmen aus diversen Branchen in den Monaten Juli bis September trotz Unwägbarkeiten, wie steigenden Rohstoff- und Energiekosten sowie dem globalen Wirtschaftsabschwung geschlagen haben. Durch die teilweise horrenden Kursverluste in den letzten Monaten könnten sich auf verbilligtem Niveau interessante Kaufchancen ergeben, die langfristig hohe Kursgewinne versprechen dürften.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , BARSELE MINERALS | CA0688921083 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

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Inhaltsverzeichnis:


    Varta – Deutliche Verfehlung

    Ein Kursverlust in Höhe von über 50% seit Bekanntgabe der krachenden Umsatz- und Gewinnwarnung am 23. September ist den Analysten nach Verkündung der vorläufigen Zahlen zum 3. Quartal noch zu wenig. So stellte Hauck Aufhäuser Investment Banking die Varta-Aktie von „Hold“ auf „Sell“, das Kursziel wurde von vorher 39 EUR auf nunmehr 24 EUR gekappt. Die Experten von Alster Research sehen das Papier sogar noch eine Etage tiefer, genauer bei 19 EUR. Auch aus Hamburg kam als neues Anlageurteil „Sell“.

    Dabei sind die drastischen Senkungen nach den desaströsen Quartalszahlen mehr als nachvollziehbar. Um knapp 14% sackte der Umsatz nach vorläufigen Zahlen zufolge im 3. Quartal ab und beträgt nach 224,7 Mio. EUR im Vorjahresquartal nur noch 194 Mio. EUR. Noch gravierender wurde der Rückgang beim EBITDA deutlich. Stand im dritten Quartal 2021 noch ein Gewinn von 70,2 Mio. EUR zu Buche, wurde nun ein Verlust in Höhe von -2,5 Mio. EUR eingefahren. Die ursprüngliche Schätzung vor dem Kursdesaster gingen von Erlösen zwischen 210 und 230 Mio. EUR aus, das bereinigte EBITDA sollte sich in der Range zwischen 40 und 50 Mio. EUR bewegen.

    Die Gründe für den Absturz waren laut Management die hohen Rohstoff- und Energiepreise. Im Bereich der Mikrobatterien liege der Rückgang dagegen in der Verzögerung von Kundenprojekten. Ob die dann im Schlussquartal erfolgen, bleibt weiter offen, denn eine erneuerte Prognose für das Gesamtjahr fehlt weiterhin.

    Barsele Minerals - Geheimtipp aus Schweden

    Die Bewertung des Barsele-Projektes durch die Royal Bank of Canada liegt bereits sechs Jahre zurück, dennoch zeigt diese die eklatante Unterbewertung deutlich auf. Bei einem damaligen Goldpreis von unter 1.350 USD berechneten die Experten einen Projektwert in Höhe von 375 Mio. USD. Legt man die vollverwässerte Aktienanzahl darüber, würde dies einen fairen Wert von 1,20 CAD je Aktie bedeuten. Aktuell notiert der Aktienkurs bei 0,37 CAD.

    Seitdem ist am Barsele-Projekt, an dem Barsele Minerals 45% und der Major Agnico Eagle 55% hält, weiter exploriert worden. So hat der Betreiber Agnico Eagle die Exploration vorangetrieben und rund 158.000 Bohrmeter niedergebracht. Insgesamt entstanden mehr als 400 Bohrlöcher.

    2019 veröffentlichte Barsele dann eine Ressourcenschätzung mit 2,41 Mio. Unzen Gold, welche von einem unabhängigen Gutachter erstellt wurde. Seit Erstellung der Ressourcenschätzung wurden weitere 93 Bohrlöcher geschaffen und rund 20.000 Bohrmeter absolviert. Als nächstes Ziel soll eine Ressourcenschätzung von über 4 Mio. Unzen erfolgen.

    Das Barsele-Projekt befindet sich in der Bergbauregion Västerbottens Län in Nordschweden, 600km nördlich von Stockholm und umfasst 34.500 Hektar im Fennoskandischen Schild. Die geplante Übernahme des Anteils von Agnico Eagle durch die Kanadier scheiterte im vergangenen Jahr, jedoch wird von Seiten der Belcarra-Group, die das Management von Barsele Minerals stellt, weiter an einer kompletten Übernahme gearbeitet.

    Im Rahmen der Internationalen Edelmetall & Rohstoffmesse am 4. und 5.November 2022 in München präsentiert sich das Management von Barsele Minerals interessierten Anlegern.

    NEL Asa – Verlust ausgeweitet

    Ebenfalls enttäuschende Zahlen zum 3. Quartal lieferte der norwegische Wasserstoffspezialist NEL Asa. So wurde der Verlust im operativen Ergebnis EBITDA mit 214 NOK gegenüber dem Vorjahreszeitraum fast verdoppelt. Überraschend zurück gingen beim Wachstumswert auch die Erlöse. Nach 229,3 Mio. NOK im dritten Quartal betragen die Umsätze aktuell 183 Mio. NOK. Damit lagen die Skandinavier auch deutlich unter den Konsensschätzungen der Analysten, die von 296 Mio. NOK ausgingen. Mit einem Plus von 456% auf 775 Mio. NOK stieg dagegen der Auftragseingang, was die trübe Stimmung etwas eindämmte.

    Für die US-Bank JP Morgan waren die Zahlen zum dritten Quartal zu schwach, weshalb Analyst Patrick Jones die Aktie leicht von 10,10 NOK auf 10 NOK herabstufte. Das Anlageurteil wurde mit „Underweight“ wiederholt. Dagegen hält die US-Investmentbank Goldman Sachs mit der Wiederholung des Buy-Ratings und des Kursziels in Höhe von 17 NOK dagegen. Der Umsatz des Wasserstoffunternehmens sei hinter den Markterwartungen zurückgeblieben, schrieb Analystin Zoe Clarke. Bei den Auftragseingängen habe die gute Dynamik aber angehalten.


    Die Zahlensaison für das dritte Quartal ist eröffnet. Mit Varta und NEL enttäuschten bereits zwei frühere Börsensternchen, die Analysten reagierten größtenteils mit Herabstufungen. Bei Barsele Minerals geht die Schere zwischen Projektwert und des Aktienkurs dagegen weit auseinander.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Bank – Das Kreditwesengesetz (KWG) regelt in Deutschland die erlaubten Geschäfte einer Bank.

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