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08.09.2022 | 05:50

Barrick Gold, Barsele Minerals, Nordex – Das wird jetzt wichtig

  • Gold
  • Edelmetalle
  • erneuerbare Energien
Bildquelle: pixabay.com

Der starke US-Dollar, steigende US-Renditen sowie eine zunehmende Angst vor weiteren größeren Zinserhöhungen belasten die Edelmetallmärkte. Dabei steht das gelbe Metall vor einer wichtigen Prüfung. So gilt die Marke von 1.680,59 USD je Feinunze Gold als markante Unterstützungsmarke. Sollte das Jahrestief gerissen werden, droht ein weiterer Rückfall in die Regionen um 1.620 USD je Unze. Langfristig sollte dieses Niveau als Einstiegsniveau dienen, denn von einer Eindämmung der Inflation durch weitere Zinsschritte kann man in der derzeitigen Lage kaum ausgehen. Dadurch ergeben sich zeitnah antizyklische Einstiegsmöglichkeiten bei ausgesuchten Produzenten als auch Explorationsunternehmen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: BARSELE MINERALS | CA0688921083 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084

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Inhaltsverzeichnis:


    Barrick Gold – Schwäche hält an

    In der Vergangenheit konnte man oft an den größten Goldproduzenten erkennen, dass es zu einer Trendwende am Goldmarkt kommen könnte, denn diese besitzen oft die Funktion eines Vorläufers. Doch aktuell zeigen Unternehmen wie Barrick Gold eher eine Underperformance zum Basispreis. So verbuchte der mit einer Jahresförderung von über 7 Mio. Unzen größte Goldproduzent der Welt, was rund 200t Gold entspricht, ein neues Jahrestief bei 14,53 USD. Somit wäre aus charttechnischen Gesichtspunkten der Weg bis zum Corona-Tief vom März 2020 bei 12,67 USD frei. Spätestens dort befinden sich jedoch starke Unterstützungszonen, wodurch ein langfristiger Einstieg in Frage kommen könnte.

    Aus fundamentaler Sicht kann man bereits jetzt von einer Unterbewertung des Majors aus Toronto sprechen. Selbst wenn die Explorationskosten auf 1.200 USD je Unze anziehen, bleibt Barrick Gold eine Gewinnmarge von rund 30% oder 500 USD. Die Dividendenrendite beträgt auf aktuellem Kursniveau attraktive 3,20%. Zudem läuft aktuell ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über insgesamt 1 Mrd. USD, was den Aktienkurs langfristig Stabilität bringen sollte. Antizyklisch bietet sich aktuell eine Möglichkeit, gestaffelt in den Wert zu investieren. Denn bei einer erwarteten langfristig positiven Goldpreisentwicklung gehört Barrick Gold in jedes Goldportfolio.

    Barsele Minerals – Die Aktie mit Hebelwirkung

    Auf der einen Seite ist es der starke USD sowie mögliche weitere Zinserhöhungen, die eine positive Entwicklung Stand heute hemmen. Auf der anderen Seite drohen weitere Gefahren, sowohl aus geopolitischer als auch wirtschaftlicher Sicht. Neben den Krisenherden in der Ukraine und in Taiwan sprechen außerdem enorm hohe Staatsverschuldungen und eine ausufernde Inflation langfristig pro Gold. Neben physischem Gold und Goldproduzenten sollten Anleger zumindest einen kleinen Teil in ausgewählte Explorationsunternehmen investieren, denn diese zeigen bei einem langfristig steigenden Basiswert eine deutliche Outperformance.

    Eine interessante Möglichkeit bietet sich, auch aufgrund der bereits stattgefundenen Korrektur in Skandinavien, genauer in Nordschweden. Dort betreibt Agnico Eagle zusammen mit Barsele Minerals das gleichnamige Barsele-Projekt. Mit einem Anteil von 55% gehört Agnico Eagle die Mehrheit, Barsele hält 45%. Für Barsele ist das eine komfortable und risikoarme Position, denn Agnico Eagle trägt als Betreiber die Kosten. Das Barsele-Projekt befindet sich in der Bergbauregion Västerbottens Län in Nordschweden, 600km nördlich von Stockholm und umfasst 34.500 Hektar im Fennoskandischen Schild.

    In den vergangenen Jahren hat Agnico Eagle als Betreiber die Exploration vorangetrieben und rund 158.000 Bohrmeter niedergebracht. Insgesamt entstanden 404 Bohrlöcher. 2019 veröffentlichte Barsele eine Ressourcenschätzung mit 2,41 Mio. Unzen Gold. Als nächstes Ziel soll eine Ressourcenschätzung von 3,5 Mio. Unzen durch ein weiteres Bohrprogramm über 30.000m erreicht werden. Um seine anteiligen Verpflichtungen zu finanzieren, wollte Barsele Minerals zuletzt nur 1 Mio. CAD am Kapitalmarkt aufnehmen. Aufgrund der hohen Nachfrage langfristig ausgerichteter Investoren konnte die letzte Kapitalerhöhung durch Überzeichnung bei 1,9 Mio. CAD geschlossen werden.

    Der Börsenwert von Barsele Minerals beträgt mit 36,67 Mio. CAD deutlich weniger als der anteilige Wert am Barsele-Projekt.

    Nordex – Zurück in den TecDAX

    Ähnlich enttäuschend wie der Goldpreis läuft die Kursentwicklung der Unternehmen mit Bezug zu Erneuerbaren Energien. Trotz der Förderungen durch die Politik leiden die meisten Hersteller bei hohen Auftragsvolumina unter niedrigen Margen. Besorgniserregend ist die Lage beim Hamburger Windturbinenhersteller Nordex SE. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 verbuchten die Hamburger eine negative EBITDA-Marge in Höhe von -8,1%. Im Vorjahreszeitraum lag diese Kennzahl noch bei +2,5%.

    Dabei sind die Auftragsbücher prall gefüllt. Allein im Juli erhielt das Unternehmen zehn neue Aufträge mit insgesamt 102 MW. Für unterschiedliche Kunden lieferte die Nordex Group 19 Anlagen, unter anderem für Projekte in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern. Im ersten Halbjahr 2022 hat die Nordex Group in Deutschland insgesamt 95 Turbinen mit 440 MW errichtet, allerdings konnten noch nicht alle Turbinen wie geplant in Betrieb genommen werden. Nachdem Nordex erst im Juni aus dem TecDAX ausschied, gehört diese ab 19. September erneut zu den ausgesuchten Tech-Werten Deutschlands. Ob sich dies positiv auf die Performance der Aktie auswirken wird, ist eher fraglich.


    Die Goldwerte leiden im Moment noch unter einem starken US-Dollar sowie der Angst vor weiter anziehenden Zinsen. Barrick Gold hat aus charttechnischer Sicht noch Luft nach unten, die Börsenbewertung von Barsele Minerals liegt deutlich unter dem anteiligen Projektwert des Barsele-Projekts. Nordex kämpft weiter mit einer schwachen Marge.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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