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01.07.2024 | 04:45

Achtung: BioTech-Aktien! Evotec, Bayer und BioNTech auf der Notfall-Station, aber Cardiol Therapeutics zeigt Muskeln!

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Bildquelle: pixabay.com

Wer auf den Kaufrausch an der NASDAQ blickt, übersieht, dass sich die USA längst in der Notaufnahme befinden. Mit den aktuell zur Wahl stehenden Kandidaten wird es unwahrscheinlich, die dringendsten Themen der Zeit zu meistern. Einer hat Schwierigkeiten vor der Kamera die richtigen Worte anzuwenden, der andere ignoriert Tatsachen und lügt sich seine eigene Welt zurecht. Für die größte Wirtschaftsmacht der Welt könnte diese Wahl voll ins Auge gehen, die Finanzmärkte interessiert dieses Thema jedoch vorerst nicht. Investoren sollten daher weiter die Spreu vom Weizen trennen und besonnen agieren. Nach der großen KI- und Hightech-Welle ist eine Rückkehr bei den BioTechs zu erwarten, denn zum näher rückenden Wahltermin werden auch die US-Zinsen sinken. Wir präsentieren eine griffige Auswahl für risikobewusste Investoren.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006

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Inhaltsverzeichnis:


    Evotec und Bayer – Die Bodenbildung ist in Arbeit

    Wochenlang sah es um die deutschen BioTech-Stars nicht gut aus, doch nun mehren sich die Anzeichen auf eine Besserung. Die Aktie des Hamburger Biotech-Unternehmens Evotec zeigte sich am Freitag von ihrer freundlichen Seite. Denn es gab positive Nachrichten von der in Seattle ansässigen Tochtergesellschaft Just. Diese wurde vom US-Verteidigungsministerium für die Entwicklung monoklonaler Antikörper ausgewählt. Darüber hinaus gab es gute News von Tubulis, welche für ihr Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) mit dem Kürzel TUB-040 von der FDA den Fast-Track-Status zur Behandlung von Eierstockkrebs erhalten haben. Heute wird auch Chrisitan Wojczewski die Position des CEO übernehmen. Mitte August soll es dann bei Evotec ein Update für den mittelfristigen Ausblick geben. Investoren hoffen, dass sich die Kursscharte nach dem Lanthaler-Skandal schnell auswetzen lässt. Der Chart der Aktie deutet zumindest auf eine Stabilisierung hin. Einsammeln!

    Bei Bayer zeigen sich erste positive Signale dank Fortschritten in den Umstrukturierungsmaßnahmen. CEO Bill Anderson verkündete bei den Einsparungen schnelle Fortschritte bis Ende 2024, was Hoffnungen bei Anlegern weckt. 70 % der Neuordnung soll dann bereits abgeschlossen sein. Im Fokus stehen Kostensenkungen vor allem durch Abbau von Bürokratie und beschleunigte Projektfortschritte. Die Leverkusener haben zudem im Pharmageschäft bereits rund 40 % ihrer Führungspositionen in den USA gestrichen und auch in Kanada, Mexiko, Italien, Australien und den nordischen Ländern Kürzungen vorgenommen. Wenn der Umsatz sich trotzdem stabil entwickelt, ist das das erste erfolgreiche Downsizing seit der Monsanto-Übernahme. Auf der Plattform Refinitiv Eikon gibt es derzeit nur 5 von 25 Experten mit dem Daumen nach oben und einer 12-Monatskurserwartung von durchschnittlich 31,80 EUR. Wahrscheinlich ist die Masse derzeit zu negativ auf Bayer gestimmt, was antizyklischen Investoren Kaufgelegenheiten verschafft.

    Cardiol Therapeutics – Konsolidierung eröffnet erneute Einstiegschance

    Ganz anders verhält es sich mit dem boomenden BioTech-Titel Cardiol Therapeutics. Im Juni erklomm der Kurs das neue Top-Niveau von 2,80 EUR. Das kanadische Unternehmen hat in den letzten Jahren einen aussichtsreichen Wirkstoffkandidaten namens CardiolRx™ entwickelt. Mit der pharmazeutisch hergestellten, oralen Lösungsformulierung ist man nun in aller Munde, denn CardiolRx™ blockiert die Aktivierung des Inflammasom-Signalweges und gilt somit als probates Mittel gegen die gefährliche Herzmuskel-Entzündung (Myokarditis), die sich gerade bei Post-Corona-Patienten häufig zeigt.

    Aktuell meldet Cardiol positive 8-Wochen-Topline-Daten aus der offenen Phase-II-Studie MAvERIC-Pilot, im Fokus steht nun die entscheidende Phase-III-Studie. Die Börse nahm die guten Daten erst mal zum Anlass, etwas von den üppigen Gewinnen der letzten 3 Monate in Cash zu verwandeln. Der Kurs fiel recht zügig auf 1,85 EUR zurück und steht damit wieder rund 35 % unter dem Höchststand. Das Brokerhaus Canaccord hat am 23. Juni in einem Research-Update sein Kursziel von 8,00 USD wiederholt. Der Analyst Edward Nash sieht derzeit ein krasses Missverhältnis zwischen der operativen Entwicklung und dem Aktienkurs. CEO David Elsley nutzte den Abschwung jedenfalls zu einem gemeldeten Nachkauf bei 2,77 CAD. Er besitzt jetzt über 1,2 der 68,9 Mio. Aktien. Alle Punkte der Hauptversammlung wurden zudem in der letzten Woche bestätigt. Die Rally kann also jetzt wieder losstarten, Gründe für einen Nachkauf gibt es zuhauf.

    BioNTech – Bei Corona wieder voll im Geschäft

    Warum die Aktien der BioNTech SE in nur zwei Wochen ganze 20 % auf rund 75 EUR abgeben mussten, erschließt sich auf den ersten Blick nur schwer. Denn die Nachrichtenlage ist gut. Erst in der letzten Woche gab es für die Mainzer und ihr chinesisches Partnerunternehmen DualityBio von der FDA den sogenannten Fast-Track-Status für den Antikörper-Wirkstoff-Kandidaten (ADC) BNT324/DB-1311 zur Behandlung von Patienten mit Prostatakrebs. Inzwischen haben die Kooperationspartner nun drei ADC-Kandidaten für das US-Beschleunigungsprogramm am Start.

    Zudem hat BioNTech zusammen mit Pfizer die Empfehlung der EMA für die Zulassung ihres auf die Omikron-Variante JN.1 angepassten monovalenten COVID-19-Impfstoffes Comirnaty erhalten. Das Komitee für Humanarzneimittel (CHMP) empfiehlt die Zulassung für die aktive Immunisierung gegen das COVID-19-Virus bei Personen ab einem Alter von 6 Monaten. Diese Entscheidung folgt den Empfehlungen eines technischen Beratergremiums der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Notfall-Task-Force (ETF) der EMA. Nun steht noch eine endgültige Entscheidung durch die Europäische Kommission bevor, welche aber bald erfolgen dürfte. Die Behörden erwarten einen steigenden Bedarf an COVID-19-Impfungen in der bevorstehenden Herbst- und Wintersaison. Damit dürften BioNTech und Pfizer wieder im Geschäft sein. Der BNTX-Kurs erreichte am Freitag mit 74,45 EUR aber erst mal ein neues Allzeittief. Warten sie daher eine Stabilisierung ab, hier ist keine Eile geboten!

    Mit über 160 % Kurszuwachs sticht die Cardiol-Aktie in seiner PeerGroup klar heraus. Evotec, Bayer und BioNTech versuchen sich zwar in einer Bodenbildung, doch für technische Kaufsignale braucht es noch mehr. Quelle: Refinitiv Eikon vom 28.06.2024

    Die großen BioTech-Titel haben es derzeit schwer. Denn der Fokus der Anleger liegt immer noch auf Hightech und Rüstungstitel, während die verhärtete Zinsfront den refinanzierungslastigen Geschäftsmodellen der LifeScience-Industrie schadet. Die Charts deuten aber zumindest eine Bodenbildung an und Cardiol Therapeutics bietet nach der Korrektur wieder interessante Nachkauf-Levels.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Hauptversammlung – Die Hauptversammlung ist ein Organ einer Aktiengesellschaft und das Mitwirkungsgremium der Aktionäre.

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    Der Sektor Biotech konnte bislang mit dem hightechlastigen NASDAQ nicht schritthalten. Nun gibt es aber Signale der Notenbanken, die eine nahestehende Zinswende erwarten lassen. Denn zum einen schwächelt die US-Konjunktur, zum anderen scheint der Inflationsdruck nachzulassen. Mit niedrigeren Zinsen können sich LifeScience-Unternehmen günstiger refinanzieren. Wegen der unterschiedlichen Dynamik gilt es jetzt die Perlen herauszufischen. Wir selektieren attraktive Einstiegslevels.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 13.06.2024 | 07:45

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    Es braucht nicht immer einen Ritterschlag, um Kurse zu bewegen. An der NASDAQ gibt es derzeit fast täglich neue Allzeit-Höchststände, seit der EU-Parlamentswahl kann der DAX 40-Index hier leider nicht mehr mithalten. Internationale Investoren sind wohl seit der Auflösung des französischen Parlaments über den Fortgang der Europäischen Union nachhaltig besorgt. Gestern konnte sich der Markt aber den starken Anstiegen in den USA nicht mehr widersetzen. Am Spielfeldrand gibt es derzeit immer wieder interessante Meldungen, die für Kursveränderungen sorgen. Sehr gute Nachrichten kommen aktuell von Evotec und Medigene, hingegen sind die jüngsten Anstiege bei BioNTech und CureVac schon wieder Schnee von gestern. Wie geht es weiter im volatilen BioTech-Sektor?

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