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05.06.2019 | 12:27

Adidas, Linde, Volkswagen – Bundeskanzlerin Angela Merkel sorgt für Unmut

Die Vorstände und Aufsichtsräte der deutschen Konzerne tragen die Verantwortung für mehrere Hunderttausend Arbeitnehmer und leisten im Dienst ihrer Aktionäre ihren Job, um neben Wohlstand und Sicherheit in Deutschland auch eine angemessene Rendite zu gewährleisten. Sie äußern sich in der Regel zurückhalten zur politischen Entwicklung, da die Organe der Gesellschaften und Betriebsräte oftmals unterschiedliche Parteien angehören und eine neutrale Position daher der bequemste Weg ist.

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Adidas CEO Kasper Rorsted

Der Chef von einem der weltweit größten Sportartikelhersteller spricht aus, was viele denken: „Der Standort Deutschland hat mehr Probleme, als viele wahrhaben wollen." Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht seit 2005 davon, dass die Digitalisierung ganz oben auf ihrer Agenda stehe: „Aber es geschieht nichts. Sie wird diese Regierung verlassen ohne Erfolg in diesem Bereich,“ so Rorsted und weiter: „Wir haben Überschüsse bei den Staatsfinanzen, aber unsere digitale Infrastruktur hat Defizite, wie es schlimmer nicht geht." Solange bei einer Autofahrt zwischen Nürnberg und München ständig die Telefonverbindung abreiße, müsse man über autonomes Fahren nicht nachdenken. Der Blick für das Notwendige wurde verloren, die Energiewende ist gescheitert und der Brexit auch das Ergebnis von deutschem Politikversagen.

Linde Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle

Es gibt wenige Top-Manager in Deutschland, die mit Wolfgang Reitzle auf Augenhöhe sprechen können. Reitzle gehört zur Macher Elite des Landes und hat in seinem Leben als CEO von Linde das Unternehmen mit seinen vielen Mitarbeitern erfolgreich und verantwortungsbewusst in die Weltliga geführt. Reitzle wirft Angela Merkel (CDU) vor mit falschen Weichenstellungen den Wohlstand des Landes aufs Spiel zu setzen. Es mache ihn sprachlos, wie „lässig und Fakten ignorierend die Politik in Deutschland bei Themen wie der Energiewende Grundsatzentscheidungen trifft.“ So habe der überstürzte Atomausstieg für die Sicherheit keinen Vorteil gebracht, da man nun Atomstrom aus unsichereren Kernkraftwerken aus dem Ausland importiere und dieser Alleingang habe „in eine sündteure Sackgasse geführt.“ Die Energiewende kostet 1.000 Mrd. Euro und die CO2-Bilanz des deutschen Stroms und die Versorgungssicherheit haben sich verschlechtert. „Vor allem aber haben wir heute den teuersten Strom Europas und den zweitteuersten der Welt.“

Volkswagen CEO Herbert Diess

Der Konzernlenker aus Wolfsburg hat die Bundesregierung unter der Leitung von Kanzlerin Angela Merkel ebenfalls massiv kritisiert: „Wenn man sieht, wie zaudernd mit dem Thema Elektromobilität oder der Energiewende umgegangen wird, dann gleicht das fast einer Schockstarre. Ich kann schon verstehen, dass die Jugend deshalb auf die Barrikaden geht.“ Besonders unverständlich ist der Atomausstieg bis Ende 2022 und ein Kohleausstieg bis 2038. die Prioritäten sind falsch gesetzt worden: „Man hätte erst aus der Kohle und dann aus der Kernkraft aussteigen sollen. Wenn uns der Klimaschutz wichtig ist, sollten die Kernkraftwerke länger laufen“, so Diess. „Die Rückkehr zur Atomkraft muss eine Option sein", sagte auch der Schraubenkönig Reinhold Würth und urteilt mit scharfen Worten über Merkels Bundesregierung: „Versagen in der Umweltpolitik“.
(MH)