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14.04.2022 | 05:10

Deutsche Bank, wallstreet:online, Commerzbank – Finanzaktien vor dem Sprung

  • Banken
  • Online Brokerage
Bildquelle: pixabay.com

Die steigende und länger bleibende Inflation beunruhigt die Marktteilnehmer. Die Notenbanken, die zu lange an ihrer ultralockeren Geldpolitik zu Gunsten eines möglichen Wirtschaftswachstums festhielten, müssen nun handeln. Während die EZB noch im Tiefschlaf verharrt, startete die US-Notenbank mit den ersten Zinserhöhungen, weitere werden folgen. Die Profiteure der Zinswende sind Finanzinstitute, die auch nach den Ankündigungen performten. Der Krieg in der Ukraine warf diese jedoch zurück. Eine mögliche zweite Chance für ein Investment in attraktive Finanzdienstleister.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008 , WALLSTREET:ONLINE INH ON | DE000A2GS609 , COMMERZBANK AG | DE000CBK1001

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Inhaltsverzeichnis:


    Inflation deutlich zu hoch

    Eigentlich liegt das Inflationsziel der EZB bei 2%. Für den März wurde diese vom Statistischen Bundesamt nun mit 7,3% angegeben. Einfluss auf die Inflationsrate hatten Lieferengpässe und deutliche Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen. Vor allem Energieprodukte, aber auch andere Waren und Dienstleistungen wurden infolge der aktuellen Krisensituationen teurer. „Neben der Corona-Pandemie wirkt sich nun der Krieg Russlands gegen die Ukraine deutlich auf die Teuerung in Deutschland aus, insbesondere bei Heizöl, Kraftstoffen und Erdgas sowie einzelnen Nahrungsmitteln“, sagt Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes. Nicht nur Volkswirte fordern die EZB nun auf, die Zinsen schnell und deutlich anzuheben.

    Dagegen verharrt der Leitzins weiter bei 0%. Lediglich das Volumen des Anleihekaufprogramms APP wird nach einer vorübergehenden Aufstockung bereits Ende Juni wieder auf 20 Mrd. EUR gekappt. Eine Zinserhöhung könnte "einige Zeit" nach dem Auslaufen der Anleihekäufe im dritten Quartal erfolgen, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Die USA ist hier zumindest einen Schritt weiter und verkündete nach der ersten Zinserhöhung bereits weitere Schritte. Aktien von Banken und Finanzdienstleistern wie Deutsche Bank oder Commerzbank konnten seit Jahresanfang, als der Strategiewechsel klar wurde, deutlich profitieren und markierten bis Mitte Februar neue 4-Jahreshochs. Dann jedoch wurde der positive Lauf durch die Invasion Russlands jäh gebremst.

    Investor drückt auf „sell“

    Die Angst vor hohen Kreditengagements aus Russland und der Ukraine zerstörten die positiven Chartbilder. So gab die Deutsche Bank innerhalb von Tagen von 14,63 EUR auf 8,16 EUR rund 44% nach, die Commerzbank verlor in dem Zuge etwa das Gleiche an Marktkapitalisierung. Die übertriebene Korrektur wurde zwar teilweise aufgeholt, Anfang dieser Woche kam es bei beiden Geldhäusern jedoch parallel zur nächsten Hiobsbotschaft.

    Die Capital Group, neben BlackRock einer der Großaktionäre, dürfte über die US-Investmentbank Morgan Stanley 116 Mio. Deutsche Bank-Aktien zu einem Kurs von 10,08 EUR, als knapp 8% unter dem zu dem Zeitpunkt aktuellen Aktienkurs platziert haben. Dies berichtete der Nachrichtensender Bloomberg. Gleichzeitig wechselten 72,5 Mio. Commerzbank-Aktien zu 6,65 EUR, knapp 7% unter Kurs den Besitzer. Der Gesamterlös betrug 1,75 Mrd. EUR. Durch die starken Kursverluste ergeben sich bei beiden Banken langfristig attraktive Einstiegschancen. Kurzfristig könnte aufgrund der unsicheren geopolitischen Lage jedoch noch einmal Druck auf die Aktien kommen. Als Ziel könnten die jeweiligen bisherigen Jahrestiefs gelten.

    Bullishe Indikatoren

    Einen Sell-off könnte die Berliner wallstreet:online-Gruppe bereits hinter sich haben. Nachdem der Titel bereits seit vergangenem Jahr im Zuge des nachlassenden Allgemeinmarktes seine Korrektur begann, kam aufgrund des Einmarsches Russlands in die Ukraine der wohl finale Sell-off mit einem Tiefststand bei 14,30 EUR, rund 50% vom Allzeithoch entfernt. Seitdem konnte sich der Kurs sukzessive erholen, bei einem Überschreiten des Widerstandes bei 18,20 EUR würde ein markantes Kaufsignal generiert werden.

    Im Gegensatz zum Kursverlauf läuft es bei der wallstreet:online AG, die 100% an der Betreibergesellschaft des erfolgreichen Smartbrokers besitzt, wie am Schnürchen. So ist die Betreibergesellschaft w:o Capital mit mehr als 8,8 Mrd. EUR an „assets under custody“ die größte Neobroker-Betreibergesellschaft Deutschlands. Zudem erzielte die Gruppe mit 51,4 Mio. EUR einen neuen Umsatzrekord, was einem Plus von 82% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das vorläufige bereinigte EBITDA vor Kundengewinnungskosten für den Smartbroker wuchs um 45% auf 17,5 Mio. EUR. Die Nettoliquidität der Gruppe belief sich zum Jahresende 2021 auf etwa 20 Mio. EUR.

    Weiter auf dem Gaspedal

    Das laufende Geschäftsjahr 2022 wird entscheidend für die Hauptstädter. So liegt der Fokus auf der Implementierung der eigenen „Smartbroker Cloud Plattform" und der Beschleunigung des neuen „Smartbroker 2.0". Auf der Zahlenseite rechnet wallstreet:online mit einem Umsatz zwischen 62 Mio. EUR und 67 Mio. EUR, was ein Plus von rund 25% gegenüber dem Vorjahr bedeuten würde. Das bereinigte EBITDA nach den Kundengewinnungskosten soll sich auf 10 Mio. EUR bis 12 Mio. EUR belaufen. Das Analystenhaus GBC AG sieht durch die durch die geplante Optimierung des Brokerage- Geschäftsmodells mithilfe einer eigenen Smartbroker Cloud-Plattform eine Beschleunigung des Wachstumstempos und eine deutliche Erhöhung der Ertragskraft. Das Urteil der Ende März veröffentlichten Studie lautet kaufen, das Kursziel wurde auf 38,60 EUR angehoben.


    Durch den Strategiewechsel in der Geldpolitik dürften Banken und Finanzdienstleister langfristig profitieren. Commerzbank als auch Deutsche Bank stecken noch in ihrem, bisher erfolgreichen, Restrukturierungsprozess. Wallstreet: Online besitzt durch den „Smartbroker 2.0.“ enormes Potenzial.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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    Lexikon:

    1. Bank – Das Kreditwesengesetz (KWG) regelt in Deutschland die erlaubten Geschäfte einer Bank.

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    Schon wieder ein schwacher Wochenstart. Nach einer zaghaften Erholung in der ersten Augusthälfte geht es jetzt wieder zur Sache. Die Bearmarket-Rallye scheint mit 13.930 im DAX nun abgearbeitet, denn heute stehen bereits wieder tiefe 13.250 Punkte an der Tafel. Die Börse hat nun Krieg, noch höhere Inflation und eine kommende Rezession einzupreisen, da verwundert der recht hohe Stand eigentlich schon. Noch gibt es aber offensichtlich Hoffnung und einige ausgewählte Aktientitel sind auch schon sehr weit gefallen. Die Zeit der Schnäppchenjäger ist somit vielleicht auch nicht mehr weit entfernt. Wir liefern ein paar Ideen.

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