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02.08.2022 | 04:44

Wieviel Lithium brauchen BYD, VW, Tesla und Co.? Standard Lithium, Edison Lithium – Wer kann schnell liefern?

  • Lithium
  • Batteriemetalle
  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Parallel zum Elektroautoboom sind auch viele Rohstoffpreise explodiert. Lithium hat sich seit Anfang 2021 in chinesischen Yuan immerhin um 1.200% verteuert und Nickel ist seitdem um 40% im Preis gestiegen. Vor dem Hintergrund der anhaltend hohen globalen Nachfrage nach E-Fahrzeugen werden viele leistungsfähige Batterien benötigt. Daher plant so gut wie jeder Automobilhersteller mit eigenen Vorgaben, wie mit der Batteriebeschaffung umgegangen wird. BYD, VW, Daimler und Tesla haben bereits eigene Gigafabriken oder planen sie gerade. Lithium ist neben Nickel, Kobalt, Graphit und Kupfer einer der wichtigsten Rohstoff-Bestandteile einer Batterie. Die verfügbaren Mengen an den Märkten sind jedoch begrenzt, denn auch die Produzenten sind noch dünn gesät. Wir beleuchten einen Markt, der von Knappheiten bestimmt ist.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: Edison Lithium Corp | CA28103Q1090 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010

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Inhaltsverzeichnis:


    Dirk Harbecke, Executive Chairman, Rock Tech Lithium Inc.
    "[...] 2020 sind die Würfel in der Automobilindustrie endgültig in Richtung Elektromobilität gefallen. [...]" Dirk Harbecke, Executive Chairman, Rock Tech Lithium Inc.

    Zum Interview

     

    Das Mysterium der Lithium-Preise

    Laut Benchmark Mineral Intelligence dürfte das Defizit in der Versorgung mit Lithiumcarbonat von aktuell 26.000t auf über 80.000t bis in das Jahr 2025 steigen. Das bedeutet, dass die Preise für das weiße Metall weiterhin hoch bleiben werden und die Suche nach neuen Ressourcen beschleunigt werden muss. Ob E-Mobilität, Flugzeugtechnologie oder Erneuerbare Energien, so gut wie alle Hightech-Segmente suchen nach dem geeigneten Energiespeicher. Treiber der Entwicklung ist der Klimaschutz, der die Mobilität und Energieerzeugung sowie die Verteilung in der Zukunft auf neue Beine stellen wird. Der Elektroboom sorgt so für einen unfassbaren Sog bei Batteriemetallen, allen voran Lithium. Der Preis des weißen Metalls erreichte im Spotmarkt mit 600% Plus in 24 Monaten zuletzt wieder einen Höchststand.

    BYD, Tesla und Volkswagen – Auf der Suche nach geeigneten Lieferanten

    Gerade meldet Tesla einen neuen Rahmenvertrag mit den chinesischen Batteriematerial-Lieferanten wie Zhejiang Huayou Cobalt und CNGR Advanced Material. Beide Unternehmen sind bereits als offizielle Zulieferer von Tesla gelistet, doch mit der neuen Vereinbarung erweitern sie ihre Verkäufe an den Elektrofahrzeughersteller nochmals. Die Strategie von Elon Musk ist klar: Er möchte sich frühzeitig alle verfügbaren Kapazitäten sichern, um mit Tesla weiterhin vorne mitzuspielen. Denn sollten sich die Knappheiten weiter verschärfen, wird nur der Hersteller verkaufen können, der sich den Zugang zu den Rohmaterialien gesichert hat. Tesla ist in China sehr präsent und verfügt über ein großes Produktionszentrum in Shanghai.

    Auch bei BYD und Volkswagen stehen die Zeichen auf Expansion. Volkswagen arbeitet sehr eng mit den Batterielieferanten zusammen, um die Verwendung von nachhaltig abgebautem Lithium in der Lieferkette sicherzustellen. Im vergangenen Jahr hat VW dazu ein erstes Memorandum of Understanding mit dem chinesischen Lithium-Lieferanten Ganfeng abgeschlossen. Ganfeng bezieht den Rohstoff unter anderem aus mehreren Minen in Australien. Darüber hinaus kommt in Elektro-Modellen von Volkswagen auch Lithium aus Chile zum Einsatz. Der Volkswagen Konzern plant, bis 2029 rund 26 Millionen reine E-Fahrzeuge auf die Straße zu bringen.

    Der chinesische Technologiekonzern BYD hat weitere Kooperationen mit dem chinesischen Lieferanten Sichuan Road and Bridge unterzeichnet. Gegenstand ist die Lieferung von Batterie-Systemen. BYD und Sichuan Energy Investment sind darüber hinaus seit Oktober 2021 strategische Investoren bei Sichuan Road and Bridge. Man erkennt unschwer, der Markt ist in Bewegung.

    Edison Lithium – Argentinien mausert sich zum Lithium-Riesen

    Mit gewaltigen politischen Veränderungen strebt der südamerikanische Staat Argentinien in der Liste der Lithium-Lieferanten nach oben. Argentinien ist bereits jetzt der viertgrößte Lithiumproduzent der Welt. Doch die Regierung will mehr. So eilen die Provinzen den politischen Wünschen folgsam nach und bauen mehr und mehr logistische Knotenpunkte und Zufahrtsstraßen in ihren Bergbauregionen. Vor allem schaffen sie für den Sektor hinderliche Vorschriften ab – alles, um Investoren anzulocken und die Produktion schnell auszubauen. Das bekannte Lithium-Dreieck umfasst ein Gebiet im Dreiländereck Argentiniens, Boliviens und Chiles, zwischen der argentinischen Puna, dem bolivianischen Altiplano und der chilenischen Atacamawüste. Hier tummeln sich die großen Produzenten wie Albemarle, Livent, SQM oder Allkem. Das lokale Lithium stammt aus Salzpfannen oder Salzseen, zur Gewinnung kommen aufwändige Verdunstungs- und Reinigungsanlagen in Einsatz.

    Auch vor Ort ist der kanadische Lithium- und Kobalt Explorer Edison Lithium Corp. (EDDY), er besitzt bereits Lithiumkonzessionen in Salar Antofalla und Salar Pipanaco in Argentinien. Es handelt sich in Summe um 24 Claims mit einer Fläche von etwa 100.000 Hektar. Die erfolgten geophysikalischen Untersuchungen weisen auf das Vorhandensein einer potenziellen Solezone mit einer Mächtigkeit von mindestens 300m hin. Diese muss nun erbohrt werden, um die Gehalte und Qualitäten zu bestimmen. Die Untersuchungen laufen mit Hochdruck.

    Um in seiner Beteiligungsstruktur mehr Klarheit für die Investoren zu schaffen, wurden die kanadischen Kobaltaktivitäten in Quebec nun über einen Spin-Out an die Aktionäre ausgeschüttet. Das betreffende Kobaltkonzessionsgebiet Kittson umfasst drei historische Kobalt-Silber-Minen, nämlich die Kobaltmine Kittson, die Mine Shakt-Davis und die Mine Edison (auch als Mine Darby bekannt). Diese Minen wurden im Gegensatz zu jenen im nahegelegenen Kobalt-Silber-Lager in erster Linie aufgrund ihres Kobaltgehalts erschlossen und wiesen interessanterweise auch einen beträchtlichen Goldgehalt auf.

    Die EDDY-Aktie konnte sich dem Ausverkauf der Ressourcen-Werte in Kanada nicht entziehen und steht trotz der hohen Attraktivität der Liegenschaften bei nur 0,08 CAD. Damit ist der Explorer in der Marktkapitalisierung auf unter 10 Mio. EUR gefallen. Wer auf Batteriemetalle setzt, findet hier eine interessante Depot-Beimischung.

    Standard Lithium – Insider kaufen und setzen auf Fortschritte

    Die US-amerikanische Standard Lithium besitzt zwei interessante Projekte in Arkansas. Die Aktie ist einer der Lithium-Blockbuster aus dem Jahr 2021 mit über 1.000% Performance. Seit dieses Hypes hat sich der Wert allerdings mehr als halbiert. Das Interesse ist aber nach wie vor hoch, was an den Insider-Umsätzen abzulesen ist. So haben kürzlich der CEO Robert Mintak, der Präsident Dr. Andy Robinson und die Finanzchefin Kara Norman insgesamt 1.400.000 Aktienoptionen ausgeübt. Standard Lithium sind dadurch 1,344 Mio. USD zugeflossen.

    Im April 2022 kam es mit dem 100 Mio. USD-Einstieg des Großkonzerns Koch Industries bereits zu wichtigen strategischen Partnerschaften. Sowohl die Investition als auch das damit gewonnene Knowhow sind für Standard Lithium sehr hilfreich, denn der Markt wartet sehnlichst auf die Ergebnisse des Proof-of-Concept zur LiSTR-DLE-Technologie in der firmeneigenen Demonstrationsanlage. Daran hängen auch die Machbarkeit und die Kommerzialisierung der erworbenen Assets. Bereits in 2021 gab es mit der deutschen Lanxess Gruppe einen Vertrag zur beschleunigten kommerziellen Nutzung der Arkansas-Anlage. Im Rahmen des Abkommens führt Standard Lithium die gesamte Projektentwicklung bis zum Abschluss der Machbarkeitsstudie durch, deren Abschluss im vierten Quartal 2022 erwartet wird. Der aktuelle Rebound im Kurs von +20% in nur zwei Wochen macht die Standard-Lithium-Aktie zu keinem Schnäppchen, denn die Marktkapitalisierung liegt immer noch bei knapp 1 Mrd. USD.


    Die Knappheit von Batterie-Metallen dürfte zum ständigen Begleiter der nächsten Jahre werden. Welche Unternehmen hier nach vorne springen werden, bleibt interessant. Die Verteuerung bei fossilen Rohstoffen wirkt jedenfalls wie ein Katalysator für die E-Mobilität. Dem Investor ist nach der großen Korrektur im Sektor zu raten, das Kapital angemessen auf große und kleine Unternehmen zu streuen. Investitionen im Bereich E-Mobilität sollten sich aber auf lange Sicht auszahlen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 09.08.2022 | 04:44

    Split-Phantasie: Amazon, Alphabet, Viva Gold, Tesla - Aktien mit Top-Aussichten!

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    Nun hat sich das Blatt wieder gewendet. Die Crash-Hysterie ist gewichen, ebenso erholen sich die Bondkurse wieder sukzessive. Die Rendite für 10-jährige deutsche Staatsanleihen fiel in den letzten sechs Wochen völlig überraschend vom Hoch bei 1,75% auf unter 0,90% zurück – das sieht nicht nach Boom aus. Auch das Inflationsgespenst verliert langsam seinen Schrecken, denn die Ölpreise konsolidierten nun um mehr als 25 USD von ihren zuletzt erreichten Höchstständen. Der Zinserhöhungsdruck für die Notenbanken lässt damit gehörig nach und gibt den Aktien wieder den nötigen Raum für positive Dynamik. Wir blicken auf aussichtsreiche Werte.

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    • Gold
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    Das Setup für steigende Edelmetalle könnte derzeit nicht besser sein. Durch die enormen Preisschübe bei Energie und technischen Ausstattungen erhöhen sich die Betriebskosten von Minen und auch die Exploration wird teurer. Das müsste mittelfristig zu einer sinkenden Produktion im Edelmetall-Sektor führen, zumal die Preise seit einiger Zeit signifikant nachgeben. Die physische Verfügbarkeit ist zu den niedrigen Spotpreisen aber nicht gegeben, denn eine Unze Silber wird derzeit immer noch zwischen 23 und 28 EUR gehandelt, der umgerechnete Spotpreis würde bei etwa 19 EUR liegen. Wir haben interessante Rohstofftitel im Fokus.

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    • Elektromobilität
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    Das erste Halbjahr des aktuellen Börsenjahres brachte aufgrund der Unwägbarkeiten in Politik und Wirtschaft herbe Verluste mit sich. Für den amerikanischen Leitindex S&P 500 führte dies zur größten Kurskorrektur seit den siebziger Jahren. In Deutschland verlor der DAX40 rund 20% seines Wertes. Gespannt schauen Anleger nun auf die Zahlensaison für das zweite Quartal. Dabei konnte neben der Deutschen Bank auch der Autobauer Mercedes-Benz mit überraschend guten Ergebnissen aufwarten. Auch der Chemiekonzern BASF traut sich trotz der existierenden Gas-Krise mehr zu.

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