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15.11.2021 | 04:44

Bitcoin Group, wallstreet:online AG, Palantir – Wie gehe ich mit Inflation um?

  • Technologie
  • Broker
  • Krypto
Bildquelle: pixabay.com

Die höchste Inflation seit dem Jahr 1990 hat den Goldpreis auf Höhenflug geschickt. Auch der Bitcoin (BTC) konnte davon stark profitieren. Die Kryptowährung erweist sich dabei nicht nur als sicherer Hafen, sondern auch als Inflationsschutz. Und viele in der Krypto-Community glauben, dass der Bitcoin auch weiterhin von der himmelhohen Inflation profitieren kann. Doch Vorsicht: Die Volatilität im BTC ist enorm. Die Zentralbanken, die eigentlich vorausschauend handeln sollten, sind wohl im Kampf gegen die Inflation etwas hinter der Kurve. Schließlich sind es inzwischen nicht mehr nur die Preise bestimmter Kategorien, die infolge der Öffnung der Volkswirtschaften oder der Probleme in der Lieferkette steigen, sondern die Preise steigen jetzt auf breiter Front. Am stärksten schlägt die Teuerung auf die Vermögensgüter durch, man nennt das „Asset Inflation“. Welche Werte steigen mit?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: WALLSTREET:ONLINE INH ON | DE000A2GS609 , PALANTIR TECHNOLOGIES INC | US69608A1088 , BITCOIN GROUP SE O.N. | DE000A1TNV91

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Inhaltsverzeichnis:


    Bitcoin Group – Handel und Eigenbesitz in Krypto

    Die Bitcoin Group SE ist eine Holding mit Schwerpunkt auf innovative und disruptive Geschäftsmodelle sowie Technologien aus den Bereichen Cryptocurrency und Blockchain. Die Gruppe hält 100% der Anteile an der futurum bank AG, welche unter Bitcoin.de einen Handelsplatz für ausgewählte digitale Währungen betreibt. Des Weiteren besitzt man 50% der Anteile an der Sineus Financial Services GmbH, einem von der BaFin beaufsichtigten Finanzdienstleister.

    Die Bitcoin Group kann im Umfeld florierender Kryptowährungen gut performen. Der Konzern erzielte zum Halbjahr Umsatzerlöse in Höhe von 17,7 Mio. nach 6,2 Mio. EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das EBITDA hat sich auf 14,4 Mio. EUR nach 4,2 Mio. EUR nach oben geschwungen, das ist eine glatte Verdreifachung. Daraus resultiert ein Gewinn je Aktie von 2,03 EUR (zuvor: 0,70 EUR), was einer Steigerung von 190 % entspricht. Der dynamische Anstieg geht einher mit einer starken Zunahme der Handelsumsätze auf der Kryptowährungsplattform Bitcoin.de infolgedessen sich auch die Provisionserlöse deutlich ausweiten. Aus den Handelsbeständen stammen auch regelmäßig hohe Zuwächse im konzerneigenen Krypto-Portfolio. Die solide Kapitalausstattung versetzt die Bitcoin Group SE damit weiterhin in die Lage, ihre Wachstumsstrategie zielgerichtet und flexibel verfolgen zu können.

    In einem Umfeld steigender Unsicherheit an den Märkten und höherer Inflation gewinnen Coins für die Vermögenssicherung stark an Bedeutung. Mittlerweile sind Kryptowährungen selbst bei professionellen Anlegern ein anerkanntes Anlage-Medium. Bitcoin.de handelt mittlerweile für mehr als eine Million Kunden. Die Aktie der Bitcoin Group stand in 2021 schon mal bei 82,50 EUR und hat anschließend um mehr als 50% korrigiert. Aktuell wird sie mit 53 EUR nur knapp über Ihren Krypto-Beständen plus Kasse gehandelt, die Plattform und der Kundenstamm sind mit Null bewertet. GBC Research vergibt ein „Kaufen“-Votum mit Ziel 120 EUR.

    Wallstreet:Online – Broker und Finanzmedien unter einem Dach

    Die wallstreet:online-Gruppe (W:O AG) kann auf eine stetige Entwicklung in 2021 zurückblicken, denn das Gesamtgebilde wird immer besser und professioneller. Mit dem Projekt „Smartbroker“ mischt das Unternehmen die Landschaft der Neobroker ordentlich auf. Denn: Smartbroker ist ein Hybrid – wie ist das zu erklären? Ganz einfach: Der Preis für das Trading ist nahe bei den Neobrokern und auf der anderen Seite findet der Anleger vieles, was man typischerweise bei einer Direktbank der ersten Stunden vermutet – viel Service und Information.

    Der Unterschied von Smartbroker zu anderen Neobrokern ist, dass es in der Auswahl der Handelspartner deutlich mehr Alternativen gibt. Zudem kann Smartbroker auf eine gute Mischung der Kunden im Altersbereich zwischen 30 und 50 Jahren zurückgreifen. Diese Kundenschicht ist zum einen wesentlich erfahrener an den Kapitalmärkten, zum anderen verfügen sie über einen höheren durchschnittlichen Depotwert im Vergleich zu einem Neobroker. Neobroker Kundendepots betreiben im Schnitt ein „Spieldepot“ mit 3.000 bis 5.000 EUR, Smartbroker Kunden hingegen verfügen im Mittel über 33.000 EUR. Der nächste Schritt für Smartbroker ist die Lizenzerweiterung zu einer Wertpapierhandelsbank, d.h. die Ausweitung der Dienstleistungen auf den gesamten Handelsbereich von Finanzprodukten.

    Das zweite Standbein der AG ist das ursprüngliche Online-Mediengeschäft. Es umfasst das Betreiben von vier reichweitestarken Börsenportalen. Mit rund 380 Mio. monatlichen Seitenaufrufen ist die Gruppe der mit Abstand größte verlagsunabhängige Finanzportalbetreiber im deutschsprachigen Raum und gleichzeitig auch die größte Finanz-Community. In den Foren der vier Onlineportale sind knapp 1 Mio. finanzaffine User registriert, eine Zielgruppe, die mit der Börse täglich aufsteht und zu Bett geht.

    CEO Matthias Hach geht in der Prognose 2021 von einem wesentlich besseren Jahr als 2020 aus. Dennoch werden noch viele Investitionen in die neue Konzernstruktur erfolgen. Blickt man auf die außerbörsliche Bewertung von Trade Republic, so findet man eine erstaunliche Bewertung von ca. 4 Mrd. EUR. Bei einem Kurs von 21 EUR bringt die Wallstreet:Online Gruppe gerademal 298 Mio. EUR auf die Waage. Führt man sich vor Augen, wie viele Themen hier im Vergleich zu einem Neobroker abgebildet werden, dann ist bei der W:O-Aktie noch viel Luft nach oben.

    Palantir Technologies – Die Krake im Informations-Universum enttäuscht

    Die amerikanische Palantir Technologies ist bei der Datengewinnung wie ein Krake mit vielen Beinen unterwegs. Das Unternehmen ist per se ein Profi im Sammeln und Auswerten von Consumer- und Bewegungsdaten von Tausenden von Menschen. Die lukrativsten Auftraggeber stammen dabei aus dem Regierungsbereich, wo Palantir immer wieder für hochsensible Themen gebucht wird.

    Das KI-getriebene Unternehmen erzielte im dritten Quartal 2021 einen Konzernumsatz in Höhe von knapp 392 Mio. USD, das entspricht einem Wachstum von 36%. Das lag unter den Erwartungen der Analysten, denn der sequentielle Wert aus dem Vorquartal lautete +49%. Das operative Ergebnis betrug indes -92 Mio. USD gegenüber -848 Mio. USD im Vorjahr. Unter dem Strich verbleibt ein bereinigter Nettoverlust von 102 Mio. USD oder -0,05 USD (Vorjahr: -0,94 USD). Insgesamt übertrifft man damit zwar die eigenen Erwartungen, die Flüsterschätzungen der Wallstreet lagen aber vermutlich deutlich höher, denn Palantir stürzte nach den Zahlen um fast 20% ab.

    Im aktuellen Fall ist die Volatilität mit einem von Palantir zurückgenommenen Margen-Ausblick für das laufende Quartal verknüpft. Der Big-Data-Spezialist aus Denver erwartet nurmehr eine operative Marge von 22% und damit deutlich weniger als zuletzt gewohnt. In allen drei Quartalen von 2021 hatte der Wert jenseits der 30% gelegen. Die Palantir-Aktie ist mit dieser Enttäuschung technisch wieder an der 28 USD-Marke hängengeblieben, das führt zu kurzfristigen Stop Loss-Verkäufen. In der Spitze könnten diese bis zur Unterstützungs-Linie von 20 USD reichen. Mit Neuengagements sollte man deshalb solange abwarten, bis die wirkliche Richtung der Kursentwicklung feststeht. Derzeit überwiegt das negative Szenario einer weiteren Korrektur.


    Die Börsen haben in den letzten Wochen viel Volatilität gezeigt. Profiteure einer steigenden Verunsicherung sind dabei die Edelmetalle und die Kryptobörsen, denn der Investor möchte in seiner Vermögensstruktur maximale Diversifikation erreichen, das senkt die Risiken. Die Bitcoin Group und Wallstreet-Online profitieren von den hohen Umsätzen an den Handelsplätzen, Palantir Technologies ist ambitioniert bewertet und muss den Beweis als Renditebringer erst mal liefern.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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