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10.12.2021 | 04:44

Daimler, Daimler Trucks, Ayurcann, TUI: Tolle Rendite-Geschenke in der Adventszeit!

  • Technologie
  • Reisen
  • Cannabis
Bildquelle: pixabay.com

Die sogenannte stille Zeit vor Weihnachten wird oftmals mit wohliger Wärme, Lebkuchen und Glühwein in Verbindung gebracht. An der Börse schließen sich die Bücher der Großinvestoren, private Anleger optimieren ihre Kapitalertragssteuer durch die Realisierung von schwebenden Verlusten. Denn rein steuerlich können Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften gegen Gewinne aufgerechnet werden, versteuert werden muss dann nur noch der jährliche 'Residualgewinn'. Daher ist es an den Herbstbörsen oftmals stürmischer, als Viele denken. Von der „stillen Zeit“ nach christlicher Glaubensauffassung ist dann wieder weniger zu spüren. Wir picken ein paar Lebkuchenstücke heraus!

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: AYURCANN HOLDINGS CORP | CA05476A1012 , DAIMLER AG NA O.N. | DE0007100000 , Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG000

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Inhaltsverzeichnis:


    Daimler AG – Heute geht Daimler Trucks an die Börse

    Lange wartete die Börse auf den großen Event bei der Daimler AG. Daimlers LKW-Sparte ist nun nach der Abspaltung und dem Eintrag ins Handelsregister ein eigenständiges Unternehmen. Da die physische Abspaltung im Verhältnis 2:1 über Nacht technisch vollzogen sein sollte, kann die Daimler Truck AG heute auch zum ersten Mal notiert werden.

    Der Nutzfahrzeughersteller bekräftigte bei einem Kapitalmarkttag im Herbst sein Ziel, einer konzernweiten zweistelligen Rendite bis 2025 unter guten Marktbedingungen und schlüsselte die Zahlen für die einzelnen Regionen auf. Für den profitabelsten Markt USA und Kanada peilt das Unternehmen bereinigt 12% Umsatzrendite an, Mercedes-Benz Trucks in Europa 10% und Truck Asia neun Prozent. Zuletzt wies Trucks in Europa mit 4,5% die niedrigste Marge der drei Regionen auf, für das pandemiegeschädigte Busgeschäft liegt die Zielmarke bei 7,5%. In Deutschland steht das Unternehmen in direkter Konkurrenz zur VW-Tochter Traton, welche MAN und Scania in sich vereinigt.

    Im Daimler-Konzern sind künftig PKW, LKW und Busse getrennt. Nach dem Truck-Börsengang wird die verbleibende Daimler AG ab Februar in die Mercedes-Benz Group AG umbenannt. Aber bitte nicht erschrecken, es gibt zunächst einen DAX-Probelauf mit temporär 41 Werten, um Index-ETFs in die Lage zu versetzen, ihre Gewichtungen neu anzupassen.

    Die Daimler-Aktie lief im Vorfeld der Aufspaltung prächtig. Sie ist einer der DAX-Gewinner des Jahres 2021 mit einer Kursperformance von 49% plus einer Dividende von 2,34 EUR. Ein schönes Nikolaus-Geschenk für die Aktionäre, nach der Aufspaltung sollte die Wertaufhellung weitergehen.

    Ayurcann – Gute Ernteergebnisse in den letzten drei Monaten

    Wir wechseln das Segment von modernster KFZ-Technik zu einem anderen Marktsegment, der breitgefächerten Cannabis-Industrie. Dort treffen wir mit der Ayurcann Holdings Corp. auf einen führenden Anbieter von sogenannten Nacherntelösungen. Das Unternehmen hat sich insbesondere auf die Bereitstellung und Entwicklung kundenspezifischer Prozesse spezialisiert, im Fokus stehen dabei pharmazeutische und wohltuende Produkte aus der Hanfpflanze für Erwachsene. Ayurcann ist auch ein Spezialist für medizinische Präparate und adressiert vornehmlich B2B-Kunden. Ayurcann setzt auf die schrittweise Öffnung teils stark regulierter Märkte und sieht auch in Europa durchaus Möglichkeiten, dass sich das politische Klima zugunsten von Hanf-Heilungsansätzen durchsetzen wird. Mit den Plänen der neuen Ampel-Koalition stehen die Chancen auch in Brüssel nicht schlecht für eine grundsätzliche Freigabe der Hanfpflanze unter gewissen Qualitäts- und Sorgfaltspflichten.

    Nun gab es Zahlen für die letzten neun Monate. Ayurcann erzielte einen Nettoumsatz von 1,9 Mio. USD, was einem Anstieg von 137% im Jahresvergleich entspricht. Der Bruttogewinn entwickelte sich von 169.000 auf 931.000 USD, das ist eine gute Verfünffachung mit 49% Marge. Ayurcann schloss den Ausbau der Phase 2 der neuen Pickering-Anlage ab, wodurch die Extraktionskapazität auf 300.000 Kilogramm Input-Biomasse und auf bis zu drei Millionen Abfüll- und Co-Verpackungskapazitäten für Cannabis-Produkte erhöht wurde. Das Unternehmen bietet mit seinem Extraktions-Service eine „Go-to-Market“-Strategie für lizenzierte Produzenten aus Kanada an. Der Warenbestand stieg auf etwa 300 Kilogramm rohem THC- (Tetrahydrocannabinol) und CBD- (Cannabidiol) Destillat und Isolat in pharmazeutischer Qualität zur Verwendung in Cannabis 2.0- und 3.0-Produkten, die für seine Co-Manufacturing- und White-Label-Partnerschaften zur Verfügung stehen.

    Ayurcann Holdings expandiert in verschiedene Freizeitmärkte und liefert seine Cannabis-2.0-Produkte derzeit in ganz Kanada aus. Die wichtigsten Produkte sind Vapes der Marke Fuego und Tinkturen der Marke Vida, sie wurden nach New Brunswick und Saskatchewan geliefert. Weitere Bestellungen werden in den kommenden Quartalen nach Manitoba, Ontario und Alberta erfolgen, die Verträge sind bereits gemacht. Ayurcann beweist aktuell eine sehr hohe Schlagzahl, die Aktie ist mit rund 16 Mio. CAD Bewertung aber noch relativ unentdeckt. Man sollte ein paar Stücke unter den Weihnachtsbaum packen, denn im Vergleich zu vielen etablierten Unternehmen ist die AYUR-Aktie nicht teuer und operativ schon seit mehreren Quartalen profitabel.

    TUI – Das könnte der Renner für 2022 werden

    Nicht nur Urlauber denken über die Reisemöglichkeiten im nächsten Jahr nach. Bei der TUI AG gab es in den letzten zwei Jahren historische Veränderungen in der Konzernaufstellung. So wurden zuletzt die zuvor eigenständigen Airlines unter einem Dach zusammengeführt, die Online-Buchungen dramatisch noch oben entwickelt und in der Vertriebs-Fläche stark eingespart. TUI ist heute nicht mehr primär vom Reisebürogeschäft abhängig, das Unternehmen hat sich digitalisiert und wetterfester aufgestellt.

    Dennoch drücken eine hohe Verschuldung und eine geringe Eigenkapitalquote auf das Gemüt. Das zweite Corona-Jahr hat dem weltgrößten Reisekonzern einen weiteren Milliardenverlust eingebrockt. Dank zuletzt starker Buchungszahlen wagte Vorstandschef Fritz Joussen bei der Vorlage der Jahresbilanz 2021 aber eine optimistische Prognose: "Wir erwarten für den Sommer 2022 und die Hauptreisezeit die Rückkehr zu einem Buchungsniveau in etwa wie vor Corona 2019."
    Insgesamt schloss der Manager aber eine weitere Kapitalerhöhung nicht aus, denn TUI könnte das Geld zur Rückzahlung der milliardenschweren Staatshilfen benötigen. Die Hannoveraner hatten erst im Herbst 1,1 Mrd. EUR mit einer erneuten Kapitalerhöhung hereingeholt. Der Umsatz sackte in 2021 um rund 40% auf 4,7 Mrd. EUR nach unten, nachdem das Winterhalbjahr 2019/2020 noch kaum von Corona betroffen gewesen war. Unterm Strich stand jetzt ein Fehlbetrag von fast 2,5 Mrd. EUR - immerhin gut ein Fünftel weniger als ein Jahr zuvor. Am 6. Dezember verfügte die TUI-Gruppe über flüssige Mittel und Kreditlinien in Höhe von 3,5 Mrd. EUR. Insgesamt zählte TUI im abgelaufenen Geschäftsjahr nur 5,4 Millionen Gäste, davon 3,8 Millionen im Sommerquartal. Damit erreichte das Geschäft in den Monaten Juli bis September lediglich rund 50% des Vorkrisenniveaus.

    Wer sich diese Zahlen vornimmt, kann TUI nur die Daumen drücken, dass sinnvolle Pandemie-Regelungen auch wieder Reisen ermöglichen, denn Anstecken kann man sich bekannterweise überall, warum also die dringend notwendigen Erholungstage im Jahr verbieten? TUI könnte aus diesem Blickwinkel der Renner für 2022 werden. Mit 2,60 EUR behutsam einsammeln und liegen lassen.


    Die Börse in 2021 schließt so langsam die Pforten. Einige steuerliche Besonderheiten führen bei stark gefallenen Kursen zu Sonderbewegungen. Diese lassen sich nutzen. Daimler lässt seine Anleger an einer Aufspaltung teilhaben, Ayurcann und TUI locken mit einer niedrigen Bewertung.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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