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03.11.2021 | 05:28

CureVac, Ayurcann, Novavax, Nanorepro: Hier geht es durch die Decke!

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  • Cannabis
Bildquelle: pixabay.com

Heilung und persönliches Wohlbefinden stehen im Fokus vieler Biotech- und Pharmaunternehmen. In den meisten Fällen wird lange geforscht, um entsprechende Wirkstoffe auf den Weg zu bringen. Nach vielen klinischen Testreihen beginnt dann das zähe Zulassungsverfahren bei den entsprechenden Gesundheitsbehörden. Einige Unternehmen haben sich über die hohe Liquidität an den Börsen gut mit Wachstumskapital ausstatten können und liegen mit ihren Produkten auf der Höhe der Zeit. Wir wollen einen genaueren Blick auf die Branche werfen.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: AYURCANN HOLDINGS CORP | CA05476A1012 , NOVAVAX INC. DL-_01 | US6700024010 , CUREVAC N.V. O.N. | NL0015436031 , NANOREPRO AG | DE0006577109

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Inhaltsverzeichnis:


    Sébastien Plouffe, CEO und Director, Defence Therapeutics
    "[...] Accum™ hilft uns dabei, Wirkstoffe zielgenau an den Ursprung von Infektionen oder Krankheiten zu bringen. [...]" Sébastien Plouffe, CEO und Director, Defence Therapeutics

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    CureVac – Dietmar Hopp glaubt an einen Erfolg

    In den letzten Monaten machten sich überwiegend Enttäuschungen bei dem Covid-19-Impfstoff-Entwickler CureVac breit. In der Öffentlichkeit ist das Unternehmen nun vom Hoffnungsträger zum Nachzügler geworden. Der Kurs hat sich von über 100 EUR zur Jahresmitte auf mittlerweile 34 EUR abgeschwächt. Gibt es noch Hoffnung für die Tübinger?

    Der Hauptinvestor Dietmar Hopp hält dem Unternehmen eisern die Stange, er ist mit seiner Investitionsgesellschaft Dievini und einer direkten Beteiligung mit gut 44% beteiligt. Ohne den 81-jährigen, der sein Milliarden-Vermögen als Mitgründer des Softwarekonzerns SAP aufgebaut hat, gäbe es CureVac womöglich heute nicht mehr. Ende 2004 hat er über Dievini etwa 20 Mio. EUR in das im Jahr 2000 gegründete Startup investiert. Keiner wollte ihm so recht folgen, bis später dann die Bill & Melinda Gates Foundation mitinvestierte.

    Plötzlich, Anfang 2020, nach den ersten Corona-Lockdowns, galt das zuvor wenig bekannte Tübinger Unternehmen als eines der größten Hoffnungsträger im Kampf gegen die Pandemie. Wie auch BioNTech zählte es nämlich zu den Pionieren der mRNA-Technologie, allerdings kam es nie zu einem erfolgreichen Launch eines Impfstoffs. Problem: Wegen der zeitlichen Verzögerung der CureVac-Studie traf deren Impfstoffkandidat bereits auf über ein Dutzend Corona-Varianten, die Wirksamkeit als Breitbandwaffe war nicht mehr nachzuweisen.

    Letztlich beschloss CureVac vor wenigen Wochen, den Impfstoffkandidaten der ersten Generation aus dem laufenden Zulassungsverfahren zurückziehen, bereits vorproduzierte Vakzine zu vernichten und sich auf das Impfstoffprogramm der zweiten Generation zu konzentrieren. Diese zweite Generation hat laut Firmenangaben das Potenzial, verschiedene Covid-19-Varianten und andere Krankheiten mit einem kombinierten Impfstoff zu behandeln. Aus diesem Blickwinkel sollte man es Dietmar Hopp gleichtun und ab und zu auf CureVac blicken – denn ein Revival mit neuen Voraussetzungen ist möglich.

    Ayurcann Holdings – Von der Ernte zum Produkt

    In einem anderen Marktsegment, der breitgefächerten Cannabis-Industrie, treffen wir mit der Ayurcann Holdings auf einen führenden Anbieter von sogenannten Nacherntelösungen, der sich auf die Bereitstellung und Entwicklung kundenspezifischer Prozesse spezialisiert hat. Im Fokus stehen dabei pharmazeutische und wohltuende Produkte aus der Hanfpflanze für Erwachsene. In erster Linie hat sich das Unternehmen auf B2B-Geschäfte im Bereich medizinischer Anwendungen konzentriert. Im strategischen Fokus steht die exklusive Partnerschaft mit führenden kanadischen Cannabismarken, indem man firmeneigene Dienstleistungen wie die Ethanol-Extraktion, eigene Formulierungen, Produktentwicklung und kundenspezifische Herstellungsverfahren anbietet.

    Ayurcann setzt auf die schrittweise Öffnung teils stark regulierter Märkte und sieht auch in Europa durchaus Chancen, dass sich das politische Klima zugunsten von Hanf-Heilungsansätzen durchsetzen wird. Derzeit verfügt Ayurcann bereits über viele internationale Kunden, die über White-Label-Lösungen an das Produktportefeuille andocken. Springender Punkt in der Geschäftsstrategie ist das nötige Know-How in der Skalierung von Herstellungsprozessen und die Garantie gegenüber Abnehmern, fortwährend stabile Pharmaqualität liefern zu können. Vor allem israelische und US-Amerikanische Kunden schwören bereits auf die Dienstleistungen von Ayurcann, die nächsten Expansionsschritte sind nun in Europa angedacht.

    Blickt man auf den Cannabis-Markt als Börsen-Segment, so haben die Blockbuster-Unternehmen einen starken Abverkauf hinter sich. Die noch junge Ayurcann Holdings kann sich die aktuell verhaltene Stimmung zu Nutze machen, um mit einer guten Aufstellung an die Großen heranzutreten, die in der allgemeinen Euphorie der Jahre 2018 bis 2020 zu viel Ballast aufgenommen haben und in ihrer Ausrichtung unflexibel geworden sind. Im Umsatz konnte Ayurcann bereits zum dritten Quartal überzeugen, auch das operative Ergebnis leuchtet mit einer Bruttomarge von 60% schon recht grün. Mit rund 100 Mio. Aktien ist das Unternehmen im Bereich 20 Mio. CAD bewertet, das ist im Vergleich zu den Großen der Branche ein Schnäppchen.

    Novavax – Weitere Abschlüsse in Asien

    Noch ein kurzes Update zu Novavax. Mit dem Serum Institute of India hat das Unternehmen aus Maryland nun einen Liefervertrag für den COVID-19 Impfstoff NVX-CoV2373 endgültig fixiert. Das US-Biotechunternehmen hatte dem indischen Impfstoff-Riesen zuvor eine Lizenz zur Herstellung und Verwendung der Arzneimittelsubstanz gewährt. Finanzielle Details des Vertrags sowie den geplanten Umfang vereinbarter Produktionsmengen legte Novavax in dem Anfang der Woche veröffentlichten Filing bei der SEC nicht vor. In einem Interview mit Bloomberg sprach der CEO Stanley Erck von der Auslieferung von etwa 150 Millionen Impfdosen pro Monat ab Dezember. Die Laufzeit der Vereinbarung soll zwei-drei Jahre umfassen.

    Die Börse feierte den erneuten Erfolg von Novavax mit einem Aufschlag in der Spitze von 20%, nachdem das Unternehmen zuvor auch noch eine Zulassung des Impfstoffs in Indonesien gemeldet hatte. Die Zeichen stehen also wieder auf Sturm, allerdings ist trotz der Euphorie das Allzeithoch noch gut 20% entfernt. Die Bewertung ist mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 4 innerhalb der hoch bewerteten Branche noch vertretbar.

    Nanorepro – Wieder ein 100 Mio. EUR-Vertrag

    Bei dem Marburger Selbsttest-Spezialisten Nanorepro scheint sich die Partnerschaft mit Viromed auszuzahlen, denn man konnte nun eine gemeinsame Vertriebsvereinbarung in Österreich eingehen. Vertragspartner ist ein nicht näher benannter Abnehmer aus Österreich, der überwiegend staatliche und behördliche Institutionen beliefert. Es geht um die Auslieferung des VitaLab PCR-Testgeräts, der alpenländische Partner soll die Apparatur und die dazu gehörenden Tests exklusiv in Österreich vermarkten. Das Vertragsvolumen liegt im dreistelligen Millionenbereich, wieviel davon letztlich bei Nanorepro verbleibt, wurde nicht bekannt gegeben.

    Der Kurs der Nanorepro-Aktie bewegt sich derzeit in sehr engen Bahnen zwischen 7,50-8,70 EUR. Mehr möchte die Börse wohl für die hoffnungsvolle Viromed-Partnerschaft nicht bezahlen. Zur Hochzeit der Corona-Test-Euphorie stieg der Kurs der Marburger auch schon mal über 20 EUR. Diese Zeiten sind wohl aktuell vorbei, man wartet wohl auf eine nachhaltige strategische Ausrichtung für die Zukunft. Behalten sie den Wert wegen möglicher Überraschungen auf der Watchlist – immerhin steht ein Grippe-Winter vor der Tür und die deutsche Corona-Politik kann auch wieder umschwenken.


    Die Investition in Biotech – und Pharmawerte ist hohen Schwankungen unterworfen. Gute Meldungen versprechen in der ersten Minute oft sehr schnell Kursgewinne, allerdings fallen die Kurse auch außerordentlich, wenn das Momentum später nachlässt. Somit sind starke Nerven und Konsequenz gefragt. Bei Ayurcann Holdings kann der mittelfristig-orientierte Investor ohne Stress zugreifen, denn die ersten großen operativen Erfolge dürften in 2022 anstehen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.
    3. Startup – Ein Startup ist eine Unternehmensgründung mit einem innovativen Geschäftsmodell.

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