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09.01.2025 | 05:55

ARI Motors, Volkswagen, BYD - E-Mobilität zwischen urbaner Nische, China-Strategie und ethischen Grenzen

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Bildquelle: ARI Motors Industries SE

Die Elektromobilität verändert die Automobilbranche auf allen Ebenen - vom wendigen Kleintransporter für den City-Betrieb bis zum Verkehr auf dem Werksgelände von Großkonzernen: kosteneffiziente Lösungen sind gefragt. Der deutsche Hersteller ARI Motors erobert mit seinen kleinen und wendigen Elektrofahrzeugen die Nische der innerstädtischen Lieferungen und Handwerkerbetriebe. Derweil kämpfen die Großen der Branche um Marktanteile in China. Volkswagen erweitert seine strategische Partnerschaft mit dem chinesischen E-Auto-Pionier Xpeng, um ein Schnellladenetzwerk mit 20.000 Ladestationen flächendeckend einzuführen und neue Elektromodelle für den asiatischen Markt zu entwickeln. Der chinesische Autobauer BYD gerät in Brasilien in die Schlagzeilen - nicht wegen seiner Innovationen, sondern wegen eines handfesten Skandals um fragwürdige Arbeitsbedingungen beim Bau einer neuen Fabrik.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Juliane Zielonka
ISIN: ARI MOTORS INDUSTRIES SE | DE000A3D6Q45 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039

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Inhaltsverzeichnis:


    ARI Motors: Mit 4,40 EUR pro 100 km zur urbanen Mobilitätswende

    Handwerker kennen das Problem. Ein neuer Auftrag befindet sich mitten in der Innenstadt, die Arbeitsgeräte sind zu schwer für einen Transport mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, die Parkplatzsituation unerträglich oder unbezahlbar. Hier kommen die kleinen und wendigen Elektro-Fahrzeuge von ARI Motors ins Spiel. Benannt nach der japanischen Bezeichnung für Ameise, passen die Elektroflitzer in jede noch so kleine Gasse und auf Fußgängerwege von Parks und Grünanlagen.

    Die Modelle können sowohl an handelsüblichen Steckdosen als auch an E-Ladesäulen mit frischem Strom versorgt werden. Dabei betragen die Stromkosten nur etwa 4,40 EUR pro 100 km bei einem Strompreis von 0,30 EUR/kWh - im Vergleich zu 16–18 EUR beim herkömmlichen Verbrenner. Die Einsatzorte sind mannigfaltig. Ob Handwerker oder Dienstleister für innerstädtische Lieferungen, Großunternehmen wie Coca-Cola, Bayer oder Schaeffler für Fahrten auf dem Werksgelände oder im Einsatz von kommunalen Betrieben, zur Pflege von öffentlichen Parks und Grünanlagen - ARI ist so vielseitig wie seine Modellpalette. Mittlerweile gibt es 50 Versionen, inklusive eines Modells für den Bodeneinsatz in Militärbasen.

    Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen den Umsatz auf 6 Mio. EUR erweitern, 236 Fahrzeuge ausliefern und den After-Sales-Prozess sogar mehrsprachig optimieren durch eine Verbesserung des Online-Shopping-Angebotes. „Durch Zuverlässigkeit, guten Service und die Seriosität in unseren Rahmenverträgen konnten wir größere Bestellmengen sichern“, betont CEO Thomas Kuwatsch. Die Strategie des niedrigschwelligen Einstiegspreises von 2.995 EUR kommt den Unternehmen besonders in Zeiten der Rezession entgegen. „Gerade in Krisenzeiten schätzen viele Käufer das gute Preis-Leistungs-Verhältnis unserer Fahrzeuge“, erläutert Kuwatsch den Ansatz. Für das kommende Geschäftsjahr 2025 rechnet Kuwatsch mit einem Absatz von bis zu 500 Fahrzeugen. Diese risikobewusste Prognose basiert auf der aktuell schwachen Konjunkturlage am Geschäftsstandort Deutschland, sowie den herausfordernden Marktbedingungen im Elektromobilitätssektor.

    Trotz der zurückhaltenden Absatzprognose bleibt das Management zuversichtlich. ARI Motors ist weiterhin bestrebt, seine Produkte kontinuierlich zu verbessern und seinen Service auszubauen. Die bisherigen Kunden erstrecken sich vom Emil-Nolde-Museum nahe der deutsch-dänischen Grenze bis herunter zum Bodensee. Zu den etablierten Exportmärkten gehören bisher Österreich, Spanien, Italien, Tschechien, Frankreich. In Portugal wird die kleine Ameise beispielsweise zur Olivenhain-Bewirtschaftung eingesetzt. Elektromobilität pragmatisch und vom Kundennutzen aus gedacht, dafür steht ARI Motors.

    Volkswagen verstärkt Zusammenarbeit mit E-Autobauer Xpeng für Schnellladestationen

    Während Volkswagen im Heimatland rund 35.000 Stellen abbaut und die Gehälter des Managements gesundschrumpfen möchte, erweitert der Konzern seine Zusammenarbeit in China mit dem dortigen E-Autobauer Xpeng. Beide Hersteller werden ihre Schnellladenetzwerke gegenseitig für ihre Nutzer öffnen, um damit die flächendeckende Versorgung mit Ladeinfrastruktur weiter auszubauen. Auch sollen gemeinsam gebrandete Schnellladestationen errichtet werden.

    Die Dimensionen dieser Vereinbarung übertreffen alles bisher Dagewesene: : Rund 20.000 Ladestationen in 420 chinesischen Städten werden den E-Autofahrern beider Marken in Zukunft zur Verfügung stehen. Ob Xpeng- oder Volkswagen-Fahrer, beide profitieren von der großzügigen Flächenabdeckung.

    Bereits 2023 hat Volkswagen einen Anteil von ca. 5 % an Xpeng für etwa 700 Mio. USD Dollar erworben. Bis 2026 sollen zudem zwei neue Elektroauto-Modelle von VW unter der Marke Xpeng im chinesischen Markt verkauft werden. Diese Trojanische Pferd-Strategie soll dem deutschen Autobauer helfen, mehr Fahrzeuge in China zu verkaufen.

    Xpeng, auch bekannt als Xiaopeng Motors, wurde 2014 in Guangzhou, China, gegründet und besitzt eine Niederlassung in München. Zu den bekanntesten Investoren gehören u. a. Alibaba, Foxconn und IDG Capital. Neben Elektrofahrzeugen entwickelt Xpeng auch autonome Fahrtechnologien, Betriebssysteme und Kernbauteile der Elektromobile.

    BYD: Skandal um illegale chinesische Arbeiter in Brasilien

    Der chinesische Elektroautohersteller BYD macht in Brasilien Schlagzeilen. Eine dortige Arbeitsaufsichtsbehörde hat entdeckt, dass das Unternehmen mehrere 100 chinesische Arbeiter mit ungültigen Visa zum Bau einer Fabrik eingeschleust hat. Doch damit nicht genug, die Arbeiter sollen unter sklavenähnlichen Bedingungen dort gehaust haben.

    So schliefen die Arbeiter auf Betten ohne Matratzen, besaßen keine Schränke für ihr Hab und Gut. Eine Toilette stand für 31 Arbeiter zur Verfügung. Auch wurden Pässe konfisziert und 60 % der Gehälter einbehalten. All das wirft kein gutes Licht auf den chinesischen Autobauer. Insgesamt sollen 500 chinesische Arbeiter eingeschleust worden sein, von denen ein Großteil Brasilien wieder verlassen hat oder kurz davor steht, ausreisen.

    BYD hat derweil die Zusammenarbeit mit dem Auftragnehmer Jinjiang beendet, der angeblich für die Arbeitsbedingungen zuständig war. Jetzt, nach dem Bekanntwerden der menschenunwürdigen Bedingungen, gelobt BYD Besserung und will die lokalen Arbeitsgesetze für die verbleibenden Arbeiter einhalten. Für BYD ist dieser Menschenrechte-Skandal ein herber Schlag für das Markenimage.


    ARI Motors hat sich auf kleine, wendige Elektrotransporter spezialisiert. Mit einem Umsatz von 6 Millionen EUR und 236 ausgelieferten Fahrzeugen im vergangenen Jahr beweist das in Deutschland ansässige Unternehmen robustes Wachstum. Die Niedrig-Preisstrategie ab 2.995 EUR pro Fahrzeug erweist sich als besonders erfolgreich in der angespannten Wirtschaftslage. Die vorsichtige Prognose von 500 Fahrzeugen für 2025 zeigt einen realistischen Geschäftsansatz des Managements. Die strategische Partnerschaft zwischen Volkswagen und Xpeng deutet auf einen bedeutenden Schritt in der chinesischen Expansionsstrategie von VW hin. Geplant sind 20.000 Co-gebrandete Ladestationen in 420 chinesischen Städten. Die Entwicklung gemeinsamer Elektroauto-Modelle unter der Marke Xpeng, an dem der Konzern 5 % hält, könnte VW helfen, seine Position im chinesischen Markt zu stärken. BYD steht durch die Aufdeckung von sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen für 163 chinesische Arbeiter und die Einschleusung von insgesamt etwa 500 Arbeitern mit ungültigen Visa in Brasilien mehr als schlecht da. Das Versprechen, ab jetzt lokale Arbeitsgesetze einzuhalten, wirkt wie Kosmetik. Der Image-Schaden ist nicht mehr abzuwenden.


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    Der Autor

    Juliane Zielonka

    Die gebürtige Bielefelderin studierte Germanistik, Anglistik und Psychologie. Das aufkommende Internet in den frühen 90ern führte sie von der Uni zu Ausbildungen in Grafik-Design und Marketingkommunikation. Nach Jahren der Agenturarbeit im Corporate Branding wechselte sie ins Publishing und lernte ihr redaktionelles Handwerk bei der Hubert Burda Media.

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