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02.01.2024 | 06:00

BYD Vorreiter in der Elektromobilität - können First Hydrogen und Plug Power bei Wasserstoff nachziehen?

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Bildquelle: pixabay.com

Die Zukunft der Mobilität zeigt sich zunehmend umweltbewusst und innovativ: nachdem sich Elektroautos einen festen Platz auf dem Markt erkämpft haben, bahnt sich nun der Wasserstoffantrieb seinen Weg als vielversprechender Kandidat für eine grüne Verkehrswende. Getrieben von der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien erleben wir ein steigendes Potenzial zur Produktion von grünem Wasserstoff. Er steht im Rampenlicht der aktuellen Energiestrategien und könnte insbesondere in solchen Mobilitätsbereichen zum Zug kommen, in denen Elektrobatterien an ihre Grenzen stoßen. Wir sehen uns den Platzhirsch der Elektromobilität an und schauen auf zwei Unternehmen, die auf Wasserstoff setzen.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042

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Inhaltsverzeichnis:


    BYD – Stromspeicher ein neues lukratives Geschäftsfeld?

    BYD hat ursprünglich mit der Produktion von Batterien begonnen. Erst später kam die Auto- und Chipproduktion dazu. Da man bei den Verbrennern nicht mit den etablierten großen Autoherstellern mithalten konnte, setze man früh auf die Elektromobilität. Im Bereich der Batterien konnte man auf seine Erfahrungen zurückgreifen und das dürfte einer der Gründe sein, warum die Blade-Batterien von BYD als führend bei Elektrofahrzeugen gelten. Dieser Entwicklungsvorsprung gegenüber den bekannten PKW-Herstellern macht den Konzern zu einem ernsthaften Konkurrenten. Gelingt die Internationalisierung dürfte man auch endgültig an Tesla vorbeiziehen.

    Dabei soll das Modell Denza D9 helfen, dass das Flaggschiff der Luxusautos bei BYD repräsentiert. Schon im 1. Quartal 2024 sollen die Autos ausgeliefert werden, deren Preis bei rund 85.000 EUR liegt. Doch es gibt auch Stolpersteine auf dem Weg. Die USA wollen Strafzölle auf Elektroautos aus China erheben, die EU prüft staatliche Subventionen, doch BYD arbeitet an Lösungen. Damit die Autos in Zukunft nicht mehr aus China kommen, will man in Mexiko und Ungarn Fabriken bauen. Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto sprach von einer der größten bisher dagewesenen Investitionen in sein Land. Bislang fertigte das Unternehmen lediglich Busse in Ungarn.

    Auch im Bereich des autonomen Fahrens geht es voran. Man hat von der Stadt Shenzhen die Genehmigung für Testfahrten bekommen. Darüber hinaus gibt es ein weiteres Geschäftsfeld, was viele Anleger noch nicht auf dem Schirm haben und dessen Markt stark wächst: Energiespeicher. In Südafrika hat BYD eine Anlage mit einer Kapazität von 540 MW gebaut. Damit sollen täglich 150 MW an erneuerbaren Energien produziert werden. Diese Meldung dürfte auch der Grund für den Kurssprung in der Aktie gewesen sein, die derzeit bei 24,90 EUR steht.

    First Hydrogen – expandiert nach Nordamerika

    First Hydrogen arbeitet an einem Wasserstoffmobilitätskonzept für leichte Nutzfahrzeuge, bei dem keine Emissionen mehr ausgestoßen werden. Dabei setzt das Unternehmen auf den Best-of-Ansatz und arbeitet mit bekannten Partnern wie Ballard Power und AVL Powertrain zusammen. So war es möglich, sehr schnell 2 Prototypen zu entwickeln. Diese haben bereits eine Straßenzulassung in Großbritannien und haben bei Testfahrten eine Reichweite von 630 km mit nur einer Tankfüllung erreicht. Zum Vergleich: elektrische leichte Nutzfahrzeuge schaffen rund 240 km mit einer Aufladung. Zusätzlich besitzen die Fahrzeuge ein sehr effizientes Energiemanagement. Beim Bremsen wird Energie gewonnen, die die Batterie wiederauflädt und so aufgeladen bleibt.

    Trotzdem sollen die Batterien noch besser werden. Am 5. Dezember haben First Hydrogen und EV Technologies Inc. eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der hochleistungsfähige Batterien für wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenfahrzeuge entwickelt werden sollen. Die neuen Batterien sollen höhere Effizienz und Leistung bieten und in die Brennstoffzellenfahrzeuge integriert werden. Die Kooperation zeigt, dass man nach Nordamerika expandieren will. So sollen auch dort in Zukunft Fahrzeugtests von Flottenbetreibern möglich gemacht werden. Um seinen Kunden die komplette Wertschöpfungskette anzubieten, wird zusätzlich an Wasserstoff-Tankstellen und der Produktion von grünem Wasserstoff gearbeitet.

    Als Standort wurde Shawinigan, Quebec, ausgewählt. Dort will man ein grünes Wasserstoff Ökosystem schaffen. Vor Ort soll eine 35 MW grüne Wasserstoffproduktion und eine Fahrzeugmontageanlage für bis zu 25.000 Fahrzeuge jährlich entstehen. Unterstützung kommt von der kanadischen Regierung, die einen neuen Standard für emissionsfreie Fahrzeuge angekündigt hat, um bis 2035 nur noch saubere Fahrzeuge zu verkaufen. Wer genauere Informationen zum Unternehmen möchte, sollte sich die Studie auf researchanalyst.com ansehen. Die Aktie konnte sich dem negativen Momentum des Wasserstoffmarktes nicht entziehen und hat in der Spitze rund 70 % verloren. Ende November wurde ein Doppelboden ausgebildet und am 27. Dezember ein erster Aufwärtstrend ausgebildet, der bis 1,54 CAD intakt bleibt. Derzeit notiert die Aktie bei 1,71 CAD.

    Plug Power – die Lage ist prekär

    Plug Power galt lange Zeit als das Wasserstoff-Unternehmen im Sektor der alternativen Energien und verfolgt das Ziel, ein breitgefächertes Wasserstoff-Ökosystems zu schaffen. Dieses Ökosystem soll Produktionsstätten, Speichermöglichkeiten, Lieferwege sowie die Energieverteilung beinhalten. Mit dem GenDrive, einer Brennstoffzelle für Gabelstapler und andere Materialhandhabungsgeräte, etablierte sich das Unternehmen am Markt. Ergänzt wird das Produktangebot durch Elektrolyseure und speziell entwickelte Gerätschaften. Des Weiteren baut das Unternehmen Wasserstoffproduktionsanlagen, unter anderem im Staat New York.

    Doch trotz viel Rückenwind aus der Politik hat es der Konzern nicht geschafft, profitabel zu werden. Auch wenn im vergangenen Quartal der Umsatz auf 198,7 Mio. USD leicht angestiegen ist, liegt die Bruttomarge bei fast -70 %. Natürlich muss man investieren, aber die Cash-Reserven schmelzen wie Eis in der Sonne. In Zeiten von gestiegenen Zinsen und negativen Geschäftszahlen wird es unter diesen Voraussetzungen schwierig, neue Finanzierungen zu finden. Auf dem freien Markt gibt es wohl kaum frisches Kapital. Was bleibt ist staatliche Unterstützung. Doch hier hat die Biden-Regierung sehr strenge Regeln für Subventionen erlassen.

    Immerhin konnte man an einem Amazon Standort in Colorado einen ersten Elektrolyseur erfolgreich installieren. Das sind gute Nachrichten, denn Amazon gehört zu den größten Kunden von Plug Power. Letztlich steckt das Unternehmen aber in einer Zwickmühle. Seitdem man bekannt gegeben hat, dass man den Geschäftsbetrieb möglicherweise nicht weiter aufrechterhalten kann, werden mögliche Neukunden abwarten. Das sieht man auch an den Unternehmensnachrichten. Es gab keine neuen Großbestellungen seit den Quartalszahlen. Ist man bereits Aktionär sitzt man wahrscheinlich auf großen Verlusten, denn die Aktie ging mit 4,50 USD aus dem Handel.


    Der Ausbau der Elektromobilität geht voran. Nahezu allen großen Automobilhersteller haben eine Abkehr vom Verbrenner angekündigt. BYD hat einen Entwicklungsvorsprung aufgrund seiner Historie. Zudem könnte der Stromspeichermarkt als neues Geschäftsfeld und die Internationalisierung für weiteren Aufschwung sorgen. Der Wasserstoffmarkt hinkt derzeit noch hinterher. Aber der Ausbau der erneuerbaren Energien sorgt für mehr Angebot und das sollte die Preise für grünen Wasserstoff sinken lassen. Zudem unterstützen immer mehr Regierungen Wasserstoff-Projekte. Das ist gut für First Hydrogen, die die Schwierigkeiten der Elektromobilität erkannt haben und Lösungen für den Bereich der leichten Nutzfahrzeuge anbieten. Der Best-of-Ansatz hilft Geld zu sparen, und trotzdem erstklassige Qualität anzubieten. Plug Power hat mittlerweile hunderte Millionen USD versenkt, und ist weit davon entfernt profitabel zu werden. Hier gilt besondere Vorsicht.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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