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22.12.2022 | 04:44

Achtung im Weihnachts-Rummel: BASF, Meta Materials, Varta, Nordex – Steiler Auftakt in 2023 mit GreenTech!

  • GreenTech
  • E-Mobilität
  • Hightech
Bildquelle: pixabay.com

Die fossile Energieversorgung wird immer kostspieliger. Denn das politische Aus des Lieferanten und Rohstoffriesen Russland schafft gerade für Mitteleuropa eine gefährliche Unterversorgung. Nicht nur der aktuelle, sondern speziell der nächste Winter könnte Probleme aufwerfen und auch die Industrie dürfte mittelfristig mit deutlich höheren Inputkosten kalkulieren müssen. Produkte werden in der Erstellung erheblich kostspieliger, damit steigen auch die Verkaufspreise in den Regalen immer mehr. Die Inflationsspirale schraubt sich so weiter nach oben, die Kaufkraft der Konsumenten sinkt. Für den Bezug von günstiger Energie sind GreenTech-Lösungen stärker gefragt denn je. Auf welche Aktien sollten sie achten?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: Meta Materials Inc. | US59134N1046 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

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Inhaltsverzeichnis:


    BASF – Der Champion in Batteriematerialien

    Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF ist einer der größten Lieferanten von Ausgangsmaterialen für die GreenTech-Branche. Hier werden Substanzen mit hohem Energieaufwand erzeugt und gemischt, wichtige chemische Vorprodukte für die Hightech-Hersteller im alternativen Energie- und E-Mobilitätsbereich. Nun hat BASF einen wichtigen Kunden hinzugewonnen und wird strategischer Lieferant von Kathodenmaterialien für E-Auto-Batteriezellen von Prime Planet Energy & Solutions (PPES), dem Batterie-Joint-Venture von Toyota und Panasonic.

    Die Bereitstellung der Materialien erfolgt über das mehrheitlich von BASF gehaltene Joint-Venture BASF Toda Battery Materials (BTBM), es handelt sich um ein neu entwickeltes Produkt aus dem Portfolio für leistungsstarke Kathodenmaterialien. Die BASF-Rezeptur bleibt aber noch geheim, denn weltweit ist ein Wettrennen um die leistungsstärkste Batterie für die E-Mobilität ausgebrochen, um größere Käuferschichten zu einem Erwerb eines E-Fahrzeugs zu bewegen.
    Noch ist nicht bekannt ist, in welchen E-Fahrzeugen die neue Batterie verbaut wird. Nach Aussagen von BASF ist nun ein maßgeschneidertes Produkt entwickelt worden, das den Batterieanforderungen nach höherer Leistung, längerer Lebensdauer und verbesserter Effizienz gerecht wird. Die BASF-Aktie hat in 2022 seit den Tiefstständen bei rund 38 EUR wieder kräftig auf über 50 EUR zulegen können. Mit aktuell 46,4 EUR ist der Wert immer noch günstig. Denn auf Sicht von Ende 2023 bezahlt der Anleger derzeit ein KGV von knapp 9 und erhält eine Ausschüttung von etwa 7%, falls der aktuelle Gewinntrend beibehalten werden kann.

    Meta Materials – Abspaltung von Next Bridge Hydrocarbons

    Wer in Hightech-Kategorien denkt, kommt im Bereich Energie-Effizienz nicht an den treibenden Technologie-Unternehmen vorbei, welche industrielle Prozesse energetisch günstiger machen oder den gesamten Unternehmens-Footprint im Kohlendioxid-Ausstoß senken. Bei dem Innovator Meta Materials (MMAT) dreht sich alles um Hochleistungs-Funktionsmaterialien wie z.B. Beschichtungen auf Glas, Baukörper und sonstigen Gestaltungselementen. Zum Beispiel entwickelt das Unternehmen sinnvoll verbaute Antennen und Tarnkappen für Rüstungsgüter.

    Auch für den Boom-Sektor E-Mobilität stehen seit einiger Zeit erste Lösungen im Angebot. Denn mit dem Partner-Unternehmen Coulometrics will Meta nun Batterien für E-Autos beständiger und leistungsfähiger machen. Seit Anfang November arbeitet man auch mit DuPont Teijin Films und Mitsubishi Electric Europe zusammen mit dem Ziel, die Sicherheit und Effizienz von Lithium-Ionen-Batterien zu verbessern. Eine bahnbrechende Entwicklung stellt dabei die PLASMAfusion-Kupferfolie dar. Meta Materials lässt mit seinen Entwicklungen regelmäßig aufhorchen. So erhielt man jüngst den CES Innovation Award und wurde von Deloitte als Clean Energy-Experte im Rahmen des Technology Fast 50-Programms ausgezeichnet.

    Nach Genehmigung durch die FINRA hat Meta Materials nun seine Tochtergesellschaft „Next Bridge Hydrocarbons“ mit Stichtag 12.12.2022 an seine Anleger ausgeschüttet. Die MMAT-Aktie verdoppelte sich im Herbst und kam jüngst wieder etwas zurück. Investoren in der Aktie sind es gewöhnt, dass der Wert sich auch mal um 50% bewegt. Die Umsätze in diesem Titel sind beachtlich und ermöglichen jedem Anleger beste Liquidität, um sich entsprechend zu positionieren.

    Varta – Wo ist eigentlich unten?

    Varta macht derzeit negativ Furore. Viele Marktteilnehmer hatten die Zone 27 bis 32 EUR nach 75% Absturz als Auffangkorridor definiert, doch in den letzten Tagen erfolgte der Durchbruch nach unten. Der neue Varta-Chef Markus Hackstein hat sich Sanierungsexperten von Boston Consulting ins Haus geholt, um den unter Druck geratenen Batteriehersteller wieder auf Kurs zu bringen. Grund ist der massive Anstieg der Materialkosten auf mittlerweile rund 400 Mio. EUR pro Jahr. Bei einem geplanten Umsatz von weniger als 900 Mio. EUR in 2023 bleibt das Unternehmen weiter in der Verlustzone, falls keine Lösungen zur Kostendämpfung gefunden werden.

    Entlassungen sind nicht geplant, denn es herrscht akuter Fachkräftemangel. Leider lassen sich auch die hohen Kosten nicht auf die Produkte überwälzen, da die internationale Konkurrenz die speziellen Standortprobleme Deutschlands nicht zu tragen hat. Nur hierzulande haben sich Energie, Material- und Arbeitskosten seit Kriegsbeginn in der Ukraine in ungeahnte Höhen geschwungen. Bekannte Analysehäuser wie die DZ Bank oder Goldman Sachs haben ihre Einstufungen auf Halten bzw. Neutral gesenkt und die 12 Monats-Kursziele auf 25 bzw. 30 EUR angepasst. Bleiben sie vorerst an der Seitenlinie, denn die Anpassung Vartas an die „neue Welt“ wird noch dauern und ordentlich Geld kosten.

    Nordex – Guten Karten für einen Turnaround

    Die GreenTech-Branche steht vor einer gewaltigen Herausforderung, denn für den rapiden Ausbau der „Erneuerbaren Energien“ hat die Ampelkoalition in diesem Jahr ein 500 Seiten umfassendes Maßnahmenpaket vorgelegt. Mit dessen Hilfe soll der Anteil alternativer Stromgewinnung möglichst schnell von aktuell rund 50 auf etwa 80 Prozent erhöht werden.

    Nordex konzipiert und liefert ganze Windparks. Die Hamburger haben sich wegen steigender Kosten in 2022 mehrmals frisches Kapital besorgen müssen. Mit drei Gewinnwarnungen in Folge glaubt das Unternehmen nun erst wieder in 2024/25 richtig profitabel zu werden. Dreh- und Angelpunkt für die Profitabilität bleiben wie bei Varta die hohen Kosten für die Vorprodukte, fehlendes Personal und ständige Störungen in den Lieferketten. Mit einem Umsatz von 1,7 Mrd. EUR in Q3 liegt der Konzern aber deutliche 50% über Vorjahr, allerdings wird der operative Verlust in 2022 noch 4% des Umsatzes erreichen. Hoffnung für die Zukunft macht allerdings die üppige Orderlage. So erhöhte sich der Gesamtauftragsbestand auf einen Wert von 6,5 Mrd. EUR. Mit neuen Großaufträgen aus Brasilien und der Türkei geht es nun ins neue Jahr. Goldman Sachs ist dennoch skeptisch und votiert mit Neutral und Ziel 13,10 EUR, Jefferies würde noch mit Kursziel 14 EUR kaufen. Große Euphorie ist wohl jetzt auch nicht mehr zu spüren, denn die Aktie hat seit dem Tief bei knapp 7 EUR gut 75% zugelegt.


    Die Börsenstimmung zum Jahresende ist nicht schlecht, offenbar rechnet die Mehrzahl mit einer versönlichen Konjunkturentwicklung in 2023. GreenTech-Aktien werden interessant bleiben, denn der Anpassungsdruck der Industrie ist hoch. BASF und Meta Materials offerieren in diesem Umfeld sehr gute Lösungen, Varta und Nordex müssen erst auf den Gewinnpfad zurückkommen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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