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10.06.2021 | 05:00

Die 100% Maschinen! Heidelberger Druck, Windeln.de, NEL, Osino Resources

  • Rohstoffe
  • Penny Stocks
Bildquelle: pixabay.com

Das sind Schwankungen! Es ist nicht unüblich, dass Börsen in der Nähe ihrer Höchststände zu Kapriolen neigen. So ist es derzeit an der Tagesordnung, dass kleinere eher unbedeutende Börsentitel sowohl in Amerika als auch in Europa mit extremen Kurausschlägen gehandelt werden. Gestern waren es Heidelberger Druck und vor allem Windeln.de, welche sich an drei Handelstagen rund verzehnfachten. In den USA läuft nach wie vor der Reddit-Squeeze von AMC und GameStop. Den Vogel schoss gestern die Aktie von Clover Health ab, ganze 100% Zuwachs an einem Tag. Wir rücken einige Protagonisten dieser sektoralen Hausse in den Fokus.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: NO0010081235 , DE0007314007 , DE000WNDL201 , CA68828L1004

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Inhaltsverzeichnis:


    Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG
    "[...] Die Dominanz Chinas ist unter anderem ein Grund dafür, weswegen wir uns so stark auf dem Wolfram-Markt engagieren. Hier sind rund 85% der Produktion in chinesischer Hand. [...]" Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG

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    Heidelberger Druck – Zahlen enttäuschen ein wenig

    Die Heidelberger Druckmaschinen AG will im laufenden Geschäftsjahr dank Kostensenkungen und anziehender Nachfrage wieder einen Gewinn einfahren. Im letzten Geschäftsjahr 2021/22 (Ende März) berichtet der Druckmaschinenhersteller von einem leichten Umsatzanstieg und einer leichten Verbesserung der operativen Marge gemessen am EBITDA. Den Verlust konnten die Wieslocher unterm Strich bereits von 343 auf 43 Mio. EUR senken. Der Erlös sank um nahezu ein Fünftel auf 1,91 Mrd. EUR, das um Umbaukosten bereinigte operative Ergebnis kletterte dank Kostensenkungen und Jobabbau um 43% auf 146 Mio. EUR.

    Im Ausblick gibt sich Heidelberger vorsichtig. Während der Verpackungsdruck das Vorkrisenniveau bereits frühzeitig wieder erreicht hat, wird sich der Werbedruck von den Auswirkungen der Pandemie langsamer erholen. Der Umsatz soll dieses Jahr mindestens 2 Mrd. EUR erreichen. Bei der operativen Marge bleibt das Unternehmen wegen Unsicherheiten bei Höhe und Zeitpunkt von Unternehmensverkäufen vorsichtig, inklusive Umbaukosten werden 6 bis 7% angestrebt nach 5% im Vorjahr. Insgesamt soll es ein leicht positives Nachsteuerergebnis werden. Die Börse rechnete wohl mit mehr positiven Hinweisen zu 2021, der Kurs ging nach über 300% Anstieg in acht Monaten erstmal auf Tauchstation. Vorsicht an der Bahnsteinkante!

    Windeln.de – Was für eine 48-Stunden-Rallye

    Achtung auch bei Windeln.de! Seit einigen Monaten gibt das Unternehmen eher Gewinnwarnungen an den Markt. Seit 07.06. geht es mit dem Kurs aber extrem nach oben. Hat man nun Gold gefunden? Nein, wie bei anderen Micro-Caps und insolventen Notierungen kam es auch bei der lange abwärts tendierenden Windeln.de zu einer Orderflut von Kleinspekulanten. Der Hype wirkt umso erstaunlicher, als es keine Neuigkeiten von der Firma gibt.

    Der Versandhändler mit seinen rund 200 Mitarbeitern kämpft schon seit Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten. 2020 stand unterm Strich ein Verlust von 13,7 Mio. EUR. Auch im ersten Quartal 2021 arbeitete das Unternehmen defizitär. Dass sich Anleger nun dennoch scharenweise auf die Aktie stürzen, scheint denn auch eher an den fragwürdigen Empfehlungen zu liegen, die in sozialen Medien geteilt werden. Seien Sie hier sehr vorsichtig mit welchen Summen sie hier mitspielen, der Kurs ist fundamental nicht gerechtfertigt und der Hype wird sich vermutlich bald in Luft auflösen. Windeln.de wäre anzuraten, auf diesem Niveau eine Kapitalerhöhung durchzuführen.

    NEL – Etwas erholt, aber immer noch kein Rebreak

    Wasserstoff ist zwar seit Wochen unter Druck, aber es gibt partiell auch mal Erholungen. So konnte sich die Nel ASA-Aktie auch von ihren Tiefstständen unter 1,60 EUR wieder berappeln und notiert jetzt bei rund 1,73 EUR. Aber die Aktien noch nicht über den Berg. Klimaerwärmung, Decarbonisierung und Mobilität sind alles Themen, die aktuell en vogue sind und dies auch in den nächsten Jahren bleiben werden. Zweifellos ist Wasserstoff eine Zukunftsbranche, deren Branchenvertreter sich seit Februar allerdings in einem kräftigen Korrekturmodus befinden. Plug Power als Branchenprimus gibt aber bereits wieder Gas und hat vom Tief wieder 50% aufgesattelt.

    Natürlich sieht es bei Nel etwas schlechter aus – insbesondere Iberdrola’s Absage eines größeren Deals traf die Norweger schwer. In Deutschland werden Wasserstoff-Technologien mit weiteren 8 Mrd. EUR gefördert. Das zaubert den CEOs wieder ein Lächeln auf die Lippen. Ohne staatliche Subventionen könnte die Branche auch nicht Fuß fassen, immerhin dominiert die E-Mobilität in den Köpfen der Politik – ein SetUp für die nächsten Jahrzehnte.

    Unter den gegebenen Rahmenbedingungen sollte der Abwärtstrend bei Nel erst mal gestoppt sein. Einen harten Blick auf die Unterstützungsmarke bei 1,62 EUR halten wir aktuell aber für angebracht, sollte die zweite Verkaufswelle doch noch starten.

    Osino Resources – Die nächsten Bohrerfolge im Twin Hills Projekt

    Ganz im Gegensatz zu den vorgenannten Unternehmen entwickelt sich das Geschäft von Osino Resources gemütlich nach vorne. Osinos Portfolio an exklusiven Explorationslizenzen befindet sich innerhalb des aussichtsreichen Damara-Mineralgürtels in Namibia, größtenteils in der Nähe der produzierenden Goldminen Navachab und Otjikoto auf einer Gesamtfläche von etwa 7.000km².

    Anfang Juni gab es weitere positive Bohrergebnisse zu vermelden. Die 14 Brownfield-Ziele, die im Rahmen der IP-Untersuchung 2020 auf dem Vorzeige-Goldprojekt Twin Hills identifiziert wurden, sind durch Bohrungen erprobt worden, vier davon haben eine signifikante Goldmineralisierung ergeben. Die besten davon zeigten sich bei Twin Hills West, die vermutete Mineralisierung wurde nun auf über 300m nachgewiesen. Twin Hills West verläuft entlang einer magnetischen Anomalie, die sich bis zum Terminal 1 erstreckt und eine Gesamtstreichlänge von etwa 3,5km aufweist. Eine detaillierte Weiterverfolgung entlang dieses strukturellen Trends ist somit mehr als rechtfertigt.

    Die Mineralisierung Clouds North liegt nur 200m nördlich des aktuellen Grubenumrisses und ist Teil einer nicht bebohrten, in Ost-West-Richtung verlaufenden magnetischen Anomalie mit einer Streichlänge von über 2km. Darüber hinaus wurde ein drittes positives Bohrloch in Clouds West in der Nähe des Erzkörpers Twin Hills Central (THC) gebohrt, und man geht derzeit davon aus, dass es sich dabei zwar um einen kleinen, südlich verlaufenden Mineralisierungsblock handelt, der jedoch die zuvor bei Clouds West entdeckte Mineralisierung erweitert.

    Um eine Aussage zur Größe einer Mineralressource zu finden, werden viele technische Parameter der Bohrlage, des Winkels und der Größe des untersuchten Landstücks veröffentlicht. Im Falle von Osino hat man insgesamt 69.000m gebohrt, davon wurden für etwa 62.000m Analysedaten ausgewertet. Die Bohrungen werden nun mit dem Ziel fortgesetzt, die Mineralressource bis Ende 2021 in der angezeigten Kategorie zu bestätigen. Das Goldprojekt Twin Hills unter der Kalahari-Sand- und Kalksteindecke nimmt nun langsam Gestalt an. Wir werden die Veröffentlichungen weiter begleiten.

    Die Osino-Aktie konnte in einem Monat gut 20% zulegen und notiert jetzt bei 1,48 CAD. Nun steht eine Marktkapitalisierung von 150 Mio. CAD im Raum, ein beachtlicher Wertzuwachs von 50% in nur einem Jahr. Mit Blick auf die gut performenden Edelmetall-Märkte ist Osino Resources erste Wahl.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Kapitalerhöhung – Erhöhung des Eigenkapitals eines Unternehmens
    3. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.
    4. Wasserstoff – Technologie zur Nachrüstung von Diesel-Motoren für saubere Verbrennung und Senkung von Abgasemissionen

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    Nun hat sich das Blatt wieder gewendet. Die Crash-Hysterie ist gewichen, ebenso erholen sich die Bondkurse wieder sukzessive. Die Rendite für 10-jährige deutsche Staatsanleihen fiel in den letzten sechs Wochen völlig überraschend vom Hoch bei 1,75% auf unter 0,90% zurück – das sieht nicht nach Boom aus. Auch das Inflationsgespenst verliert langsam seinen Schrecken, denn die Ölpreise konsolidierten nun um mehr als 25 USD von ihren zuletzt erreichten Höchstständen. Der Zinserhöhungsdruck für die Notenbanken lässt damit gehörig nach und gibt den Aktien wieder den nötigen Raum für positive Dynamik. Wir blicken auf aussichtsreiche Werte.

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    Parallel zum Elektroautoboom sind auch viele Rohstoffpreise explodiert. Lithium hat sich seit Anfang 2021 in chinesischen Yuan immerhin um 1.200% verteuert und Nickel ist seitdem um 40% im Preis gestiegen. Vor dem Hintergrund der anhaltend hohen globalen Nachfrage nach E-Fahrzeugen werden viele leistungsfähige Batterien benötigt. Daher plant so gut wie jeder Automobilhersteller mit eigenen Vorgaben, wie mit der Batteriebeschaffung umgegangen wird. BYD, VW, Daimler und Tesla haben bereits eigene Gigafabriken oder planen sie gerade. Lithium ist neben Nickel, Kobalt, Graphit und Kupfer einer der wichtigsten Rohstoff-Bestandteile einer Batterie. Die verfügbaren Mengen an den Märkten sind jedoch begrenzt, denn auch die Produzenten sind noch dünn gesät. Wir beleuchten einen Markt, der von Knappheiten bestimmt ist.

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    Das Setup für steigende Edelmetalle könnte derzeit nicht besser sein. Durch die enormen Preisschübe bei Energie und technischen Ausstattungen erhöhen sich die Betriebskosten von Minen und auch die Exploration wird teurer. Das müsste mittelfristig zu einer sinkenden Produktion im Edelmetall-Sektor führen, zumal die Preise seit einiger Zeit signifikant nachgeben. Die physische Verfügbarkeit ist zu den niedrigen Spotpreisen aber nicht gegeben, denn eine Unze Silber wird derzeit immer noch zwischen 23 und 28 EUR gehandelt, der umgerechnete Spotpreis würde bei etwa 19 EUR liegen. Wir haben interessante Rohstofftitel im Fokus.

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