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10.09.2024 | 04:45

Achtung DAX und Aktien-Korrektur, jetzt kommen die Aufholer! TUI, thyssenkrupp, nucera, Desert Gold und Lufthansa

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Bildquelle: pixabay.com

Die Börse gibt und nimmt. Nach einer starken Korrektur im Juli, gab es im August einen wahren Kaufrausch zu beobachten. Die alten Zugpferde erreichten aber überaschenderweise keine neuen Höchststände. Das interpretieren Charttechniker als gefährliches Doppel-Top mit einem anschließenden Verkaufstrigger, der sich in der letzten Woche bereits in Stellung gebracht hat. Während die großen Titel sich also Tag für Tag weitere Verkäufe einhandeln, können die Verlierer der letzten Monate wieder neue Beachtung auf sich ziehen. Und wenn die Rotation gelingt, winken hier schnelle Rebounds mit ordentlichen Renditen. Wir nehmen ein paar Turnaround-Kandidaten unter die Lupe.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG505 , LUFTHANSA AG VNA O.N. | DE0008232125 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , THYSSENKRUPP NUCERA AG & CO KGAA | DE000NCA0001

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Inhaltsverzeichnis:


    Bill Guy, Chairman, Theta Gold Mines Limited
    "[...] Sowohl die Geologie als auch die Infrastruktur rund um das Projekt sorgen für eine äußerst attraktive Kostenstruktur. Wir gehen davon aus, dass wir zu 50% des aktuellen Goldpreises produzieren können. [...]" Bill Guy, Chairman, Theta Gold Mines Limited

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    thyssenkrupp und nucera – Ein Traditionskonzern im Fegefeuer

    Nun ist es passiert. Nach wochenlangem Kampf fiel der Aktienkurs des Stahl- und Technologie- Konzerns thyssenkrupp unter die 3 EUR-Marke, denn die Eskalation rund um die Stahlsparte geht in die nächste Runde. Nach dem Rücktritt mehrerer Stahlvorstände und -aufsichtsräte verkauften Anleger ihre Papiere sogar noch weiter und drückten den Preis auf das neue Allzeittief von 2,90 EUR. Das zeigt, wie zerrüttet das Vertrauen innerhalb des Konzerns ist.

    Inklusive der 600 Mio. EUR Beteiligung an nucera ist thyssenkrupp damit nur noch 1,8 Mrd. EUR wert. Noch im Jahr 2011 notierte die TKA-Aktie über 30 EUR. Das Gute daran: Sämtliche Ausverkäufe in Aktien, die letztlich nicht insolvent gehen, laufen vom Hoch statistisch ungefähr bis zur 90 % Verlustgrenze. Dann wendet sich das Blatt mittelfristig oder der Einsatz geht gänzlich verloren wie z. B. bei Varta. Die Börse spekuliert jetzt, wie der Turnaround bei thyssenkrupp aussehen könnte? Verkauf der Stahlsparte an Arcelor? Trennung von nucera oder IPO der Sparte Marine Systems (TKMS)? Einfach wird es nicht, denn die Verschuldung liegt inklusive Pensionsverpflichtungen immer noch bei über 20 Mrd. EUR, das operative Geschäft bleibt verlustig. Dann wären da noch die täglichen Auseinandersetzungen mit den Arbeitnehmervertretern. Baustellen über Baustellen, wenig Handlungsoptionen. Finger weg!

    Desert Gold – Hier riecht es nach Gold

    Viel Bewegung in den Aktien, aber Gold bleibt stabil an der 2.500 USD-Marke. Das liegt zum großen Teil am Kaufkraftverlust der Währungen, denn immerhin hatten die westlichen Ökonomien seit der Corona-Pandemie einen kumulierten Inflationsschub von ca. 40 % zu verkraften. Das Edelmetall kann damit wieder mal seine Werterhaltungsfunktion untermauern und liefert Besitzern seit 1995 gut 8,5 % per annum. Das entspricht ziemlich genau der Rendite eines international gestreuten Aktiendepots. Dann wären da noch die zahlreichen Krisenherde und die wackelnden Immobilienmärkte. Betongold scheint dem gelben Metall derzeit weit unterlegen zu sein und noch ein Vorteil tut sich auf: Edelmetall kann täglich zum Spotpreis verkauft werden! Diese Fungibilität in Milliardenhöhe ist bei vergleichbaren Vermögenswerten selten gegeben.

    Afrika ist seit mehreren 100 Jahren ein Edelmetall- und Rohstoffkontinent. Dort schlummern riesige Potenziale in wichtigen Metallen und Mineralien. Traditionell ist auch die Verbindung zu den westlichen Investoren ein Garant für Investitionen auf dem Kontinent. Der kanadische Explorer Desert Gold Ventures hat seit einigen Jahren die Senegal-Mali-Shear-Zone (SMSZ) im Fokus. Hier wurden bereits 1 Mio. Unzen Gold oberflächennah identifiziert. Momentan laufen weitere Bohrungen und eine Machbarkeitsstudie wird angefertigt. Die aktuelle Ressource sollte sich durch Neuentdeckungen noch stark erweitern lassen, ebenso könnte der Report die Rentabilität eines Abbaus der Oxid- und Übergangsmineralressourcen in den Goldlagerstätten Barani East und Gourbassi West dokumentieren. Damit wäre eine kostengünstige Heapleach-Produktion ab dem Jahr 2025 denkbar.

    Aktuell bietet sich für die Besitzer der emittierten 42,8 Mio. Desert Gold Optionsscheine eine interessante Bezugsvariante. Wer in der noch genehmigungspflichtigen, vierwöchigen Incentive-Frist die Ausübung erklärt, bekommt neben den bezogenen Aktien einen neuen Optionsschein zu 0,08 CAD mit dreijähriger Laufzeit ins Depot gebucht. Desert Gold rechnet mit einer hohen Annahmequote und Brutto-Einnahmen von bis zu 3,86 Mio. CAD, die für die Fortsetzung der Erschließungsarbeiten auf dem SMSZ-Projekt verwendet werden. Ausgehend von einer geringen Marktkapitalisierung von nur 17 Mio. CAD können die derzeit geführten Gespräche mit strategischen Investoren zur schnellen Aufwertung führen. Eine spekulative Positionierung macht Sinn.

    TUI und Lufthansa – Gute Buchungslage, historisch günstige Aktien

    Tief geht noch tiefer lernen die TUI- und Lufthanse-Aktionäre derzeit fast täglich. Trotz herausragender Buchungszahlen für die Herbst- und Wintermonate hadern Neuinvestoren mit anhaltenden Problemen im Reise-Sektor. Lufthansa hatte in 2024 neben einigen Streiks hunderte von Flügen streichen müssen, denn wegen Klima-Aktivisten konnte viele Urlauber ihre Ferien erst mit Verzögerung antreten. Noch immer ist strittig, wie die dreistelligen Millionenverluste von den Verursachern eingetrieben werden können. Die Airline rechnet im laufenden Jahr mit einem bereinigten EBIT von 1,4 bis 1,8 Mrd. EUR. Helfen könnte die gut laufende Sparte Cargo, denn sie liefert freien Cash Flow von bis zu 1 Mrd. EUR. Trotz einer bereits erfolgten Prognoseanpassung nach unten, bleibt J.P. Morgan weiter skeptisch und senkt seine Erwartungen erneut. Die Analysten der US-Investmentbank erneuern ihr Rating „Untergewichten“ und senken das 12-Monats-Kursziel von 5,00 auf 4,60 EUR. Diametral sehen die Experten der UBS die Lage. Sie votieren in einer Branchenstudie mit „Kauf“ und Kursziel 9,25 EUR.

    Die TUI-Aktie hat in der letzten Woche eine Berg- und Talfahrt erlebt. Der Reise-Gigant will die Zusammenarbeit mit türkischen Hotelpartnern intensivieren, um die Zahl der Gäste zu erhöhen. Die Türkei ist ein klassisches All-Inklusive Reiseland und bietet trotz Preissteigerungen von durchschnittlich 25 % ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Antalya liegt im Nachfrage-Ranking mittlerweile vor dem jahrelangen Spitzenreiter Mallorca. Technisch verläuft die 50-Tage-Linie derzeit bei 6,07 EUR. Mit aktuellen Kursen um 5,80 EUR ist der Weg zum Kaufsignal nicht mehr weit. Die hohe Shortseller-Quote könnte den Move irgendwann beschleunigen. Beide Touristik-Aktien bieten ein KGV 2025e von 4,6, der Buchwert der Lufthansa Aktie liegt zudem über 8,50 EUR. Recht viel günstiger werden die Touristik-Aktien u. E. nicht mehr, d. h. auf 2 bis 3 Jahre werden Einstiegskurse unter 6 EUR ordentliche Renditen erzeugen.

    Schwierige Lage bei thyssenkrupp, dagegen nucera mit guten Aussichten. TUI und Lufthansa versuchen sich zu stabilisieren, Desert Gold legt seinen Aktionären die Ausübung der Optionsscheine ans Herz. Quelle: Refinitiv Eikon vom 09.09.2024

    Aktuell ist die Börse sehr wählerisch und vom HighTech-Virus befallen. Während die großen Standardwerte an der NASDAQ von Hoch zu Hoch jagen, geht es bei den Nebenwerten deutlich langsamer voran. In der letzten Woche scheint sich das Sentiment aber gedreht zu haben. Die Blockbuster-Titel stottern, bei den Nebenwerten steigt das Interesse aber wieder. Während der thyssenkrupp-Konzern restrukturiert, arbeiten TUI und Lufthansa an der 6-EUR-Marke. Bei Desert Gold sollten nicht nur die Optionsschein-Besitzer genau nachrechnen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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