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17.05.2022 | 05:08

BioNTech, mm2 Asia, TUI – Nicht verschlafen!

  • Corona
  • Entertainment
  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Zumindest in Europa scheint gefühlt „Normalität“ im alltäglichen Leben eingetreten zu sein – das heißt in Bezug auf Corona. Mahnende Stimmen weisen jedoch bereits auf die kalte Jahreszeit und die damit verbundene Bedrohung durch neue Mutationen hin. Angesichts des Ukraine-Kriegs und den großen sicherheitspolitischen Spannungen in der Welt ist dennoch nichts „normal“. Wachsam sollten Anleger die geopolitischen Entwicklungen verfolgen und dabei nicht die Chancen, die sich fortwährend auf Unternehmensebene bieten, verpassen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: mm2 Asia LTD | SG1DC0000006 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG000

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Inhaltsverzeichnis:


    Patrick Grewe, Asset Manager, van Grunsteyn
    "[...] Nachhaltigkeit ist ein großes und wichtiges Thema. Vielfach wird sie aber lediglich mit ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit in Verbindung gebracht. Tatsächlich umfasst der Begriff aber auch finanzielle Nachhaltigkeit. [...]" Patrick Grewe, Asset Manager, van Grunsteyn

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    BioNTech – Dynamik lässt spürbar nach

    Jede Sonderkonjunktur neigt sich irgendwann dem Ende zu. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Corona-Impfstoff-Hersteller einen Umsatz in Höhe von 19,3 Mrd. EUR einfahren und einen beachtlichen Gewinn von 10,3 Mrd. EUR erzielen. Der hohe Auftragsbestand, der noch Ende 2021 aufgebaut werden konnte, führte zu Beginn des neuen Geschäftsjahres zu einem sehr positiven Bild.

    Im ersten Quartal konnte die deutsche Biotechgesellschaft den Umsatz von 2,05 Mrd. EUR auf 6,37 Mrd. EUR verdreifachen. Ebenso dynamisch entwickelte sich der Gewinn, der auf 3,70 Mrd. EUR sprang. Bei Vorlage der Zahlen, bekräftigten die Mainzer die Guidance für 2022 mit einem Umsatz von 13 bis 17 Mrd. EUR.

    Analysten trauen den Anteilsscheinen im Durchschnitt ein Aufwärtspotenzial von knapp 50% zu. Einig sind sich die Experten, dass sich die Rekordergebnisse aus 2021 nicht mehr wiederholen lassen werden. Der Gewinn soll laut Analysten 2024 nur noch ein gutes Drittel, als rund 3,6 Mrd. EUR, ausmachen. Aktuell ist die Gesellschaft an der Börse rund 37 Mrd. EUR wert.

    Nicht unterschätzt werden sollte, welche Finanzkraft BioNTech durch die Sonderkonjunktur erhalten hat. Den Gewinn will die Gesellschaft für Aktienrückkäufe und Dividenden nutzen, aber auch in die weitere Forschung investieren. CEO Sahin sprach bei der Veröffentlichung der jüngsten Quartalsdaten von einer „konsequenten Umsetzung der Pläne in den Wachstumsbereichen Infektionskrankheiten und Krebsbekämpfung" und fügte hinzu „wir sind überzeugt, dass wir dank unserer Innovationskraft gut aufgestellt sind, um in den kommenden Jahren mehrere Produkte zur Marktreife zu bringen." Somit sollten die Mainzer dann auch nicht mehr als One-Hit-Wonder eingestuft werden, was der Aktie perspektivisch höhere Kurse bescheren sollte.

    mm2 Asia – Es läuft wieder

    Das in Singapur ansässige Unternehmen ist breit diversifiziert im Entertainment-Bereich aufgestellt. Durch Akquisitionen in den letzten Jahren erweiterte die Gesellschaft ausgehend vom Kerngeschäft Produktion, Vertrieb und Sponsoring von Inhalten ihren Radius deutlich. Durch den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an dem preisgekrönten Studio für virtuelle Realität, visuelle Effekte und computergenerierte Bilder, Vividthree Holding und einem Unternehmen für Event-Produktion und Konzertpromotion, UnUsUaL Limited, verfügt man in diesem Bereich über einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber Wettbewerbern.

    Mit der Gründung von mmCineplexes und der Übernahme von Cathay Cineplexes Pte. Ltd. avancierte mm2 Asia außerdem zu einem der wichtigsten Kinobetreiber in Malaysia und Singapur. Nach zwei harten Jahren beflügeln nunmehr die Corona-Lockerungsmaßnahmen das Segment Veranstaltungsproduktion und Konzertpromotion.

    Für große Phantasie sorgt zudem der Einstieg in das NFT-Geschäft mit einem eigenen Marktplatz namens Metaviva. Wieviel Zusatzgeschäft sich hier generieren lässt, wird sich zeigen. Alleine das Wachstum der bestehenden Geschäftsbereiche spricht für das mit rund 160 Mio. SGD an der Börse bewertete Unternehmen. Die Aktie der innovativen Gesellschaft ist nach Meinung von Analysten deutlich unterbewertet. Interessierte Anleger können die Anteilsscheine noch zu einem deutlichen Abschlag zum Buchwert erwerben.

    Tui – Die Krise scheint überstanden

    Im Zusammenhang mit den kürzlich veröffentlichten Halbjahreszahlen, zeigte sich Unternehmenschef Fritz Joussen überzeugt, im laufenden Geschäftsjahr wieder operativ schwarze Zahlen schreiben zu können. Die neueste Entwicklung der Buchungszahlen veranlasste den Tui-Chef zu der optimistischen Einschätzung. Das Buchungsniveau für den Sommer habe etwa 85% des Vorkrisen-Niveaus erreicht. Bei Tui Deutschland gingen im April sogar ein Drittel mehr Sommerbuchungen ein als im Vergleichsmonat 2019 vor der Pandemie.

    Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres bis Ende März 2022 reduzierte der Konzern seinen saisontypischen Verlust deutlich. Per Ende September, somit zum Ende des Geschäftsjahres, erwartet Tui deutlich über zehn Millionen Reisende. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (EBIT) soll „signifikant positiv" ausfallen. Analysten halten die Anteilsscheine dennoch mehrheitlich für ausgereizt.

    Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Bei der Beurteilung der Lage sollten mehrere Faktoren nicht vergessen werden. Durch mehrere Kapitalmaßnahmen hat sich die Aktienanzahl von Tui merklich erhöht. Das Unternehmen ist momentan mit rund 3 Mrd. EUR an der Börse bewertet. Auch ist der Konzern nach der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas zur Nummer Eins der Branche aufgestiegen.


    Jede Krise ist auch immer eine Chance. Was abgedroschen klingt, besitzt dennoch Wahrheitsgehalt. In der Pandemie setzte BioNTech als erster Corona-Impfstoffhersteller zum Höhenflug an. Tui stürzte ab, überlebte und ist jetzt sogar der größte Player der Branche. mm2 Asia hat viele Pfeile im Köcher und ist nach Einschätzung von Analysten unterbewertet.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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